Die erotische, fast exotische Urkraft des Lebens

Bischof Valentin soll der Legende nach im 3. Jahrhundert Liebende getraut haben, darunter Soldaten, denen das HBettina Linck und Georg Magirius in Graubünden - Foto von (c) Rüdiger Dölseiraten verboten war. Das Liebesleben der Paare, denen er Blumen aus seinem Garten schenkte, soll unter einem guten Stern gestanden haben. Grund genug, am Valentinstag jene religiöse Urkraft zu feiern, deren expressive Farben freilich ausgerechnet in den Kirchen oft abhanden gekommen sind. Auf ein theologisches Abstraktum wurde die Liebe zurechtgestutzt. Ordentlich, überschaubar, steuerbar, vergeistigt, mit Zielführung in Richtung Nachkommenschaft oder als sanfte Form der Nächstenliebe war sie genehm. In der Heiligen Schrift allerdings ist sie nicht schamhaft versteckt, sondern blüht voller Leidenschaft auf.

Die erste Liebesgeschichte der Welt

So interpretieren am 14. Februar 2016 in der Groß-Gerauer Stadtkirche um 17 Uhr die Frankfurter Konzertharfenistin Bettina Linck und der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius mit Wortwitz musikalischer Furiosität biblische Liebesgeschichten für heute, die dem Buch „Traumhaft schlägt das Herz der Liebe“ entnommen sind. Adam und Eva, die sich hinlänglich zu kennen glaubten, entdecken sich neu, seit sie ihre Körper bedecken. Geheimnisvoll, fantastisch ungewohnt und fremd klingt “Aquatintes Trois” von Bernard Andrès an der Harfe: Indem Eva und Adam sich kleiden, ist die Zeit geboren, dass sie sich auch entkleiden können. Sara und Tobias wiederum werden in ihrer Hochzeitnacht von einer ungeheuerlichen, fast exotisch wirkenden erotischen Lust befallen, schildert “Tema con variazioni” von Georg Friedrich Händel.

Das Ende der Lähmung

Das Brautpaar legt sich nicht nieder, sondern stürzt sich – ausgerechnet in der Hochzeitsnacht! – mit Inbrunst ins Gebet, das – so wenigstens der fromme Plan – mehrere Tage und Nächte währen soll. Maria von Magdala Bettina Linck in Malans Graubünden 2015 - Foto (c) Rüdiger Dölshingegen befindet sich in einer kaum fassbaren Gemengelage von Bewegungsunfähigkeit und einer Kraft, die sich den vernünftelnden Beziehungslogikern widersetzt. So beginnt sie, mit ihrer unerreichbar fernen und doch wieder nah wirkenden Liebe zu tanzen – ohne Berührung. Ihre Lähmung aber wird mit Zartheit abgestreift. So erzählt die Harfenballade von Alphonse Hasselmans. Und Thomas? Das Fragegenie, dieser Künstler des Zweifelns, gibt keine Ruhe, bis er die Einladung zu einer Berührung erhält, die göttliche Leidenschaft und menschliches Sehnen auf beruhigende Weise zusammenfallen lässt, weiß die “Etude de concert” von Felix Godefroid.

Valentinstag, 14. Februar 2016: Harfe, Hochzeitsnacht und 7 tote Ehemänner, Lesung aus “Traumhaft schlägt das Herz der Liebe”, Konzertharfe. Bettina Linck, 17 Uhr, Evangelische Stadtkirche Groß-Gerau, Kirchstraße 11, 64521 Groß-Gerau, Leitung: Pfarrer Helmut Bernhard, Eintritt frei – Spenden am Ausgang. Foto Stadtkirche: (c) Armin Kübelbeck CC-By-SA, Wikmedia Commons, Fotos Linck und Magirius: (c) Rüdiger Döls

Alles Große findet sich

Es ist nicht so, als ob das bei Darmstadt gelegene Ober-Ramstadt keine Besonderheiten aufzuweisen hätte: Es ist die Geburtststadt des Mathematikers Georg Christoph Lichtenberg, der als Erfinder des Aphorismus gilt. Die TSG Ober-Ramstadt wurde 1983 Deutscher Meister im Rollhockey und mit der Formation “Skate Attack” im Rollkunstlauf sogar mehrfacher Welt- und Europameister. Am 8. November ab 17 Uhr im Prälat-Diehl-Haus allerdings dürften erstmals in der Historie des Ortes innerhalb weniger Minuten sieben Ehemänner zu Tode kommen. Sie sterben jeweils in einer Hochzeitsnacht mit Sara, die in der Bibel als fromme (sic!) Frau gilt. 

