Erdrutsch bei Vertrauenstour

Grottenweg im Spessart Foto von Georg MagiriusWer könnte diesen Weg verstehen? Ruckartig ändert er die Richtung, führt Berge direkt hinauf. Wildschweine sind mit ihm vertrauter als Wanderer, zeigt der aufgewühlte Boden. Brennnesseln fühlen sich hier heimisch und kniehoch steht mitunter das Gras. Nein, es ist nicht verständlich: 25 Pilgerinnen und Wanderer unter Leitung des Theologen und Schriftstellers Georg Magirius wollen an diesem Maitag des Jahres 2017 ausgerechnet auf diesem Weg von Heigenbrücken nach Heinrichsthal im Hochspessart kommen. Es ist der sogenannte Grottenweg – sein Name klingt wie ein Programm.

Atemnot

EntwurzelungDoch, doch, ergibt eine Blitzumfrage, sie seien tatsächlich freiwillig zu der Spirituellen Wanderung der Reihe GangART aus Würzburg und Frankfurt angereist, aus Retzbach und Seligenstadt, aus Hainburg und Karlstadt, Arnstein und Mainhausen, Gemünden und Aschaffenburg, aus dem Jossgrund und Lohr. Aber dann? Kommt die Atemnot – und das unweit des Luftkurortes Heigenbrücken. Und? Ein Hang ist gerade abgerutscht, entwurzelte Bäume mitten auf dem Weg: Stillstand. Ein neuer Weg muss sich erst finden. Und schon wieder folgt ein Anstieg und mit ihm das nächste Schwitzen, obwohl es eher kühl an diesem Maitag ist. Und dann wieder der Refrain: Gestrüpp, immerzu Gestrüpp.

Matsch

Kniehohes GrasDieser Gang ist unvertraut. Niemand hat ihn zuvor trainieren können. Obwohl man doch nicht unerfahren ist, viele Wege schon gegangen. Aber eben nicht ihn, jetzt an diesem Tag im Monat Mai, der Boden, Bäume, Büsche auf eine Weise animiert, dass der Orientierungssinn zuzuwuchern droht. Und erneut sinken die Füße ein in Matsch. Auf erschütternde Weise wühlt der Weg auf, begeistert und erschöpft. Nein, das ist nicht zu verstehen. Es euphorisiert, macht wütend, schweigsam, dann fließen wieder Worte ungehemmt wie selten – und all das unkontrollierbar durcheinander.

Frühlingsgrün

Die Gewöhnlichkeit sieht anders aus, gibt es sie denn überhaupt? Es hätte doch auch anders gehen können, besinnungsnett und um einiges gemütlicher. Aber das Leben lacht den Konjunktiv aus. Nein, es ist nicht zu verstehen, wie kaum aushaltbar realistisch das ist. Und kraftvoll. Denn niemand wird erklären können, warum dieser Weg so freundlich, direkt und gnädig ist: frühlingsgrün vom ersten bis zum letzten Schritt.

Die Reihe GangART

Frisches GrünGeorg Magirius hat 2009 GangART begründet, eine fortlaufende Reihe Spiritueller Tageswanderungen durch Spessart, Odenwald, Haßberge, Rhön, Steigerwald, Fränkisches Weinland, Taunus und Schwarzwald. Bei bislang 36 Touren nahmen 800 Wanderer teil. Von Georg Magririus zum Thema Pilgern zuletzt erschienen: “Frankenglück. 33 Orte zum Staunen und Genießen” im Würzburger Echter Verlag und “Schritt für Schritt zum Horizont” im Freiburger Herder Verlag.

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Drei Wege zu einer neuen Glaubenssprache

Wortwerkstatt Foto von Matthias KeilholzWie findet man eine Sprache für das Unfassbare? Wie lässt sich sprechen von dem, was als intim und allumfassend gilt, als verwandlungskräftig, winzig und unerreichbar groß, ein Himmels-Traum und Sehnsuchtsraum – Gott? Das war das Thema der Wortwerkstatt am 4. Mai 2017 auf dem Klausurkonvent des Kirchenkreises Naumburg-Zeitz. Unter Leitung des Schriftstellers Georg Magirius und der Konzertharfenistin Isabelle Müller fahndeten Pfarrerinnen, Gemeindepädagogen und Kirchenmusiker nach ungewohnten Wegen zu einer Sprache des Glaubens.Der Leitfaden bei dieser Suche lautete: Wortfreiheit.

