Eine fast fanatisch zu nennende Frechheit

Laetizia D'Amico HarfeSie war keine Verächterin der Kunst, nein! Aber was sie erschreckte, war all das wohltemperiert Durchgestaltete, dieses kultuviert und immerzu Angemessene. Wenn jemand klug parlierend Angelegenheiten zur Darstellung brachte, um dadurch gekonnt zu wirken. Oder sich aufhippte und Knalleffekte losließ, aber kurioserweise gerade dadurch stets bemüht zeigte, sich vom tiefen Grund der Gefühle fern zu halten. Also nur ja niemals aufrührte oder berührte, sondern die Mitte des Angesagten traf. Nur: Mittig empfand Maria nie. Ihre Gefühle konnten überschwappen, dann geriet sie schon mal in einen Rederausch. Oder aber sie war stumm, tauchte in die Stille hinab, war ganz für sich, wie in einer anderen Welt. Im Kino ließ sie sich gleich mehrere Filme hintereinander in Bilderfluten fallen. Und eines Nachts bei einem sommerlichen Open Air auch in die Worte eines Künstlers, der die fast fanatisch zu nennende Frechheit besaß, anders als die anderen Künstler keine tolle Show zu bieten. Denn dieser Mann mit Namen Jesus erzählte nur. Sonst nichts.

Das Thema aller Themen

Georg Magirius erzählt diese und andere Liebesgeschichten aus seinem Buch “Traumhaft schlägt das Herz der Liebe – ein göttliches Geschenk” am 5. Mai 2018 im Haus am Dom in Frankfurt. Es ist das Dankeschön der Fachstelle für Büchereiarbeit im Bistum Limburg, die dazu mehr als 700 Ehrenamtlichen aus etwa 90 Katholischen öffentlichen Büchereien eingeladen hat. Magirius’ verknüpft die orientalische Erzähllust der Bibel auf eine so überraschende Weise mit heutigen Situationen, dass es immer wieder lachen lässt. Musikalisch interpretiert werden die Erzählungen von der Harfenistin Laetizia D’Amico. Ihr Studium hat D’Amico an der Musikhochschule in Turin und in der renommierten Harfenklasse von Prof. Françoise Friedrich in Frankfurt absolviert. Sie spielte unter anderem im Orchester der Oper Frankfurt, dem Göttinger Symphonie Orchester, der Jungen Liebesgeschichten der BibelDeutschen Philharmonie und im Orchestra Sao Carlo Lissabon. Auf Youtube lässt sich ihre leidenschaftliche Interpretation des Siciliana von Respighi hören und schauen. Die Leitung des Dankeschöns im Haus am Dom hat Carola Güth.

Georg Magirius, Traumhaft schlägt das Herz der Liebe – ein göttliches Geschenk, mit vielen farbigen Abbildungen von Marc Chagall, Lektorat: Heribert Handwerk, Echter Verlag Würzburg, 14,90 Euro. 978-3429035853.

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Drei Reisetipps von Gabriele Wohmann

Gabriele Wohmann gilt als Autorin, die so genau wie vielleicht kein anderer Autor der letzten Jahrzehnte in die Alltäglichkeit und die Behausungen in Deutschland geschaut hat. Um ihrer Beobachtungsgabe immer neue Nahrung zu geben, hat sie ihre eigene Behausung immer wieder verlassen.

Wohin mit dem Gepäck?

Aber auch wegen ihrer Lesungen war die 2015 verstorbene „Meisterin der Kurzgeschichte“ (Neue Zürcher Zeitung) eine stetig Reisende, flog mehrfach nach Amerika, reiste mit dem Zug durch Europa. „Mein Lieblingsplatz war im ICE-Großraumwagen die hinterste Bank, wo niemand mehr hinter einem sitzt“, erinnert sich Wohmann in ihrem 2011 veröffentlichten Buch „Sterben ist Mist, der Tod aber schön“. „Gleich habe ich mein Gepäck auf Nachbarsitz gestellt, damit es aussah, als wäre er besetzt. Das waren noch glücklichere Zeiten, ich konnte rauchen im Zug.“