Nicht ohne Gefahr

Künder dieser biblisch inspirierten Lebensgefahr ist der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius. Begleitet wird er von der Harfenistin Bettina Linck, die sich neben dem Harfenspiel zwar nicht dem Rollkunstlauf, dafür aber dem Eiskunstlauf widmet. Es werden konkrete Informationen gegeben, wie Ehemänner den Weg ins Leben finden. Überdies gibt es weitere nützliche Hinweise zur Aktivierung von Liebeskräften im November, angeregt von Magirius’ Buch “Traumhaft schlägt das Herz der Liebe”. Leitmotiv des Abends ist Lichtenbergs Aphorismus: “Die großen Begebenheiten der Welt werden nicht gemacht, sondern sie finden sich.”

Harfe, Hochzeitsnacht und 7 tote Ehemänner, Sonntag, 8. November 2015, 17.00, Prälat-Diehl-Haus, Grabengasse 20, Kulturraum Kirche, Eintritt frei, Spenden zugunsten der Renovierung der Evangelischen Kirche, Leitung: Claudia Schlaak, Pfarrerin Nicola Bültermann-Bieber.

Die biblische Weinprobe

Kirche auf dem Weinfest in Malans 2015 Foto © Rüdiger Döls www.malans-reformiert.ch

Den Bibelwein gibts wirklich

Die Besucher des Weinfestes der Bündner Herrrschaft in Malans im September 2015 sind überrascht. In der Reformierten Kirche gibt es tatsächlich Wein zu trinken.

Genussvermehrung

Von Ausschank zu Ausschank wächst die Zahl derer, die den Lustfaktor der Bibel testen. Erst sind es 40, dann 60, bei der dritten Probe 90. Und als schließlich Jesu Wunderwein seine Wirkung entfaltet, sind es 200 (Fotos: © Rüdiger Döls).

Georg Magirius in Graubünden Foto © Rüdiger Döls http://www.malans-reformiert.ch/

Kein trockenes Referat

Die Biblische Weinprobe zeigt religionsgeschichtliche und kulturgeschichtliche Hintergründe eines traditionsreichen Getränks auf. Dabei handelt es sich um kein trockenes Referat, sagt der Theologe und Autor Georg Magirius. Denn die Wissensaneignung tritt in eine Wechselwirkung mit der Sinneslust.

Noahs Traumwein Kirche auf dem Weinfest in Malans 2015 Foto © Rüdiger Döls www.malans-reformiert.ch

Alles beginnt mit dem Geschmack

Mehrere Ebenen des Erkennens spielen ineinander. „Es handelt sich um einen Dreiklang des Genusses“, sagt Magirius. Alles beginnt mit dem Schmecken. Wenn der Wein den Gaumen gefunden hat, tritt eine gezielt ausgewählte biblische Erzählung in ein Duett mit dem Wohlgeschmack. Damit nicht genug: Die Harfenistin Bettina Linck komplettiert dieses Wein-Wort-Geschehen mit einem eigens darauf abgestimmten Musikstück.

Bettina Linck in Graubünden Foto © Rüdiger Döls www.malans-reformiert.ch

Der schönste Tag des Lebens

Aber ist solch multipler Genuss überhaupt erlaubt, insbesondere das Ausschenken von Wein in einem Gotteshaus? So reagieren einige. „Denen, die so fragen, wünsche ich, sich diese Frage einmal einen Tag lang nicht zu stellen“, sagt Pfarrerin Helke Döls. „Es könnte der schönste Tag ihres Lebens werden.“

Helke Döls Foto © Rüdiger Döls www.malans-reformiert.ch

Feinste Perlen

Immer weiter werden Flaschen entkorkt. Als Noahs Traumwein amtiert ein nach traditioneller Methode abgefüllter Schaumwein, der aus Riesling-Silvaner-Trauben gekeltert ist. Nach dieser Methode produzierte Schaumweine haben, so die Erklärung des Winzers, feinste Perlen und gelten als die edelsten Schaumweine. Das bestätigen die Ohren, die Premiere Arabesque von Claude Debussy hören.

Hedwig Gasche Foto © Rüdiger Döls www.malans-reformiert.ch

Blauburgunder in Graubünden

Ein Blauburgunder verkörpert den feurigen Pfingstwein. Die Rebe stammt aus Burgund, wird seit dem 17. Jahrhundert in der Bündner Herrschaft angebaut und ist dort zur bedeutsamsten Sorte geworden. Ein kraftvoller, fruchtiger und bouquetreicher Geschmack, den auch der Tango von Carlos Salzedo erleben lässt.

