Grillvergnügen in der Hochzeitsnacht

Georg Magirius Liebesgeschichten der Bibel Foto Matthias KeilholzDer Urlaub ist die Basis ihrer Partnerschaft. Dann jedoch wird diese Basis brüchig, weil Eva und Adam im FKK-Ferienclub eine so tiefe Ödnis überfällt, dass ihnen nur noch eines bleibt: Der Ausbruch aus dem Club, um sich clubfrei auf eine nie geahnte Weise aneinander zu begeistern. “Das klingt sehr modern”, urteilt die Supervisorin und Theologin Amet Bick in der Berliner Wochenzeitung “Die Kirche” über die von Georg Magirius erzählten Liebesgeschichten: “Doch dass es die Beziehungsprobleme der Neuzeit plötzlich auch im alten Israel gegeben haben soll, wirkt nicht psychologisierend oder mühsam, sondern spielerisch und kommt kunstvoll daher.”

Märchenhafte Lösungen

www.miro-harp.com 2019 Foto Matthias KeilholzInmitten ihrer Schwierigkeiten erleben die Paare märchenhafte Lösungen und Leichtigkeiten. Diese werden kurz vor Frühlingsbeginn am 17. März 2019 in der Erlöserkirche Gerolzhofen um 17 Uhr bei einer Klanglesung vorgestellt. Magirius liest aus “Traumhaft schlägt das Herz der Liebe”, die Harfenistin Miroslava Stareychinska interpretiert die Erzählungen musikalisch. Maria dringt dabei in ein heftig umkämpftes Männer-Meeting ein, wo sie für etwas sorgt, gegen das jegliche Erfahrung spricht. Denn es entsteht ein fantastisch stiller Augenblick, an dem ein luxuriöses Parfüm nicht ganz unschuldig ist. Außerdem wird an dem Abend die Frage geklärt, ob der Duft einer gebratenen Fischleber der Hochzeitsnacht von Sara und Tobias ihre dramatische Schwere nehmen kann. Tobias nämlich ist Saras achter Ehemann. Und alle bisherigen Ehemänner Saras starben immer in der Hochzeitsnacht. Die Leitung der Konzertlesung “Harfe, Hochzeitsnacht und 7 tote Ehemänner” hat Victoria Fleck, Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinden Krautheim und Zeilitzheim. Fotos: Matthias Keilholz.Liebesgeschichten und Bilder von Marc Chagall

Die Geschichte um das luxuriöse Parfüm in einer Aufnahme für den Deutschlandfunk von 2018 hier >> hören.

Georg Magirius, Traumhaft schlägt das Herz der Liebe – ein göttliches Geschenk, mit vielen farbigen Abbildungen von Marc Chagall, Lektorat: Heribert Handwerk, Echter Verlag Würzburg, 14,90 Euro. 978-3429035853.


Neue Räume und Wege: 1 Million Besucher

Neue Wege - Foto von Georg Magirius

Es geht einfach nur um Worte. Sie aber sind offenbar überraschend zusammengestellt, sodass sie Interesse finden und sich neue Räume und Wege ergeben. Am 23. Februar 2019 hat der millionste Besucher die Internetpräsenz der freien Erzählers und Theologen Georg Magirius besucht. 150 Interessenten pro Tag klickten Blog und Website im Jahr 2011 an, als die Zählung begann. Inzwischen ist die Besucherzahl auf 600 täglich gewachsen. Zu den Favoriten in den zurückliegenden Jahre gehörten etwa der BR-Kommentar „Wie man das Leben in den Griff bekommt” (Redaktion. Tilmann Kleinjung), die Pilgerreportage “Absturz bei Vertrauenstour” und jüngst die mp3 “Hemmungslos still“, eine im Deutschlandfunk gesendete Liebesgeschichte (Redaktion Frank-Michael Theuer).

Liebesgefahr an der Romantischen Straße

Solenn Grand - HarfenistinDer Valentinstag ist herrlich schokoladenrosensüß, sind sich viele einig. Aber was, wenn er ausgerechnet in Dinkelsbühl gefeiert wird, das an der Romantischen Straße liegt und dazu laut Nachrichtenmagazin Focus auch noch die schönste Altstadt in Deutschland hat? Dann droht vor romantischen Superlativen die Liebe ins Irreale davonschweben. Um das zu verhindern, erzählen die französische Konzertharfenistin Solenn Grand und der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius am Valentinstag 2019 in Dinkelsbühl Liebesgeschichten, die bei allem Zauber den Bodenkontakt wahren: „Harfe, Hochzeitsnacht und 7 tote Ehemänner“ ist der Abend in der St. Paulskirche in Dinkelsbühl überschrieben, zu dem das Evangelische Forum Westmittelfranken und die Volkshochschule Dinkelsbühl einladen.