Staunen und Stottern

Wortwerkstatt mit Isabelle Müller und Georg Magirius - Foto von Matthias KeilholzWortfreiheit – das kann bedeuten, die kindergroße Freiheit zu haben, biblische Texte aus der Gewohnheit herauszureißen und anzustaunen, sich über sie zu wundern, zu ärgern und zu lachen. Das gewohnte Reden jedenfalls dürfe ins Stolpern kommen, sagte Magirius. Ein Vershaspeln helfe, dem Lebendigen und Nicht-Festgelegten näher zu kommen. So wurden in der Werkstadtt statt theologischer Richtigkeiten persönliche, oftmals in der Kindheit begründete Erfahrungen und Bilder zu Tage befördert und schließlich mit dem Bibeltext zum Sonntag Kantate verknüpft, der Kindergeplärr als angemessene Sprache für das Sprechen vom Unbegreiflichen anzubieten scheint. Das wiederum mündete in die Sprache der Harfe, des vielleicht biblischsten Instrumentes überhaupt. Eine Wortfreiheit im ganz konkreten Sinn – ein Sprache frei von Worten.

Lachen und locken

Georg Magirius Foto von Matthias KeilholzKombiniert wurde die Wortwerkstatt mit einer Konzertlesung, die biblische Liebesgeschichten in die Gegenwart hinübertrug. Georg Magirius las aus aus “Traumhaft schlägt das Herz der Liebe”, durchflochten vom Spiel Isabelle Müllers. “Er – ein Meister der Worte, der leisen und der lauten, der humorvoll-ernsten und der ernsthaft-humorvollen”, urteilt Pfarrer Matthias Keilholz in seinem Blog “Keilis Sicht”. Magirius’ “Geschichten lassen leise schmunzeln und kräftig lachen. Sie locken in die Stille, beflügeln, erden, verführen, bleiben haften.”

Glitzern und Rauschen

Isabelle Müller Foto von Matthias KeilholzAuf der anderen Seite Isabelle Müller: “Sie – eine Meisterin des Instrumentes der Könige und Hirten. Brillant und klar erklingen die Töne ihrer Konzertharfe, sie fegt über die Saiten, zaubert Klangfülle, lockt und versteckt Melodien, lässt Sterne glitzern und Flüsse rauschen, lässt hören, was keine Worte hat.” Gemeinsam hätten sie unter dem Titel “Sieben tote Ehemänner” biblische Liebesgeschichten erzählt: “Töne umspielen Worte. Worte fordern Klänge heraus. Und vor Augen und Ohren entstehen Bilder in prächtigen Farben.”

Alle Fotos stammen von Matthias Keilholz. Weitere Fotos im Blog >> Keilis Sicht.

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Unerreichbar und abgeschieden

Georg Magirius Reihe GangART Foto von Petra MatheinWir schreiben den 29. April des Jahres 2017. Ungeheuerliches geschieht in Bad König, einem Kurort, der im Odenwald liegt,  in einem Mittelgebirge, das die Unverfrorenheit besitzt, von keiner einzigen Autobahn durchschnitten zu werden. Vielleicht auch deshalb wirkt der Samstagvormittag in dem Kurort nicht auf schreiende Weise geschäftig. Doch nun, um exakt 10.41 Uhr geschieht etwas noch viel Unverfroreneres: 20 Wanderer Stillewegund Pilgerinnen sagen in diesem Augenblick selbst noch dieser fast gelassenen Betriebsamkeit Adieu. Unter Leitung des Frankfurter Theologen und Schriftstellers Georg Magirius kappen die Tagespilger auf der Tour der Reihe GangART sämtliche Leitungen.

Abseits der Aufgeregtheit

Was nun beginnt, ist „Das Ende der Erreichbarkeit“. So lautet das Thema der Tour. Die Pilger begeben sich auf einen Weg, den viele Zeitgenossen für ein Abenteuer halten, das nach menschlichem Maßstab nicht zu überstehen sei. Und selbst wer aus diesem Abenteuer ins gewöhnliche Leben zurückkehre, werde schwer gezeichnet sein, heißt es. Denn die Frage ist, ob man sich nach solch einer Erfahrung jemals wieder frei von Komplikationen in die sogenannte “Community der Aufgeregtheit” eingliedern will.

