Grillvergnügen in der Hochzeitsnacht

Georg Magirius Liebesgeschichten der Bibel Foto Matthias KeilholzDer Urlaub ist die Basis ihrer Partnerschaft. Dann jedoch wird diese Basis brüchig, weil Eva und Adam im FKK-Ferienclub eine so tiefe Ödnis überfällt, dass ihnen nur noch eines bleibt: Der Ausbruch aus dem Club, um sich clubfrei auf eine nie geahnte Weise aneinander zu begeistern. “Das klingt sehr modern”, urteilt die Supervisorin und Theologin Amet Bick in der Berliner Wochenzeitung “Die Kirche” über die von Georg Magirius erzählten Liebesgeschichten: “Doch dass es die Beziehungsprobleme der Neuzeit plötzlich auch im alten Israel gegeben haben soll, wirkt nicht psychologisierend oder mühsam, sondern spielerisch und kommt kunstvoll daher.”

Märchenhafte Lösungen

www.miro-harp.com 2019 Foto Matthias KeilholzInmitten ihrer Schwierigkeiten erleben die Paare märchenhafte Lösungen und Leichtigkeiten. Diese werden kurz vor Frühlingsbeginn am 17. März 2019 in der Erlöserkirche Gerolzhofen um 17 Uhr bei einer Klanglesung vorgestellt. Magirius liest aus “Traumhaft schlägt das Herz der Liebe”, die Harfenistin Miroslava Stareychinska interpretiert die Erzählungen musikalisch. Maria dringt dabei in ein heftig umkämpftes Männer-Meeting ein, wo sie für etwas sorgt, gegen das jegliche Erfahrung spricht. Denn es entsteht ein fantastisch stiller Augenblick, an dem ein luxuriöses Parfüm nicht ganz unschuldig ist. Außerdem wird an dem Abend die Frage geklärt, ob der Duft einer gebratenen Fischleber der Hochzeitsnacht von Sara und Tobias ihre dramatische Schwere nehmen kann. Tobias nämlich ist Saras achter Ehemann. Und alle bisherigen Ehemänner Saras starben immer in der Hochzeitsnacht. Die Leitung der Konzertlesung “Harfe, Hochzeitsnacht und 7 tote Ehemänner” hat Victoria Fleck, Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinden Krautheim und Zeilitzheim. Fotos: Matthias Keilholz.Liebesgeschichten und Bilder von Marc Chagall

Die Geschichte um das luxuriöse Parfüm in einer Aufnahme für den Deutschlandfunk von 2018 hier >> hören.

Georg Magirius, Traumhaft schlägt das Herz der Liebe – ein göttliches Geschenk, mit vielen farbigen Abbildungen von Marc Chagall, Lektorat: Heribert Handwerk, Echter Verlag Würzburg, 14,90 Euro. 978-3429035853.


Liebesgefahr an der Romantischen Straße

Solenn Grand - HarfenistinDer Valentinstag ist herrlich schokoladenrosensüß, sind sich viele einig. Aber was, wenn er ausgerechnet in Dinkelsbühl gefeiert wird, das an der Romantischen Straße liegt und dazu laut Nachrichtenmagazin Focus auch noch die schönste Altstadt in Deutschland hat? Dann droht vor romantischen Superlativen die Liebe ins Irreale davonschweben. Um das zu verhindern, erzählen die französische Konzertharfenistin Solenn Grand und der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius am Valentinstag 2019 in Dinkelsbühl Liebesgeschichten, die bei allem Zauber den Bodenkontakt wahren: „Harfe, Hochzeitsnacht und 7 tote Ehemänner“ ist der Abend in der St. Paulskirche in Dinkelsbühl überschrieben, zu dem das Evangelische Forum Westmittelfranken und die Volkshochschule Dinkelsbühl einladen.