Die Umwege der Liebe

Die Liebeshelden, die direkt aus der Bibel in die Gegenwart springen, gucken also nicht dauerverträumt, sondern haben Umwege, Gefahren und Prüfungen zu bestehen. Adam und Eva etwa sind in ihrem endlos wirkenden FKK-Cluburlaub so sehr mit der Langeweile konfrontiert, dass sie großen Hunger spüren – nach der wilden Freiheit des alltäglichen Lebens. Tobias Dinkelsbühl mit Georgskircheüberlegt bereits am Tag der Hochzeit, ob die Ehe mit Sara nicht ein Fehler ist. Sieben Mal war seine Braut bereits verheiratet, und alle Ehemänner starben in der Hochzeitsnacht. Rahel und Jakob hingegen haben es noch immer nicht zum ersten Rendezvous gebracht. Dabei verbindet beide die Begeisterung fürs Wasser! Nur verfehlen sie sich angesichts der Fülle an idyllischen Badestellen rund um Dinkelsbühl. Wo also könnte es zwischen ihnen funken? Im Wörtnitzbad, einem der letzten Flussbäder Bayerns? An einem der vielen Badeweiher rund um Dinkelsbühl? Oder im Freibad von Mönchsroth oder dem in Feuchtwangen?

Unerwartete Effekte

Inspiriert ist der Abend von Magirius‘ Buch „Traumhaft schlägt das Herz der Liebe“, über das Gabriele Wohmann, die Königin der Kurzgeschichte, urteilt: „Das Buch ist eine sehr geniale Idee, aus der sich ganz unerwartete Effekte ergeben, spannend-amüsant-originell und dabei zugleich sehr lehrreich.“ Solenn Grand, die den Abend musikalisch interpretiert, hat in Nizza, London und Frankfurt studiert. Liebesgeschichten und Bilder von Marc ChagallDie Konzertharfenistin spielte im Brasilian Symphonic Orchestra in Rio de Janeiro, an der Oper in Paris und zuletzt am Musiktheater im fränkischen Hof. Für ihr Solospiel wurde sie mit mehreren internationalen Preisen ausgezeichnet. Die Leitung der Konzertlesung hat Pfarrer Dr. Gerhard Gronauer.

Georg Magirius, Traumhaft schlägt das Herz der Liebe – ein göttliches Geschenk, mit vielen farbigen Abbildungen von Marc Chagall, Lektorat: Heribert Handwerk, Echter Verlag Würzburg, 14,90 Euro. 978-3429035853.

Drei Tipps für eine bessere Kommunikation

Die Fähigkeit, manchmal überhaupt gar nichts zu sagen, kann zu einer besseren Kommunikation führen. Das behauptet der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius im Logo Deutschlandfunk Deutschlandfunk in der Sendung “Am Sonntagmorgen” am 8. Juli 2018. (jetzt >> hören.) Damit stellt er die oft als Allheilmittel gehandelte Empfehlung für eine bessere Verständigung in Frage, die lautet: “Reden, reden, reden. Wir müssen endlich reden!”

Kommunikationsmuster aufbrechen

In der Sendung “Hemmungslos still” argumentiert Magirius stattdessen mit einer Geschichte, in der die Lautlosigkeit zu einer außergewöhnlichen Verständigung führt. Erzählt wird von einer Frau, die als schweigsam gilt. Als zurückhaltend lässt sie sich jedoch nicht gerade charakterisieren. Im Kino schaut sie oft mehrere Filme hintereinander.Bettina Linck Deutsche Philharmonie Merck Konzertharfe Foto von Rüdiger Döls Bei einem Sommer-Open-Air-Festival begegnet sie einem Mann, der viele Worte von sich gibt, mit dem sie aber kein einziges Wort wechselt. Laut Magirius kann gerade solch eine vermeintliche Einbahnstraßen-Kommunikation festgefahrene Verständigungsmuster aufbrechen.

