Variationen zur Gesundung der Benachteiligten

“Oftmals sind es die Benachteiligten und Verspotteten, die außergewöhnliche Visionen vom Frieden haben. Sie sind stark, weil sie ihre Schwäche für die Gerechtig­keit nicht ablegen können.” Das hat der evangelische Theologe und Schriftsteller Georg Magirius im Bayerischen Rundfunk am Ostermontag, den 22. April 2019 gesagt. Seine auf Bayern 2 Radio ausgestrahlte Sendung “Eigenwillige Propheten” ist kostenfrei zu hören >> hier. Das Manuskript >> hier. Redaktion: Wolfgang Küpper, Sprecher: Birgitta Assheuer, Moritz Stoepel, Ton: Philipp Balzereit. Die Musik der Sendung stammt unter anderem von Arvo Pärt (Variationen zur Gesundung von Arinuschka, Fratres) und Peter Janssens (Lesung aus Ezechiel).

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Ein Traum vom Sommer ohne Rasenmähen

Hubert - Sommergäste - edition überland - Grafik von André MartiniWie wäre das, wenn man noch einmal ganz anders leben könnte? Dann behielte man, was einem Orientierung gibt. Sagte aber Nein zu dem, was einschränkt und beschränkt.

Faible für Birnbäume

Von solch einer Verwandlung handelt die in der edition überland veröffentlichte Erzählung „Sommergäste“ von Barbara Handke. Im Mittelpunkt Hubert, 31. Er arbeitet bei der Post, steht um vier Uhr morgens auf. Und am Nachmittag und Abend unterstützt er seine Mutter, die eine Pension betreibt. Gerade damit ist er aber nicht recht im Reinen. Zu oft hat er den Rasen zu mähen, ständig gilt es Gäste zu grüßen. Lieber ginge er häufiger angeln, kletterte im Birnbaum herum. Oder führe mit Vera, einem der Gäste, ans nahe Meer: „Sie ist nett, aber dumm, und ich freue mich schon, wenn sie ihren Bikini anzieht.“

Fahrrad mit Rückspiegeln

Allerdings ist Vera verheiratet. Hubert ist oft sehr direkt, dann wieder umständlich und zögerlich. Er kann sehr gut rechnen, hat die Geburtsdaten und Adressen sämtlicher Gäste im Kopf und ein Faible für komplizierte Wörter. Weshalb er aber noch lange nicht der zu der einseitig kognitiv ausgerichteten Spezies Mann gehört, die Probleme damit hat Gefühle zu haben oder sie zu zeigen. Hubert hat fast kindlich große Wünsche! Da ist der Traum von einem blauen Fahrrad mit Rückspiegeln. Oder der in einer kleinen Hütte im Wald mit einem Hund zu leben. Und sein Freund wohnt in einer anderen Hütte im Wald, „sodass wir uns immer besuchen können.“

Wider die Lebensverkleiner

Barbara Handke - Foto (c) von Kristin Stock, LeipziIndem Barbara Handke (Foto: Kristin Stock) die Geschichte eines Sommers aus der Sicht von Hubert erzählt, sagt sie auf raffinierte Weise Nein zu all jenen, die sich von nicht ganz fügsam wirkenden Menschen zum Herumdoktern herausgefordert fühlen: Psychologinnen, Aktions-Journalisten mit Sinn für die sogenannten weichen Faktoren des Lebens, Medizinerinnen, Soziologen und Pädagoginnen fürs Soziale. Sie küren einen sich vom Grau abhebenden Menschen gern zum Gegenstand ihres wohlmeinenden Interesses. Sie verteidigen oder problematisieren ihn, wollen ihm fortlaufend helfen, ihn besser verstehen lernen, wie sie sagen. Und dank ihres systemischen Blicks aufs angespannte Geflecht der Gesamtsituation zur Entlastung und Optimierung des Hilfsobjekts beitragen.