Die Umwege der Liebe

Die Liebeshelden, die direkt aus der Bibel in die Gegenwart springen, gucken also nicht dauerverträumt, sondern haben Umwege, Gefahren und Prüfungen zu bestehen. Adam und Eva etwa sind in ihrem endlos wirkenden FKK-Cluburlaub so sehr mit der Langeweile konfrontiert, dass sie großen Hunger spüren – nach der wilden Freiheit des alltäglichen Lebens. Tobias Dinkelsbühl mit Georgskircheüberlegt bereits am Tag der Hochzeit, ob die Ehe mit Sara nicht ein Fehler ist. Sieben Mal war seine Braut bereits verheiratet, und alle Ehemänner starben in der Hochzeitsnacht. Rahel und Jakob hingegen haben es noch immer nicht zum ersten Rendezvous gebracht. Dabei verbindet beide die Begeisterung fürs Wasser! Nur verfehlen sie sich angesichts der Fülle an idyllischen Badestellen rund um Dinkelsbühl. Wo also könnte es zwischen ihnen funken? Im Wörtnitzbad, einem der letzten Flussbäder Bayerns? An einem der vielen Badeweiher rund um Dinkelsbühl? Oder im Freibad von Mönchsroth oder dem in Feuchtwangen?

Unerwartete Effekte

Inspiriert ist der Abend von Magirius‘ Buch „Traumhaft schlägt das Herz der Liebe“, über das Gabriele Wohmann, die Königin der Kurzgeschichte, urteilt: „Das Buch ist eine sehr geniale Idee, aus der sich ganz unerwartete Effekte ergeben, spannend-amüsant-originell und dabei zugleich sehr lehrreich.“ Solenn Grand, die den Abend musikalisch interpretiert, hat in Nizza, London und Frankfurt studiert. Liebesgeschichten und Bilder von Marc ChagallDie Konzertharfenistin spielte im Brasilian Symphonic Orchestra in Rio de Janeiro, an der Oper in Paris und zuletzt am Musiktheater im fränkischen Hof. Für ihr Solospiel wurde sie mit mehreren internationalen Preisen ausgezeichnet. Die Leitung der Konzertlesung hat Pfarrer Dr. Gerhard Gronauer.

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Zauberhafte Leseförderung

Biblische Liebesgeschichten mit Harfenklang im Haus am Dom - Foto von Monika ReuscherBüchereien werden immer mehr zu Pastoralen Räumen. Das hat Carola Güth, Leiterin der Fachstelle für Büchereiarbeit im Bistum Limburg, am 5. Mai 2018 im Frankfurter Haus am Dom gesagt. Anlass war die Dankeschönveranstaltung für ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zu der mehr als 70 Engagierte aus Taunus und Westerwald, vom Rhein, Main und von der Lahn nach Frankfurt gereist waren (Fotos  von Monika Reuscher. Zum Vergrößern Bilder anklicken).

Kapuzenfrei

Gespräch im Haus am Dom - Foto von Monika Reuscher Laut Güth ist eine Bücherei kein Ort, an dem sich Sozialphobiker in Kapuzen mit Medienstoff eindeckten, um dadurch einmal mehr ihren persönlichen Rekord in Sachen Weltabgewandtheit brechen zu wollen. Selbst als Klischee habe die Vorstellung der Bücherei als einem Ort, an dem allenfalls geflüstert werden dürfe, abgedankt. Katholische öffentliche Büchereien böten die Möglichkeit, mit Menschen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Konfessionen und Religionen in Kontakt zu kommen. Dazu seien sie ein Raum für außergewöhnliche Veranstaltungen, nicht selten die einzige Verbindung zur Kirche. Und es gebe eine Vielzahl an Projekten und Seminaren, die die Leselust förderten.

Große und kleine Helden

Letizia D'Amico Haus am Dom Foto von Monika ReuscherSo weckten Engagierte der Büchereiarbeit im Bistum Limburg die Lesefreude etwa innerhalb der Initiative „Wir sind LeseHelden“. Das Projekt ist gedacht für Kinder von vier bis zehn Jahren, die aus bildungsbenachteiligten Familien kommen. Die meist männlichen, mitunter jugendlichen Vorleser (die großen Helden) tauchen mit den Kindern (den kleinen Helden) in eine fantastische Geschichte ein. Nach dem Wiederauftauchen ist der Zauber nicht zu Ende. Die Geschichte wird gespielt, Gehörtes wird gemalt oder Gegenstände, die in der Erzälung vorkommen, werden durch Basteln begreifbar.

