Die Freiheit der Unfertigen

Ruine Collenburg - Foto von Georg Magirius

Da sind Lücken, Risse, vieles ist nicht abgerundet, etwas fehlt. So lässt sich sich das manchmal kurz vor Weihnachten erleben, an den Feiertagen, am Ende eines Jahres.

Vielleicht weil diese Tage als erfüllte Zeit bezeichnet werden? Weil man sich wünscht, das Leben als voll und festlich zu erleben?

Dabei gleicht es oftmals eher einem Puzzle, dem einige Teile abhanden gekommen zu sein scheinen. Es ist so ähnlich, wie wenn man durch eine Ruine geht. Sie ist unvollständig.

Andererseits kann eine Ruine das Gefühl der Weite geben. Und sie lässt Großes ahnen.
Was aber ist das Große? Es ist die herrliche Freiheit, unfertig sein zu dürfen.

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Der Wunsch für alle Zehen: Freie Bahn im Neuen Jahr!

Wünsche können Flügel wachsen lassen, wenn sie den Erdboden im Blick behalten. Das sagt der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius am 1. Januar 2019 im Hessischen Rundfunk in seiner Sendung „Die Macht der guten Wünsche“. Er verweist auf grundlegende Texte aus Judentum und Christentum, etwa auf einen Psalm, in dem Gott den Engeln befohlen habe, „dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.“ So himmelweit der Wunsch auch klinge, vergesse er nicht niedere menschliche Erfahrungen. Diese seien sogar der Ausgangspunkt für solch ein Wünschen. „Fast witzig klein erscheint der Gewinn, den die Himmelswesen bescheren”, heißt es in der Sendung. “Doch wer schon einmal mit dem Zeh an einen Stoß gestoßen ist, wird darüber nicht lachen, sondern sich freuen.“ Die Harfenistin Bettina Linck interpretiert die Sendung musikalisch. Die Redaktion der von 10.30-11.00 in der Reihe Camino auf hr2-Kultur ausgestrahlten Sendung hat Dr. Lothar Bauerochse.

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Das alte, immerneue Aufbegehren

Ein Bogen im Himmel Die uralte Haltung des menschlichen Aufbegehrens gegenüber Gott sei nicht veraltet. Das behauptet der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius in seinem Beitrag “Das erste Buch der Christen”, veröffentlicht in der Evangelischen Sonntagszeitung vom 16. Dezember 2018 und in “Die Kirche”, der Wochenzeitung für Berlin und Brandenburg, vom 2. Dezember 2018. Er verweist dabei auf Hiob, Mose und die Psalmen im Ohne die alte Wurzel Jesse trocknet alles ausAlten Testament. Vordergründig speise sich deren Aufmüpfigkeit gegenüber dem Ewigen aus Erfahrungen mit einem Gott, der undurchdringlich, geheimnisvoll und – wie viele sagen – finster sei. Aber ihr Aufgebehren lasse sich indirekt als ein Geständnis der Liebe verstehen oder – wie es der Schriftsteller Uwe Kolbe sagt – als eine Haltung “aufbegehrender Demut”. Laut Magirius ist diese Haltung ehrlicher und der Gegenwart angemessener als die oft als viel moderner eingestufte Behauptung, dass Gott sich durchgängig als wohlwollend, schön und gut erweise. Den Beitrag lesen >> hier. Redaktion: Martin Vorländer, Constance Bürger.

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Klima retten dank SUV?

Volkswagen werde dank des SUV-Booms bis ins Jahr 2025 bedeutende Mehreinnahmen haben, hieß es kürzlich in Wolfsburg. Die Aussichten seien auch deshalb so erwärmend, weil jemand, der einmal SUV gefahren sei, nicht mehr auf ein niedrigeres Fahrniveau zurückfallen wolle. Dank der extremen Nachfrage nach diesen, nun ja, nicht ganz abgasarmen Fahrzeugen könne man viel gegen den Klimawandel tun, nämlich in Elektroautos investieren, bei denen es sich selbstverständlich ebenfalls möglichst um dicke Geländewagen handeln werde. Aber ist das der einzige fahrbare Weg in die Zukunft? Die Sendung “Calando” im Radiosender ERF vom 12. November 2018 wagt eine zumindest vorsichtige Infrage-Stellung des SUV-Booms. Rolf-Dieter Wiedenmann spricht unter dem Titel “Die Gabe des Weglassens” mit dem Theologen und Schriftsteller Georg Magirius, der von einem hohen Fahrniveau  schwärmt, das ihm sein Nicht-Elektrorrad beschert. Die Sendung hören >> hier. Redaktion der Sendung: Lucia Ewald.

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Träume realisieren ohne Gepäck

Der Ort, an dem man seine Träume leben kann, ist keine Utopie. Den Weg dorthin findet man mit wenig Gepäck. Das hat die Theologin und Schriftstellerin Manuela Fuelle am 1. November 2018 im Bayerischen Rundfunk gesagt. Die halbstündige Sendung von Georg Magirius über den Reiz des Grenzübertrittes lässt sich jetzt lesen und kostenfrei hören. Sprecherin: Birgitta Assheuer. Ton: Ute Steffen, Redaktion: Wolfgang Küpper.