Foto © Rüdiger Döls www.malans-reformiert.ch

Tiefes Rubin

„A time for us“ von Nino Rota führt Solomos Weisheitswein ein. Er erzählt von Zusammenhalt und der Weisheit des Feierns, was laut biblischem Predigerbuch jeglichen Überdruss überwinden kann. Gereicht wird ein Pinot Noir 2013 in tiefem Rubin mit nobler Barriquenote – laut Winzer „sehr elegant und stimmig, trotzdem komplex und tief“.

Blauburgunder auf dem Weinfest in Malans 2015 Foto © Rüdiger Döls www.malans-reformiert.ch

Trinklust und Wasser

Elegant und tief – diese Charakterisierung trifft freilich auch auf Jesu Wunderwein zu.  Er wird als Gipfelschmaus gereicht: Er bestätigt die Größe aller Weine und übertrifft sie noch auf wunderliche Weise. Kreiert hat Jesus ihn nämlich, erzählt das Johannesevangelium, aus Freude, Trinklust und Wasser.

Evangelische Kirche Malans Foto © Rüdiger Döls www.malans-reformiert.ch

Die biblische Weinprobe mit ökumenischem Festgottesdienst auf dem Weinfest in Malans 2015 – Predigt und Moderation: Pfarrerin Dr. Helke Döls – Harfe: Bettina Linck – Auswahl der Weine: Dorothea von Sprecher – Lesung aus „Traumhaft schlägt das Herz der Liebe“ und „Mit 100 Fragen durch die Bibel“: Georg Magirius – Biblische Lesung: Pfarrer Gregor Evangelische Kirche Malans Foto © Rüdiger Döls www.malans-reformiert.chZyznowski – Orgel: Lucretia Bärtsch – Gesamtleitung: Erika Fankhauser – Fotos: © Rüdiger Döls. – Die biblische Weinprobe mit Bettina Linck und Georg Magirius wird an unterschiedlichen Orten durchgeführt  – etwa mit pfälzischen, französischen, rheinhessischen und fränkischen Weinen. – Die Evangelische Kirchgemeinde Malans auf > Facebook.


Die Jubiläumtour “10 Jahre 7 tote Ehemänner”

“Angeregt von Musikalität, Witz und Poesie der Bibel verstören, trösten und beleben die Harfenistin Bettina Linck und der Schriftsteller Georg Magirius seit 2005 ihr Publikum.” Offenbach Post “Traditionell und überraschend modern, musikalisch furios und anrührend komisch.” Frankfurter Allgemeine Zeitung

2016

Aktuelle Termine der Formation >> hier.

02. September, Wiesbaden, Harfe, Hochzeitsnacht und 7 tote Ehemänner, Ringkirche, Nacht der Kirche, Leitung: Dr. Sunny Panitz – Rückblick

19. Mai, Ludwigshafen-Friesenheim, DBZ-Keller, Die biblische Weinprobe im ausverkauftem Keller, Leitung: Olaf Peters – Rückblick

08. Mai, Deutschlandfunk, Die Kraft der guten Wünsche – Redaktion: Pfarrer Frank-Michael Theuer – Sendung hören und lesen

14. Februar (Valentinstag), Groß-Gerau, Harfe, Hochzeitsnacht und 7 tote Ehemänner, Lesung aus “Traumhaft schlägt das Herz der Liebe”, Ev. Stadtkirche, Leitung: Pfarrer Helmut Bernhard – Rückblick auf die Konzertlesung vor knapp 200 Besuchern >>> HIER <<<

Aktuelle Termine der Formation >>>> hier.

2015

o8. November, Ober-Ramstadt: Harfe, Hochzeitsnacht und 7 tote Ehemänner, Lesung aus “Traumhaft schläg das Herz der Liebe”, Leitung: Claudia Schlaak, Pfarrerin Nicola Bültermann-Bieber > MEHR <

06. November, Kaiserslautern: Sein wie die Träumenden, Lesung “Sein wie die Träumenden“, Citykirche Kaiserslautern, Leitung: Pfarrer Stefan Bergmann > Rückblick mit Pressestimmen > HIER <

27. September, Malans / Graubünden: Festgottesdienst zum Weinfest, Leitung: Pfarrerin Dr. Helke Döls >> Rückblick mit Fotos auf die Weinprobe vor 400 Besuchern <<

26. September, Malans / Graubünden: Die biblische Weinprobe, Lesung u.a. aus “Traumhaft schläg das Herz der Liebe”, Leitung. Pfarrerin Dr. Helke Döls > Rückblick mit Fotos auf die Weinprobe vor 400 Besuchern <<

25. September, Bad Bellingen (Markgräfler Land): Harfe, Hochzeitsnacht und 7 tote Ehemänner, Ev Kirche, Leitung: Pfarrerin Gabriele Seibert-Graf