Nicht immer nur die Autobahn

Auch das Reisen mit dem Auto empfand sie als angenehm – als Beifahrerin. Der schnellste Weg war für sie dabei nicht immer der ideale. „Die Bundesstraße hat den Reiz, dass man in den kleinen Orten so viele Leute sieht, wie sie durch den Alltag wuseln. Aber man selbst braucht die Einkaufstasche nicht zu tragen.“

Mitfahren ist das Schönste

Aber Wohmann ist im Auto nicht nur mitgefahrern, sondern hat das Steuer auch selbst in die Hand genommen – allerdings nicht allzu häufig: „Ich habe es einmal versucht, hatte Unterricht bei meinem Mann, in Holland auf der Ferieninsel Texel. Aber ich bin gleich an einen Laternenpfahl und noch an irgendein Auto gestoßen, da haben wir es aufgegeben. Nein, nein, Mitfahren ist das Schönste.“

Unterwegs mit Gabriele Wohmann in Österreich

Der Reiselust von Wohmann, die nicht zuletzt auch wegen ihrer selbst so benannten “Komik des Scheiterns” bekannt geworden ist, widmen sich am 9. Mai 2018 die Radiogeschichten im Österreichischen Rundfunk. Unter dem Titel „Unterwegs mit Gabriele Wohmann“ liest die Burgschauspielerin Christiane von Poelnitz in Oe1 „Die Spange“ und „Es ist nicht genug“ aus Wohmanns Erzählungsband „Fahr ruhig mal 2. Klasse“. Die Gestaltung hat Gudrun Hamböck.

Ein Auswahl von Gabriele Wohmanns schönsten Kurzgeschichten hat der Aufbau Verlag unter dem Titel “Eine souveräne Frau” veröffentlicht, lektoriert von Dr. Angela Drescher, herausgegeben von Georg Magirius. Aktuelle Termine zu Gabriele Wohmann finden sich im WWWW, dem  fortlaufend aktualisierten Terminkalender “Wohmanns Werk wirkt weiter”.

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Wie Religionen Krieg und Frieden stiften

Für Martin Luther King, der heute vor 50 Jahren ermordet wurde, war Gerechtigkeit kein abgehobenes Ideal. Die Vision einer besseren Welt hatte bei ihm eine ganz konkrete Gestalt. Das zeigt sich, als seine Worte 1963 während des Marsches nach Washington einen großen Auftritt haben. Eine Viertel Million Menschen vor Martin Luther King, Millionen am Fernsehen. „Ich habe einen Traum“, sagt er. Und entwirft Bilder von Freiheit, Zukunft und Versöhnung: Kinder von Sklaven­haltern und Sklaven sitzen an einem Tisch. Schwarze und Weiße, Juden, Nichtgläubige, Christen, Protestanten und Katholiken reichen sich die Hände.

Religionen stiften Frieden

Dann sagt Martin Luther King zum siebten Mal: Ich habe einen Traum –  und spricht mit Worten des biblischen Propheten Jesaja: “Ich habe den Traum, dass eines Tages jedes Tal erhöht, jeder Berg und Hügel erniedrigt werden. Die rauen Orte werden geglättet und unebene Orte begradigt werden. Und die Herrlichkeit des Herrn wird offenbar werden, und alles Fleisch wird es sehen.“ Kings umjubelte Rede ist ein Beispiel dafür, wie religiöse Worte Versöhnung gestiftet haben. Die oft als Buch der Bücher bezeichnete Schrift hat indessen auch auf gar nicht heilige Weise gewirkt – bis heute. „Es muss sich nur einmal ein Kanzelredner auf ein Bibelwort versteifen, um es Hörern um die Ohren zu hauen. Die Gemeinde kann nicht widersprechen“, beschreibt Georg Magirius die Problematik im Umgang mit dem weltbewegenden Buch in seiner Sendung im Hessischen Rundfunk.

