Gefährliche Demut

Demut ist lebensgefährlich, wenn sie als völlige Ergebenheit verstanden wird. Darauf weist der der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius in der Evangelischen Sonntags-Zeitung vom 4. August 2019 hin. Hilfreich sei dagegen Demut als Hingabe ans Leben zu verstehen – verbunden mit der Überzeug, kein Nichts zu sein. Das zeige sich beispielhaft beim Schwimmen. Dort gebe es zuweilen die Erfahrung von Momenten, die an an ein Schweben erinnerten. Und dabei komme es tatsächlich darauf an, sich ergeben auf dem Wasser auszustrecken. Das gelte aber nur für einen Augenblick! Und auch dieser entstehe nur, wenn man davor und danach die hingebungsvolle Lust an der Bewegung nicht leugne. Denn sonst lasse sich “die erhebende Kraft des Wassers nicht spüren”. Man würde “sinken oder sich am Wasser verschlucken”. Den vollständigen Beitrag lesen >> hier. Redaktion: Martin Vorländer.

Posted in Allgemein | Tagged , , , , | Leave a comment

Die Kraft der Langsamkeit

Die Langsamkeit hilft bei der Suche nach einem guten Lebensrythmus. Das behauptet der Schriftsteller Georg Magirius im Evangelischen Kirchenbote, dem Sonntagsboten für die Pfalz, vom 26. Juli 2019. Beispielhaft zeigt das laut Magirius beim Schwimmen: “Je sorgfältiger ich mich bewege, desto leichter fühlt sich das Schwimmen an. Und so passiert es manchmal, dass ich über­haupt nicht außer Atem komme, dafür aber in einen Rhythmus, der mich glauben lässt: So könnte es jetzt immer weiter gehen!” Den Beitrag “Im Freibad auf der Suche nach Stille” lesen >> hier. Redaktion: Florian Riesterer.

Posted in Allgemein | Tagged , , | Leave a comment

Eine Antwort auf die “Brüller” dieser Zeit

“In Zeiten von Reizüberflutung, Massenmails und dem zigten Streaming-Sender und Social-Media-Kanals geht es in dem neuen Buch von Georg Magirius um dessen Antwort auf all das Getöse in der Welt: Stille erfahren. Abschalten.” Das schreibt der Theologe, PR-Berater und Lektor Otto Ziegelmeier auf der mehr als 8,5 Millionen Besucher zählende Internetplattform Theology.de im August 2019. Wer meine, dass es wegen des leisen Thema langweilige werde, werde enttäuscht, urteilt Ziegelmeier. “Es wird spannend, wenn Autorinnen und Autoren von ihren Stille-Erfahrungen erzählen: beim Rückenschwimmen im Regen, bei der (Nicht-)Besteigung des Kilimandscharo … mal zart, mal sachlich, mal verspielt. Ja, Stille erfahren kann sehr mit-nehmend sein.”

Ideal für die pädagogische Praxis

Das Buch könne man gut still für sich lesen, lasse sich aber auch gezielt in der pädagogischen und pastoralen Praxis einsetzen: “Die ganz unterschiedlichen Texte lassen dabei schon jene tiefe Ruhe ahnen, von der sie erzählen, in die sie einen hineinnehmen. Somit ist der Band ideal für Lesekreise, Meditationen, Gottesdienste, Schulunterricht und für jeden, der nicht allen ‘Brüllern’ dieser Zeit hinterherlaufen möchte. Die große Vielfalt der Stille beschreiben die Texte von Amet Bick, Manuela Fuelle, Uwe Kolbe, Georg Magirius, Ann-Kristin Rink, Bernardin Schellenberger und Arnold Stadler.

Georg Magirius (Hg.), Stille erfahren, 128 Seiten, gebunden, Lektorat: Dr. Esther Schulz und Jochen Fähndrich, ISBN: 978-3-451-34996-6, Herder Verlag 2019. 

Posted in Allgemein, Stille | Tagged , , | Leave a comment

Aufrecht bleiben im Beruf

“Ich halte es für eine Pflicht, niemals die Pflicht ins Feld zu führen, wenn die Freude an der Arbeit gefährlich schwindet.” Das schreibt der Schriftsteller Georg Magirius im Titel kommentar “Komm!” vom 4. August 2019 in “Die Kirche”, der Evangelischen Wochenzeitung für Berlin, Brandenburg und die schlesische Oberlausitz. Freiberufler Magirius beruft sich dabei auf die Exodustradition des Alten Testaments: Ihr zufolge sollen die damals aus der Sklaverei befreiten Menschen nie wieder in Arbeitsverhältnisse geraten, in denen sie buckeln müssen. Den Beitrag lesen >> hier. Redaktion: Sibylle Sterzik.