19. September, Mühlheim-Dietesheim: Harfe, Hochzeitsnacht und 7 tote Ehemänner, Ev. Friedensgemeinde (Kultur-Eventkirche), Lesung aus “Traumhaft schläg das Herz der Liebe”, Gustav-Adolf-Kirche Dietesheim, Leitung: Pfarrer Ralf Grombacher > Informationen <

06. September, Hessischer Rundfunk: Der lange Weg zur Freude. Warum die Psalmen Wut und Klage nicht übergehen, inspiriert von “Gesänge der Leidenschaft“, hr2-kultur, Camino, Redaktion: Dr. Lothar Bauerochse > Informationen <

17./18./19. August 2015, ERF-Radio, Lesung aus “Erleuchtung in der Kaffeetasse” Lesezeichen, Ton: Robert Foede, Redaktion: Angelika Fries > MEHR <

10. August 2015, Offenbach-Post, “Tödliche Hochzeitsnacht mit Sara” – Porträt zu 10 Jahre “Harfe trifft auf Literatur” von Michael Hofmann >> lesen

19. Juni, Hasselroth-Niedermittlau, Harfe, Hochzeitsnacht und 7 tote Ehemänner, Lesung aus “Traumhaft schläg das Herz der Liebe”, Ev. Laurentiuskirche, Leitung: Pfarrerin Anne Rudolph, Sascha Gourdet >>> Informationen > >> “Die traumwandlerische Sicherheit der Harfenistin, die ruhige und fast weiche Stimme des Erzählers ergänzen sich so kongeniao, dass es sich für die Besucher schon nach wenigen Passagen fast so darstellt, als gebe es keine andere und schon immer gehörte Verrbindung zwischen Harfe und Lesung.” Herbert Huth, Gelnhäuser Neue Zeitung

10. Mai, Bayerischer Rundfunk: Der lange Weg zur Freude. Warum die Psalmen Wut und Klage nicht übergehen, inspiriert von “Gesänge der Leidenschaft“, Redaktion: Wolfgang Küpper > Informationen <

29. April, Bielefeld: Harfe, Hochzeitsnacht und 7 tote Ehemänner, Ev.-ref. Süsterkirche, “Traumhaft schläg das Herz der Liebe”, Veranstalter. Ev. Stadtkantorat, Leitung: Kirchenmusikdirektorin Ruth M. Seiler >> Informationen >>“Inspiriert von der orientalischen Erzähllust der Bibel, die auf erstaunliche Art und Weise mit heutigen Alltagssituationen verknüpft wird.” Neue Westfälische Nachrichten

19. März, Nürnberg: Sein wie die Träumenden, Ev-luth. Kirche St. Jobst, Lesung aus “Traumhaft schläg das Herz der Liebe” und “Sein wie die Träumenden“, Leitung: Studienleiterin Susanne-Katrin Heyer und Pfarrerin Silvia Jühne – Rückblick

13. März, Egelsbach: Harfe, Hochzeitsnacht und 7 tote Ehemänner, Ev. Kirche, Lesung aus “Traumhaft schläg das Herz der Liebe”, Leitung: Frank Hoffmann (1. Vorsitzender des Freundeskreises der Ev. Kirche) >> “Kulturgenuss vom Feinsten geboten.” Nicole Jost, Frankfurter Neue Presse

08. Februar, Deutschlandfunk: Lieder voller Leidenschaft. Die Poesie der Psalmen, inspiriert von “Gesänge der Leidenschaft“, Redaktion: Frank-Micheal Theuer – Sendung jetzt direkt  >>> HÖREN – Manuskript >> LESEN

01. Februar, Loßburg-Schömberg: Harfe, Hochzeitsnacht und 7 tote Ehemänner, Lesung aus “Traumhaft schläg das Herz der Liebe”, Hofbauernhof, Leitung: Roland Lübbertsmeier, Initiatorin: Linde Sewig >> „Angeregt von der Bibel und der Liebe, die befreienend lachen lassen.“ Schwarzwälder Bote Rückblick

04. Januar, Hessischer Rundfunk: Mitten ins Herz, Sendung mit Harfenmusik von Bettina Linck, Redaktion: Dr. Lothar Bauerochse

Aktuelle Termine der Formation >> >> hier.

10 Jahre 7 tote Ehemänner

“7 tote Ehemänner”: das sind seit 2005 unterhaltsame und seriöse Bibelauslegungen der Harfenistin Bettina Linck und des Schriftstellers Georg Magirius. 2015 / 2016 geht das Duo auf Jubiläumstournee (>>> TERMINE). Stationen sind etwa Nürnberg, Bielefeld, Kaiserslautern, Graubünden. Aber auch HR, BR und Deutschlandfunk senden ihre musikalisch-poetischen Dialoge, über die die Frankfurter "Kulturgenuss vom Feinsten", urteilt die Frankfurter Neue Presse. Foto (c) von Nicole Jost Allgemeine Zeitung schreibt: „Traditionell und überraschend modern, musikalisch furios und anrührend komisch“.

