Allgemein, Religion und Poesie

Lässt sich mit Büchern Geld verdienen?

Mit Büchern Geld verdienen? Ja, das geht, etwas mit Büchern über die Psalmen - Foto; Georg Magirius

Natürlich nicht, lautet die spontane Antwort. Oder kaum. Es sei denn, man ist Bestseller-Autor. Dann lässt sich mit Büchern recht passabel Geld verdienen. Aber nicht jede Autorin ist ihr gesamtes Schreibleben Bestseller-Autorin. Vielleicht ist man Mitarbeiter oder Leiterin eines Verlages, der Bestseller-Autoren verlegt, dann lässt sich besser mit Büchern Geld verdienen. Aber nicht jeder Verlag bringt immerzu Besteller heraus. Manche verlegen ihre Bücher selbst, was zu deutlich höheren Erlösen pro verkauftem Buch führt. Dafür muss die Autorin selbst genug Leute finden, die das Werk kaufen. Ist man Buchhändler kommt man, wenn es gut geht, oft gerade so zurecht, um sein Brot zu essen. Antiquariate haben ebenfalls keine Luxuserlöse. Falls sie überhaupt, meist mit hohem Idealismus, weitermachen. Und doch! Um an dieser Stelle das Lamento oder den realistischen Antwortfluss zu unterbrechen: Man kann hin und wieder – ganz konkret – mit Büchern Geld verdienen. Und das gegen eine weithin geltende Logik.

Leidenschaft

Zum Beispiel im Moment mit dem 2002 veröffentlichten Buch „Die Psalmen. Wie ich sie heute verstehen kann“, verfasst vom Theologen und Schriftsteller Georg Magirius und lektoriert von Katrin Hofmann. Genauso mit dem 2015 veröffentlichten Buch „Gesänge der Leidenschaft. Die befreiende Kraft der Psalmen“, geschrieben ebenfalls von Georg Magirius, lektoriert von Dr. Dietrich Voorgang und Heide Warkentin. Kein einziges Exemplar der beiden Titel ist über den Buchhandel oder auf den Antiquariatsplattformen mehr erhältlich. Auch der Autor selbst hat in den letzten Tagen die noch im Besitz befindlichen Exemplare verkauft. Das letzte, gebrauchte Exemplar hat gerade Booklooker für 25 Euro über den virtuellen Ladentisch geschoben. Also für das Doppelte des ursprünglichen Ladenpreises. Es ist außerdem vielfach höher als das, was ein Autor pro verkauften Exemplar eines in einem Verlag neu veröffentlichten Titels erhält, nämlich nicht mehr als einen Euro.

Trend

Aber wirkt das nicht unglaubhaft, weil sämtliche Exemplare dieser Titel gerade nicht neu, sondern elf oder sogar 24 Jahre alt sind!? Und damit überholt, konstatiert die übliche Sichtweise. Der Grund für die Verknappung dürfte eine Veröffentlichung über die Psalmen mit dem Thema “Klagen ohne zu verzweifeln” von Georg Magirius im Magazin “Andere Zeiten” vom September 2026 sein, redaktionell betreut von Sabine Henning. Seitdem scheint es fast einen Psalmen-Buch-Trend zu geben. Das Angebot hat sich jedenfalls ausgedünnt und ist momentan zum völligen Erliegen gekommen. Wer also ein Exemplar dieses Titels besitzen sollte und sich von ihm trennt, kann damit tatsächlich etwas Geld verdienen, indem man das Exemplar selbst oder an ein Antiquariat verkauft. Oder man liest das Buch oder liest es wieder, vielleicht ja auch, indem man sich ein Exemplar ausleiht. Und erzielt damit noch einmal auf ganz eigene Weise Gewinn.