Religionen säen Krieg

„Mit Bibelzitaten wurden sogar Kriege gerechtfertigt. Zur Zeit der Kreuzzüge galt die Christenheit beispielsweise als riesiges Heer, das in der Gefolgschaft Christi die Heiligen Stätten Jerusalems befreien sollte.“ Nicht unschuldig an der Vorstellung vom Heiligen Krieg sei ein Vers aus dem Lukasevangelium, so Magirius: „‘Die Jünger aber sprachen zu Jesus: Herr, siehe, hier sind zwei Schwerter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug.‘ Bei den zwei Schwertern, so im 12. Jahrhundert der einflussreiche Theologe und Politiker Bernhard von Clairvaux, handle es sich um weltliches und geistliches Schwert. Und beide seien Kirche und Papst übergeben.“

Alte Worte Foto von Eva GiovanniniDie Sendung „Das Buch der Bücher“ mit den Stimmen von Martin Luther King, den Puhdys, Thomas Hieke, Christian Führer, Friedrich Karl Barth, Erich Zenger, Arnold Stadler kostenfrei auf dem Bildungsserver des Landes Hessen >> hören. Das Manuskript >> lesen. Sprecher: Volker Kraeft, Jörg Krumpholz, Regie: Burkhard Schmid, Redaktion: Dr. Arne Kapitza.

Foto: Eva Giovannini.

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Fünf Tipps für Krisenzeiten

Sich ein Taschentuch geben lassen, aber eins aus Stoff, nicht aus Papier. Ein neues Hemd anziehen, denn Kleinigkeiten sind entscheidend. Die Optimismus in der Stadtkirche Groß-Gerauschönste Himmelsrichtung wiederentdecken, nämlich den Blick nach oben. Von dort kommen alle Träumer, Kinder und die Schneeflocken. Sich vom Prinzip Hoffnung leiten lassen, dessen Arbeit ins Gelingen verliebt ist, nicht ins Scheitern. Und? Apfelkuchen backen und ihn auch essen. Das sind Tipps der Hoffnungstour “Heute, da das Wünschen wieder hilft”, deren Erlöse zu hundert Prozent dem Optimismus zugute kommen. Nach dem Auftakt in Groß-Gerau gastieren der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius und die Harfenistin Bettina Linck am 23. März 2018, 21.30 Uhr, in der Evangelischen Kirche in Reinheim-Ueberau.

Wenn es Nacht wird, geht die Tür auf

Dann liest Magirius aus “Gute Wünsche aus der Bibel”, Linck spielt die Sonate K. 198 von Domenico Scarlatti, Esquisse von Henriette Renié, Air von Johann Sebastian Bach, Ev. Kirche Ueberau Foto (c) Tim BessererScherzetto von Jaques Ibert, Chanson de mai und Petite valse von Alphonse Hasselmans. Die Konzertlesung ist Teil der Offenen Nacht der Kirche. Unter dem Motto „Die Kraft des Wünschens“ laden der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM) Reinheim und die Evangelische Kirchengemeinde Ueberau ein. Der Posaunenchor der Evangelischen Kirche gibt ein Konzert. Zu hören sind außerdem von Gerrit Langenbruch frei erzählte Märchen, es gibt ein Mitternachtsmahl und eine Taizé-Andacht, gestaltet von Pfarrer Simon Körber. Die Leitung hat Pfarrerin Meike Obermann. Foto (c): Tim Besserer.

Georg Magirius, Gute Wünsche aus der Bibel, 64 Seiten, Hardcover, Herder Verlag 2016, mit zahlreichen Fotos, Lektorat: Dr. Dietrich Voorgang, ISBN 978-3-445132-871-8, 10.00 Euro.

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Frühlingswind im alten Gemäuer

Collenburg im SüdspessartUnter dem Motto „Frühlingswind im alten Gemäuer” bietet der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius am Samstag, 28. April 2018 eine Spirituelle Wanderung von Stadtprozelten zur Collenburg im Südspessart an. Die Gruppe bildet sich für die Pilger-Tagestour der Reihe GangART neu, geht zum ersten Mal. Ideal ist die Wanderung für all jene, die Lust am Aufbruch spüren und die Zwänge des Alltags zurücklassen wollen. Die Tour bietet einen Kontrapunkt zum gegenwärtigen Lebensgefühl, ein möglichst optimales oder gar perfektes Leben führen zu müssen. Deswegen ist das Tempo auch nicht auf eine leistungsfetischistsche Weise hoch, sondern gemächlich. Immer wieder werden Pausen eingelegt.