Orientalische Erfrischung bei 40 Grad in Köln

Schon bei der Geburt der Formation kommen biblisch fundiert 7 Ehemänner zu Tode, und zwar jeweils in der Hochzeitsnacht mit Sara. Trotz der Kurzatmigkeit ihrer Männer hofft sie weiterhin auf eine freundliche Zukunft. Die Idee, Erzählstimme und Harfe zu kombinieren, hatte Wulf Bonin, Initiator und Leiter von Kultur-Extra-Mainhausen. Am 1. Oktober 2005 im Mainflinger Kilianushaus ist das von orientalischer Erzähllust angeregte Musizieren zu hören. Es folgen Konzertlesungen vor jeweils etwa 500 Zuhörern in der Nürnberger Klarakirche und der Bad Homburger Erlöserkirche. Aber nicht nur im Taunusbadeort, sondern auch an den Quellorten Badenweiler, Bad Ev. Kirche Loßburg-Schömberg im Schnee - Foto (c) Bettina LinckKönig, Bad Vilbel und auf dem Kirchentag in Köln bei 40 Grad absolvieren Jakob und Rahel ein rauschhaftes Rendezvouz – am Brunnen unter den Arpeggien von „La source“ von Alphonse Hasselmans.

Ewiger Heidelbeerkuchen in Goethestadt Weimar

“Harfe trifft auf Literatur. Sie ergänzen sich perfekt”, meint die Mainzer Allgemeine Zeitung. Und das nicht allein in Kirchen, sondern auch in Wirtshäusern, Büchereien, Parks, dazu gibt es biblische Weinproben beim Deutschen Rotweinpreisträger oder direkt im Schiff der Citykirche Kaiserslautern. Zu Weihnachten finden Randfiguren ins Rampenlicht. In Lohr, der Schneewittchenstadt im Spessart, wird die schönste Frau der Bibel gekürt. In Nordhorn hingegen trifft Josef der Blitz der Eifersucht, weil er nicht fassen kann, was seine Verlobte Maria am Heiligen Geist so reizvoll findet. Beim Literaturfest in der Goethestadt Weimar serviert das Duo “Heidelbeerkuchen forever“ in der Jakobskirche, ist aber auch mehrfach in Goethes Taufkirche St. Katharinen an der Frankfurter Hauptwache zu hören. Über 60 Mal werden sie vom Hörfunk ausgestrahlt. So verschieden die Programme sind: Die Ehemänner können ihnen offenbar nicht untreu werden. Immer neu verlieren sie in Saras Beisein entscheidend an Lebensenergie, um an anderem Ort mit frischen Ambitionen in die Hochzeitsnacht zu starten.

Ev.-luth. Kirche St. Jobst in Nürnberg bei Nacht - Foto (c) von Georg Magirius

Zwei Tage lang biblisch abgesichert Wein in Graubünden trinken

Ebenso langlebig ist Geist Aschmodai: Unter jazzigen Rhythmusexplosionen von „Ten past two“ ist er es, der für den siebenfachen Ehemänner-Abgang sorgt: “Kulturgenuss vom Feinsten”, urteilt Nicole Jost von der Frankfurter Neuen Presse zu Beginn der Jubiläumstournee. Auf ihr wird die Antwort gegeben, wie lange Tobias, Saras Ehemann Nr. 8, die Hochzeitsnacht durchsteht. Erwähnenswert ist auch das schneeüberschüttete Schömberg im Schwarzwald, wo die Tour startete. Außerdem ist da der Auftritt beim Weinfest in Malans in Graubünden: Zwei Tage hintereinander wird dort biblisch abgesichert Wein getrunken. Und schließlich: Nach Auftritten im BR, HR und im Deutschlandfunk feiert im Jubiläumsjahr ein Programm auch live Premiere, mit dem das Duo sich dem gewiss musikalischsten und poetischsten Buch der Bibel widmet: “Gesänge der Leidenschaft. Die befreiende Kraft der Psalmen“.

10 Jahre 7 tote Ehemänner >>> Zu den Tourneeterminen



Liebe und Eigensinn

Dem Miteinander kann es dienen, wenn man eigenständig und manchmal auch eigenwillig ist. Darum geht es bei der Konzertlesung mit Bettina Linck und Georg Magirius in der Evangelischen Kirche in Egelsbach am 13. März 2015. Das zwischen Darmstadt und Frankfurt am Main gelegene Egelsbach ist eine der wDie Frankfurter Konzertharfenistin Bettina Linck - Foto Petra Winkelhardtenigen Gemeinden, die im Zuge der Gebietsreform in Hessen in den 1970er Jahren ihre Eigenständigkeit behalten haben.