Feierabend

Dabei ist Hubert einfach „ein bisschen anders als andere“, sagt seine Mutter: „normal, aber eben anders“. Worin aber besteht das Andere? Dass Hubert an seinem Lebensziel festhält. Er wünscht, immer wenn er mit seiner Arbeit bei der Post fertig ist, „dass ich Feierabend habe und machen kann, was ich will.“ Barbara Handkes Erzählung “Sommergäste” hat die Kraft, im Leser die Sehnsucht nach Freiheit wach zu halten und vielleicht sogar eines Tages so normal und ein bisschen anders zu werden wie Hubert.

Barbara Handke, Sommergäste. Erzählung, Hardcover, Gestaltung: André Martini, 144 Seiten, ISBN 978-3-948049-01-0, 18 Euro, edition überland, Leipzig 2019.

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Du und ich – mehr nicht: Zum 65. Geburtstag von Arnold Stadler

Arnold Stadler wird 65 Foto von Georg MagiriusWas ist es, das seinem Schreiben solch ungewöhnliche Resonanz beschert? Die Romane von Arnold Stadler, der am 9. April 2019 seinen 65. Geburtstag begeht, erreichen mehrere Auflagen. „Die Menschen lügen. Alle“, seine Übertragung biblischer Psalmen ins Deutsche, befindet sich sogar in der 14. Auflage. Dem Schriftsteller, der ursprünglich Theologie studiert hat, ist mit dem Georg-Büchner-Preis die im deutschsprachigen Raum renommierteste literarische Auszeichnung verliehen worden. Dazu hat er viele weitere Preise erhalten. Zu seiner Promotion in Germanistik gesellt sich eine Ehrendoktorwürde in Theologie.

Doppelter Doktor und Ehrenbürger

Und nun gilt der Prophet auch noch in seiner nächsten Umgebung etwas. Aus Anlass seines Geburtstags wird Stadler doppelter Ehrenbürger, nämlich von Meßkirch, wo er geboren und zur Schule gegangen ist. Und von Sauldorf, zu dem Rast gehört. In diesem Dorf ist er aufgewachsen und lebt dort auch heute noch, wenn er sich nicht gerade in Sallahn im Wendland oder in Berlin befindet. Im Meßkircher Schloss werden vom 12. bis 14. April 2019 auf einem Symposion Germanisten, Historiker und Theologen durch seine Werklandschaft spazieren. Ein Film von Anita Eichholz über ihn ist zu sehen. Und so unterschiedliche Kollegen wie Martin Walser, Gaby Hauptmann oder Andreas Maier lesen an einem Abend aus ihren Werken.

Stille

Warum aber ruft sein Werk denn nun dieses Echo hervor? Es dürfte damit zu tun haben, dass der Grund von Arnold Stadlers Schreiben einen überraschend anderen Charakter als ein vielstimmiges Symposion hat. Es kommt auch nicht aus seiner ungewöhnlichen Begabung zum Geselligen – wenigstens nicht allein. Stattdessen gründet es in der Stille, die manchmal so etwas wie Einsamkeit oder sogar Isolation sein kann. Oder nein! Genau genommen handelt es sich um eine Form der Stille, die eine höchst intensive, aber intime Form der Begegnung ist.

Hören

Sie lässt Schönheit erfahren. Vor allem Schreiben war bei ihm das Hören – etwa in der Heiligen Messe oder vor dem offenen Grab.  Auf Latein hörte der ministrierende Junge Worte der Heiligen Schrift, hat er im Hessischen Rundfunk einmal erzählt. Das Gesagte habe er nicht verstanden, aber gerade dadurch mehr erkannt, weil ein Nicht-Verstehen viel tiefer gehen könne als ein Verstehen-Wollen, das die Sprache zu einer Transportmaschinerie von Informationen degradiere. Eher ging es bei dieser Spracherfahrung um Sehnsucht, die sich wie Erfüllung anfühlt.