Kurvenreichtum

Steinbrüche im Maintal bei DorfprozeltenDurchs Maintal geht es an waldreichen Spessarthügeln entlang, die infolge ihrer Steinbrüche nicht ganz unversehrt, aber sehr romantisch sind. Wegen der Hügel verläuft die Tour auch nicht auf einem Höhenniveau, sondern in einem abwechslungsreichen Auf und Ab. Dazu nimmt sich der Weg die Freiheit, den glatten Asphalt sein zu lassen. Damit aber nicht genug der ungebügelten Elemente! Denn es geht nocht nicht einmal effektiv geradeaus, sondern in Windungen. Was an den Lauf des Mains erinnert, dessen Kurvenreichtum sich von oben bestaunen lässt. Das kann sprachlos machen, was allerdings niemandem peinlich sein muss. Denn eine Etappe wird ohnehin schweigend gegangen. Das Ziel ist die in ihrer lückenhaften Existenz erhaben wirkende Collenburg.

Die Daten zur Tour

Collenburg im Licht„Frühlingswind im alten Gemäuer”, Spirituelle Wanderung der Reihe GangART, 28. April 2018. Länge: 12 Kilometer, reine Gehzeit: ca. 4 Stunden, der Weg beeinhaltet drei nennenswerte, aber gut zu bewältigende Anstiege. Informationen bzw. Anmeldung direkt bei Georg Magirius: 0176-29402322, mail@georgmagirius.de. Teilnahmegebühr: 10 Euro. Ausgangspunkt und Endpunkt der Tour liegen an der Strecke des zwischen Crailsheim und Aschaffenburg verkehrenden Regionalexpresses. Gemeinsame Anreise per Bahn nach Absprache von Frankfurt oder Dettingen aus möglich. –

Die Reihe GangART

Georg Magirius leitet seit 2009 Spirituelle Tagestouren in Schwarzwald, Odenwald, Haßberge, Steigerwald, Spessart, Rhön und Taunus. Bei bislang 36 Touren nahmen mehr als 800 Pilger teil. Zuletzt von ihm erschienen: Frankenglück. 33 Orte zum Staunen und Verweilen.

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Das kostbarste Gebet

Flughafenpfarrerin Ulrike JohannsNähe zwischen Religionen kann enstehen, wenn man einannder das Ureigene zeigt. Das hat die Frankfurter Flughafenpfarrerin Ulrike Johanns in der Sendung “Ökumenische Verzauberung” im Bayerischen Rundfunk gesagt. “Berührungen werden möglich, indem man die Andersartigkeit nicht leugnet”, sagt Johanns. Wer dagegen nach einer Einheitsreligion strebe, finde sich im religiösen Durchschnitt wieder, enge sich auf einen gemeinsamen Nenner ein. Die Fremdheit indes könne verzaubern. Und Respekt und Neugier wüchsen, wenn man sich verletzlich zeige, die Stätten des Gebetes öffne, sein liebstes Lied oder kostbarstes Gebet singe – und damit den religiösen Intimbereich nicht verschließe. “In religiösen Räumen zeigen Menschen Gott ihre Seele. Da müsste man schon sehr verklebt sein, um keine Ehrfurcht zu empfinden.” Ulrike Johanns in der Sendung hören > hier <.

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Das erste Buch der Christen

In Zeiten, da laut Umfragen der Antisemitismus wächst, hat es auch das Alte Testament nicht leicht. Es ist bis heute die Bibel der Juden, zugleich der erste Teil der Heiligen Schrift der Christen. Allerdings sei in ihm zu viel von Krieg, Blut und Opfern die Rede, wird oft eingewendet. Auch sei das Gottesbild finster. Überhaupt seien die Texte kaum noch relevant, weil sie einer Kultur angehörten, die uns heute nicht mehr geläufig sei. Daher fordern manche christliche Theologen: Das Alte Testament habe deutlich hinter das Neue Testament zurückzutreten. Georg Magirius geht den Vorwürfen nach und fragt im Gespräch mit dem Alttestamentler Thomas Hieke und dem vielfach ausgezeichneten Lyriker Uwe Kolbe: Was ist die Grundausrichtung des Alten Testaments? Und  wie prägt seine Bilderwelt und Sprache uns bis heute?

