Religion und Poesie

Die befreiende Kraft der Emotionen

Die Sendung "Die befreiende Kraft der Emotionen im Deutschlandfunk" interpretiert die Harfenistin Bettina Linck

Die ständige Forderung nach innerer Ausgeglichenheit mache Menschen krank. Das hat der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius im Deutschlandfunk gesagt. Und zwar in seiner Sendung “Lieder voller Leidenschaft” vom 8. Februar 2015. Die Sendung jetzt direkt HÖREN. Das Manuskript ist hier. Laut Magirius ist heute ein kontrollierter Optimismus akzeptiert. Außerdem eine Freundlichkeit, die das Ausgelassene abgelegt habe. Kennzeichen dafür sei ein kalkulierter Tonfall unter Verwendung formalhafter Textbausteine. Dazu komme die die Beigabe von Informationen, Daten, Fakten. Die Unterdrückung großer Gefühle jedoch könne Menschen deprimieren. Gerade das Eliminieren-Wollen angeblich negativer Emotionen wie Enttäuschung und Wut behindere innere Antriebskräfte. Anders sei das bei den Psalmen, die man unter die Maxime stellen könne: Die befreiende Kraft der Emotionen.

Die befreiende Kraft der Emotionen

Das Essay stellt in Dialog mit der Harfenistin Bettina Linck die Psalmen als Gegenkraft vor. Denn das biblische Buch der Lieder führe in die Welt der Musik und einer außergewöhnlichen Bildersprache. Die Psalmen seien ein Sturmwind der Gefühle, ein fulkminantes Konzert der Stimmen. Auch im biblischen Buch der Lieder finde sich der Wunsch nach innerem Frieden. Aber dieser habe eine Chance, weil die Emotionen nicht gefesselt würden. Stattdessen zeige sich Verzweiflung, Klage und Enttäuschung. Außerdem Wut auf Lügner, Gegner und intrigante Menschen. 

Radikal ehrlich

Buchcover von "Gesänge der Leidenschaft " von Georg Magirius über die Psalmen

Auch die Wut auf Gott sei anzutreffen: “Es wird der offene Konflikt gesucht, die Aggression in Musik gelegt und im Gebet ausgelebt. Deswegen handelt es sich bei den Psalmen um keinen spirituellen Kauderwelsch, sondern um Weltliteratur. In ihnen haben sich radikal ehrliche, menschliche und rebellische Klänge vereinigt.  Die Psalmen wollen dazu ermutigen, die Sehnsucht nach dem großen Glück nicht aufzugeben.“

Die Harfe spielt Bettina Linck

Die Frankfurter Konzertharfenistin Bettina Linck spielt aus Chanson de mai von Alphonse Hasselman,  der Sonate c-moll von Giovanni Battista Pescetti und dem Impromptu op.86 von Gabriel Fauré. Die Sendung ist angeregt von Georg Magirius’ Buch „Gesänge der Leidenschaft – die befreiende Kraft der Psalmen“. Für die Musikaufnahme verantwortlich ist Robert Foede, für die Gesamtaufnahme Wolfgang Kinsel. Die Redaktion hat Pfarrer Frank-Michael Theuer. Die Sendung jetzt direkt HÖREN. Das Manuskript ist hier.

Das Buch “Gesänge der Leidenschaft”

Georg Magirius hat das Buch “Gesänge der Leidenschaft – Die befreiende Kraft der Psalmen” im Claudius Verlag veröffentlicht. Es hat 160 Seiten und kostet 12 Euro 90. Heide Warkentin und Dr. Dietrich Voorgang haben es übrigens lektoriert. Und die ISBN-Nummer lautet 978-3-532-62467-8. Weitere Informationen und Pressestimmen sind hier.