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Die Macken der Propheten

Visionen und Träume über den Tag hinaus Publik Forum Extra Herausgeber Lothar BauerochseGerade ihre Empfindsamkeit hat die Propheten hellhörig gemacht für Visionen vom Frieden, die heute aufhorchen lassen. Das behauptet der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius in seinem Beitrag “Die Macken der Propheten”, veröffentlicht in Publik Forum Extra vom November 2018. Allerdings sei das Leben der Propheten selbst nicht friedlich gewesen. Mit einer gelungenen Work-life-Balance, dem achtsamen Umgang mit dem Augenblick oder einer von spiritueller Entspannung gekrönten Yoga-Karriere könnten sie nicht dienen. “Die Propheten stellen eine fortlaufende Geschichte des Martyriums dar”, schreibt Magirius. “Und dahinter steht Gott, der einem Menschen so ungeheuerlich nahe kommen kann, dass er an dessen gewaltiger Kraft und Fremdheit fast zerbricht. Und doch sind sie manches Mal auch wieder so berührt, dass sie Worte sagen, die trösten können wie eine Zärt­lichkeit, die man sein ganzes Leben nicht vergisst.”

Träume über den Tag hinaus

In dem Publik Forum Extra “Träume und Visionen” kommen Menschen mit ihren Entwürfen von der Welt von morgen zu Wort. Über die für die Demokratie nötige revolutionäre Geduld ist Lothar Bauerochse im Gespräch mit Wolfgang Thierse. Juli Rutsch schreibt über die mobile Generation Y und deren Wunsch nach einem Häuschen. Über Wünsche als Kraftquellen spricht Doris Weber mit Rolf Haubl. Greta Taubert berichtet, wie sie sich aus dem Mantra des “Mehrmehrmehr” entwindet. Thomas Klie entwirft das Bild einer einander unterstützenden und pflegenden Gesellschaft. Über die Widerspenstigkeit von Jesu Reich-Gottes-Rede angesichts der Macht der Resignation schreibt Eduard Kopp. Stephan Rammler schaut ins Jahr 2040 und sieht einen Bürgermeister, der Fahrrad fährt. Niklas Maak und Carolin Wiedemann erhoffen sich Häuser, in die man sich einnisten kann wie in einen Baum. Viriginia Gammla schreibt über die Normalitäts-Sehnsucht von Kindern im Krieg. Über Möglichkeiten und Bedrohungen der Digitalisierung gibt Alexandra Borchardt Auskunft. Außerdem erzählt Geseko von Lüpke von Menschen, die die Nabelschnur zu Zivilisation durchtrennen, um sich als wildes und ziviles Wesen erfahren.

Wie wir leben wollen. Träume und Visionen über den Tag hinaus, Publik Forum Extra, herausgegeben von Doris Weber und Dr. Lothar Bauerochse, November 2018, 8.00 euro, ISBN: 978388095321, Das Heft bestellen >> hier.

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Verstörender Medienprofi

Gabriele Wohmann Stadtarchiv DarmstadtIm Darmstädter Stadtlexikon ist Gabriele Wohmann als Autorin verstörender Erzählungen, medienversierte Analytikerin von Alltagsbeziehungen und kritische Chronistin des Lebens in der Bundesrepublik gewürdigt worden. Der im September 2018 veröffentlichte Artikel hat Hans Altenhein verfasst, von 1973 bis 1987 Leiter des Luchterhand Verlages in Darmstadt. Den Artikel lesen >>> hier.

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Mit dem Taxi zum Weihnachtsfrieden

GMiroslava Stareychinska - Foto von Simon Zimbardoesucht wird nicht weniger als der Friede der Heiligen Nacht, eine tiefe Ruhe, die  sich vielleicht in einem einzigen Moment ereignet. Nach dieser Stille forschen der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius und die Konzertharfenistin Miroslava Stareychinska am 22. Dezember 2018 in der Rathauspassage in Hamburg, 19.30 Uhr. Sie setzen sich dazu in der diakonischen Einrichtung auf die Spur der Hirten, bei denen es sich um Randfiguren der Weihnachtsgeschichte handelt. Sie sind zum Verwechseln ähnlich sind mit heutigen Nachtarbeitern und überhaupt all jenen, die im Hintergrund agieren: Taxifahrerinnen, Co-Trainer, Krankenpfleger.