Alle Nervosität bleibt im Tal

Rast mit Aussicht Eiche MomartSchon haben sich die Abenteurer der Asphaltgrenze von Bad König angenähert. Und nicht nur das, sie gehen einfach über sie hinweg! So wandern sie dem Anspruch davon, am besten immerzu erreichbar zu sein. Das Ideal, sekundenschnell zur Stelle zu sein, wird gleich für mehrere Stunden ausgehebelt. Und alle Nervosität bleibt zurück im Tal.

Das Gewichtige fällt ab

Es geht den Berg hinauf, hinein in die Landschaft der Abgeschiedenheit. Und was geschieht? Der Weg aus der Unabkömmlichkeit heraus ist trotz aller Steigungen leicht und heiter. Denn die sich öffnende Weite ruft, piept und klingelt nicht. Stattdessen gibt sie jenen, die sich von ihr betören lassen wollen, die Gewissheit, nun endlich einmal nicht mehr wichtig sein zu müssen. Das also ist das Wichtige dieses Augenblicks: alles Gewichtige fällt ab.

Ausblick Eiche Momart

Ruhiger Wellengang

Da sind die Pilger vom Galgenberg hinabgewandert und schauen an der Eiche Momart in die Wellenkämme einer fernen Hügellandschaft. Die Wellen geben selbst bei eingehendster Betrachtung nicht den geringsten Anlass zu der Vermutung, sich jemals von irgendetwas oder irgendjemandem aufwühlen zu lassen. Von solcher Art sind die Nachrichten, die die vom geschäftigen Weg Abgekommen nunmehr erreichen.

Frei von Getöse

Die Nachrichten stammen aus keinem Gerät, von keinem Menschen. Stattdessen ist da der Gesang der Vögel. Oder auch das helle Grün eines endlos wirkenden Leicht und heiter berganHeidelbeerstrauchmeers im Wald bei Weiten-Gesäß. Auch dieses Meer benötigt kein Getöse, um wahrgenommen zu werden. Es drängt sich nicht auf, öffnet sich freilich jedem, der den Mut hat, seine Schritte endlich einmal wieder im eigenen Rhythmus zu setzen: unerreichbar, leicht und heiter.

Die 2009 von Georg Magirius begründete Reihe GangART ist eine fortlaufende Reihe Spiritueller Tageswanderungen durch Steigerwald, Fränkisches Weinland, Rhön, Spessart,Haßberge und Odenwald. Bei 36  Touren nahmen etwa 800 Wanderer teil. Die nächste Tour unter dem Motto “Verborgene Kräfte” ist am 20. Mai 2017 im Hochspessart. Von Georg Magirius zuletzt zum Thema erschienen: “Frankenglück. 33 Orte zum Staunen und Verweilen.” Fotos: Büro Magirius, Heike Herwig, Petra Mathein. >>> Zum Anschauen der Bilder unten jeweils das Foto anklicken >>>

Das Ende der Erreichbarkeit - Foto von Heike Herwig

In MomartFreiheit Foto von Heike HerwigBlick von Eiche Momart Odenwald Foto von Heike Herwig

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Wohmanns Werk in Wien

Am 21. Mai 2017 wäre Gabriele Wohmann 85 Jahre alt geworden. Wenige Tage vorher, am 9. Mai, feiert das Erste Wiener Lesetheater das Werk der “unangefochtenen Königin der Kurzgeschichte” (MDR), die 2015 gestorben ist. Es lesen die Schauspielerin und Astrologin Sigrid Farber, die Schriftstellerin und Germanistin Judith Gruber-Rizy, die Schauspielerin Angelika Raubek und die Schauspielerin Gabriela Schmoll, die für Textzusammenstellung und Gestaltung des Abends verantwortlich ist. Dienstag, 9. Mai 2017, Amerlinghaus, Stiftgasse 8, 1070 Wien – Mehr