Posted in Allgemein | Tagged , , | Leave a comment

Mitgenommen vom großen Legato des Lebens

Rundklang, Ganzklang, Weitklang … man sucht nach ungewohnten Worten, um den Charakter der CD “Water Scenes” treffend zu beschreiben. Vielleicht aber kann man sich ihm am besten paradox annähern: Dieses Werk ist von einem Gleichmut durchzogen, der aufwühlt und beruhigt. Es ist der Mut, trotz Unterschieden den Ton des Gemeinsinns anzustimmen.

Herrschaftsfrei

Denn das Spiel der Klarinettistin Kerstin Figge und der Harfenistin Christiane Voth ist davon bestimmt, dass nichts für sich zu klingen braucht. Natürlich ist immer wieder einmal die eine der beiden Folkwang-Absolventinnen allein zu hören, dann wieder die andere, was aber kein Wettstreit um eine musikalische Vorherrschaft ist. Ein Wort wie Herrschen ist hier ohnehin völlig fehl am Platz. Die andere Stimme setzt zuweilen so unmerklich ein, dass man gar nicht sicher weiß, ob schon wieder beide zu hören sind. Das ist so verwirrend gekonnt, dass sich der Klang der einen kaum vom Klang der anderen unterscheiden lässt, sie fließen ineinander.

Gewitzt

Was aber kein Alles-ist-ein-Einerlei zur Folge hat. Der Klang des Albums schwimmt nicht im Strom des Üblichen. Das ist es ja gerade! Bei den “Water Scenes” handelt es sich nicht um ein mit Korrektheit ausgeführtes Zusammensetzen zweier Duo-Klang-Hälften in Baukastenmanier. Genauso wenig findet sich das in eine andere Reichtung zielende, aber ähnlich verbreitete Abbrennen eines akzentuiert-affektierten Effektfeuerwerks. Das Musizieren der beiden ist einfach dazu da, mit der jeweils anderen in ein Spiel zu treten, um zu jener gewitzten Ruhe zu finden, aus der etwas Neues entstehen kann.

Umfassend

Von mehreren Kontinenten stammen die Szenen der CD, etwa vom zeitgenössischen Harfenisten Bernard Andrés oder der Komponistin Skaila Kanga, auch vom Impressionisten Claude Débussy oder der in der Wiener Klassik sich bewegenden Maria Theresia von Paradis. Es findet sich ein Tanz aus dem 16. Jahrhundert, dazu Traditionelles, dessen zeitlicher Ursprung nicht fassbar ist. Und doch klingt all das wie ein Ganzes. Zwischen den Stücken sind keine auffälligen Pausen montiert – nach dem Motto: Aufgepasst, jetzt kommt etwas Anderes! Fast scheinen die Stücke ineinander überzugehen, die Grenze jedenfalls wirkt nicht wie ein Ende oder Abbruch, sondern wie ein logisches Atemholen. Der Kontrast ist nicht das Ziel. Wie sich überhaupt keine exzentrischen Mount-Everest-Posen finden, genauso wenig der handelsübliche Missbrauch eines Schlussakkords zum Auftrumpfen der eigenen Wichtigkeit.

Natürlich

Das mag daran liegen, dass der Klang der Klarinette an keiner Stelle in das von manchen gefürchtete Näselnde wandert, in dieses In-den-Vordergrund-Drängende, in ein Hallo-jetzt-durchdringe-und-übetöne-ich-alles-Andere-durch-mein-bewusst-forciertes Timbre, das weder Klang noch Widerspruch neben sich duldet. Nein, vollendet atemreich spielt Kerstin Figge, ein weicher, voller, warmer Ton ist das. Selbst schnelle Tempi, in die die Wasserszenen zuweilen münden, wirken so, als hätten diese sich von selbst gewählt: natürlich. Nichts stürzt dann – wie man das bei hochgejubelten Virtuosen manchmal erleben muss – heftig prasselnd voraus, um den Lauschenden abzuhängen, der den virtuosen Sprinterinnen hechelnd nachzuschauen hat: kaum noch erkennbar sind die Könner, am Ziel, lauter Sieger. Man selbst aber ist auf der Strecke geblieben, ringt noch immer um Atem – einfach nur ein Hörer, der nicht davon lassen will an einen Klang zu glauben, der mitnimmt und trägt.

