Die Blüte des Einfachen

Elisabethpfad - Maibacher Schweiz - Foto von Georg Magirius

Schritt für Schritt Ballast abwerfen und mit Leichtigkeit durchs Leben gehen: Darum geht es bei der Spirituellen Tageswanderung der Reihe GangART am Samstag, 11. Mai 2019 im Taunus. (Rückblick mit Fotos >>> hier). Die Tour steht unter dem Motto “Die Blüte des Einfachen”. Die Leitung hat der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius, Autor des Buches “Vom Reichtum des einfachen Lebens”. Die Wanderung verläuft von Usingen-Eschbach nach Brandoberndorf auf einem Pilgerweg, der an Elisabeth von Thüringen erinnert. Sie hat im 13. Jahrhundert in Eisenach und in Marburg gelebt und ihr Leben Kostbarkeiten gewidmet, die sich unabhängig von Geld, Erfolg und Ruhm entdecken lassen.

Durch die Maibacher Schweiz

Männertreu auf dem Elisabethpfad - Foto von Georg MagiriusDie Länge der Tour beträgt 14 Kilometer, die reine Gehzeit 4 Stunden. Die Gruppe bildet sich für die Tour neu, geht zum ersten Mal. Der Weg führt über die weiten Hochebenen von Eschbach und Bodenrod, durchstreift in den Wäldern ausgedehnte Männertreu-Inseln. Und dann wird auch noch die gesamte Schweiz durchquert. Gemeint ist die Maibacher Schweiz, die in einem dichten Beieinander schroffe Felsen, berauschende Bäche und stille Waldtäler erleben lässt. Trotz des alpinen Namens dieser Landschaft lassen sich die gelegentlichen Steigungen überwiegend als sanft bezeichnen.

Möglichkeit zur Anmeldung

Weggabelung auf der Höhe Bodenrod - Foto von Georg MagiriusDas Gehtempo ist ruhig, es werden Pausen eingelegt. Ein Abschnitt wird bewusst schweigend gegangen. Startpunkt ist der Bahnhof in Usingen, Es wird bei Sonne gegangen, es wird bei Regen gegangen. Ausgangspunkt Usingen und Endpunkt Brandoberndorf sind mit dem Nachverkehr erreichbar. Gemeinsame Anreise mit dem Zug ist nach Absprache möglich u.a. von Frankfurt-Höchst, Frankfurt Hbf, Seligenstadt, Gießen, Bad Homburg. Ein Platz für die Wanderung ist gebucht nach Überweisung der zehn Euro Teilnahmegebühr. Die Teilnehmerzahl ist aufgrund des spirituellen Charakters der Tour begrenzt. Für Fahrtkosten und eine eventuelle Einkehr kommen die Teilnehmenden selbst auf. Anmeldung bzw. Informationen direkt bei Georg Magirius: mail@georgmagirius.de - 0176-29402322.

Die Reihe GangART

In deVom Reichtum des einfachen Lebens - Lektorat: Dr, Marc Kerlingr Reihe GangART leitet Geog Magirius regelmäßig Spirituelle Tagestouren. Bei bislang 41 Wanderungen durch Rhön, Odenwald, Steigerwald, Haßberge, Fränkisches Weinland, Spessart, Schwarzwald und Taunus nahmen mehr als 900 Pilgerinnen und Wanderer teil. Die Tour “Die Blüte des Einfachen” am 11. Mai 2019 ist angeregt von Magirius’ Buch “Vom Reichtum des einfachen Lebens”, das unter dem Lektorat von Dr. Marc Kerling im Grünewald Verlag veröffentlicht ist, außerdem von dem im Herder-Verlag erschienenen und von Dr. Esther Schulz lektorierten Pilgerbuch “Schritt für Schritt zum Horizont“.

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Heilige Straßenkünstler

Moritz Stoepel - Foto (c) Veronika Sergl-VahlenkampDie streitlustigsten Menschen kennen oft den besten Weg zum Frieden. Das behauptet der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius in seiner halbstündigen Sendung “Eigenwillige Propheten”, die am 22. April 2019 im Bayerischen Rundfunk gesendet wird. (Sendung jetzt kostenfrei hören >> hier. Das Manuskript >> hier.) Dabei wird der Schauspieler Moritz Stoepel den Propheten Stimme geben. Laut Magirius handelt es sich bei ihnen um “Widerständige, wilde Poeten, Schmerzkundige, exzentrische Straßenkünstler”. Sie deckten Verbrechen und Verletzungen auf, die im Schutz politischer oder religiöser Institutionen begangen würden. “Allerdings gründen Propheten keine Alternative für ihr Land, um die Eliten zu stürzen. Sie sind unorganisiert, unabhängig, Einzelne. Ihre Ideen aber zielen aufs Ganze.” Von ihnen stammten Visionen vom Frieden, die heute konstruktive Perspektiven aufzeigten: etwa wie Völker in Bewegung geraten. Aber niemand flieht oder wird vertrieben. Sondern freiwillig brechen sie auf, um zu erkunden, wie sie miteinander gut zusammen leben können. Foto (c): Veronika Sergl-Vahlenkamp.