Saitenrausch

AHamburger Rathauspassage (c) www.rathauspassage.deusgerechnet sie werden ins Licht gesetzt. Sie hören ein fantastisches Konzert. Der rauschhafte Gesang der Engel allerdings ist noch nicht der Friede, sondern kündigt ihn erst an. So machen sich die Hirten auf, den Frieden selbst zu suchen. Der Abend ist inspiriert von Magirius‘ im Herder Verlag veröffentlichtem und von Ulrike Vetter illustriertem Buch „Dies soll euch ein Zeichen sein“. Die Konzertlesung ist Teil der Reihe “Mit Musik in den Advent”. Immer am Samstagabend, bevor der Advent beginnt, ist in der Rathauspassage Musik zu hören: das Saitenwindtrio, die Organistin Kerstin Petersen und die Klarinettistin Pamela Coats, der Jazzpianist Johannes Bahlmann und der Saxophonist Tadeusz Jakubowski. Den Abschluss bildet die Forschungsreise zum Weihnachtsfrieden. Die Leitung hat Pastor Dr. Nils Petersen.

Rhythmus und Ruhe

Buchcover "Dies soll euch ein Zeichen sein" von Georg MagiriusDie international tätige Konzertharfenistin Miroslava Stareychinska hat bei den Berliner Philharmonikern, dem WDR Rundfunk Orchester und mehreren bulgarischen Orchestern gespielt. Außerdem tritt sie immer wieder mit Jazz-Formationen auf wie der hr-Bigband. Mit ihren Improvisationen entwirft sie Klangmalereien, in denen Rhythmus und Ruhe auf faszinierende Weise miteinander verschmelzen.

Georg Magirius, Dies soll euch ein Zeichen sein, Einstimmung auf Weihnachten, 144 Seiten, fest gebunden, Illustrationen: Ulrike Vetter, Lektorat: Dr. Esther Schulz, Herder Verlag, Freiburg im Breisgau.

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Engelsgesang im Wasserkocher

Wie kommt der Gesang der Engel in den Wasserkocher? Warum fällt mit dem Ausleeren des Mülleimers alle Weihnachtshektik ab? Und wieso kündigt ausgerechnet eine Fahrradglocke die Lucretia Bärtsch - Foto Reformierte Kirchgeminde MalansWeihnachtsfreude an? Am 9. Dezember 2018 in Malans in Graubünden und am 10. Dezember 2018 in Sulgen im Thurgau erzählt der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius von luxuriösen Augenblicken der Vorfreude im Advent. Dieser Luxus aber ist nicht kostspielig, krachend laut oder astronautenweit entfernt. Er blitzt stattdessen in der Nähe auf, zeigt sich im Alltag, der überhaupt nicht grau wirkt, sondern voller Farbe, schräg und auf erfrischende Weise witzig und weihnachtlich.Engelsgesang im Wasserkessel und andere Augenblicke der Vorfreude im Advent Angeregt sind die beiden Konzertlesungen von Magirius‘ aktuellem und im Würzburger Echter Verlag veröffentlichten Buch „Einfach freuen. 24 Momente gegen die Rastlosigkeit“.

Sonntag, 09. Dezember 2018, 14 Uhr, Aula Eschergut, 7208 Malans (Graubünden / Schweiz): Piano: Lucretia Bärtsch, Leitung: Pfarrerin Dr. Helke Doels

Montag, 10. Dezember 2018, 19 Uhr, Ev. Kirche, 8583 Sulgen (Thurgau / Schweiz): Gesang: Kirchenchor der Evangelischen Kirchgemeinde Sulgen, Orgel: Paolo D’Angelo, Leitung: Pfarrer Uwe Buschmaas.

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Der tröstliche Funke Spiritualität

Überraschende Sichtweisen aufs Sterben bietet das von Georg Magirius herausgegebene Buch “Abschied”, urteilt der Autor und Redakteur Stefan Seidel in “Der  Sonntag”, der Wochenzeitung für Sachsen, vom 21.10. 2018. Das Buch ermutige mit Geschichten aus der Gegenwartsliteratur das Abschiednehmen zu üben. Das Loslassen indes sei oftmals nicht einfach. Abschied - edition chrismonSo fühlte sich die 2008 gestorbene, oft als letzte deutschsprachige Autorin Prags bezeichnete Lenka Reinerová völlig ungeübt im Warten auf Bahnhöfen. Denn eine Abreise von ihrer Schwester und Mutter im Prager Bahnhof 1939 wurde unerwarteter Weise ein Abschied für immer. “Und so wird der abfahrende Zug zum Bild für das schmerzhafte Loslassen im Angesicht des Todes”, schreibt Seidel. “Diese Tragik ohne einen Funken Spiritualität ertragen zu müssen, erscheint geradezu unmenschlich.” Im Buch finde sich vielleicht deshalb noch ein zweiter Text Reinerovás. “Darin behält der Tod nicht das letzte Wort. Reinerová ertappt sich bei dem Gedanken, sich zu fragen: ‘Und was werde ich tun, wenn ich gestorben bin?’ Das erlebte sie als tröstlich und ermutigend. ‘Denn auf diese Weise wartet man nicht auf ein endgültiges Ende, sondern auf die erträumte Möglichkeit eines unbekannten, zweifellos völlig andersartigen Anfangs.’” – Die Besprechung des Buches lesen > hier.

Georg Magirius (Hrsg.): Abschied. Geschichten vom Loslassen und Neuanfangen. Lektorat: Annegret Grimm, Edition Chrismon 2017, 160 S., 15 €.

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