Frankfurt, Spirituelle Wanderungen
Gipfelglück im Flachland

Gipfelglück, Weitblick, Freiheit und ein erstaunlicher Schwund der Erdenschwere: All das verspricht die Spirituelle Wanderung der Reihe GangART am Samstag, 25. April 2025, auf dem Berger Höhenweg in Frankfurt am Main. Schriftsteller und Theologe Georg Magirius leitet die Tour, die das Motto trägt: „Gipfelglück im Flachland“. Angeregt vom Buch “Stilles Frankfurt” geht es durch ausgedehnte Streuobstwiesen. Das Glücksgefühl auf dem Höhepunkt der Wanderung ist dabei fast schon garantiert: Denn der markante Anstieg auf den Berger Hang hinauf fällt wegen seiner Kürze kaum ins Gewicht gegenüber dem Freiheitsgefühl, das den Wanderer oben empfängt. Die Gruppe bildet sich neu.

Schweigend zum Gipfelglück
Eindrucksvoll gebündelt zeigt sich vom Berger Rücken die Frankfurter Skyline am Horizont. Außerdem sind Henninger Turm und Europäische Zentralbank zu sehen. Auch Hanau, der Bieberer Berg mit seinen Flutlichtmasten und der blau-transparente Auftakt von Spessart und Bergstraße lassen sich erkennen. Ein Abschnitt der Tour wird bewusst schweigend gegangen. Die Impulse sind spirituell, aber nicht konfessionell beschränkt.
Heilige Berge
Die Erhebung im Frankfurter Osten kann keine exzessiv viele Höhenmeter vorweisen. Dennoch geht es der Tour um das, was spirituell Suchende mit Bergen oft verbinden. Auf Gipfeln wohnen Götter, heißt es. In der Höhe lassen sich sonderbare Erfahrung machen. Manchmal werden Berge wie der im Hinduismus und Buddhismus als heilig geltenden Kailash nicht etwa erklommen oder gar besiegt, sondern respektvoll umrundet. Das jüdische Buch Schemot erzählt von einer Kraft, die eine große Wandergruppe am Fuße eines Berges erlebte. Sie schaute in die Höhe. Da erhielt die gewöhnlichen Fußgänger die ehrenhafte Auszeichnung, lauter Priesterinnnen und Könige zu sein. Was die Kraftempfänger nicht größenwahnsinnig machte. Stattdessen zogen die geadelten Wanderer um diesen göttlichen Berg eine Todeslinie. Zu gefährlich sei es dort oben! Allerdings wagen einige trotzdem den Aufstieg …







Mehr als 150 Apfelsorten
Ihnen schließt sich die Spirituelle Wanderung am Berger Südhang an. Todesmut ist allerdings nicht gefordert. Zumal der überwiegende Teil des Höhenzuges ohnehin nicht betreten werden darf. Nur so gedeihen die in der Region fast als heilig geltenden Streuobstwiesen mit ihren mehr als 150 Apfelsorten, die es in keinem Supermarkt zu kaufen gibt. Darunter Winterzitronenapfel und Ananasrenette. Oder Speierling, der dem Frankfurter Apfelwein wegen seiner extremen Säure eine gipfelgleiche Note verleiht. (Was andere laut schimpfend bestreiten, weil ein Speierling eine Flachland-Erfahrung noch um vieles unterbiete.) Außerdem leben am Hang noch viele andere Obstsorten und Orchideen. Nicht zu vergessen die Sumpfschildkröte. Sie hat ihr Refugium am Fuß des Hangs im Enkheimer Ried, wo zu Römerzeiten der Main floss.

Glücksgefühl am Fuß des Bergs
Am Rand des Rieds gibt es alte Eichen und den Nachtigallenweg. Er heißt so, weil dort im Frühling tatsächlich Nachtigallen brüten. Aber auch Wendehals, Wacholderdrossel, Waldlaubsänger, Weidenmeise und Wespenbussard sind in den geschützten Bezirken oben, aber auch unten im Tal gesichtet worden. Was der Bergexpedition eine überraschende, zusätzliche Perspektive verleiht: Denn womöglich lassen sich Höhengefühle auch im Flachland erfahren? Noch ehe der Gipfelsturm beginnt? Oder auch dann, wenn man abgestiegen ist?

Treffpunkt
Treffpunkt der Tour ist am Zug-Bahnhof Mainkur um 11 Uhr. Gut erreichbar auch mit der Straßenbahn (von der Straßenbahnhaltestelle Mainkur noch etwas mehr als 50 Meter weitergehen bis zum Bahnhofsgebäude). Der Bahnhof ist Haltestation des zwischen Bamberg und Frankfurt verkehrenden Regionalexpress. So ist der Ausgangspunkt sogar direkt von Haßfurt, Schweinfurt, Gemünden, Aschaffenburg und Hanau erreichbar. Aber auch aus der Gegenrichtung zum Beispiel von Rüsselsheim. Der Bahnhof Frankfurt-Mainkur ist auch Endpunkt der Tour. Die Strecke beträgt knapp 10 Kilometer, die reine Gehzeit etwa 3 Stunden. Rast wird auf dem Berger Höhenrücken eingelegt. Günstig kann es sein, sich dafür etwas zu essen und zu trinken mitzunehmen.
Anmeldung
Die Teilnahmegebühr beträgt 15 Euro (10 Euro ermäßigt). Anmeldung direkt bei Georg Magirius: mail@heilspraxis.de oder 0176-29402322. Ein Platz ist gebucht nach Überweisung des Teilnahmebeitrags. Die Bankverbindung wird bei der Anmeldung mitgeteilt. Wegen des meditativen Charakters der Tour ist die Teilnehmerzahl begrenzt. Falls es die Größe der Gruppe zulässt, ist gegebenenfalls auch noch eine kurzfristige Teilnahme möglich. Es wird bei Regen, aber auch bei Sonne gegangen.
Reihe GangART

GangART ist eine fortlaufende Reihe spiritueller Tagestouren durch Spessart, Odenwald, Frankfurt, Taunus, Rhön, Fränkisches Weinland, Steigerwald, Schwarzwald und Haßberge. Bei bislang 67 Touren nahmen mehr als 1300 Wanderer teil. Die Reihe findet Beachtung zum Beispiel im Reiseblatt der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, im Rucksackradio des BR, in der Main Post und im Deutschlandfunk. Die Wanderung ist inspiriert vom Buch „Stilles Frankfurt“, das unter dem Lektorat von Thomas Häußner im Würzburger Echter Verlag erschienen ist. Eine weitere Spirituelle Wanderung der Reihe GangART führt am 11. April 2026 zum Erlabrunner Käppele auf den Volkenberg im Fränkischen Weinland. Mehr zu dieser Tour findet sich hier. Weitere Informationen zur Reihe GangART sind hier.