Zum 85. Geburtstag von Gabriele Wohmann

Am 21. Mai 2017 wäre Gabriele Wohmann 85 geworden. Um wen handelt es sich bei Gabriele Wohmann? Die Neue Zürcher Zeitung adelt die 2015 Verstorbene als “Meisterin der Kurzgeschichte”. Sie sei deren “absolute Herrscherin”, urteilt die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die – so der Mitteldeutsche Rundfunk – “unangefochtene Königin der Kurzgeschichte”. All diese royalen Ehren hat sie allerdings erworben, indem sie die Niederungen des Alltags in den Blick genommen hat. So hat sie in dem 2011 veröffentlichten Buch “Sterben ist Mist, der Tod aber schön” ihre Strategie verraten, wie sich am besten Geburtstag feiern lässt: “Der Geburtstag wird gehandhabt wie ein Schnupfen, drei Tage kommt er, drei Tage bleibt er, drei Tage geht er. Das mit dem kommt er, das nehmen wir nicht mehr so wörtlich, aber nachdem der Tag vorbei ist, heißt es: Heut ist immer noch Geburtstag. Denn das Abfallen danach ist furchbar, diese Fallhöhe. Auf einmal ist man wieder jedermann.” 

Ein von Karen Lehwald erstelltes Porträt zum 85. Geburtstag von Gabriele Wohmann beim Sender 3sat >> hier.

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Drei Stimmen gegen das Loslassen-Müssen

Wer trauert, darf ruhig trauern, heißt in der Hilfsbranche oft. Jedoch: Irgendwann müsse der Verlust überwunden werden, die Trauer sich verwandeln. Es gelte  loszulassen.  Aber gerade dieses Loslassen-Müssen stellt die Politilogin, Journalistin und Bloggerin Antje Schrupp in ihrem Beitrag “Mit der Trauer weiterleben” der Dezemberausgabe 2015 der “Arbeitshilfe zum Weitergeben” in Frage: “Vielleicht ist das das Wichtigste beim Trostfinden: Sich nicht an abstrakten Normen davon, ‘wie es richtig wäre’, zu orientieren, sondern den eigenen Gefühlen und Intuitionen zu vertrauen. Also die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass es so, wie man es macht, vielleicht ganz einfach okay ist.” Schrupp beruft sich auf Ayten Adalilar, die ihren Sohn verloren hat, als er 16 war. Sie sagt: „Da ist ein Feuer in mir drin”. Manchmal brenne es stark, manchmal ziehe es sich zurück. Aber es gebe Tage, dann sei alles wieder da. “Eine Mutter vergisst das nicht.”

Mit der Trauer weiterleben

Statt die Trauer überwinden zu wollen, helfe es, mit der Trauer auf gute Weise weiterzuleben, schreibt Schrupp. Und sie verweist auf den Theologen Georg Magirius, der  “Schmetterlingstango” über seine totgeborene Tochter schreibt: “Also gut, ­beschließe ich erneut: Ich lasse meine Tochter gehen! Sie allerdings scheint auf eigenwillig andere Weise sehr leben­dig zu sein, denn immer kommt sie zurück, ohne dass ich das Gefühl habe, dass sie mich damit am Leben hindern wolle. Denn gerade sie gibt mir oft die Sicherheit, in der einzig richtigen Haut zu sein, nämlich in meiner: Wenn ich traurig und unruhig bin, rufe ich mir ihr Bild vor Augen: Augenblicklich werde ich ruhig.”

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Erdrutsch bei Vertrauenstour

Grottenweg im Spessart Foto von Georg MagiriusWer könnte diesen Weg verstehen? Ruckartig ändert er die Richtung, führt Berge direkt hinauf. Wildschweine sind mit ihm vertrauter als Wanderer, zeigt der aufgewühlte Boden. Brennnesseln fühlen sich hier heimisch und kniehoch steht mitunter das Gras. Nein, es ist nicht verständlich: 25 Pilgerinnen und Wanderer unter Leitung des Theologen und Schriftstellers Georg Magirius wollen an diesem Maitag des Jahres 2017 ausgerechnet auf diesem Weg von Heigenbrücken nach Heinrichsthal im Hochspessart kommen. Es ist der sogenannte Grottenweg – sein Name klingt wie ein Programm.