11 Freunde (mindestens) könnt ihr sein

Mit 11.000 Einwohner ist es nachweislich keine Millionenstadt, die Egelsbacher Elf spielte freilich einige Jahre in der dritthöchsten Fußballliga und hatte mehrere Deutsche Meister zu Gast: 1. FC Nürnberg, 1. FC Kaiserslautern, Spielvereinigung Fürth, Eintracht Frankfurt. Auch für die Evangelische Kirchengemeinde ist Selbstbewusstsein kein Fremdwort und harmoniert mit dem Streben nach Gemeinsinn. Unter Vorsitz von Frank Hoffmann gibt es einen Freundeskreis zur Förderung der Evangelischen Kirche Egelsbach. Wichtige Ziele: Der Erhalt der denkmalgeschützten Kirche, das „religionsorientierte Leben in der Gemeinde“ und „die Förderung des generationsübergreifenden Miteinanders“.

Evangelische Kirche Egelbach Foto von Rudolf Stricker - Wikipedia

Religionsorientiert, gefährlich, eigensinnig

Auf Initiative des Freundeskreises gastiert in dem denkmalgschützten Gebäude das religionsorientierte Duo 7 tote Ehemänner mit liebevoll-eigenwilligen Erzählungen, die von der Bibel inspiriert sind. Adam und Eva brechen ihren Langzeiturlaub in der FKK-Ferienclubanlage Garten Eden ab, weil sie allergisch auf Sonne und die Munterkeit der Clubanimateure reagieren. Sie suchen Schatten und die Wildnis des alltäglichen Lebens. Die Folge? Ein Miteinander ist geboren, das sich auch Begehren nennt. Thomas, ein weithin bekannter Widersprecher, verhält sich wieder einmal gegen den Geist der Gruppe. Die Folge? Er erfährt eine ungewöhnliche Freundschaft. Und Sara? Sieben Ehen hat sie hinter sich, die – nicht anders als ihre Ehemänner – keine lange Lebenszeit besaßen. Die Folge? DPlakat der Konzertlesung mit Bettina Linck und Georg Magirius in der Evangelischen Kirche in Egelsbachie als Männermorderin Titulierte erlebt eine Hochzeitsnacht, in der etwas so Ungeheures geschieht, dass es womöglich kein anderes Wort dafür gibt außer das Berühmte.

Harfe, Hochzeitsnacht und 7 tote Ehemänner. Freitag, 13. März 2015, 20.00, Evangelische Kirche Egelsbach: Georg Magirius liest aus „Traumhaft schlägt das Herz der Liebe“. Bettina Linck spielt Stücke vom Barock bis zur Moderne – Eintritt frei. Fotos: Petra Winkelhardt, Rudolf Stricker.

Die befreiende Kraft der Emotionen

Die weit verbreitete Forderung nach innerer Ausgeglichenheit mache viele Menschen krank. Das hat der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius im Deutschlandfunk gesagt (“Lieder voller Leidenschaft”, 8. Februar 2015 – jetzt direkt  >>> HÖREN – Manuskript >> LESEN). Der Sendung über die Poesie der biblischen Psalmen zufolge seien heute ein kontrollierter Optimismus und eine Freundlichkeit akzeptiert, die das Ausgelassene abgelegt hat. Kennzeichen dafür sei ein kalkulierter Tonfall unter Verwendung formalhafter Textbausteine, verbunden mit der steten Beigabe von Informationen, Die Frankfurter Harfenistin Bettina LinckDaten, Fakten. Die Unterdrückung großer Gefühle jedoch könne Menschen deprimieren. Gerade das Eliminieren-Wollen angeblich negativer Emotionen wie Enttäuschung und Wut behindere innere Antriebskräfte.

Gegenkraft

Das religiös-ästhetische Essay stellt in Dialog mit der Harfenistin Bettina Linck die Psalmen als befreiende Gegenkraft vor. Das biblische Buch der Lieder führe in die Welt der Musik und einer außergewöhnlichen Bildersprache. Die Psalmen seien ein Sturmwind der Gefühle, ein fulkminantes Konzert der Stimmen. Auch im biblischen Buch der Lieder finde sich der Wunsch nach innerem Frieden. Aber dieser habe eine Chance, weil Emotionen nicht gefesselt würden. Stattdessen gebe es Verzweiflung, Klage und Enttäuschung, dazu Wut auf Lügner, Gegner und intrigante Menschen. 