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Intelligenz läuft

Wer Extremsportarten wie Ultramarthon ausübt, läuft nicht vor den Aufgaben des Lebens davon, sondern steht verantwortungsvoll im Leben. Das hat Harry Arndt im Hessischen Rundfunk in der Sendung “Forum Leib und Seele” gesagt. Arndt gehört zu den Pionieren unter den Ulramarathonläufern in Deutschland und hat mehrere Rekordmarken im 100-Kilometer-Lauf aufgestellt.  Als Organisator des Ultramarthons in Hanau-Rodenbach ist ihm aufgefallen: “Die Intelligenz ist überdurchschnittlich vertreten.” Viele Akadameiker, provomovierte Akademiker und auch einige Professoren befänden sich unter den Teilnehmern. Das lange Laufen könne man also kaum als Flucht vor den Herausforderungen des Lebens interpretieren, wie es manche Psychologen tun würden. Arndt: “Ich kann mir vorstellen, dass man als Lägern im Berufsleben oder in anderen Bereichen ein stärkere Ausdauer aufweist, um ans Ziel zu kommen und sich durchzusetzen.” Das Porträt “Laufen ohne Ende” von Georg Magirius über Harry Arndt > hören, das Manuskript > lesen. Redaktion: Dr. Lothar Bauerochse.

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Gut Geschrei im Bibelhaus

Auf neue Weise wird im Frankfurter Bibelhaus nach dem Ur-Impuls der Reformation geforscht – und zwar am 6. Mai 2017 um 22 und 23 Uhr während der Frankfurter und Offenbacher Nacht der Museen. Dann bringen die Konzertharfenistin Bettina Linck und der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius Luthers Bibelglück neu zum Klingen und fragen: Findet sich der reformatorische Ur-Impuls, die Gerechtigkeit aus Glauben, heute im Liegestuhl? Um 23 Uhr wird ein zweites Mal die von Luther Silvia Meier (c) Bibelhaus Erlebnismuseum Frankfurt am Mainals “gut Geschrei” bezeichnete Bibel aus der Vergangenheit herausgerissen und in die Gegenwart platziert. Dann tritt das erste Liebespaar der Welt auf: Adam und Eva rebellieren in der FKK-Ferienclubanlage. Nur wie wird der Erbauer der Ferienclubanlage reagieren? Und was wird aus den Rebellen? – Die Leitung hat Silvia Meier, Geschäftsführerin der Frankfurter Bibelgesellschaft e.V. Foto: (c) Bibelhaus.

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Die 12 wichtigsten Pilgeretappen

Bei den wichtigsten Pilgeretappen handelt es sich um Situationen und Stationen, die einem bei so gut wie jeder Tour begegnen können, nämlich: Aufbruch, Gehen, Weite, Stille, Pilgerstab, Schlucht, Rasten, Quelle, Berg, Erschöpfung, Ruine, Ziel. Das schreibt der Theologe Georg Magirius in seinem Pilgerbuch “Schritt für Schritt zum Horizont“. Für diese Etappen habe er Lieder und Bibeltexte “sehr sorgfältig und mit viel Einfühlungsvermögen ausgewählt”, urteilt Elisabeth Buchcover - Schritt für Schritt zum Horizont Werkbuch Pilgern Von Georg Magirius im Herder VerlagDubbelmann in der Dezemberausgabe 2015 von Pilgerstab, der Zeitschrift der Santiago-Freunde Köln. Magirius’ Buch biete auch Gebete, Segenstexte, Meditationen – einfach alles, um eine Pilgertour auf intensive Weise zu erleben. “Auch kann es einen in bestimmten Situationen wie Mutlosigkeit und Erschöpfung sehr gut unterstützen.” Fazit: “Ein sehr schön gestaltetes und wertvolles Begleitbüchlein für alle, die sich auf den Weg machen wollen.”

Georg Magirius, Schritt für Schritt zum Horizont, Pilger-Werkbuch, Lektorat: Dr. Esther Schulz / Clemens Carl, 17,99 Euro,  224 Seiten, Softcover mit Lesebändchen, ISBN 978-3-451-31311-0, Herder Verlag, Freiburg im Breisgau. >>> Weitere Informationen zum Buch.

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Verborgene Kräfte

Grottenweg im SpessartEine Spirituelle Wanderung unter dem Motto „Verborgene Kräfte“ führt am 20. Mai 2017 im Spessart von Heigenbrücken nach Heinrichsthal (Bericht und Fotos der Tour >> hier). Die Gruppe unter Leitung des Theologen und Schriftstellers Georg Magirius bildet sich für die Pilger-Tagestour der Reihe GangART ganz neu.