Atemnot

EntwurzelungDoch, doch, ergibt eine Blitzumfrage, sie seien tatsächlich freiwillig zu der Spirituellen Wanderung der Reihe GangART aus Würzburg und Frankfurt angereist, aus Retzbach und Seligenstadt, aus Hainburg und Karlstadt, Arnstein und Mainhausen, Gemünden und Aschaffenburg, aus dem Jossgrund und Lohr. Aber dann? Kommt die Atemnot – und das unweit des Luftkurortes Heigenbrücken. Und? Ein Hang ist gerade abgerutscht, entwurzelte Bäume mitten auf dem Weg: Stillstand. Ein neuer Weg muss sich erst finden. Und schon wieder folgt ein Anstieg und mit ihm das nächste Schwitzen, obwohl es eher kühl an diesem Maitag ist. Und dann wieder der Refrain: Gestrüpp, immerzu Gestrüpp.

Matsch

Kniehohes GrasDieser Gang ist unvertraut. Niemand hat ihn zuvor trainieren können. Obwohl man doch nicht unerfahren ist, viele Wege schon gegangen. Aber eben nicht ihn, jetzt an diesem Tag im Monat Mai, der Boden, Bäume, Büsche auf eine Weise animiert, dass der Orientierungssinn zuzuwuchern droht. Und erneut sinken die Füße ein in Matsch. Auf erschütternde Weise wühlt der Weg auf, begeistert und erschöpft. Nein, das ist nicht zu verstehen. Es euphorisiert, macht wütend, schweigsam, dann fließen wieder Worte ungehemmt wie selten – und all das unkontrollierbar durcheinander.

Frühlingsgrün

Die Gewöhnlichkeit sieht anders aus, gibt es sie denn überhaupt? Es hätte doch auch anders gehen können, besinnungsnett und um einiges gemütlicher. Aber das Leben lacht den Konjunktiv aus. Nein, es ist nicht zu verstehen, wie kaum aushaltbar realistisch das ist. Und kraftvoll. Denn niemand wird erklären können, warum dieser Weg so freundlich, direkt und gnädig ist: frühlingsgrün vom ersten bis zum letzten Schritt.

Die Reihe GangART

Frisches GrünGeorg Magirius hat 2009 GangART begründet, eine fortlaufende Reihe spiritueller Tageswanderungen durch Spessart, Odenwald, Haßberge, Rhön, Steigerwald, Fränkischem Weinland, Taunus und Schwarzwald. Bei 36 Touren nahmen 800 Wanderer teil. Von Georg Magririus zum Thema Pilgern zuletzt erschienen: “Frankenglück. 33 Orte zum Staunen und Genießen” im Würzburger Echter Verlag und “Schritt für Schritt zum Horizont” im Freiburger Herder Verlag.

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Drei Wege zu einer neuen Glaubenssprache

Wortwerkstatt Foto von Matthias KeilholzWie findet man eine Sprache für das Unfassbare? Wie lässt sich sprechen von dem, was als intim und allumfassend gilt, als verwandlungskräftig, winzig und unerreichbar groß, ein Himmels-Traum und Sehnsuchtsraum – Gott? Das war das Thema der Wortwerkstatt am 4. Mai 2017 auf dem Klausurkonvent des Kirchenkreises Naumburg-Zeitz. Unter Leitung des Schriftstellers Georg Magirius und der Konzertharfenistin Isabelle Müller fahndeten Pfarrerinnen, Gemeindepädagogen und Kirchenmusiker nach ungewohnten Wegen zu einer Sprache des Glaubens.Der Leitfaden bei dieser Suche lautete: Wortfreiheit.