Bezaubernd und verzaubernd

Letizia D'Amico Georg Magirius Haus am Dom Foto von Monika ReuscherBei der Dankeschön-Veranstaltung im Haus am Dom wurden 17 Ehrenamtliche für insgesamt 340 Jahre Mitarbeit ausgzeichnet. Bei dem alljährlichen Dank kommt es stets zu einer Autorenlesung. So stellte 2017 Maja Nielson ihr Buch „Glaube versetzt Berge“ über Martin Luther vor. 2018 las Georg Magirius aus seinem Buch “Traumhaft schlägt das Herz der Liebe – ein göttliches Geschenk”. Er wurde, urteilt die Website der Fachstelle für Büchereiarbeit im Bistum Limburg, “auf be- und verzaubernde Art und Weise von Letizia D’Amico an der Harfe begleitet.”

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Eine fast fanatisch zu nennende Frechheit

Letizia D'Amico HarfeSie war keine Verächterin der Kunst, das nicht! Aber was sie erschreckte, war das wohltemperiert Durchgestaltete, all dieses immerzu kultuviert Wirkende und stets Angemessene. Wenn jemand klug parlierend Angelegenheiten zur Darstellung brachte, um dadurch gekonnt aufzutreten. Oder wenn man aufhippte und permanent Knalleffekte losließ, aber kurioserweise gerade dadurch bemüht war, sich nur ja in sicherer Entfernung zum tiefen Grund der Emotionen zu bewegen. Also niemals aufrührte oder berührte, sondern stets die Mitte des Angesagten traf. Nur: Mittig empfand Maria nie. Ihre Gefühle schwappten oftmals über, dann konnte sie in einen Rederausch geraten. Oder aber sie war stumm, tauchte in die Stille ab, war ganz für sich, wie in einer anderen Welt. Im Kino ließ sie sich gleich mehrere Filme hintereinander in Bilderfluten fallen. Und eines Nachts bei einem Sommer-Open-Air im Park auch in die Worte eines Künstlers, der die fast fanatisch zu nennende Frechheit besaß, anders als alle anderen keine tolle Show zu bieten. Denn dieser Mann mit Namen Jesus erzählte nur. Sonst nichts.

Das Thema aller Themen

Letizia D'Amico in FrankfurtGeorg Magirius liest diese und andere Liebesgeschichten aus seinem Buch “Traumhaft schlägt das Herz der Liebe – ein göttliches Geschenk” am 5. Mai 2018 im Haus am Dom in Frankfurt. Es ist das Dankeschön der Fachstelle für Büchereiarbeit im Bistum Limburg, die mehr als 700 Ehrenamtliche aus etwa 90 Katholischen öffentlichen Büchereien eingeladen hat. Magirius verknüpft die orientalische Erzähllust der Bibel dabei auf so überraschende Weise mit heutigen Situationen, dass es immer wieder lachen lässt. Musikalisch interpretiert werden die Erzählungen von Letizia D’Amico. Nach ihrem Studium mit Hauptfach Harfe in Italien an der Musikhochschule Turin und am Konservatorium Monopoli studierte sie von 2011-2015 in der renommierten Harfenklasse von Prof. Françoise Friedrich an der Musikhochschule Frankfurt am Main. Sie spielte im Orchester der Oper Frankfurt, dem Göttinger Symphonie Orchester, der Jungen Deutschen Philharmonie und im Orchestra Sao Carlo Lissabon. Während Ihres Studiums wurde sie durch die Stiftung „Yehudi Menuhin Live Music Now Frankfurt am Main e.V.“ gefördeLiebesgeschichten der Bibelrt. Auf Youtube lässt sich ihre Interpretation des Siciliana von Respighi hören und anschauen. Die Leitung der Veranstaltung im Haus am Dom hat Carola Güth, die Leiterin der Fachstelle für Büchereiarbeit im Bistum Limburg.

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Drei Wege zu einer neuen Glaubenssprache

Wortwerkstatt Foto von Matthias KeilholzWie findet man eine Sprache für das Unfassbare? Wie lässt sich sprechen von dem, was als intim und allumfassend gilt, als verwandlungskräftig, winzig und unerreichbar groß, ein Himmels-Traum und Sehnsuchtsraum – Gott? Das war das Thema der Wortwerkstatt am 4. Mai 2017 auf dem Klausurkonvent des Kirchenkreises Naumburg-Zeitz. Unter Leitung des Schriftstellers Georg Magirius und der Konzertharfenistin Isabelle Müller fahndeten Pfarrerinnen, Gemeindepädagogen und Kirchenmusiker nach ungewohnten Wegen zu einer Sprache des Glaubens.Der Leitfaden bei dieser Suche lautete: Wortfreiheit.