Bis zu 40 Tage Schweigen

Bei dem Festival bieten Bands und Künstler eine effektgeladene Show, dieser Mann tritt auf die Bühne, setzt sich, erzählt. Sonst nichts. Mehreren Berichterstattern zufolge begrenzt sich der Mann zwischen seinen Auftritten enorm, legt Schweigephasen von bis zu 40 Tagen ein. Womöglich deshalb trifft sein Erzählen die Kinoliebhaberin tief. Kurz darauf kommt es zu einer Entgrenzung: Zwischen beiden entsteht ein von ihr ausgehender Kommunikationsfluss, der sich fast schon als Verständigungsekstase bezeichnen lässt. Die Stille und ein über alle Maßen teures Parfüm spielen dabei eine wichtige Rolle.

Die drei Tipps auf einen Blick

Grenzenloses Erzählen, Stille und ein von einem kostbaren Geruch erfüllter Kommunikationsraum – das sind die Empfehlungen für eine bessere Verständigung aus Magirius’ Radioessay. Die Sendung ist angeregt von dem Buch “Traumhaft schlägt das Herz der Liebe – ein göttliches Geschenk.” Musikalisch interpretiert wird die Sendung von der Harfenistin Bettina Linck (Foto: Rüdiger Döls). Sie kommentiert die Argumentationen mit dem Lento aus der Sonate pour harpe von Germaine Tailleferre,  mit Auf Matin aus der Etude de harp von Liebesgeschichten der BibelMarcel Tournier und dem Moderato aus der Sonate in c-moll von Giovanni Battista Pescetti (Tonmeister: Robert Foede) Sendungsaufnahme: Anke Maria Adam (Funkhaus am Dornbusch). Die Redaktion der Sendung hat Frank-Michael Theuer. (jetzt >> hören.)

Georg Magirius, Traumhaft schlägt das Herz der Liebe – ein göttliches Geschenk, mit vielen farbigen Abbildungen von Marc Chagall, Lektorat: Heribert Handwerk, Echter Verlag Würzburg, 14,90 Euro. 978-3429035853.

Eine fast fanatisch zu nennende Frechheit

Letizia D'Amico HarfeSie war keine Verächterin der Kunst, das nicht! Aber was sie erschreckte, war das wohltemperiert Durchgestaltete, all dieses immerzu kultuviert Wirkende und stets Angemessene. Wenn jemand klug parlierend Angelegenheiten zur Darstellung brachte, um dadurch gekonnt aufzutreten. Oder wenn man aufhippte und permanent Knalleffekte losließ, aber kurioserweise gerade dadurch bemüht war, sich nur ja in sicherer Entfernung zum tiefen Grund der Emotionen zu bewegen. Also niemals aufrührte oder berührte, sondern stets die Mitte des Angesagten traf. Nur: Mittig empfand Maria nie. Ihre Gefühle schwappten oftmals über, dann konnte sie in einen Rederausch geraten. Oder aber sie war stumm, tauchte in die Stille ab, war ganz für sich, wie in einer anderen Welt. Im Kino ließ sie sich gleich mehrere Filme hintereinander in Bilderfluten fallen. Und eines Nachts bei einem Sommer-Open-Air im Park auch in die Worte eines Künstlers, der die fast fanatisch zu nennende Frechheit besaß, anders als alle anderen keine tolle Show zu bieten. Denn dieser Mann mit Namen Jesus erzählte nur. Sonst nichts.

Das Thema aller Themen

Letizia D'Amico in FrankfurtGeorg Magirius liest diese und andere Liebesgeschichten aus seinem Buch “Traumhaft schlägt das Herz der Liebe – ein göttliches Geschenk” am 5. Mai 2018 im Haus am Dom in Frankfurt. Es ist das Dankeschön der Fachstelle für Büchereiarbeit im Bistum Limburg, die mehr als 700 Ehrenamtliche aus etwa 90 Katholischen öffentlichen Büchereien eingeladen hat. Magirius verknüpft die orientalische Erzähllust der Bibel dabei auf so überraschende Weise mit heutigen Situationen, dass es immer wieder lachen lässt. Musikalisch interpretiert werden die Erzählungen von Letizia D’Amico. Nach ihrem Studium mit Hauptfach Harfe in Italien an der Musikhochschule Turin und am Konservatorium Monopoli studierte sie von 2011-2015 in der renommierten Harfenklasse von Prof. Françoise Friedrich an der Musikhochschule Frankfurt am Main. Sie spielte im Orchester der Oper Frankfurt, dem Göttinger Symphonie Orchester, der Jungen Deutschen Philharmonie und im Orchestra Sao Carlo Lissabon. Während Ihres Studiums wurde sie durch die Stiftung „Yehudi Menuhin Live Music Now Frankfurt am Main e.V.“ gefördeLiebesgeschichten der Bibelrt. Auf Youtube lässt sich ihre Interpretation des Siciliana von Respighi hören und anschauen. Die Leitung der Veranstaltung im Haus am Dom hat Carola Güth, die Leiterin der Fachstelle für Büchereiarbeit im Bistum Limburg.