Staunen und Stottern

Wortwerkstatt mit Isabelle Müller und Georg Magirius - Foto von Matthias KeilholzWortfreiheit – das kann bedeuten, die kindergroße Freiheit zu haben, biblische Texte aus der Gewohnheit herauszureißen und anzustaunen, sich über sie zu wundern, zu ärgern und zu lachen. Das gewohnte Reden jedenfalls dürfe ins Stolpern kommen, sagte Magirius. Ein Vershaspeln helfe, dem Lebendigen und Nicht-Festgelegten näher zu kommen. So wurden in der Werkstadtt statt theologischer Richtigkeiten persönliche, oftmals in der Kindheit begründete Erfahrungen und Bilder zu Tage befördert und schließlich mit dem Bibeltext zum Sonntag Kantate verknüpft, der Kindergeplärr als angemessene Sprache für das Sprechen vom Unbegreiflichen anzubieten scheint. Das wiederum mündete in die Sprache der Harfe, des vielleicht biblischsten Instrumentes überhaupt. Eine Wortfreiheit im ganz konkreten Sinn – ein Sprache frei von Worten.

Lachen und locken

Georg Magirius Foto von Matthias KeilholzKombiniert wurde die Wortwerkstatt mit einer Konzertlesung, die biblische Liebesgeschichten in die Gegenwart hinübertrug. Georg Magirius las aus aus “Traumhaft schlägt das Herz der Liebe”, durchflochten vom Spiel Isabelle Müllers. “Er – ein Meister der Worte, der leisen und der lauten, der humorvoll-ernsten und der ernsthaft-humorvollen”, urteilt Pfarrer Matthias Keilholz in seinem Blog “Keilis Sicht”. Magirius’ “Geschichten lassen leise schmunzeln und kräftig lachen. Sie locken in die Stille, beflügeln, erden, verführen, bleiben haften.”

Glitzern und Rauschen

Isabelle Müller Foto von Matthias KeilholzAuf der anderen Seite Isabelle Müller: “Sie – eine Meisterin des Instrumentes der Könige und Hirten. Brillant und klar erklingen die Töne ihrer Konzertharfe, sie fegt über die Saiten, zaubert Klangfülle, lockt und versteckt Melodien, lässt Sterne glitzern und Flüsse rauschen, lässt hören, was keine Worte hat.” Gemeinsam hätten sie unter dem Titel “Sieben tote Ehemänner” biblische Liebesgeschichten erzählt: “Töne umspielen Worte. Worte fordern Klänge heraus. Und vor Augen und Ohren entstehen Bilder in prächtigen Farben.”

Alle Fotos stammen von Matthias Keilholz. Weitere Fotos im Blog >> Keilis Sicht.

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Unerreichbar und abgeschieden

Georg Magirius Reihe GangART Foto von Petra MatheinWir schreiben den 29. April des Jahres 2017. Ungeheuerliches geschieht in Bad König, einem Kurort, der im Odenwald liegt,  in einem Mittelgebirge, das die Unverfrorenheit besitzt, von keiner einzigen Autobahn durchschnitten zu werden. Vielleicht auch deshalb wirkt der Samstagvormittag in dem Kurort nicht auf schreiende Weise geschäftig. Doch nun, um exakt 10.41 Uhr geschieht etwas noch viel Unverfroreneres: 20 Wanderer Stillewegund Pilgerinnen sagen in diesem Augenblick selbst noch dieser fast gelassenen Betriebsamkeit Adieu. Unter Leitung des Frankfurter Theologen und Schriftstellers Georg Magirius kappen die Tagespilger auf der Tour der Reihe GangART sämtliche Leitungen.

Abseits der Aufgeregtheit

Was nun beginnt, ist „Das Ende der Erreichbarkeit“. So lautet das Thema der Tour. Die Pilger begeben sich auf einen Weg, den viele Zeitgenossen für ein Abenteuer halten, das nach menschlichem Maßstab nicht zu überstehen sei. Und selbst wer aus diesem Abenteuer ins gewöhnliche Leben zurückkehre, werde schwer gezeichnet sein, heißt es. Denn die Frage ist, ob man sich nach solch einer Erfahrung jemals wieder frei von Komplikationen in die sogenannte “Community der Aufgeregtheit” eingliedern will.