Das erste Buch der Christen. Wie das Alte Testament uns heute prägt, Sendung von Georg Magirius mit Uwe Kolbe und Thomas Hieke, Musik: Bettina Linck, Ton: Dorothee Fink, Bayerischer Rundfunk, 20. Mai 2018, 8.05-8.30 Uhr, BR2, Katholische Welt, Redaktion: Wolfgang Küpper. (Wiederholung: BR-Heimat, 9.05 Uhr). Hessischer Rundfunk, 05. August 2018, 11.30-12.00, hr2Kultur, Camino, Redaktion: Dr. Lothar Bauerochse.

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Bathseba juckt ihn mehr als Jesus

Das Alte Testament prägt völlig selbstverständlich unsere heutige Vorstellungswelt. Das sagt der vielfach ausgzeichnete Lyriker Uwe Kolbe im Bayerischen Rundfunk in der Sendung “Das erste Buch der Christen”. Das Feature von Georg Magirius ist am Pfingstsonntag, 20. Mai 2018, 8.05-8-30 Uhr auf BR2 zu hören. “Es sind zum Teil wirklich Gebete, in diese Richtung geht es”, sagt Kolbe über sein aktuelles Buch “Psalmen”. “Aber es sind selbst gefundene, selbst geschriebene, keine traditionellen.” Trotz der Originalität seiner aktuellen Gedichte hat sich Kolbe, der 1957 in Ost-Berlin geboren ist, tief in die Psalmen des Alten Testaments eingelesen. Religiös erzogen wurde er nicht, hatte seine erste intensive Begegnung mit der Bibel aber schon als Kind.

Uwe Kolbe Foto (c) Gaby Gerster

Uwe Kolbe hören >>>>>>> hier <<<<<<< (1 min – 1,0 MB): “Und da hatte ich einen Kumpel in der Schulklasse, ganz einfach: Wir haben mit zwölf Jahren beschlossen: Wir würden jetzt doch mal die Bibel lesen wollen. Ich habe mich zu der Zeit begonnen für Bildende Kunst zu interessieren, in Reproduktionen, in Büchern, auf alten Zigarettenbildern, ich hatte eine Sammlung von alten Zigarettenbildern. Und ich verstand die Hälfte dieser Bilder nicht. Die eine Hälfte fing ich gerade an zu verstehen, das war die im Wesentlichen pagane mythologische Welt, das vorchristliche, griechisch-römische Altertum mit seinen fantastischen mythischen Geschichten und Göttergeschichten und Menschensagen. Und dann die andere Hälfte war die biblische Sagenwelt, sagen wir mal, ich sage jetzt mal Sagenwelt oder Mythologie dazu (lacht) – und insbesondere darunter die alttestamentarische. Die Bildwelt des Neuen Testaments, angefangen mit Christus am Kreuz, dem Leid, der Passionsgeschichte, mit der Auferstehung undsoweiter – siehe Matthias Grünewald, Isenheimer Altar, das war mir auch relativ früh bekannt. Was mich aber mehr gejuckt und begeistert hat, das war: Bathseba (lacht). Ich wusste nicht, wer das war. Diese Frau bei Rubens hat mich aber interessiert (lacht).” Uwe Kolbe hören >>> hier <<<< (1 min – 1,0 MB)

Das erste Buch der Christen. Wie das Alte Testament uns heute prägt, Sendung von Georg Magirius mit Uwe Kolbe und Thomas Hieke, Musik: Bettina Linck, Bayerischer Rundfunk, 20. Mai 2018, 8.05-8.30 Uhr, BR2, Redaktion: Wolfgang Küpper (Wiederholung: BR-Heimat, 9.05 Uhr). Hessischer Rundfunk, 05. August 2018, 11.30-12.00, Redaktion: Dr. Lothar Bauerochse, Foto (c): Gaby Gerster.

