Biblisches

Aufruf zur Unhöflichkeit

Terassenstuhl mit aufgeschlagenem Bild - Cover des Buches "Erleuchtung in der Kaffeetasse". In dem Buch befindet sich Magirius' Aufruf zur Unhöflichkeit.

Von Jesus stammt mehr als nur ein Aufruf zur Unhöflichkheit. Davon erzählt der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius. Seinen Beitrag über den ungezähmten Jesus hat er im Sonntagsgruß vom 20. Februar 2020 veröffentlicht. Dabei handelt es sich um eine Zeitschrift im Gütersloher Verlagshaus. Die Redaktion hat Monika Hovell. Den Beitrag lässt sich hier lesen. Er ist außerdem veröffentlicht in dem Buch “Erleuchtung in der Kaffeetasse” von Georg Magirius.

Der Beitrag “Aufruf zur Unhöflichkeit”

Wenn Geschenke in Form von Fleischwurstscheiben, Bonbons, Schokolade in Kinderhände wandern, ist oft zu hören: »Und was sagt man da?« Die Stimme des Fra-genden zieht sich scharf und manchmal auch so langanhaltend nach oben, bis sich selbst ein vor Freude sprachloses Kind irgendwann ein gehauchtes Danke abringt. Aber ich will die Erziehung zur Höflichkeit nicht verdammen. Ich freue mich ja selbst über so gut wie jeden Dank. Außerdem bin ich ein geübter und eifriger Sammler von Komplimenten. Umgekehrt teile ich auch aus, bin als Autor allein schon von Berufs wegen eng verbündet mit der Fantasie, sie lässt mich immer neue Pfade erkunden, um treffende Komplimente zu geben. Das ist keine Taktik, es macht mir einfach Spaß, ich schwärme eben gern. Komplimente und Dank gelten allerdings nicht nur als höflich oder schwärmerisch, sie sind gegenwärtig auch zu Bausteinen eines neuen Prinzips geworden.

In Firmen oder Institutionen spricht man von Mitgliederpflege. Auch ehrenamtliche Arbeit soll nicht mehr einfach hingenommen werden. Man sagt dann auch nicht mehr einfach „Danke!“, „Toll!“ oder „Gut gemacht!“, es klingt eher so: Für Ihren Dienst und Ihr großes Engagement möchte ich an dieser Stelle einmal unsere Wertschätzung ausdrücken. Seien Sie gewiss, Ihre Arbeit wird von uns allen gesehen, sie wird in unserer Gemeinschaft wertgeschätzt.« So redet in der Regel kein normaler Mensch, aber wenn es um ein höheres Prinzip geht, sprechen tatsächlich viele so, wie es im Leit-faden zur Pflege von Mitgliedern mithilfe .der sogenannten Danksagungskultur empfohlen wird. Bei Jesus war das anders! Einmal erzählte er eine schrecklich unhöfliche Geschichte. Die geht so: WEITERLESEN