Georg Magirius, Eigenwillige Propheten. Von der Aktualität alter Visionen, Ostermontag, 22. April 2019, Bayern 2 Kultur, Katholische Welt, 8.05-8.30 Uhr/BR-Heimat, 9.05-9.30 Uhr, (Sendung jetzt kostenfrei hören >> hier. Das Manuskript >> hier.) Sprecher: Moritz Stoepel, Birgitta Assheuer, Ton: Philipp Balzereit, Redaktion: Wolfgang Küpper.

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Mit wenig Geld zum großen Ziel

Schloss Eisenberg - Foto von Georg MagiriusWenn alles weniger wird, wird alles besser. Zumindest muss es nicht zwangsläufig schlechter werden. Dieses Erkenntnis bestimmte den Dankabend für die Kirchenältesten der Gemeinden des Evangelischen Kirchenkreises Eisenberg am 20. Februar 2019 im Kaisersaal von Schloss Eisenberg in Thüringen. Der Kirche gehören weniger Menschen an. Das zur Verfügung stehende Geld für die Arbeit schwindet.  Deshalb hat sich der Kirchenkreis seit Beginn des Jahres 2019 eine neue Struktur gegeben.

Gewinn der anderen Art

Arnd Kuschmierz im Schloss Eisenberg - Foto von Rainer HoffmannEinsparungen waren nötig, Stellen sind weggefallen. „Danke. Danke. Danke!”, sagte Superintendent Arnd Kuschmierz. Denn den Gemeinden sei es in den zurückliegenden Monaten nicht darum gegangen, für sich das Meiste herauszuholen. Das müsse ohnehin nicht immer das Beste sein. Wie bislang noch niemand nachweisen konnte, dass die Lebendigkeit des Glaubens in einem direkten Zusammenhang mit der Höhe der zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln stehe. Worauf aber kommt es dann an? Auf Zusammenhalt. Und außerdem?

Sinn fürs Untergründige

Pfarrerin Ulrike Magirius-Kuchenbuch - Foto von Rainer HoffmannWichtig sei es, das Hoffen und Wünschen zu pflegen, sagte Pfarrerin Ulrike Magirius-Kuchenbuch. Dabei können Märchen helfen. In ihnen sucht die Fee oft gerade jene auf, die nicht zu den Reichsten, Schönsten und Schnellsten zählen. Sie haben mit einem Mal Wünsche frei. Das Erstbeste und Offensichtliche bringe dann allerdings selten Erfüllung. In die richtige Richtung wiesen eher jene Wünsche, die erst noch oder wieder zu entdecken seien, weil sie sich vielleicht untergründig regten.

Schön sind seine Namen

Gemeindepädagogin Gabi Träger - Kantor Philipp PoppSolche Wünsche entstammten einem starken Sehnsuchtsstrom, der unterwegs sei zu einem großen Ziel. “Wir strecken uns nach dir, in dir wohnt die Lebendigkeit”, sangen die Kirchenältesten im Kaisersaal: Worte von Friedrich Karl Barth, begleitet von Kantor Philipp Popp und Gemeindepädagogin Gabi Träger. „Wir trauen uns zu dir. In dir wohnt die Barmherzigkeit. Du bist, was du bist. Schön sind deine Namen, Halleluja. Amen.“

Ungewöhnliches Saatgut

Georg Magirius im Schloss Eisenberg - Foto von Pfarrer Rainer HoffmannAuch Niederlagen versperrten nicht den Weg zum großen Sehnsuchtsziel, sagte der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius. Er entwarf, angeregt von seinem Buch “Gute Wünsche aus der Bibel”, Hoffnungsperspektiven, die die Harfenistin Miroslava Stareychinska musikalisch interpretierte. Für erlittene Enttäuschungen und Verluste müsse sich niemand schämen. „Sie sind oft der Grund, dass die Sehnsucht stark wird.” Niemandem wünsche die Bibel Tränen. Doch seien diese keine Nichtsnutze, sondern taugten manches Mal als wertvolles Saatgut, das eine Verwandlung in Miroslava Stareychinska - Kaisersaal Schloss Eisenberg - Foto von Rainer HoffmannAussicht stellt: “Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten.” - Fotos: Pfarrer Rainer Hoffmann.

Georg Magirius, Gute Wünsche aus der Bibel, 64 Seiten, Hardcover, Herder Verlag, mit zahlreichen Fotos, Lektorat: Dr. Dietrich Voorgang, ISBN – 978-3-445132-871-8, 10.00 Euro.