Das Recht auf Pausen

Die Frühlings-Wanderung ist ideal für all jene, die Lust am Aufbruch spüren und nach neuen Kräften suchen. Damit wird eins der vielleicht extrem verteidigten Tabus der Gegenwart unterwandert. Gewöhnlich nämlich gilt es, sich am besten immerzu als fit und optimistisch darzustellen, also niemals schlapp, gelangweilt, traurig oder krank zu sein. Die Pilgerwanderung geht hingegen davon aus, dass der Mensch ein Recht auf Pausen hat. Gerade sie ermöglichen es, einmal fortzugehen, sich zurückzuziehen und sich seiner Lebensquellen zu vergewissern.

Überraschende Richtungswechsel

Gewandert wird im Spessart auf dem sogenannten Grottenweg. Der Weg passiert mehrere Mariengrotten. Der Name freilich könnte auch als Beschreibung für die Beschaffenheit des Weges verstanden werden: Hexenbaum auf dem Grottenweg bei HeigenbrückenBei ihm handelt es sich um einen Kontrast zum Ideal des rein gefegten Bürgersteigs. Selten verläuft der Weg eben.

Ohne roten Teppich

Er kennt wie das Leben selbst überraschende Richtungswechsel und ein nahezu unaufhörliches Auf und Ab. Wer sich auf den Grottenweg begibt, wird nicht wie auf einem roten Teppich beklatscht. Stattdessen warten Wurzeln, Moos und Steine. Und mit dem Hexenbaum weist er einen Höhepunkt auf, dessen Geäst gruselig in den Himmel ragt.

Auf dem grünen Teppich

Lohrbach am Grottenweg im SpessartWarum ausgerechnet hier nach neuen Kräften suchen? Weil einem im Rückzug eine beeindruckende Stärke erwarten kann. Außergewöhnlich lebendig wirkt der grüne Teppich auf dem urwaldähnlichen Weg, dazu die Aussicht in die Weiten des Spessarts und das unaufhörliche Sprudeln des Lohrbachs. Er ist besonders gut zu hören, weil mehrere Abschnitte der Tour schweigend gelaufen werden.

Länge der Tour und weitere Fakten

Verborgene Kräfte: Spirituelle Wanderung der Reihe GangART, Samstag, 20. Mai 2017. Länge: 10 Kilometer, reine Gehzeit: ca. 3,5 Stunden. (Bericht und Fotos dieser zurückliegenden Tour >> hier). Es wird auch bei Regen gegangen. Anfangs- und Endpunkt der Tour liegen direkt an der Regionalexpresstrecke Bamberg-Würzburg-Aschaffenburg-Hanau-Offenbach-Frankfurt. Gemeinsame Anreise nach Absprache von Frankfurt und Dettingen (Main) aus möglich. Zu essen und zu trinken mitnehmen. Möglichkeit zur Einkehr am Ende der Tour, nach derMarkierung Blaues M - Grottenweg im Spessart Rückkehr mit dem Bus von Heinrichsthal am Ausgangspunkt Heigenbrücken.

Die Reihe GangART

Georg Magirius hat 2009  GangART gegründet, eine fortlaufende Reihe Spiritueller Tagestouren in Rhön, Steigerwald, Schwarzwald, Spessart, Odenwald, Taunus, Fränkischen Weinland und in den Haßbergen. Bei 35 Touren nahmen fast 800 Wanderer teil. Inspiriert ist die Tour “Verborgene Kräfte” auf dem Grottenweg von Magirius’ 2016 im Echter-Verlag erschienenen Wander-Buch „Frankenglück. 33 Orte zum Staunen und Verweilen“.

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Lebensquell im Hinterland

Schloss Kirchschönbach mit Teich und WeidenbaumWo findet man Inspiration? Und wo lassen sich schöpferischen Kräfte besonders gut erfahren? Dort, wo eine Fülle an Reizen zusammenkommt, sagen viele. Wo das Leben pulsiert, es rauscht und rattert, in den großen Städten. Denn dort stoßen Ideen und Menschen auf immer neue Weise aneinander. Eine ganz andere Antwort lässt sich im Schloss Kirchschönbach finden. Die Einrichtung der Oberzeller Franziskanerinnen ist ein Kleinod der schöpferischen Ruhe, gelegen in der weiten, herrlich unverkrampften Landschaft Frankens, am Fuße des Steigerwalds zwischen Würzburg und Bamberg.