Ein Buch und zwei Augen

Das kann auch beim Lesen möglich werden. „Es ist wie bei der Liebe. Du und ich. Ein Buch und zwei Augen. Mehr nicht“, schreibt Stadler in seiner im Juni 2019 bei Herder erscheinenden Veröffentlichung über Stille. Sie sei für ihn allerdings nicht über ein High Tech Gerät erfahrbar, in dem alle Bücher der Welt abrufbar seien. Stattdessen ist es etwas Leises, fast Abwegiges, „etwas Einsames, Großes.“

Grundlegendes

Aus diesen Zeiten der Abkehr und Einkehr entfaltet sich sein Schreiben. Dass er auch abseits des Verlages veröffentlicht, in dem seine Romane auflagenstark erscheinen, irritiert daher kaum. Gerade auch dieses weniger bekannte Terrain seines Schreibens ermöglicht einen starken Zugang zu seinem Werk. Denn es führt dorthin, wo es immer wieder seinen Anfang nimmt: in einer Intimität, die zuweilen an ein Gebet erinnert. Auch wenn das in den Augen mancher womöglich als vernachlässigbar gilt, als nicht nachvollziehbar exzentrisch, zu leise, nebensächlich, peinlich, fromm oder provinziell, so handelt es sichArnold Stadler in Sallahn Foto von Georg Magirius dabei jedoch um eine Berührung mit dem Grundlegenden.

Provinz und Welt

So hat Stadler den Essay “Da steht ein großes JA vor mir” über die Verhüllung eines Kruzifixes in einer Kirche veröffentlicht. Oder ein Buch über den Maler Jakob Bräckle, in dem sich eine erschütternde Annäherung an dessen Absteigen in die unkontrollierbare Tiefen der Stille findet. Und in dem Fotoband „Pfrunger-Burgweiler Ried“ von Wolfgang Veeser schreibt Stadler, dass der Mensch das Wort “Provinz” wie früher der Teufel das Wort “Weihwasser” fürchte. Doch in Zeiten der Globalisierung, Vernetzung und Verstrickung gebe es keine Provinz mehr. „Sondern nur Welt. Das Wort ‚Provinz‘ hat ausgedient, wer das noch nicht gemerkt hat, ist tatsächlich provinziell.“

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Die Liebe des Verräters

Judas Ischariot - Christopher Herrmann Moritz StoepelDer wohl berühmteste Verräter der Weltgeschichte hat Jesus im Grunde genommen gar nicht verraten, sondern aus Liebe gehandelt. Diese Erkenntnis ist der erregende Pulsschlag, mit dem der Schauspieler, Stückefinder und  Theatererfinder Moritz Stoepel die Geschichte von Judas Ischariot auf die Bühne bringt. Zu sehen ist sie am 6. April 2019 in Limburg, am 11. April 2019 in Frankfurt am Main und am 12. April 2019 in Wiesbaden. “Das Stück ist keine distanzierte Betrachtung einer alten Zeit”, sagt Stoepel. ”Das wäre auch gar nicht möglich. Denn dafür gibt es zu viele Parallelen mit dem Heute.” Da seien Gewalt, Unterdrückung, die Besetzung von Ländern und des eigenen Willens durch andere - aber auch der Wunsch, sich aus der Fremdbestimmung zu befreien. Darauf habe Judas gehofft, als er sich der Gruppe um Jesus anschloss. “Dann allerdings hat er nicht verstanden: Warum tut Jesus auf einmal nichts mehr? Gerade er, auf den er so viel Hoffnung gesetzt hat und der vor kurzem doch noch die Händler aus dem Tempel gejagt hatte.”