Gönnen

Dieser provozierende Verzicht auf ein zum reinen Leistungssport mutierten Musizieren führt dazu, dass sogar der übliche Klezmer-Sound unterwandert wird. In Deutschland hat dieser im Publikum ein sofort einsetzendes und reflexhaft wirkendes fröhliches Nicken zur Folge, verbunden mit Jajajas und hüpfend-schnickenden Ah-Oh-Ah-Bestätigungen. Doch bei den Water Scenes erkennt man anfangs kaum, worum es sich handelt. Denn eine traditionelle Weise wie Miriambrunnen wird nicht mit Salti, Schrauben und anderen turbulenten Verrenkungen auf der Klarinette dargeboten. Stattdessen ist da erneut dieses Fließen, ein fantastisch und weit ausgelegtes Legato, das die Fröhlichkeit von aller verkrampften Aufgedrehtheit befreit. Kerstin Figge ist jemand, die gönnen kann, sich selbst und anderen: Luft.

Bewusst

Oder haben die beiden Interpretinnen diesen aufregend ruhigen Gleichklang gar nicht gewählt? Weil sie auf den Stil hackend-hechelnder Artistik nicht zurückgreifen können, weil dieser sich aus welchen Gründen auch immer nicht in ihrem Repertoire befindet? So wird vielleicht mancher fragen, da es so selten und dadurch herrlich eigenwillig ist: dieses Ineinandertönen, dem es nie ums Übertönen geht. Doch nein! Dieser Klang ist ein die ganze CD bestimmendes, grundierendes, bewusstes Wollen. Das leuchtet schon deshalb ein, wenn man an das Instrument der Harfe denkt. Viele nennen sie Königin der Instrumente, wenn sie nicht gerade Fans der Orgel sind.

Selbstverständlich

Weshalb es dann beim Harfenspiel gern darum geht, sich mit der Pracht des Instruments in die Höhe, ins Licht, am besten zu den Engeln zu katapultieren. Wo es freilich nicht ums Fliegen, sondern ums Thronen geht, also weniger darum, dass die Musik als Botin einer erhebenden Macht werden kann. Christiane Voth indessen spielt kein einziges Solostück und sich nicht auf. Es klingt erleichternd irdisch, ihr stetes Strömen, das den Eindruck vermittelt, niemals müde zu werden, klänge es tatsächlich immer weiter. Getragen von einer Selbstverständlichkeit, die nie dem Wahn verfällt, sich vom Fluss des Lebens unterscheiden zu wollen. Was aber kein willenloses Mitschwimmen ist! Stattdessen hört es sich wie ein Ja dazu an, dass weder Verharren noch Erstarren zu einer Lösung führt.

Mit leichten Zügen

Oder ist dieser Höreindruck übertrieben? Eine auf effektvolle Formulierungen zielende Interpretation von Musik? Wobei doch ohnehin klar ist, dass Worte ein wahrhaftiges Musizieren allenfalls bestaunen, aber nicht erfassen können. Doch bei dem Eindruck handelt sich um kein Hörgespinst: Denn auf dem CD-Cover findet sich, wonach dieser Klang strebt. Schilfhalme, Harfensaiten und die Klarinette gehen ineinander über, verschwimmen zu einem Bild. Wer in die Water Scenes eintaucht, schwimmt mit Genuss und leichten Zügen. Und fühlt sich getragen von dieser Musik, die einstimmt in das atemgroße Legato des Lebens.

Water Scenes, Kerstin Figge – Klarinette, Christiane Voth – Harfe, pk-media. Weitere Informationen unter www.christiane-voth.de Foto: (c) www.christiane-voth.de

Posted in Allgemein | Tagged , , , , | Leave a comment

Nur wer sie nicht begehrt …

Stille findet sich unerwartet, also nicht in Kirchen, Domen, Gottesdiensten oder auf Reisen zu asiatischen Klöstern. Wenigstens nicht nur! Denn es handelt sich dabei um ein „Phänomen, das alle Bewohner unserer lauten Welt betrifft“ – und überall dort könne sie sich ereignen. Das schreibt Ralf Julke, Redaktionsleiter der Leipziger Zeitung und Chefredakteur der Leipziger Internet Zeitung in seinem Beitrag „Warum es mit dem Geschenk der Stille genauso ist wie mit der Liebe“ vom 17. Juli 2019. Und verweist dabei auf das gerade von Georg Magirius herausgegebene Buch „Stille erfahren“.