Staunen und Stottern

Wortwerkstatt mit Isabelle Müller und Georg Magirius - Foto von Matthias KeilholzWortfreiheit – das kann bedeuten, die kindergroße Freiheit zu haben, biblische Texte aus der Gewohnheit herauszureißen und anzustaunen, sich über sie zu wundern, zu ärgern und zu lachen. Das gewohnte Reden jedenfalls dürfe ins Stolpern kommen, sagte Magirius. Ein Vershaspeln helfe, dem Lebendigen und Nicht-Festgelegten näher zu kommen. So wurden in der Werkstadtt statt theologischer Richtigkeiten persönliche, oftmals in der Kindheit begründete Erfahrungen und Bilder zu Tage befördert und schließlich mit dem Bibeltext zum Sonntag Kantate verknüpft, der Kindergeplärr als angemessene Sprache für das Sprechen vom Unbegreiflichen anzubieten scheint. Das wiederum mündete in die Sprache der Harfe, des vielleicht biblischsten Instrumentes überhaupt. Eine Wortfreiheit im ganz konkreten Sinn – ein Sprache frei von Worten.

Lachen und locken

Georg Magirius Foto von Matthias KeilholzKombiniert wurde die Wortwerkstatt mit einer Konzertlesung, die biblische Liebesgeschichten in die Gegenwart hinübertrug. Georg Magirius las aus aus “Traumhaft schlägt das Herz der Liebe”, durchflochten vom Spiel Isabelle Müllers. “Er – ein Meister der Worte, der leisen und der lauten, der humorvoll-ernsten und der ernsthaft-humorvollen”, urteilt Pfarrer Matthias Keilholz in seinem Blog “Keilis Sicht”. Magirius’ “Geschichten lassen leise schmunzeln und kräftig lachen. Sie locken in die Stille, beflügeln, erden, verführen, bleiben haften.”

Glitzern und Rauschen

Isabelle Müller Foto von Matthias KeilholzAuf der anderen Seite Isabelle Müller: “Sie – eine Meisterin des Instrumentes der Könige und Hirten. Brillant und klar erklingen die Töne ihrer Konzertharfe, sie fegt über die Saiten, zaubert Klangfülle, lockt und versteckt Melodien, lässt Sterne glitzern und Flüsse rauschen, lässt hören, was keine Worte hat.” Gemeinsam hätten sie unter dem Titel “Sieben tote Ehemänner” biblische Liebesgeschichten erzählt: “Töne umspielen Worte. Worte fordern Klänge heraus. Und vor Augen und Ohren entstehen Bilder in prächtigen Farben.”

Alle Fotos stammen von Matthias Keilholz. Weitere Fotos im Blog >> Keilis Sicht.

Wahre Liebe kritisiert

Wahre Liebe macht nicht klein, brav und gefügig, sondern fördert den Mut zur kritischen Auseinandersetzung. Das schreibt Martin Harth in der Main Post vom 6. Februar 2017 anlässlich der Konzertlesung “Sieben tote Ehemänner” auf der Kleinkunstbühne Fasskeller in Marktheidenfeld. Kurz vor dem Valentinstag habe der Schriftsteller und Theologe Georg Magirius auf biblische Liebesgeschichten zurückgegriffen und sie rundum Fasskeller Marktheidenfelderneuert dargeboten. “Der Bericht über den zweifelnden Apostel Thomas wandelt sich zu einem Plädoyer für kritische Auseinandersetzung, denn schließlich trug Jesu Freundschaft zu diesem Zweifler bekanntlich besonders enge Züge.”