Judas in Hessen

Lebendig werden auf der Bühne die Tage vor der Kreuzigung Jesu, die letzten Stunden des Judas. Er denkt noch einmal an seine Zeit mit Jesus, an Hoffnungen, Visionen und Niederlagen. Verwoben ist der Monolog des Judas mit Gedichten und Prosatexten von Mahatma Gandhi, Walter Jens, Pinchas Lapide, Hans Küng, Franz Alt, Hilde Domin, Rainer Maria Rilke, Hermann Hesse, Erich Fried. Der Komponist und Multiinstrumentalist Christopher Herrmann begleitet Moritz Stoepel mit einer poetischen Bühnenmusik, die Emotionen und Atmosphäre aufnimmt und mit den Texten verschmelzen lässt.

“Judas. Verrat? Liebe!“, 6. April, 19:30 Uhr, Limburg, St. Hildegard, Tilemannstr.7
Karten an der Abendkasse, Eintritt 15 Euro – 11. April, 19:30 Uhr – Frankfurt-Eschersheim, Ev. Andreasgemeinde – 12. April, 19 Uhr, Wiesbaden-Erbenheim, Pluspunkt

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Drei Hilfestellungen fürs Abschiednehmen

Abschiede kommen im Leben oft vor, schreibt Stephan Linden in der Osterausgabe 2019 von „Wir“, der Zeitschrift der katholischen Pfarrgemeinschaft Solingen-West. Und er verweist auf das in der Edition Chrismon veröffentlichte Buch „Abschied“ von Georg Magirius: „Wir verreisen, verändern unsere Lebensgewohnheiten, trennen uns, verlieren Menschen, die uns wichtig waren.“ Eigentlich müsste man geübt sein im Abschiednehmen, dennoch entstünden dabei Situation, „die uns hilflos machen“.

Befreiendes Erzählen

Das also könne eine erste Hilfestellung sein: Sich klar machen, dass Abschiede nichts vom Leben Isoliertes seien. Die eigene Hilflosigkeit sich zuzugestehen, sei eine zweite hilfreiche Annhäherung ans Abschiednehmen. Und der dritte Tipp? Nicht alle Hoffnung auf konkrete Handlungsanregungen setzen. Stephan Linden schreibt: „Georg Magirius hat bewusst keinen Ratgeber dafür zusammengestellt, wie man das Abschiednehmen in den Abschied - edition chrismonGriff bekommt, sondern eine vielgestaltige Geschichten-Auswahl getroffen. Auf befreiende Weise erzählen die Abschiedsgeschichten vom Umgang mit der Vergänglichkeit. So entstand ein so kurzweiliges, wie auch besinnliches kleines Lesebuch, das man gerne selber liest und verschenkt.“

Georg Magirius (Hg.), Abschied. Geschichten von Loslassen und Neuanfangen. Die Anthologie vereint 15 Erzählungen von Autorinnen und Autoren wie Siegfried Lenz, Elke Heidenreich, Robert Gernhardt, Ulla Hahn, edition chrismon, Leipzig, ISBN: 978-3-96038-083-2, 15 Euro, Lektorat: Annegret Grimm.

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Ist Jesus ein Plagiator?

Jesus habe eine wunderbar neue Botschaft gebracht, sagen viele Christen: die Liebe. Doch sein berühmtes Liebegebot hat Jesus übernommen, schreibt der evangelische Theologe und Schriftsteller Georg Magirius in seinem Beitrag „Das alte Buch der Christen“ vom 15. Januar 2019 in der Evangelischen Wochenzeitung „Unsere Kirche“. Freimütig gibt Jesus seine Quelle an: Er zitiert das Gebot der Gottesliebe und der Nächstenliebe aus dem Buch Deuteronomium beziehungsweise dem Buch Leviticus aus der jüdischen Thora, heißt es im Markusevangelium.