Das Staunen

“Es ist so ein Ding, über das wir fast nie nachdenken”, schreibt Julke. “Nur manchmal, zum Beispiel an einem frühen Sonntagmorgen, wenn man auf einmal erstaunt feststellt, wie still eine Stadt wie Leipzig sein kann, wenn die üblichen Motorbenutzer alle noch schlafen. Kein Laubbläser, kein Rasentrimmer. Und das erste Auto hört man schon kilometerweit, auch wenn es sich anhört, als rase es gleich an einem vorbei. Lärmmachen hat in unserer Welt auch viel mit der rasenden Angst vor Stille zu tun.“

Geschäftiges Relaxen

Deswegen, überlegt Julke, mündet die Sehnsucht nach Stille oft ins Gegenteil, was dann komische Züge haben kann. Doch immer wieder neu treibt dieses selbstverständliche, dann aber doch auch wieder seltsam fremde Phänomen an. „Auch all jene, die in Scharen losziehen, um auch noch die letzten ruhigen Orte mit ihrem Lärm zu erfüllen, obwohl sie meinen, die Ruhe zu suchen oder gar ‚die Seele baumeln zu lassen‘. Selbst das Relaxen wird zu einem Akt der Selbstperfektionierung, zu komplett durchgeplanten Programmen, in denen für eines auf keinen Fall Zeit übrig bleibt: den Moment, in dem man einfach mal aufhört, geschäftig zu sein.“

Jenseits der gewohnten Kontexte

Die Still ist laut Julke nicht in bekannte kirchliche oder sonstige religiöse Kontexte einzuordnen, wo sich eine Vielzahl an Kursen, Modulen und spirituellen Angeboten finde. Und die Stille beginnt auch nicht einfach dann, wenn der Lärm verstummt. Was schon eine Unzahl an Heiligen und Eremitinnen erlebten: Die Krämpfe und Kämpfe begannen erst so richtig dann, wenn sie der lauten Welt entflohen waren. „Das erfahren auch die heutigen Suchenden, wenn sie aufbrechen und hoffen, in Wald oder Bergeinsamkeit endlich die Stille zu finden, die es in ihrem Leben nicht mehr gibt. Und dann merken sie entsetzt, dass der Lärm in ihrem eigenen Kopf sitzt, dass sie dort permanent im Gespräch sind und jetzt erst recht all das auftaucht, was sich im verlärmten Alltag kein Gehör verschaffen konnte.

Früh um zwei

Was in der Einsamkeit zu rumoren beginnt, sind selten beruhigende Fragen, Einsichten und Sorgen. “Mancher kennt das auch aus Nächten, in denen er hochschreckt, nicht wissend, was ihn aus dem Schlaf gerissen hat. War es die unglaubliche Stille, die es auch in Großstädten manchmal gibt früh um Zwei? Und dann? Dann melden sie sich meistens alle gleichzeitig zu Wort, all die Sorgen, vor denen man eigentlich ein paar Stunden vorher glücklich in den Schlaf geflohen war. Wenn man’s denn überhaupt geschafft hat.“

Frei von Plänen

Aber das gerade könne erleichtern: Das man die Stille nicht schaffen kann. „Sie ist kein künstlicher Zustand, sondern einer, der uns geschieht, wenn wir es schaffen loszulassen, uns ganz auf den Moment einzulassen, und dann spüren, dass wir jetzt in diesem Augenblick genau am richtigen Ort sind. Es ist ein Gefühl der Befreiung und der Ent-Spannung. Vielleicht gerade auf Reisen leichter zu finden als im durchgetakteten Alltag, verbunden mit dem Gefühl, dass wir jetzt gar nichts machen müssen, dass wir keinem Plan gehorchen müssen und uns nicht einmal bewegen müssen, um uns aufgehoben zu fühlen in einem ganzen Moment.“

Nur wer sie nicht begehrt

Am Ende verhalte es sich mit der Stille wie mit der Liebe, schreibt Julke. „Beides findet man nur, wenn man es nicht sucht. Und geschenkt bekommt man es nur, wenn man es nicht begehrt. Wenn man loslässt und aufhört, sich selbst für einzig und wichtig zu nehmen. Das ist paradox. So paradox, wie unser Leben wirklich ist. Denn wirklich Stille erfährt man erst, wenn man aufhört zu hadern, wenn man bereit ist, den Moment und damit auch sich selbst ganz so anzunehmen, wie sie sind. Etwas, wovon unsere Gesellschaft weit, weit entfernt ist. Deswegen suchen so viele nach Liebe und Stille. Und finden beides nicht.“