“Gegen den sexuellen Leistungsstress”

Die Erzählung von Sara, deren sieben Ehemänner in der Hochzeitsnacht sterben, und ihrem achten Ehemann Tobias wurde “zu einem Plädoyer gegen den sexuellen Leistungsstress unserer Tage”. Auch das Main Echo vom 6. Februar 2017 schreibt, wie sehr dieser neue Zugang zur Bibel staunen lassen könne, etwa “wenn sich Adam und Eva aus ihrer paradiesischen FKK-Ferienanlage verabschieden, um die wilde Freiheit des Alltags gemeinsam zu entdecken.”

Weit mehr als nur ein stiller Augenblick

Aller Aktualisierungsfreude zum Trotz hat Magirius laut Martin Harth von der Main Post die biblischen Geschichten freilich nicht zur Satire werden lassen. Auch sei sein Humor nicht krachend. Stattdessen sei diesem Programm die Besonderheit und Stärke eigen, den Zuhörern weit mehr als einige Augenblicke zu schenken. Durchgehend und ungewohnt konzentriert, sogar fast andächtig hätten die Besucher im Fasskeller gelauscht, was gewiss nicht zuletzt an Magirius’ Zusammenwirken mit der Harfenistin Bettina Linck gelegen habe. “Virtuos breitete die Frankfurterin mit klassischen Werken fließende, sanfte und bisweilen auch akzentuierende Klangteppiche im romantischen Ambiente des Fasskellers aus. Mit ihrer Musik begleitete sie aber nicht nur. Sie schuf Stimmungen und sorgte für einen meditativen Rahmen.”

Harfenhände Das Duo Bettina Linck und Georg Magirius existiert seit 2005, ist in BR, HR und Deutschlandfunk zu hören und live vor bis zu 600 Besuchern in Kirchen, Wirtshäusern und auf Weingütern. Weitere Informationen auf der Website www.sieben-tote-ehemaenner.de Der Auftritt im Fasskeller war angeregt von Magirius’ Buch “Traumhaft schlägt das Herz der Liebe” und wurde von Herbert Löw  von ArtCon und Dr. Josef Deppisch vom Hotel Anker veranstaltet. Nächster Auftritt am 14. Februar 2017 in der Kulturkirche St. Egidien in Nürnberg, 19 Uhr.


Für einen Augenblick still …

Isabelle Müller Foto von Aaron KreidelAugenschmaus mit Marc Chagall, eine Performance zu Flucht und Heimat, die literarische Rheingau-Weinprobe “Schwanken zwischen Seligmacher und Höllenberg …”,  in die Stille oder auf die Konzertharfenistin Isabelle Müller hören (Foto: Aaron Kreidel) – das lässt sich während der 15. ökumenischen Nacht der Kirchen am 2. September 2016 in Wiesbaden erleben. Zwischen den 22 offenen Kirchen verkehren regelmäßig Busse. Wohltuend kann es indes sein, einfach sitzenzubleiben – etwa in der evangelischen Ringkirche. Auf einschläfernde Weise  beruhigend geht es in Wiesbadens größter Kirche allerdings nicht zu.

Überdurchschnittlich gefahrvoll

Pfarrer Ralf-Andreas Gmelin (Foto: Ringkirche) lässt Steine sprechen. Der nicht ganz niedrige Turm des “Doms der kleinen Leute” lässt sich besteigen. Außerdem kann man sich in der Rondo-Bar Mut antrinken, um sich den biblisch inspirierten Liebesabenteuern anzunähern, die in der Frage kulminieren: Wird Tobias die Hochzeitsnacht mit Sara überleben – anders als seine sieben Vorgänger?  Verantwortlich für die mit Wortwitz und musikalischer Raffinesse in die Gegenwart gelegten Weisheiten der Heiligen Schrift sind die Konzertharfenistin Isabelle Müller und der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius, die Leitung und Moderation hat Ringkirchenpfarrer Dr. Sunny Panitz. Sie weisen um 20, 21 und 22 Uhr den Weg in die überdurchschnittlich gefährlichen Hochzeitsnächte, aber auch in eine FFK-Ferienclubanlage: Dort herscht Sommer für immer! Eines Sonnentages aber halten Adam und Eva die zwanghaft gute Stimmung nicht mehr aus und brechen unter Hindemiths rebellischen Klängen aus – hinein in die wilde Freiheit des alltäglichen Lebens. Die schweigsame Kinoliebhaberin und Weingummianhängerin Maria wiederum begegnet Jesus erstmals bei einem Sommer-Open-Air. Alle Künstler bieten eine tolle Show – bis auf Jesus. Er erzählt nur, sonst nichts.