Vorläufer der Feindesliebe

Etwas anders verhält es sich mit dem Gebot der Feindesliebe aus der Bergpredigt. Dem Evangelisten Matthäus zufolge unterscheidet sich Jesus damit von den Alten, die zur Nächstenliebe und zum Feindeshass aufgerufen hätten. Tatsächlich ist Jesu Gebot der Feindesliebe kein Zitat. Dennoch lässt sich in der Thora Vergleichbares entdecken. So findet sich im Buch Leviticus das Gebot, den Fremden zu lieben wie sich selbst. Und im Buch Exodus heißt es, dass man den Esel seines Widersachers nicht im Stich lassen solle, wenn man ihn unter seiner Last liegen sehe. Stattdessen solle man beiden aufhelfen.

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Alltagslust statt Ferienfrust

Liebesgeschichten in GerolzhofenBildhaft, mit Wortwitz und musikalischer Feinheit haben sich die Harfenistin Miroslava Stareychinska und der Schriftsteller Georg Magirius dem Thema aller Themen genähert. So urteilt der Redakteur Dominik Dorsch in seinem Beitrag “Harfenmusik und Liebesgeschichten” im Schweinfurter Tagblatt vom 18. März 2019 über die Klanglesung in der Evangelischen Erlöserkirche in Gerolzhofen, bei der “das Publikum den Akteuren reichlich Beifall” spendiert habe.

Die erste Liebesgeschichte der Welt

Traumhaft schlägt das Herz der Liebe“Es geht um die Liebe – vor allem um die aus der Bibel”, zitiert Dorsch Günther Klöss-Schuster, Dekan des Dekanats Castell, der die Klanglesung eröffnete. So habe auch die §erste Liebesgeschichte der Welt” nicht gefehlt. “Diese handelte von Adam und Eva, die sich aus ihrer paradiesischen Ferienclubanlage verabschiedeten, um die wilde Freiheit des Alltags zu entdecken. Passend ausgewählte Harfenmelodien, gespielt von Miroslava Stareychinska, aus hochanspruchsvollen Stücken umrahmten die Lesungen und verliehen den Texten musikalischen Nachdruck.”

Georg Magirius, Traumhaft schlägt das Herz der Liebe – ein göttliches Geschenk, mit vielen farbigen Abbildungen von Marc Chagall, Lektorat: Heribert Handwerk, Echter Verlag Würzburg, 14,90 Euro. 978-3429035853.

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Die Blüte des Einfachen

Elisabethpfad - Maibacher Schweiz - Foto von Georg Magirius

Schritt für Schritt Ballast abwerfen und mit Leichtigkeit durchs Leben gehen: Darum geht es bei der Spirituellen Tageswanderung der Reihe GangART am Samstag, 11. Mai 2019 im Taunus. Die Tour steht unter dem Motto “Die Blüte des Einfachen”. Die Leitung hat der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius, Autor des Buches “Vom Reichtum des einfachen Lebens”. Die Wanderung verläuft von Usingen-Eschbach nach Brandoberndorf auf einem Pilgerweg, der an Elisabeth von Thüringen erinnert. Sie hat im 13. Jahrhundert in Eisenach und in Marburg gelebt und ihr Leben Kostbarkeiten gewidmet, die sich unabhängig von Geld, Erfolg und Ruhm entdecken lassen.

Durch die Maibacher Schweiz

Männertreu auf dem Elisabethpfad - Foto von Georg MagiriusDie Länge der Tour beträgt 14 Kilometer, die reine Gehzeit 4 Stunden. Die Gruppe bildet sich für die Tour neu, geht zum ersten Mal. Der Weg führt über die weiten Hochebenen von Eschbach und Bodenrod, durchstreift in den Wäldern ausgedehnte Männertreu-Inseln. Und dann wird auch noch die gesamte Schweiz durchquert. Gemeint ist die Maibacher Schweiz, die in einem dichten Beieinander schroffe Felsen, berauschende Bäche und stille Waldtäler erleben lässt. Trotz des alpinen Namens dieser Landschaft lassen sich die gelegentlichen Steigungen überwiegend als sanft bezeichnen.