Heillos befreit

Der geeignetste Weg zur Stille ist womöglich, sich ihrer nicht vergewissern zu wollen. Deswegen kann sie sich nicht nur an besonderen, an heiligen oder als heilsam geltenden Kraftorten ereignen, sondern auch zu Hause, im Garten oder im Zug. Oder „auf der Bank im Park, auf der man sich eines Tages wundert, wie man da gelandet ist, ganz in Gedanken, eben noch auf dem Weg irgendwohin, und auf einmal heillos befreit, weil man in aller Fülle merkt, dass man gar nicht eilen muss. Dass alles ist, wie es ist. Und nichts sein muss. Weil wir in diesem Moment versöhnt sind mit uns selbst.”

Ralf Julkes vollständige Besprechung des Buches “Stille erfahren” in der Leipziger Internet-Zeitung lesen >> hier.

Georg Magirius (Hg.), Stille erfahren, mit Beirägen von Amet Bick, Manuela Fuelle, Uwe Kolbe, Georg Magirius, Ann-Kristin Rink, Bernardin Schellenberger, Arnold Stadler, 128 Seiten, gebunden, Lektorat: Dr. Esther Schulz und Jochen Fähndrich, ISBN: 978-3-451-34996-6, Herder Verlag 2019.

Posted in Stille | Tagged , , , | Leave a comment

Stille finden trotz Lärm

Die Stille wartet manchmal dort, wo man es nicht erwartet. Wenigstens erzählt der Herausgeber und Schriftsteller Georg Magirius in seinem gerade veröffentlichten Buch “Stille erfahren” nicht davon, wie sich diese beim Pilgern findet. Darauf tippten beim Buchpreisrätsel fast 30 Prozent der Einsenderinnen und Teilnehmer. Auch vom Stadion als Stilleort erzählt er nicht, was als weitere Antwortmöglichkeit zur Auswahl stand. Stattdessen handelt sein Beitrag davon, wie sich im lärmenden oder auch leisen Freibad Ruhe finden lässt, wie die Leseprobe beweist. Unter den richtigen Einsendungen wurden als Gewinner ausgelost: U. Ritter aus Alsfeld, K. Walter aus Aschaffenburg und D. Feist aus Freiburg im Breisgau. Sie bekommen die vom Herder Verlag für dieses Preisrätsel zur Verfügung gestellten Exemplare in den nächsten Tagen zugesandt. Herzliche Gratulation!

Georg Magirius (Hg.), Stille erfahren, mit Beirägen von Amet Bick, Manuela Fuelle, Uwe Kolbe, Georg Magirius, Ann-Kristin Rink, Bernardin Schellenberger, Arnold Stadler, 128 Seiten, gebunden, Lektorat: Dr. Esther Schulz und Jochen Fähndrich, Satz: Barbara Herrmann (Freiburg), ISBN: 978-3-451-34996-6, Herder Verlag 2019, 18 Euro

Posted in Stille | Tagged , | Leave a comment

Die Kunst der Wiederholung

Wie wird die Sprache sinnlich? “Durchs Wiederholen, das Listen, Auflisten, die rhetorische Figur der sich stets leicht variierenden Wiederholung.” Diese fast mechanisch wirkende Kunst finde sich bei Gertude Stein, Martin Heidegger, Thomas Bernhard – und sehr eindrücklich im Alten Testament, hat Uwe Kolbe gegenüber dem Bayerischen Rundfunk gesagt. Kolbe, gewiss einer der schöpferischsten deutschen Lyriker der Gegenwart, rühmt die Kunst der Wiederholung in der Sendung “Das erste Buch der Christen. Wie das Alte Testament uns heute prägt” von Georg Magirius. Zu hören ist sie am 11. August 2019 auf Bayern2Kultur in der Katholischen Welt von 8.05-8.30 Uhr. Ton: Dorothee Fink, Musik: Bettina Linck, Redaktion: Wolfgang Küpper.