Die berauschende Gabe der Wortlosigkeit

Gerade das erregt Maria auf eine fantastisch beruhigende Weise. Dank der sie beide verbindenden Gabe zur Begrenzung erfahren sie – umrauscht von Gabriel Faurés Impromptu – eine Entgrenzung, die die sie umbgebenden Aktivitätfanatiker für die Ewigkeit eines Augenblicks sprachlos macht. Jakob und Rahel begegnen sich wiederum erstmals inmitten einer Schafherde und erleben ein glitzernd-wisperndes Nacht der Kirchen Wiesbaden logoRendezvous am Brunnen unter den rauschhaft starken Klängen des Prélude aus der Suite in E-Dur 1006a von Johann Sebastian Bach. – Isabelle Müller hat ihr Harfenstudium bei Prof. Fran­coise Fried­rich an der „Hochschu­le für Mu­sik und Dar­stellende Kunst Frank­furt“ 2016 mit Best­note abge­schlos­­sen. Sie ist mehr­­­fa­che Preis­­trä­ge­rin na­tiona­ler und inter­nationaler Harfen­wett­be­werbe im Solospiel und Mitglied der Jungen Deutschen Phil­harmonie. Sie lebt in Brüssel und in Mainz.

Mehr zu den Lesungen von Georg Magirius mit Harfe findet sich >>> hier.

Die Unvergängliche

Isabelle Müller - Harfe „Die Liebe ist langmütig“, heißt es in einem furiosen Liebeslied der Bibel. Langmütig aber sind offenbar auch die biblisch inspirierten Liebesgeschichten, die der Schriftsteller Georg Magirius auf immer neue Weise in die Gegenwart verlegt. Die 150. Liebeslesung ist am 2. September 2016 während der Nacht der Kirchen in Wiesbaden zu erleben. Um 20, 21 und 22 Uhr liest er in der Ringkirche unter dem Titel „Harfe, Hochzeitsnacht und 7 tote Ehemänner“ auf Initiative des Pfarrers Dr. Sunny Panitz aus seinem Buch „Traumhaft schlägt das Herz der Liebe“. Die 23-jährige, vielfach preisgekrönte Harfenistin Isabelle Müller aus Brüssel wird die Erzählungen musikalisch kommentieren.

Einfach nur erzählen

Dann brechen Eva und Adam ihren FKK-Feriencluburlaub ab. Maria verliebt sich beim Open-Air-Festival in einen Künstler, der nicht wie alle anderen Bühnenartisten eine tolle Show bietet, sondern nur erzählt, sonst nichts. Und die schönste Frau des Alten Testament wird am Badesee von einem Kuss überrascht, dabei wollte sie dort nur ihre Schafe Wasser schlürfen lassen. Die nicht abreißende Kette an Liebeslesungen lässt aufmerken, weil die Kirchen in Deutschland sich seit dem „Jahr der Bibel 2003″ zu scheuen scheinen, diesem kaum fassbar reichen Buch eine große Bühne zu geben. Hat man Angst, die Abwanderungsgedanken potenziell Austrittswilliger zu verstärken? Die Bibel gilt vielen als abgestanden, schwer vermittelbar, literarisch vielleicht zu radikal, kurios oder zu dramatisch, auf jeden Falls als gestrig. Da ist dann auch egal, dass sie Buch der Bücher genannt wird und sich so unterschiedliche Sprach- und Erzählgenies wie Arnold Stadler, Gabriele Wohmann oder Bertolt Brecht vor ihr verneigen.

Eintritt ins Paradies

Steven Tailor Multibläser Foto (c) www.steventailor.deZum Reformationsjahr 2017 wird zwar die Revision der Revision der Revision etc. der Bibelübersetzung Luthers herausgegeben. Aber sonst geht es um alle möglichen Themen, aber kaum einmal inhaltlich zentral um jenes Buch, das Martin Luther dazu brachte, den Weg der Freiheit einzuschlagen und sich dabei von keinem spirituellem Meister oder sonst einer Autorität beirren zu lassen. Schon damals war die Bibel nun nicht gerade in Mode, sie galt als abgestanden, doch Luther traute dieser Kombination: Da war ein Buch und er – und inmitten tiefer Verzweiflung keimte ein Friede auf, der für ihn wie der Eintritt ins Paradies gewesen sei. Doch auch religiöse Verlage tun sich im Reformationsjahr mit Veröffentlichungen schwer, die der Kraft der Bibel trauen. Begründung? Der Hinweis auf die Bibel bewirke eine Kaufhemmung.