Möglichkeit zur Anmeldung

Weggabelung auf der Höhe Bodenrod - Foto von Georg MagiriusDas Gehtempo ist ruhig, es werden Pausen eingelegt. Ein Abschnitt wird bewusst schweigend gegangen. Startpunkt ist der Bahnhof in Usingen, Es wird bei Sonne gegangen, es wird bei Regen gegangen. Ausgangspunkt Usingen und Endpunkt Brandoberndorf sind mit dem Nachverkehr erreichbar. Gemeinsame Anreise mit dem Zug ist nach Absprache möglich u.a. von Frankfurt-Höchst, Frankfurt Hbf, Seligenstadt, Gießen, Bad Homburg. Ein Platz für die Wanderung ist gebucht nach Überweisung der zehn Euro Teilnahmegebühr. Die Teilnehmerzahl ist aufgrund des spirituellen Charakters der Tour begrenzt. Für Fahrtkosten und eine eventuelle Einkehr kommen die Teilnehmenden selbst auf. Anmeldung bzw. Informationen direkt bei Georg Magirius: mail@georgmagirius.de - 0176-29402322.

Die Reihe GangART

In deVom Reichtum des einfachen Lebens - Lektorat: Dr, Marc Kerlingr Reihe GangART leitet Geog Magirius regelmäßig Spirituelle Tagestouren. Bei bislang 41 Wanderungen durch Rhön, Odenwald, Steigerwald, Haßberge, Fränkisches Weinland, Spessart, Schwarzwald und Taunus nahmen mehr als 900 Pilgerinnen und Wanderer teil. Die Tour “Die Blüte des Einfachen” am 11. Mai 2019 ist angeregt von Magirius’ Buch “Vom Reichtum des einfachen Lebens”, das unter dem Lektorat von Dr. Marc Kerling im Grünewald Verlag veröffentlicht ist, außerdem von dem im Herder-Verlag erschienenen und von Dr. Esther Schulz lektorierten Pilgerbuch “Schritt für Schritt zum Horizont“.

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Heilige Straßenkünstler

Moritz Stoepel - Foto (c) Veronika Sergl-VahlenkampDie streitlustigsten Menschen kennen oft den besten Weg zum Frieden. Das behauptet der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius in seiner halbstündigen Sendung “Eigenwillige Propheten”, die am 22. April 2019 im Bayerischen Rundfunk gesendet wird. Dabei wird der Schauspieler Moritz Stoepel den Propheten Stimme geben. Laut Magirius handelt es sich bei ihnen um “Widerständige, wilde Poeten, Schmerzkundige, exzentrische Straßenkünstler”. Sie deckten Verbrechen und Verletzungen auf, die im Schutz politischer oder religiöser Institutionen begangen würden. “Allerdings gründen Propheten keine Alternative für ihr Land, um die Eliten zu stürzen. Sie sind unorganisiert, unabhängig, Einzelne. Ihre Ideen aber zielen aufs Ganze.” Von ihnen stammten Visionen vom Frieden, die heute konstruktive Perspektiven aufzeigten: etwa wie Völker in Bewegung geraten. Aber niemand flieht oder wird vertrieben. Sondern freiwillig brechen sie auf, um zu erkunden, wie sie miteinander gut zusammen leben können. Foto (c): Veronika Sergl-Vahlenkamp.

Georg Magirius, Eigenwillige Propheten. Von der Aktualität alter Visionen, Ostermontag, 22. April 2019, Bayern 2 Kultur, Katholische Welt, 8.05-8.30 Uhr/BR-Heimat, 9.05-9.30 Uhr, Sprecher: Moritz Stoepel, Birgitta Assheuer, Ton: Philipp Balzereit, Redaktion: Wolfgang Küpper.