Georg Magirius, Traumhaft schlägt das Herz der Liebe – ein göttliches Geschenk, mit vielen farbigen Abbildungen von Marc Chagall, Lektorat: Heribert Handwerk, Echter Verlag Würzburg, 14,90 Euro. 978-3429035853.

Was hat Jesus Neues gebracht? Das Alte

Thomas Hieke Foto von Benedict SchöningDie Liebe kann als Grundausrichtung des Alten Testaments verstanden werden. Das sagt der Alttestamentler Thomas Hieke im Bayerischen Rundfunk in der Sendung “Das erste Buch der Christen”. Das Feature von Georg Magirius ist am 20. Mai 2018 auf Bayern 2 zu hören, am 5. August 2018 in HR2 und am 12. August 2018 auf NDRinfo.

Eine hintergründige Kraft

Die Liebe werde im Alten Testament allerdings nicht permanent beim Namen genannt, sagt der Professor an der katholisch-theologischen Fakultät der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. “Als Begriff kommt sie relativ spät im Leseverlauf der Bibel vor. Und da auch erst einmal die Liebe unter Menschen. Und erst spät kommt eine Idee auf, dass der Mensch Gott lieben soll und dass Gott Menschen liebt.” Dass die Liebe eher indirekt auftauche, mache deren Bedeutung allerdings nur stärker. Dadurch zeige sich gerade das Wesen der Liebe, die nicht lauthals proklamiert oder erzwungen werden könne. Aber wie passt das zu der fast sprichwörtlichen Rede vom finsteren und rachgierigen Gott des Alten Testament? Das sei ein Vorurteil, sagt Hieke.

Das erste Buch der Christen. Wie das Alte Testament uns heute prägt, Sendung von Georg Magirius mit Uwe Kolbe und Thomas Hieke, Musik: Bettina Linck, Bayerischer Rundfunk, 20. Mai 2018, BR2, Redaktion: Wolfgang Küpper. Hessischer Rundfunk, 05. August 2018, 11.30-12.00, hr2Kultur, Redaktion: Dr. Lothar Bauerochse, NDRinfo, 12. August 2018, 6.05-6.30 (Wdhl 17.05-17.30). Foto: Benedict Schöning.

Evas Vergnügungsfrust

Traumhaft schlägt das Herz der Liebe War es Sünde, Neugier, Freiheitslust, Vergnügungsfrust? Warum die Dauerurlauber Adam und Eva es in der FKK-Ferienclubanlage Garten Eden nicht ewig aushalten, wird geklärt im Gottesdienst “Kirche um 11” am 4. März 2018 in der Evangelischen Stephanuskirche in Frankfurt-Unterliederbach. Die Geschichte einer Rebellion im Ferienparadies von Georg Magirius liest Pfarrer Uwe Kunz. Die Predigt in dem alternativen Gottesdienst, der unter dem Motto “Beiß nicht gleich in jeden Apfel” steht, hält Joachim Pietsch. Den Kirche-um-elf-Chor dirigiert Frank-Michael Thomas. Die Leitung des Gottesdienstes hat Pfarrerin Regina Westphal.

Die Erzählung stammt aus:  Traumhaft schlägt das Herz der Liebe – ein göttliches Geschenk, Illustrationen: Marc Chagall, Grafische Gestaltung, Stefan Weigand, Lektorat: Heribert Handwerk, Echter Verlag Würzburg, 14, 80 Euro, ISBN 978-3-429-03585.