Poesie, Musik, Verzauberung

Magirius’ biblisch inspirierte Liebesgeschichten ziehen dennoch an. Vielleicht weil es sich gerade um kein marketingorientiertes kirchliches Öffentlichkeitsangebot handelt, sondern um Poesie, Musik, Verzauberung? Seit der Veröffentlichung seines Buches „…denn die Liebe ist von Gott“ 2005 unter dem Lektorat von Annegret Grimm sind seine Erzählungen in WDR, HR und BR zu hören gewesen. Das Nachfolgebuch „Traumhaft schlägt das Herz der Liebe“ wurde im TV vorgestellt, Erzählungen daraus in 15 Zeitungen abgedruckt. Die Geschichten traten im Frankfurter Städelmuseum in einen Dialog mit Gemälden von Rembrandt und Monet. Meist werden sie aber musikalisch interpretiert – etwa vom Jazzmusiker Steven Tailor unter Leitung der Pfarrerin Monika Peisker im Augustinerkloster Erfurt oder von der Organistin Cordula Scobel in der Frankfurter Auferstehungskirche.

Indem sie geht, vergeht sie nicht

Katharina Knecht gestaltete sie mit Flöten auf Einladung von Pfarrer Markus Eisele bei der Nacht der Kirchen in Idstein und die Harfenistin Bettina Linck illustrierte wieder andere Geschichten in Köln, beim Bündner Weinfest in der Schweiz, auf dem Hofbauernhof bei Freudenstadt oder in der Süsterkirche in Bielefeld. Mehr als 4000 Menschen besuchten die über 70 Konzertlesungen zum Beispiel in Bad König, Bad Homburg, Bad Vilbel, Bad Bellingen oder Badenweiler, aber auch in Städten ohne Kurbetrieb wie Mainz, Nürnberg, Ludwigshafen, München oder Kaiserslautern. Der Hörfunk sendete 80 Liebeslesungen. So geht eine alte Liebe. Immer weiter geht sie, wandelt und verwandelt sich. Und liegt es an diesem Gehen? Vergehen, heißt es in dem eingangs erwähnten Liebeslied, wird die Langmütige nicht: “Sie hört nicht auf”.

Die Hohe und Niedere Liebe der Bibel

Liebe braucht nicht allein äußere, sondern auch innere Berührung. Das schreibt Charlotte Martin im Rüsselsheimer Echo vom 16.  Februar 2016 über die Konzertlesung am Valentinstag in der Groß-Gerauer Stadtkirche. Zu Gast vor 165 Besuchern waren die Harfenistin Bettina Linck (Foto: Rüdiger Döls) und Autor Georg Magirius, die seit 2005 in Deutschland und der Schweiz unterwegs sind, „um hörbar zu machen, wie viel Liebe sich in der Bibel verbirgt. Nicht nur die allumfassende Liebe Jesu. Sondern auch Liebesgeschichten des Alten Testaments um Rahel und Jakob, Geschichten um das unterschiedliche Liebesverständnis von Martha und Maria oder auch um die Liebe des ungläubigen Thomas.“ Dass das Thema aller Themen in allen möglichen Schattierungen poetisch und musikalisch entfaltet wurde, gefiel den Besuchern „offensichtlich, sie applaudierten angeregt“, beobachtete Berichterstatterin Martin.