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Mit wenig Geld zum großen Ziel

Schloss Eisenberg - Foto von Georg MagiriusWenn alles weniger wird, wird alles besser. Zumindest muss es nicht zwangsläufig schlechter werden. Dieses Erkenntnis bestimmte den Dankabend für die Kirchenältesten der Gemeinden des Evangelischen Kirchenkreises Eisenberg am 20. Februar 2019 im Kaisersaal von Schloss Eisenberg in Thüringen. Der Kirche gehören weniger Menschen an. Das zur Verfügung stehende Geld für die Arbeit schwindet.  Deshalb hat sich der Kirchenkreis seit Beginn des Jahres 2019 eine neue Struktur gegeben.

Gewinn der anderen Art

Arnd Kuschmierz im Schloss Eisenberg - Foto von Rainer HoffmannEinsparungen waren nötig, Stellen sind weggefallen. „Danke. Danke. Danke!”, sagte Superintendent Arnd Kuschmierz. Denn den Gemeinden sei es in den zurückliegenden Monaten nicht darum gegangen, für sich das Meiste herauszuholen. Das müsse ohnehin nicht immer das Beste sein. Wie bislang noch niemand nachweisen konnte, dass die Lebendigkeit des Glaubens in einem direkten Zusammenhang mit der Höhe der zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln stehe. Worauf aber kommt es dann an? Auf Zusammenhalt. Und außerdem?

Sinn fürs Untergründige

Pfarrerin Ulrike Magirius-Kuchenbuch - Foto von Rainer HoffmannWichtig sei es, das Hoffen und Wünschen zu pflegen, sagte Pfarrerin Ulrike Magirius-Kuchenbuch. Dabei können Märchen helfen. In ihnen sucht die Fee oft gerade jene auf, die nicht zu den Reichsten, Schönsten und Schnellsten zählen. Sie haben mit einem Mal Wünsche frei. Das Erstbeste und Offensichtliche bringe dann allerdings selten Erfüllung. In die richtige Richtung wiesen eher jene Wünsche, die erst noch oder wieder zu entdecken seien, weil sie sich vielleicht untergründig regten.

Schön sind seine Namen

Gemeindepädagogin Gabi Träger - Kantor Philipp PoppSolche Wünsche entstammten einem starken Sehnsuchtsstrom, der unterwegs sei zu einem großen Ziel. “Wir strecken uns nach dir, in dir wohnt die Lebendigkeit”, sangen die Kirchenältesten im Kaisersaal: Worte von Friedrich Karl Barth, begleitet von Kantor Philipp Popp und Gemeindepädagogin Gabi Träger. „Wir trauen uns zu dir. In dir wohnt die Barmherzigkeit. Du bist, was du bist. Schön sind deine Namen, Halleluja. Amen.“

Ungewöhnliches Saatgut

Georg Magirius im Schloss Eisenberg - Foto von Pfarrer Rainer HoffmannAuch Niederlagen versperrten nicht den Weg zum großen Sehnsuchtsziel, sagte der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius. Er entwarf, angeregt von seinem Buch “Gute Wünsche aus der Bibel”, Hoffnungsperspektiven, die die Harfenistin Miroslava Stareychinska musikalisch interpretierte. Für erlittene Enttäuschungen und Verluste müsse sich niemand schämen. „Sie sind oft der Grund, dass die Sehnsucht stark wird.” Niemandem wünsche die Bibel Tränen. Doch seien diese keine Nichtsnutze, sondern taugten manches Mal als wertvolles Saatgut, das eine Verwandlung in Miroslava Stareychinska - Kaisersaal Schloss Eisenberg - Foto von Rainer HoffmannAussicht stellt: “Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten.” - Fotos: Pfarrer Rainer Hoffmann.

Georg Magirius, Gute Wünsche aus der Bibel, 64 Seiten, Hardcover, Herder Verlag, mit zahlreichen Fotos, Lektorat: Dr. Dietrich Voorgang, ISBN – 978-3-445132-871-8, 10.00 Euro.

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