Posted in Allgemein | Tagged , , , , , | Leave a comment

Stille in der Weinstadt

Reizüberflutung, Schnelllebigkeit, Zeitknappheit: Heutzutage ist Stille zur Kostbarkeit geworden. Ihr geht die Spirituelle Wanderung der Reihe GangART am 14. September 2019 nach – in den Weinbergen und Kiefernwäldern oberhalb von Hammelburg. (Rückschau auf die Tour >>> hier.) Der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius leitet die Tour über den Hammelberg, für die sich die Gruppe neu bildet. Hammelburg liegt im fränkischen Saaletal, das nicht zu den hektischsten Gegenden Deutschlands zählen dürfte. Dennoch ist nicht die Null-Geräusch-Toleranz das Ziel der Wanderung, zumal die älteste Weinstadt Frankens viel zu vergnügt für ein Streben nach totaler Lautlosigkeit wirkt.

Eine neue Intensität

Stattdessen geht es bei dem ausgedehnten Spaziergang um eine innere Ruhe, die nicht schon beim kleinsten Vogelpiepser in lauthalses Schimpfen ausbricht, wer denn da den meditativen Frieden ruiniere. Der acht Kilometer lange und gut zu bewältigende Rundweg wird zu großen Teilen schweigend gegangen, dazu treten pointierte Inspirationen, die einen in Ruhe lassen. Dieses sehr bewusste Gehen verlangsamt die Wahrnehmung, ohne dass sie erlahmen würde – im Gegenteil! Die Umgebung wird auf eine Weise erfahren, die staunen lässt. Und was sonst vorbeirauscht, überhört oder zerredet wird, gewinnt eine erfrischende Intensität.

In die Ferne schauen

Der kurze Weg wird zu einem Fest – voller Momente, die wundern lassen. Wie etwa die 250 Kilogramm schwere Amalberga, die eines Nachts auf einer Klippe oberhalb des Saaletals stand. Der Künstler ist unbekannt, auch Amalbergas Gesicht ist nicht zu sehen, weil der extrem steile Abhang jeden einigermaßen am Leben Interessierten daran hindert, sich vor sie stellen zu wollen. Sie kann ermuntern, nicht alles sehen und erkennen zu müssen, sondern mit ihr zusammen in eine schöne Ferne zu schauen.

Möglichkeit zur Anmeldung

Ausgangspunkt ist der Bahnhof in Hammelburg. Es wird bei Sonne gegangen, es wird bei Regen gegangen. Nach der Tour lässt sich die Altstadt von Hammelburg erkunden und einkehren, was dann mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht ganz still sein wird. Gemeinsame Anreise mit dem Zug ist nach Absprache möglich u.a. von Frankfurt-Höchst, Frankfurt Hbf, Hanau, Dettingen, Aschaffenburg, Darmstadt, Gemünden, Lohr. Die Teilnahmegebühr beträgt 10 Euro. Hinzu kommen Kosten für die Anreise und eine eventuelle Einkehr, die jeder selbst trägt. Die Teilnehmerzahl ist aufgrund des spirituellen Charakters der Tour begrenzt. Anmeldung bzw. Informationen direkt bei Georg Magirius: mail@georgmagirius.de – 0176-29402322.

Die Reihe GangART

In der Reihe GangART leitet Georg Magirius regelmäßig Spirituelle Tagestouren. Bei bislang 43 Wanderungen durch Rhön, Odenwald, Steigerwald, Haßberge, Fränkisches Weinland, Spessart, Schwarzwald und Taunus nahmen etwa 950 Pilgerinnen und Wanderer teil. Die Tour am 14. September 2019 ist angeregt von Magirius’ gerade herausgegebenen Buch “Stille erfahren“, das unter dem Lektorat von Dr. Esther Schulz und Jochen Fähndrich bei Herder erschienen ist – mit Beiträgen von Arnold Stadler, Bernardin Schellenberger, Ann-Kristin Rink, Georg Magirius, Uwe Kolbe, Manuela Fuelle und Amet Bick.

Posted in Spirituelle Wanderungen, Stille | Tagged , , , | Leave a comment

Gepackt vom neuen Leben

“Das Leben fest im Griff zu haben, gilt als Ideal. Doch manchmal führt das zu Verkrampfungen. Wenn sich dann der Griff der Hände aber lockert, lässt sich erfahren, wie das Leben neu nach einem greifen kann.” Das hat der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius im Deutschlandfunk gesagt, am 7. Juli 2019 in der Sendung “Wilde Rückkehr. Vom Aufstand für das Leben jetzt”. Den Beitrag der Reihe “Am Sonntagmorgen” jetzt kostenfrei >> lesen und >> hören. Regie und Ton: Hüseyin Köroglu, Redaktion: Pfarrer Frank-Michael Theuer.

Posted in Allgemein | Tagged , , | Leave a comment