Alle Nervosität bleibt im Tal

Rast mit Aussicht Eiche MomartSchon haben sich die Abenteurer der Asphaltgrenze von Bad König angenähert. Und nicht nur das, sie gehen einfach über sie hinweg! So wandern sie dem Anspruch davon, am besten immerzu erreichbar zu sein. Das Ideal, sekundenschnell zur Stelle zu sein, wird gleich für mehrere Stunden ausgehebelt. Und alle Nervosität bleibt zurück im Tal.

Das Gewichtige fällt ab

Es geht den Berg hinauf, hinein in die Landschaft der Abgeschiedenheit. Und was geschieht? Der Weg aus der Unabkömmlichkeit heraus ist trotz aller Steigungen leicht und heiter. Denn die sich öffnende Weite ruft, piept und klingelt nicht. Stattdessen gibt sie jenen, die sich von ihr betören lassen wollen, die Gewissheit, nun endlich einmal nicht mehr wichtig sein zu müssen. Das also ist das Wichtige dieses Augenblicks: alles Gewichtige fällt ab.

Ausblick Eiche Momart

Ruhiger Wellengang

Da sind die Pilger vom Galgenberg hinabgewandert und schauen an der Eiche Momart in die Wellenkämme einer fernen Hügellandschaft. Die Wellen geben selbst bei eingehendster Betrachtung nicht den geringsten Anlass zu der Vermutung, sich jemals von irgendetwas oder irgendjemandem aufwühlen zu lassen. Von solcher Art sind die Nachrichten, die die vom geschäftigen Weg Abgekommen nunmehr erreichen.

Frei von Getöse

Die Nachrichten stammen aus keinem Gerät, von keinem Menschen. Stattdessen ist da der Gesang der Vögel. Oder auch das helle Grün eines endlos wirkenden Leicht und heiter berganHeidelbeerstrauchmeers im Wald bei Weiten-Gesäß. Auch dieses Meer benötigt kein Getöse, um wahrgenommen zu werden. Es drängt sich nicht auf, öffnet sich freilich jedem, der den Mut hat, seine Schritte endlich einmal wieder im eigenen Rhythmus zu setzen: unerreichbar, leicht und heiter.

Die 2009 von Georg Magirius begründete Reihe GangART ist eine fortlaufende Reihe Spiritueller Tageswanderungen durch Steigerwald, Fränkisches Weinland, Rhön, Spessart,Haßberge und Odenwald. Bei 36  Touren nahmen etwa 800 Wanderer teil. Die nächste Tour unter dem Motto “Verborgene Kräfte” ist am 20. Mai 2017 im Hochspessart. Von Georg Magirius zuletzt zum Thema erschienen: “Frankenglück. 33 Orte zum Staunen und Verweilen.” Fotos: Büro Magirius, Heike Herwig, Petra Mathein. >>> Zum Anschauen der Bilder unten jeweils das Foto anklicken >>>

Das Ende der Erreichbarkeit - Foto von Heike Herwig

In MomartFreiheit Foto von Heike HerwigBlick von Eiche Momart Odenwald Foto von Heike Herwig

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Wohmanns Werk in Wien

Am 21. Mai 2017 wäre Gabriele Wohmann 85 Jahre alt geworden. Wenige Tage vorher, am 9. Mai, feiert das Erste Wiener Lesetheater das Werk der “unangefochtenen Königin der Kurzgeschichte” (MDR), die 2015 gestorben ist. Es lesen die Schauspielerin und Astrologin Sigrid Farber, die Schriftstellerin und Germanistin Judith Gruber-Rizy, die Schauspielerin Angelika Raubek und die Schauspielerin Gabriela Schmoll, die für Textzusammenstellung und Gestaltung des Abends verantwortlich ist. Dienstag, 9. Mai 2017, Amerlinghaus, Stiftgasse 8, 1070 Wien – Mehr