Luther macht Pause

Sitzen im Lutherjahr - welch eine GnadeDas Reformationsjahr 2017 steckt voller Aktionen und Aktitvitäten. Nur die für Luther selbst entscheidende Entdeckung wirkt eher gegenteilig. Es war die für ihn befreiende Einsicht in die Bedeutungslosigkeit eigenen Wirkens. Diese von Luther sogenannte „passive Gerechtigkeit“ erlebte er freilich wie den Eintritt ins Paradies, als Gnade.

Einfach sitzen

So lädt die Evangelisch-Lutherische Gnadenkirche Dachau am 24. Juni 2017 zum Sitzen ein: auf Kirchbänken, Bierbänken, in Liegestühlen unter Bäumen, am Lagerfeuer und um 20 Uhr bei der Konzertlesung „Gerechtigkeit im Liegestuhl – Luthers Bibelglück“ mit der Konzertharfenistin Bettina Linck und dem Schriftsteller Georg Magirius.Bettina Linck - Harfenistin aus Darmstadt Die Leitung hat Pfarrerin Christiane Döring. “Im Mittelpunkt steht der Mensch Luther”, schreibt die Frankfurter Rundschau über die Konzertlesung. „Sehr inspirierendes Spiel von Bettina Linck”, so Deutschlandfunk Kultur. Und Ilka Scheidgen urteilt in Zeitzeichen, den Evangelischen Kommentaren zu Religion und Gesellschaft: “Das ist so einmalig lebendig, so unprätentiös und klar erzählt, dass man sich die Augen reibt und fragt: Warum wird einem nicht viel öfter Glaube so vermittelt?”

Samstag, 24. Juni 2017: Gereichtigkeit im Liegestuhl – Luthers Bibelglück. Evangelisch-Luthersiche Gnadenkirche, Anton-Günther-Str. 1, 85521 Dachau, Georg Magirius liest aus “Traumhaft schlägt das Herz der Liebe”, “Gesänge der Leidenschaft”, “Erleuchtung in der Kaffeetasse” und “Schritt für Schritt zum Horizont“, Konzertharfe: Bettina Linck, Leitung: Pfarrerin Christiane Döring.

Drei Wege zu einer neuen Glaubenssprache

Wortwerkstatt Foto von Matthias KeilholzWie findet man eine Sprache für das Unfassbare? Wie lässt sich sprechen von dem, was als intim und allumfassend gilt, als verwandlungskräftig, winzig und unerreichbar groß, ein Himmels-Traum und Sehnsuchtsraum – Gott? Das war das Thema der Wortwerkstatt am 4. Mai 2017 auf dem Klausurkonvent des Kirchenkreises Naumburg-Zeitz. Unter Leitung des Schriftstellers Georg Magirius und der Konzertharfenistin Isabelle Müller fahndeten Pfarrerinnen, Gemeindepädagogen und Kirchenmusiker nach ungewohnten Wegen zu einer Sprache des Glaubens.Der Leitfaden bei dieser Suche lautete: Wortfreiheit.

Staunen und Stottern

Wortwerkstatt mit Isabelle Müller und Georg Magirius - Foto von Matthias KeilholzWortfreiheit – das kann bedeuten, die kindergroße Freiheit zu haben, biblische Texte aus der Gewohnheit herauszureißen und anzustaunen, sich über sie zu wundern, zu ärgern und zu lachen. Das gewohnte Reden jedenfalls dürfe ins Stolpern kommen, sagte Magirius. Ein Vershaspeln helfe, dem Lebendigen und Nicht-Festgelegten näher zu kommen. So wurden in der Werkstadtt statt theologischer Richtigkeiten persönliche, oftmals in der Kindheit begründete Erfahrungen und Bilder zu Tage befördert und schließlich mit dem Bibeltext zum Sonntag Kantate verknüpft, der Kindergeplärr als angemessene Sprache für das Sprechen vom Unbegreiflichen anzubieten scheint. Das wiederum mündete in die Sprache der Harfe, des vielleicht biblischsten Instrumentes überhaupt. Eine Wortfreiheit im ganz konkreten Sinn – ein Sprache frei von Worten.

Lachen und locken

Georg Magirius Foto von Matthias KeilholzKombiniert wurde die Wortwerkstatt mit einer Konzertlesung, die biblische Liebesgeschichten in die Gegenwart hinübertrug. Georg Magirius las aus aus “Traumhaft schlägt das Herz der Liebe”, durchflochten vom Spiel Isabelle Müllers. “Er – ein Meister der Worte, der leisen und der lauten, der humorvoll-ernsten und der ernsthaft-humorvollen”, urteilt Pfarrer Matthias Keilholz in seinem Blog “Keilis Sicht”. Magirius’ “Geschichten lassen leise schmunzeln und kräftig lachen. Sie locken in die Stille, beflügeln, erden, verführen, bleiben haften.”