Inspiration

Steg zum Teich Schloss KirchschönbachWeil dieser Ort nicht umtost ist, wird der innere Brunnen nicht verstopft, mitunter sogar von Abdeckungen befreit. Seit einigen Jahren wird dort unter der Leitung des Künstlermanagers Herbert Löw und des Schauspielers Markus Grimm den Künsten freier Raum gelassen, mit aller Frechheit und Freiheit Fragen gestellt. Und das geschieht außerdem noch auf eine Weise, die sonst häufig als Zeichen der Schwäche gilt: nämlich ohne gleich schon wieder Antworten einzufordern. Was sind das für Fragen? Sie wirken nicht gerade klein: „Was ist das Leben? Was macht es wertvoll und lebenswert?“, heißt es in der Vorstellung derer, die diesen Ort als kulturellen Lebensquell entdeckt haben.

Reduktion

Antworten auf die Fragen des Lebens also werden nicht herbeigeschrien. Vielleicht wirken sie deshalb, wenn sie sich dann bisweilen wie von selbst einstellen, überragend individuell und auf unverstellte Weise stark. Schon das Suche nach ihnen zeigt sich jedenfalls alles andere als lebensfern, sondern praktisch und handfest, inspiriert von der  Ruhe der Natur. Ganz in der Tradition der Franzsikanerinnen steht das Schloss damit nicht für einen Zwang zum Immer-Mehr, sondern für den fremd wirkenden Reduktion im Schloss KirchschönbachReichtum der Schlichtheit. Die äußeren Reize sind reduziert.

Konzentration

Das fördert die Konzentration. Und mit einem Mal nimmt Gestalt, was jetzt gerade schmerzt oder lachend lebendig werden will. So begegnen sich an diesem Ort Kunstschaffende aus allen Bereichen der bildenden, schreibenden, musizierenden und darstellenden Kunst. Festivals werden gefeiert, Konzerte sind zu erleben, Theater, Ausstellungen und Lesungen. Am 2. April 2017 begegnen sich etwa Vertreter aus zwei unterschiedlichen Bereichen im Kaminsaal von Schloss Kirchschönbach: Harfe trifft auf Literatur. Bettina Linck spielt Stücke von Hasselmans, Godefroid, Glinka, Chertok, Debussy und Parry. Und Georg Magirius liest aus „Traumhaft schlägt das Herz der Liebe“.

Eingang ins Schloss Kirchschönbach

Weitere Informationen über die Landpartie zu Kaffee, Kuchen, Kunst und Wein auf der Website vom Schloss Kirchschönbach >>> hier. Alle Fotos (c): www.schloss-kirchschoenbach.de

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Das Buch zum Hessentag in Rüsselsheim

Das Buch zum Hessentag in RüsselsheimDie Monogamisierung aller spielerischen Bewegung in Richtung Fußball ist ein Skandal, dem sich das Stadion in Rüsselsheim eindrucksvoll widersetzt. Das schreibt der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius im „Buch zum Hessentag 2017“. Das dieser Tage veröffentlichte Buch mit 24 Geschichten und Gedichten stellt die Hessentagstadt Rüsselsheim vor, wie es T-Shirt, Kaffeetasse, Spielzeug-Astra und andere Souvenirs nicht können.

Schafe, Krimis und Idyllen

So erinnert der promovierte Philosoph, ehemalige Werkzeugmacher bei der Adam Opel AG und einstige Bundesminister Norbert Blüm an den Rüsselsheimer Pfarrer Gernot Jung. Otti Geschka schreibt über ihre Zeit als Oberbürgermeisterin und Carlo von Opel über die Familie Opel. Außerdem zeigt das Buch:  Rüsselsheim hat gewiss nicht die hessentagstypische Dichte an Fachwerkbalken, doch weidete in ihr vor nicht langer Zeit noch eine Herde Schafe. Dazu taugen Parks als Schauplatz für Krimis. Und Orte wie die Horlache zeigen sich als Idyllen, die weit über Rüsselsheim hinaus schauen lassen – zum Beispiel „verträumt in die Wolken“, wie die Schülerin Eva George in ihrer Geschichte „Wenn die Fantasie übernimmt“ schreibt.

Das Buch zum Hessentag 2017. Geschichten und Gedichte aus Rüsselsheim am Main, herausgegeben von Hannah Winkler, Illustrationen von Verena Grund, 124 Seiten, 7,95 €, ISBN: 978-3-00-055669-2. Das Buch ist im Buchhandel erhältlich. Weitere Informationen und Leseprobe >>> hier <<<. Informationen zu Veranstaltungen auf der Internetseite zum Hessentagsbuch >> hier <<.

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