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Intelligenz läuft

Wer Extremsportarten wie Ultramarthon ausübt, läuft nicht vor den Aufgaben des Lebens davon, sondern steht verantwortungsvoll im Leben. Das hat Harry Arndt im Hessischen Rundfunk in der Sendung “Forum Leib und Seele” gesagt. Arndt gehört zu den Pionieren unter den Ulramarathonläufern in Deutschland und hat mehrere Rekordmarken im 100-Kilometer-Lauf aufgestellt.  Als Organisator des Ultramarthons in Hanau-Rodenbach ist ihm aufgefallen: “Die Intelligenz ist überdurchschnittlich vertreten.” Viele Akadameiker, provomovierte Akademiker und auch einige Professoren befänden sich unter den Teilnehmern. Das lange Laufen könne man also kaum als Flucht vor den Herausforderungen des Lebens interpretieren, wie es manche Psychologen tun würden. Arndt: “Ich kann mir vorstellen, dass man als Lägern im Berufsleben oder in anderen Bereichen ein stärkere Ausdauer aufweist, um ans Ziel zu kommen und sich durchzusetzen.” Das Porträt “Laufen ohne Ende” von Georg Magirius über Harry Arndt > hören, das Manuskript > lesen. Redaktion: Dr. Lothar Bauerochse.

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Gut Geschrei im Bibelhaus

Auf neue Weise wird im Frankfurter Bibelhaus nach dem Ur-Impuls der Reformation geforscht – und zwar am 6. Mai 2017 um 22 und 23 Uhr während der Frankfurter und Offenbacher Nacht der Museen. Dann bringen die Konzertharfenistin Bettina Linck und der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius Luthers Bibelglück neu zum Klingen und fragen: Findet sich der reformatorische Ur-Impuls, die Gerechtigkeit aus Glauben, heute im Liegestuhl? Um 23 Uhr wird ein zweites Mal die von Luther Silvia Meier (c) Bibelhaus Erlebnismuseum Frankfurt am Mainals “gut Geschrei” bezeichnete Bibel aus der Vergangenheit herausgerissen und in die Gegenwart platziert. Dann tritt das erste Liebespaar der Welt auf: Adam und Eva rebellieren in der FKK-Ferienclubanlage. Nur wie wird der Erbauer der Ferienclubanlage reagieren? Und was wird aus den Rebellen? – Die Leitung hat Silvia Meier, Geschäftsführerin der Frankfurter Bibelgesellschaft e.V. Foto: (c) Bibelhaus.

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Die 12 wichtigsten Pilgeretappen

Bei den wichtigsten Pilgeretappen handelt es sich um Situationen und Stationen, die einem bei so gut wie jeder Tour begegnen können, nämlich: Aufbruch, Gehen, Weite, Stille, Pilgerstab, Schlucht, Rasten, Quelle, Berg, Erschöpfung, Ruine, Ziel. Das schreibt der Theologe Georg Magirius in seinem Pilgerbuch “Schritt für Schritt zum Horizont“. Für diese Etappen habe er Lieder und Bibeltexte “sehr sorgfältig und mit viel Einfühlungsvermögen ausgewählt”, urteilt Elisabeth Buchcover - Schritt für Schritt zum Horizont Werkbuch Pilgern Von Georg Magirius im Herder VerlagDubbelmann in der Dezemberausgabe 2015 von Pilgerstab, der Zeitschrift der Santiago-Freunde Köln. Magirius’ Buch biete auch Gebete, Segenstexte, Meditationen – einfach alles, um eine Pilgertour auf intensive Weise zu erleben. “Auch kann es einen in bestimmten Situationen wie Mutlosigkeit und Erschöpfung sehr gut unterstützen.” Fazit: “Ein sehr schön gestaltetes und wertvolles Begleitbüchlein für alle, die sich auf den Weg machen wollen.”

Georg Magirius, Schritt für Schritt zum Horizont, Pilger-Werkbuch, Lektorat: Dr. Esther Schulz / Clemens Carl, 17,99 Euro,  224 Seiten, Softcover mit Lesebändchen, ISBN 978-3-451-31311-0, Herder Verlag, Freiburg im Breisgau. >>> Weitere Informationen zum Buch.