Feinfühlig und kraftvoll

Freilich gaben die Erzählungen aus Magirius’ Buch “Traumhaft schlägt das Herz der Liebe” die biblische Tradition nicht bloß wieder, sondern umkreisten sie “achtbar sinnsuchend” und sprachen sie übergangslos mit Gegenwärtigem zusammen. Außerdem: „Beflügelnd umrahmte das feinfühlige Harfenspiel der Musikerin Linck die Geschichten, horchte die Atmosphäre des Gelesenen aus und setzte mit Kompositionen alter Meister sowie selbst Komponiertem schöne Klangakzente zwischen den Worten”, urteilt das Rüsselsheimer Echo. Und das Groß-Gerauer Echo berichtet in seiner Ausgabe vom 17. Februar 2016 über “tiefsinnige Anregungen” zum Thema – etwa zum Hohenlied der Liebe, die “Zugabe nach kräftigem Beifall des Publikums. Stadtkirchenpfarrer Helmut Bernhard dankte dem Künstlerpaar für den ‘beeindruckenden Auftritt’, der ihm sehr gefallen und ihn inspiriert habe.”

Traumhaft schlägt das Herz der Liebe – ein göttliches Geschenk, mit Farbbildern von Marc Chagall, Grafische Gestaltung: Stafan Weigand, Lektorat: Heribert Handwerk, 160 Seiten, Echter Verlag Würzburg, 14,90 Euro.

Mineralsalzkuss und Luftsprudelliebe

Balinea Therme Bad BellingenVom Aufweichen selbst langwieriger Verhärtungen handelt die Konzertlesung in Bad Bellingen am Freitag, 25. September 2015, ab 19.30 Uhr im Albert-Schweitzer-Haus. Die Konzertharfenistin Bettina Linck und der Schriftsteller Georg Magirius erzählen biblisch inspirierte Liebesgeschichten aus „Traumhaft schlägt das Herz der Liebe“. Versprochen wird: Verspannungen lockern sich, Verbitterungen dünnen aus, Entzündungen werden gelindert und Kältegefühle mit Wärme überlistet.

Mineralsalz-Kuss

Im Dreiländereck Frankreich-Deutschland-Schweiz ist zu hören, wie Flüchtling Jakob auf die schönste Frau des Alten Testaments trifft. Ansprechen? Lieber hebt er einen riesigen Stein vom Brunnenloch, damit die Kleinvieherde der wohlgestalteten Frau nicht durstig bleibt. Dann – noch immer ist kein Wort gefallen – küsst der Fremde die Einheimische unter den Klängen von “La source” des französischen Komponisten Alphonse Hasselmans. Ein Liebesstart, dessen Kraft sich an einem Ort erschließen wird, dessen Thermalwasser wegen seines hohen Mineralsalz- und Kohlensäuregehalts als eines der besten in Deutschland gilt.

Champagner-Nacht

In der Bad Bellinger Balineatherme kann auch Sara ein Hoffnungsperlen nicht überhören. Nach sieben – vorsichtig ausgedrückt – nicht gerade rauschhaft verbrachten Hochzeitsnächten verspürt sie eine gewisse Perspektivlosigkeit. Jeder ihrer Ehemänner hat in der ersten Nacht mit ihr das Atmen eingestellt. Doch als Sara aus dem Massagestrudel des sogenannten Champagnerbeckens steigt, steht fest: Noch einmal wird sie in eine Hochzeitsnacht und Ehe starten – mit Tobias, ihrem achten Ehemann.

Luftsprudel-Liebe

Kann in der Kurstadt selbst die einst liebesstarke Maria ihre Lähmung ablegen? Sie ahnt im Pool mit nativem Thermalwasser Trost und Hilfe. Denn bei ihm handelt es sich nach Angaben der Bad Bellinger Spitzenwasser-Spezialisten um eine besonders wirksame, weil naturbelassene Thermalflüssigkeit. Thomas und Jesus hingegen wechseln in rascher Folge zwischen Strömungskanal, Heißwassergrotte, Luftsprudelliege und Dampfbad. Dabei wird ihnen klar: Die hitzigen Auseinandersetzungen belasten ihre Freundschaft, verhindern aber in weit höherem Maß ein Austrocknen der Zuneigung.

Harfe, Hochzeitsnacht und sieben tote Ehemänner, Georg Magirius liest aus “Traumhaft schlägt das Herz der Liebe”, Konzertharfe: Bettina Linck, Albert-Schweitzer-Haus, Evangelische Kirchengemeinde und Kurseelsorge Bad Bellingen, Im Mittelgrund 3, 79415 Bad Bellingen, Leitung: Pfarrerin Gabriele Seibert-Graf.