Glitzern und Rauschen

Isabelle Müller Foto von Matthias KeilholzAuf der anderen Seite Isabelle Müller: “Sie – eine Meisterin des Instrumentes der Könige und Hirten. Brillant und klar erklingen die Töne ihrer Konzertharfe, sie fegt über die Saiten, zaubert Klangfülle, lockt und versteckt Melodien, lässt Sterne glitzern und Flüsse rauschen, lässt hören, was keine Worte hat.” Gemeinsam hätten sie unter dem Titel “Sieben tote Ehemänner” biblische Liebesgeschichten erzählt: “Töne umspielen Worte. Worte fordern Klänge heraus. Und vor Augen und Ohren entstehen Bilder in prächtigen Farben.”

Alle Fotos stammen von Matthias Keilholz. Weitere Fotos im Blog >> Keilis Sicht.

Wahre Liebe kritisiert

Wahre Liebe macht nicht klein, brav und gefügig, sondern fördert den Mut zur kritischen Auseinandersetzung. Das schreibt Martin Harth in der Main Post vom 6. Februar 2017 anlässlich der Konzertlesung “Sieben tote Ehemänner” auf der Kleinkunstbühne Fasskeller in Marktheidenfeld. Kurz vor dem Valentinstag habe der Schriftsteller und Theologe Georg Magirius auf biblische Liebesgeschichten zurückgegriffen und sie rundum Fasskeller Marktheidenfelderneuert dargeboten. “Der Bericht über den zweifelnden Apostel Thomas wandelt sich zu einem Plädoyer für kritische Auseinandersetzung, denn schließlich trug Jesu Freundschaft zu diesem Zweifler bekanntlich besonders enge Züge.”

“Gegen den sexuellen Leistungsstress”

Die Erzählung von Sara, deren sieben Ehemänner in der Hochzeitsnacht sterben, und ihrem achten Ehemann Tobias wurde “zu einem Plädoyer gegen den sexuellen Leistungsstress unserer Tage”. Auch das Main Echo vom 6. Februar 2017 schreibt, wie sehr dieser neue Zugang zur Bibel staunen lassen könne, etwa “wenn sich Adam und Eva aus ihrer paradiesischen FKK-Ferienanlage verabschieden, um die wilde Freiheit des Alltags gemeinsam zu entdecken.”

Weit mehr als nur ein stiller Augenblick

Aller Aktualisierungsfreude zum Trotz hat Magirius laut Martin Harth von der Main Post die biblischen Geschichten freilich nicht zur Satire werden lassen. Auch sei sein Humor nicht krachend. Stattdessen sei diesem Programm die Besonderheit und Stärke eigen, den Zuhörern weit mehr als einige Augenblicke zu schenken. Durchgehend und ungewohnt konzentriert, sogar fast andächtig hätten die Besucher im Fasskeller gelauscht, was gewiss nicht zuletzt an Magirius’ Zusammenwirken mit der Harfenistin Bettina Linck gelegen habe. “Virtuos breitete die Frankfurterin mit klassischen Werken fließende, sanfte und bisweilen auch akzentuierende Klangteppiche im romantischen Ambiente des Fasskellers aus. Mit ihrer Musik begleitete sie aber nicht nur. Sie schuf Stimmungen und sorgte für einen meditativen Rahmen.”

Harfenhände Das Duo Bettina Linck und Georg Magirius existiert seit 2005, ist in BR, HR und Deutschlandfunk zu hören und live vor bis zu 600 Besuchern in Kirchen, Wirtshäusern und auf Weingütern. Weitere Informationen auf der Website www.sieben-tote-ehemaenner.de Der Auftritt im Fasskeller war angeregt von Magirius’ Buch “Traumhaft schlägt das Herz der Liebe” und wurde von Herbert Löw  von ArtCon und Dr. Josef Deppisch vom Hotel Anker veranstaltet. Nächster Auftritt am 14. Februar 2017 in der Kulturkirche St. Egidien in Nürnberg, 19 Uhr.