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Verborgene Kräfte

Grottenweg im SpessartEine Spirituelle Wanderung unter dem Motto „Verborgene Kräfte“ führt am 20. Mai 2017 im Spessart von Heigenbrücken nach Heinrichsthal (Bericht und Fotos der Tour >> hier). Die Gruppe unter Leitung des Theologen und Schriftstellers Georg Magirius bildet sich für die Pilger-Tagestour der Reihe GangART ganz neu.

Das Recht auf Pausen

Die Frühlings-Wanderung ist ideal für all jene, die Lust am Aufbruch spüren und nach neuen Kräften suchen. Damit wird eins der vielleicht extrem verteidigten Tabus der Gegenwart unterwandert. Gewöhnlich nämlich gilt es, sich am besten immerzu als fit und optimistisch darzustellen, also niemals schlapp, gelangweilt, traurig oder krank zu sein. Die Pilgerwanderung geht hingegen davon aus, dass der Mensch ein Recht auf Pausen hat. Gerade sie ermöglichen es, einmal fortzugehen, sich zurückzuziehen und sich seiner Lebensquellen zu vergewissern.

Überraschende Richtungswechsel

Gewandert wird im Spessart auf dem sogenannten Grottenweg. Der Weg passiert mehrere Mariengrotten. Der Name freilich könnte auch als Beschreibung für die Beschaffenheit des Weges verstanden werden: Hexenbaum auf dem Grottenweg bei HeigenbrückenBei ihm handelt es sich um einen Kontrast zum Ideal des rein gefegten Bürgersteigs. Selten verläuft der Weg eben.

Ohne roten Teppich

Er kennt wie das Leben selbst überraschende Richtungswechsel und ein nahezu unaufhörliches Auf und Ab. Wer sich auf den Grottenweg begibt, wird nicht wie auf einem roten Teppich beklatscht. Stattdessen warten Wurzeln, Moos und Steine. Und mit dem Hexenbaum weist er einen Höhepunkt auf, dessen Geäst gruselig in den Himmel ragt.

Auf dem grünen Teppich

Lohrbach am Grottenweg im SpessartWarum ausgerechnet hier nach neuen Kräften suchen? Weil einem im Rückzug eine beeindruckende Stärke erwarten kann. Außergewöhnlich lebendig wirkt der grüne Teppich auf dem urwaldähnlichen Weg, dazu die Aussicht in die Weiten des Spessarts und das unaufhörliche Sprudeln des Lohrbachs. Er ist besonders gut zu hören, weil mehrere Abschnitte der Tour schweigend gelaufen werden.

Länge der Tour und weitere Fakten

Verborgene Kräfte: Spirituelle Wanderung der Reihe GangART, Samstag, 20. Mai 2017. Länge: 10 Kilometer, reine Gehzeit: ca. 3,5 Stunden. (Bericht und Fotos dieser zurückliegenden Tour >> hier). Es wird auch bei Regen gegangen. Anfangs- und Endpunkt der Tour liegen direkt an der Regionalexpresstrecke Bamberg-Würzburg-Aschaffenburg-Hanau-Offenbach-Frankfurt. Gemeinsame Anreise nach Absprache von Frankfurt und Dettingen (Main) aus möglich. Zu essen und zu trinken mitnehmen. Möglichkeit zur Einkehr am Ende der Tour, nach derMarkierung Blaues M - Grottenweg im Spessart Rückkehr mit dem Bus von Heinrichsthal am Ausgangspunkt Heigenbrücken.

Die Reihe GangART

Georg Magirius hat 2009  GangART gegründet, eine fortlaufende Reihe Spiritueller Tagestouren in Rhön, Steigerwald, Schwarzwald, Spessart, Odenwald, Taunus, Fränkischen Weinland und in den Haßbergen. Bei 35 Touren nahmen fast 800 Wanderer teil. Inspiriert ist die Tour “Verborgene Kräfte” auf dem Grottenweg von Magirius’ 2016 im Echter-Verlag erschienenen Wander-Buch „Frankenglück. 33 Orte zum Staunen und Verweilen“.

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