Radikal ehrlich

Auch Wut auf Gott sei anzutreffen: “Es wird der offene Konflikt gesucht, die Aggression in Musik gelegt und im Gebet ausgelebt. Deswegen handelt es sich bei den Psalmen um keinen spirituellen Kauderwelsch, sondern um Weltliteratur. In ihnen haben sich radikal ehrliche, menschliche und rebellische Klänge vereinigt.  Die Psalmen wollen dazu ermutigen, die Sehnsucht nach dem großen Glück nicht aufzugeben.“ – Die Frankfurter Konzertharfenistin Bettina Linck spielt aus Gesänge der Leidenschaft - Cover des Buches von Georg Magirius über die PsalmenChanson de mai von Alphonse Hasselman,  der Sonate c-moll von Giovanni Battista Pescetti und dem Impromptu op.86 von Gabriel Fauré. Von Georg Magirius erscheint im März 2015 im Claudius Verlag das Buch „Gesänge der Leidenschaft. Die befreiende Kraft der Psalmen“.

Lieder voller Leidenschaft. Die Poesie der Psalmen, Deutschlandfunk, Am Sonntagmorgen, 8. Februar 2015, Musikaufnahme: Robert Foede. Gesamtaufnahme: Wolfgang Kinsel (Funkhaus am Dornbusch), Redaktion: Pfr. Frank-Michal Theuer. Jetzt direkt >>> HÖREN >>> Manuskript

Wie sehen Engel aus?

Wie sprechen Engel, wie sehen sie aus? Kommen sie einzeln oder in Scharen? Wie sind sie organisiert? Kann man sich von ihnen beschützen lassen? Begegnet man Engeln in Menschen? Und kann man anderen ein Engel sein? Auf diese Fragen antwortet der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius am 1. Weihnachtsfeiertag im Bayerischen Rundfunk, 25. Dezember 2014, Katholische Welt auf >>>> Bayern2Radio (Sendung jetzt über die ARD-Mediathek direkt >>> hören >>>> Manuskript). Zu hören ist außerdem Harfenmusik von Bettina Linck, Aufnahme: Robert Foede, Ganzton.de. Die Redaktion der Sendung hat Wolfgang Küpper, Ton der Gesamtaufnahme: Reiner Heils, Regie: Birgitta Assheuer.

Militärmusik zu Weihnachten

Katharinenkirche bei Nacht an der Hauptwache in Frankfurt am Main In einer – so verspricht es zumindest der Veranstalter – gewaltfreien Konzertlesung stellen die Harfenistin Bettina Linck und der Schriftsteller Georg Magirius die Soldaten des Himmels vor, Freitag, 19.12. 2014, in der St. Katharinen-Kirche in Frankfurt am Main (Fassung im Bayerischen Rundfunk >> lesen).

Marschmusik in Kirche, in die Goethes gingen?

In der Weihnachtserzählung nach Lukas haben Engel nicht viel mit den leicht pummeligen, Flöte spielenden Figuren aus dem Erzgebirge gemein. Eher erinnern sie an Weltraumkämpfer mit Laserschwertern. Sie sind Soldaten und jagen den Hirten einen großen Schrecken ein. Dann aber rufen sie den Frieden aus. Wie passt das zusammen? Ist ein Friede gemeint, wie ihn Militärminister verkünden, wenn sie den Einsatz von Waffen damit begründen, dass er helfe, den Einsatz von Waffen zu mindern? Nein, die Weihnachtsgeschichte erzählt von einem Heer, dessen Umgangsform das Musische ist. Beim Gesang, den die Hirten auf den Feldern nahe Bethlehem hören, wird der Evangelist noch nicht einmal an Marschmusik gedacht haben, die den Gleichschritt fördert, an einen ewig-gleichen Rhythmus, den das Metronom befiehlt.

Komik in der Weihnachtsgeschichte

Stattdessen habe der Gesang der himmlischen Soldaten keinen Zweck außer zu klingen, behauptet Magirius, der mit “Dies soll euch ein Zeichen sein” gerade eine militärhistorische Untersuchung zur Kampffähigkeit von Engeln vorgelegt hat. Der Auftritt der himmlischen Heerscharen lasse sich gar als Persiflage auf irdische Heere deuten, so Magirius weiter, der seine Forschungsergebnisse im Dialog mit Bettina Linck am klassischen Engelinstrument vorstellt. Naivität sollte man der musikalischen Friedenssehnsucht des Evangelisten jedoch nicht unterstellen. Denn die Schilderung des weihnachtlichen Heeres dürfte nicht zuletzt in der Erfahrung von militärischer Gewalt und Unterdrückung gründen. – Bettina Linck und Georg Magirius gestalten seit 2005 Konzertlesungen u.a. im Deutschlandfunk, Hessischen Rundfunk, im ERF-Radio und im Bayerischen Rundfunk.  Die Frankfurter Soloharfenistin spielt Chanson de mai und Feuilles d’automne von Alphons Hasselmans (1845-1912), Passacaglia g-moll von Georg Friedrich Händel (1685-1759), dazu Ausschnitte aus Pièce Symphonique von Henriette Renie (1875-1956) und aus Etude de concert von Félix Godefroid (1818-1876).

