Franken

Die Gabe des Weglassens

Die Gabe des Weglassens - sie lässt sich zum Beispiel erfahren im Reuenthal im Odenwald. Und im Buch "Frankenglück" von Georg Magirius, meint die Frankfurter Allgeimeine Zeitung.

Nichts für funktionsbeschichtete Kampfwanderer oder die allradfahrende Landlustschickeria: Das Buch „Frankenglück“ von Georg Magirius lebt stattdessen von der Freude am bedächtigen Herumstromern. So urteilt Rudolf Maria Bergmann in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 18. August 2016. Es handle sich um eher zufällige Streifzüge zu verborgenen Orten zwischen Rhön und Steigerwald, Aschaffenburg und den Haßbergen. Das Taschenbuch sei allerdings kein Führer zu Kraftorten, Hexentanzplätzen und keltischen Fruchtbarkeitsquellen. “Mit esoterischem Mumpitz hat der Autor nichts am Hut.“ Auch effektiv oder exzessiv agierende Landschaftserkunder würden enttäuscht sein, heißt es in der mit “Die Gabe des Weglassens” überschriebenen Rezension. Denn es gehe ausschließlich um genussvolle Spaziergänge abseits des touristischen Mainstreams, um „Orte, an denen das Wesentliche möglicherweise im Verborgenen blüht.“

Der stille Luxus der Abwesenheit von Spektakulärem

So könne zum Beispiel das Odenwälder Reuenthal das wiederkehrende Maiengrün in unendlichen Schattierungen genießen lassen. Im Hochspessart lade eine Blumenwiese vielleicht zum Schmökern ein. In Arnstein locke wiederum ein lauschiger See zum Baden. „Jedenfalls sind derart entspannte Exkursionen ein Garant dafür, dass es keiner Lektüre von Bestsellern über Entschleunigung oder Darmsanierung bedarf.“ Alle vorgestellten Täler, Schlösser, Ruinen, Moore, Höhlen, Klöster, Kapellen, Alleen, Skigebiete, Weinberge hätten eines gemeinsam: „Sie umweht der stille Luxus einer Abwesenheit von Spektakulärem.“

Kein pastoral aufgeschäumtes Slowfood-Getue

Frankenglück Buchcover

Statt ausführlicher Beschreibungen würde der Autor es bei knappen Anregungen belassen – ganz im Geist Wilhelm von Humboldts: „Man genießt die Natur auf keine andere Weise so schön, als beim langsamen zwecklosen Gehen.“ Solche Mußestunden könnten sich freilich auch in einem der angeführten Cafés oder Gasthäuser einstellen:  „Da auch zum Gehen und Einkehren die Gabe des Weglassens gehört, sind es durchweg grundsolide Oasen ohne Sterne und Hauben, wo weder Teller-Ikebana zelebriert wird noch pastoral aufgeschäumtes Slowfood-Getue.“

Das Buch Frankenglück

Georg Magirius hat “Frankenglück – 33 Orte zum Staunen und Verweilen” im Echter Verlag veröffentlicht, der seinen Sitz übrigens in Würzburg hat. Das Buch hat 144 Seiten, viele Fotos und kostet 12 Euro. Thomas Häußner hat es lektoriert. Und Peter Hellmund hat es gestaltet. Die ISBN-Nummer lautet 978-3-429-03912-7. Weitere Informationen und Pressestimmen sind hier. Die vollständige Rezension von Rudolf Maria Bergmann in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung findet sich bei Buecher.de.