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Märchenhafte Reise ins Anderswo

Im Kaleidoskop der Wuensche - Darmstaedter EchoWer an eine märchenhafte Weisheit glaubt, trägt deshalb keine rosarote Brille. Das hat die Kulturjournalistin Charlotte Martin in ihrem Beitrag “Kaleidoskop der Wünsche” im Darmstädter Echo vom 28. Februar 2018 geschrieben. Sie verweist dabei auf die Lesung von Georg Magirius aus „Gute Wünsche aus der Bibel“ in der Groß-Gerauer Stadtkirche. Er habe mit seiner Wunschlesung dem Denken nicht Lebewohl gesagt, aber auch keine abgehobene Lehrstunde abgehalten, mit der man sich eine uralte Weisheit bequem auf Abstand halten könne. Vielmehr habe es sich um eine klug komponierte Reise aus einem Gestern heraus gehandelt. „‘Es war einmal“ – mit diesen drei Worten beginnen Märchen. Georg Magirius entlarvte sie als eine ins imaginierte Anderswo abzielende Umschreibung, die keineswegs auf Vergangenes hinweise.“ Basis waren „Texte der Bibel sowie philosophische Anstöße – etwa aus Ernst Blochs Buch ‚Das Prinzip Hoffnung‘ – als auch eigene Erfahrungen.“ Begleitet wurde Magirius von der Georg Magirius Gute Wünsche aus der Bibel - Das biblische Land bei TübingenKonzertharfenistin Bettina Linck, „die mit spirituellen Klängen und Interpretationen Bachscher Musik viel zum entspannenden Flair der vom Sonnenlicht durchfluteten Kirche beitrug.“

Die nächse Konzertlesung “Heute, da das Wünschen wieder hilft”: 30. Juli 2018 in Dietzenbach, Ev. Rutkirche, 19.00, Das Buch zur Lesung: Georg Magirius, Gute Wünsche aus der Bibel, 64 Seiten, Hardcover, Herder Verlag, mit zahlreichen Fotos, Lektorat: Dr. Dietrich Voorgang, ISBN 978-3-445132-871-8, 10.00 Euro.

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Was hat Jesus Neues gebracht? Das Alte

Thomas Hieke Foto von Benedict SchöningDie Liebe kann als Grundausrichtung des Alten Testaments verstanden werden. Das sagt der Alttestamentler Thomas Hieke im Bayerischen Rundfunk in der Sendung “Das erste Buch der Christen”. Das Feature von Georg Magirius ist am 20. Mai 2018 auf Bayern 2 zu hören.

Eine hintergründige Kraft

Die Liebe werde im Alten Testament allerdings nicht permanent beim Namen genannt, sagt der Professor an der katholisch-theologischen Fakultät der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. “Als Begriff kommt sie relativ spät im Leseverlauf der Bibel vor. Und da auch erst einmal die Liebe unter Menschen. Und erst spät kommt eine Idee auf, dass der Mensch Gott lieben soll und dass Gott Menschen liebt.” Dass die Liebe eher indirekt auftauche, mache deren Bedeutung allerdings nur stärker. Dadurch zeige sich gerade das Wesen der Liebe, die nicht lauthals proklamiert oder erzwungen werden könne. Aber wie passt das zu der fast sprichwörtlichen Rede vom finsteren und rachgierigen Gott des Alten Testament? Das sei ein Vorurteil, sagt Hieke.

>> Thomas Hieke >>> hören <<<< (mp3, 0.30 min, 0,5 MB) – Ich habe in einer Erwachsenenbildung mal die Frage gestellt, was denn jetzt Jesus so Neues gebracht habe? Und dann kam die Antwort: Die Nächstenliebe! Da habe ich gesagt: Daneben! Die Nächstenliebe steht bereits im Buch Leviticus, Kapitel 19, Vers 18: Da steht das Gebot: Du sollst deinen Nächsten lieben. Er ist wie du – oder wie wir es besser kennen – wie dich selbst. Das hat Jesus also  aufgegriffen aus dem Alten  Testament, aus der Tora. >> Thomas Hieke >>> hören <<<<< (mp3, 0.30 min, 0,5 MB)

Das erste Buch der Christen. Wie das Alte Testament uns heute prägt, Sendung von Georg Magirius mit Uwe Kolbe und Thomas Hieke, Musik: Bettina Linck, Bayerischer Rundfunk, Pfingstsonntag, 20. Mai 2018, 8.05-8.30 Uhr, BR2, Katholische Welt, Redaktion: Wolfgang Küpper. (Wiederholung: BR-Heimat, 9.05 Uhr), Hessischer Rundfunk, 05. August 2018, 11.30-12.00, hr2Kultur, Camino, Redaktion: Dr. Lothar Bauerochse. Foto: Benedict Schöning.

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