Das Himmelheer – nicht nur in Frankfurt

Buchcover "Dies soll euch ein Zeichen sein" von Georg MagiriusEin großes Heer, das Frieden singt, 19. 12. 2014, Konzertlesung, St. Katharinen – An der Hauptwache 1 – 60313 Frankfurt am Main. Inspiriert ist die Lesung von Magirius’ aktuellem Buch “Dies soll euch ein Zeichen sein. Einstimmung auf Weihnachten”, Veranstalter: Pfarrer Werner Schneider-Quindeau, Evangelische Stadtkirchenarbeit.

Radiofassung im Bayerischen Rundfunk vom 25.12. als >>> Manuskript, Ton: Reiner Heils, Regie: Birgitta Assheuer (Funkhaus am Dornbusch) Redaktion: Wolfgang Küpper, Foto oben: (c) Thomas Wolf.

Forschungsreise zum Weihnachtsfrieden

Bettina Linck und Georg Magirius während der Nacht der Kirchen in der Auferstehungskirche in Bad VilbelIn einer Zeit, die für viele mit Unruhe und Hektik verbunden ist, zeigt die Konzertlesung in der Evangelischen Friedensgemeinde in Darmstadt einen Weg zum Weihnachtsfrieden, Freitag, 12.12.2014, 19.30 (als Radiofassung in ERF-Plus, 14./15.12., Lesezeichen). Die Konzertharfenistin Bettina Linck und der Schriftsteller Georg Magirius lassen sich von den Nebenfiguren der biblischen Weihnachtsgeschichte leiten, den Hirten. Erzählt wird von einem Taxifahrer, der fast das ganze Jahr im Dunkeln arbeitet. Wie heutige Hirten können auch jene wirken, die Lampenfieber haben, das grelle Licht der Prüfung scheuen, die also keine Menschen für die Bühne sind. Andere haben sich in eine Krankheit wie in ein Labyrinth hinein verirrt, sie suchen den Weg nach draußen.

Der Sprint der vermeintlich Erstarrten

Außerdem ist da eine Frau, die mit einer kaum vorstellbaren Eleganz und Leichtigkeit glänzt. Im Training auf der Laufbahn. Vor Wettkämpfen freilich fällt die Laufästhetin aus. Und dann? Die Menschen des Hintergrunds, mit Licht Sprint auf Weide im Vogelsberg (c) Georg Magiriusüberflutet. Sie hören ein fantastisches Konzert, ein vieltausendstimmiges Singen, ein himmlisches Klangstück, das den Nomaden der Nacht eine Gefühlsexplosion beschert, sie in nicht voneinander zu trennende Zustände von Euphorie und Erschrecken versetzt. Das aber ist nicht der Friede, es kündigt ihn nur an. Die Hirten machen sich auf den Weg, geraten in einen Bewegungsrausch, obwohl ihnen eben noch kaum jemand einen Funken Leidenschaft zugetraut hatte. Das Ziel: Die Freude, jener Ort, wo sie sich ihrer Eigenarten nicht schämen müssen. – Bettina Linck spielt Ausschnitte aus der Legende von Henriette Renié, Air aus der 3. Suite für Orchester BWV 1068 von Johann Sebastian Bach, das Lento der Sonate pour harpe von Germaine Tailleferre und das Impromptu op. 86 von Gabriel Fauré.

Forschungsreise zum Weihnachtsfrieden, Konzertlesung, Freitag, 12.12.2014, 19.30, Ev. Friedensgemeinde, Landgraf-Philipps-Anlage 63, 64283 Darmstadt, Eintritt: 10 Euro. Georg Magirius liest aus seinem neuen Buch „Dies soll euch ein Zeichen sein. Einstimmung auf Weihnachten“ (Illustrationen: Ulrike Vetter, Lektorat: Dr. Esther Schulz), Harfe: Bettina Linck. Die Konzertlesung lässt sich auch in der Reihe Lesezeichen des ERF-Radios am 14. und 15. Dezember 2014 hören, jeweils 15.00/19.30/22.30/1.30/3.30, Tonmeister: Robert Foede, Redaktion: Ute Heuser-Ludwig.