Franken

Hoffnung auf ein Wiedersehen

Das Erlabrunner Käppele auf dem Volkenberg bei Würzburg fördert die Hoffnung auf ein Wiedersehen. Dank seiner Glocke kann sie dem Vermissen Klang verleihen. Das hat Georg Magirius im Bayerischen Rundfunk in der Reihe “Gedanken zum Tag” am 22. März 2024 auf BR1 und BR2 gesagt. Der vollständige Text ist hier.

Freiheit im Wald

Ich bin zu Fuß unterwegs, um dem nachzugehen, was ich vermisse. Der Fränkische Marienweg führt unweit von Würzburg durch einen ganz besonderen Kiefernwald. Nirgendwo sonst kommt die Schwarzkiefer in dieser Häufigkeit vor wie auf dem Volkenberg. Der Wald lässt mich Geborgenheit spüren, aber auch das Gefühl der Freiheit vermisse ich nicht. Denn die Stämme sind auffällig schlank, sehr elegant. Der Wald tritt nicht massig auf, ist nie verschattet, sondern luftig. So kann ich durch den Wald hindurch schon aus der Ferne das Erlabrunner Käppele sehen.

Georg Magirius, Gedanken zum Tag, Bayerischer Rundfunk

Vom Charisma des Zurückgezogenen

Das Käppele liegt oberhalb des Winzerortes Erlabrunn an einem Steilhang, der weit übers Maintal bis nach Würzburg schauen lässt. Auf dem Volkenberg, erzählt eine Sage, soll ein Einsiedler gelebt haben.

Sein Rückzug war eine besondere Form der Zuwendung: Denn viele kamen zu ihm und sprachen aus, was sie beschwerte und was sie vermissten. Einmal suchte ihn ein erschöpfter Ritter auf, der seinen Besitz verloren hatte. Als er von seinem Bruder erzählte, den er seit vielen Jahren suchte, erkannten sie sich. Die Geschwister bauten als Dank für ihr Wiedersehen unweit ihrer Burg eine Kapelle. Im Erlabrunner Käppele hängt ein Seil, mit dem jeder die Glocke läuten kann. Ein Ton, der über dem im Tal liegenden Verkehrsrauschen schwebt und unten manchmal gehört wird.

Georg Magirius, Gedanken zum Tag, Bayerischer Rundfunk

6 Pilgertipps für Bayern

Der Beitrag “Hoffnung auf ein Wiedersehen” ist Teil einer Reihe im Bayerischen Rundfunk, in der er sechs Pilgertipps fürs Frühjahr gibt, die abseits der Haupterlebniswege verlaufen. Neben der Dschungeltour ist das Rundweg 3 auf der Hochebene von Breitenbuch im Odenwald, die über die Mühen der Ebene nachdenken lässt. Außerdem stellt Magirius unter dem Motto “Mit Fragen leben” eine Wanderung zur Kreuzkapelle bei Frammersbach im Hochspessart vor. “Als Normalo in der Fürstenloge” lautet das Motto einer Tour von Wiesenbronn nach Rüdenhausen am Steigerwald. “Mit Käsekuchen durch den Dschungel” ist die Maxime einer Tour zur Wallfahrtskirche Maria Limbach bei Sand am Main. Schließlich ist der Gotthard bei Amorbach das Ziel, wo sich “Liebe ohne Fensterglas” erfahren lässt. Georg Magirius leitet in der Reihe GangART Spirituelle Wanderungen. Am 4. Mai 2024 geht es unter dem Motto “Muße statt Müssen” von Thüngersheim in den Schlosspark Veitshöchheim, einen der schönsten Rokokogärten Europas.