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Grillvergnügen in der Hochzeitsnacht

Georg Magirius Liebesgeschichten der Bibel Foto Matthias KeilholzDer Urlaub ist die Basis ihrer Partnerschaft. Dann jedoch wird diese Basis brüchig, weil Eva und Adam im FKK-Ferienclub eine so tiefe Ödnis überfällt, dass ihnen nur noch eines bleibt: Der Ausbruch aus dem Club, um sich clubfrei auf eine nie geahnte Weise aneinander zu begeistern. “Das klingt sehr modern”, urteilt die Supervisorin und Theologin Amet Bick in der Berliner Wochenzeitung “Die Kirche” über die von Georg Magirius erzählten Liebesgeschichten: “Doch dass es die Beziehungsprobleme der Neuzeit plötzlich auch im alten Israel gegeben haben soll, wirkt nicht psychologisierend oder mühsam, sondern spielerisch und kommt kunstvoll daher.”

Märchenhafte Lösungen

www.miro-harp.com 2019 Foto Matthias KeilholzInmitten ihrer Schwierigkeiten erleben die Paare märchenhafte Lösungen und Leichtigkeiten. Diese werden kurz vor Frühlingsbeginn am 17. März 2019 in der Erlöserkirche Gerolzhofen um 17 Uhr bei einer Klanglesung vorgestellt. Magirius liest aus “Traumhaft schlägt das Herz der Liebe”, die Harfenistin Miroslava Stareychinska interpretiert die Erzählungen musikalisch. Maria dringt dabei in ein heftig umkämpftes Männer-Meeting ein, wo sie für etwas sorgt, gegen das jegliche Erfahrung spricht. Denn es entsteht ein fantastisch stiller Augenblick, an dem ein luxuriöses Parfüm nicht ganz unschuldig ist. Außerdem wird an dem Abend die Frage geklärt, ob der Duft einer gebratenen Fischleber der Hochzeitsnacht von Sara und Tobias ihre dramatische Schwere nehmen kann. Tobias nämlich ist Saras achter Ehemann. Und alle bisherigen Ehemänner Saras starben immer in der Hochzeitsnacht. Die Leitung der Konzertlesung “Harfe, Hochzeitsnacht und 7 tote Ehemänner” hat Victoria Fleck, Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinden Krautheim und Zeilitzheim. Fotos: Matthias Keilholz.Liebesgeschichten und Bilder von Marc Chagall

Die Geschichte um das luxuriöse Parfüm in einer Aufnahme für den Deutschlandfunk von 2018 hier >> hören.

Georg Magirius, Traumhaft schlägt das Herz der Liebe – ein göttliches Geschenk, mit vielen farbigen Abbildungen von Marc Chagall, Lektorat: Heribert Handwerk, Echter Verlag Würzburg, 14,90 Euro. 978-3429035853.


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Fünf Vorteile einer stillen Lebensweise

Miroslava Stareychinska Zeitz 2019 Foto Matthias KeilholzDas Konkurrieren um die krachendsten Töne überlässt sie anderen. Trotzdem hat die Stille ungewöhnliche Kräfte. Nähere man sich ihr mit Musik, könne sie zu einer Entschleunigung führen, schreibt René Weimer in der Mitteldeutschen Zeitung vom 23. Februar 2019 anlässlich “einer wunderbaren Klanglesung” in Zeitz, zu der “rund 80 Gäste in das Evangelische Gemeindezentrum Luckenau gekommen” waren. “Sie lauschten der Harfenmusik von Miroslava Stareychinska und den Worten von Schriftsteller Georg Magirius.”

Ein Lob auf die Schlaflosigkeit

Georg Magirius Zeitz 2019 Foto Matthias KeilholzDie Stille beruhige nicht nur das Lebenstempo, schreibt Matthias Keilholz auf noezz.de vom 23. Februar 2019 über den Abend zu Ehren einer oft vergessenen Lebenskraft. Sie führe auch zur Wachheit: “Sie kann so leise sein, dass man nicht schlafen kann.” Ohne Worte stimme die Stille zuweilen ein Loblied an, könne den Alltag verzaubern und Verborgenes offenbaren. Das also sind fünf Erkenntnisse einer stillen Lebensart: Das Langsame, das Erwachen, das Loben, die Verzauberung des Alltags und der Respekt vor dem Verborgenen. Fotos: Matthias Keilholz.

Am 28. Juni 2019 erscheint im Herder Verlag das von Georg Magirius herausgegebenen Buch “Stille erfahren” mit Beiträgen von Arnold Stadler, Bernardin Schellenberger, Ann-Kristin Rink, Georg Magirius, Uwe Kolbe, Manuela Fuelle und Amet Bick. Lektorat: Dr. Esther Schulz.

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Bruch mit religiösen Konventionen

Kirchenrebell MagiriusDer Autor Georg Magirius bricht mit religiösen Konventionen, schreibt Mirco Overländer in der Frankfurter Neuen Presse über Magirius’ Buch “Traumhaft schlägt das Herz der Liebe – ein göttliches Geschenk”. Statt, wie im kirchlichen Kontext häufig üblich, die Fehlerhaftigkeit menschlichen Tuns auszuwalzen, arbeite der Theologe lustvolle und amüsanten Passagen der Heiligen Schrift heraus. Er ermutige, mit Freude nach außen zu gehen statt ständig darüber nachzudenken, was man denn im Leben alles falsch machen könne. Das Proträt “Der stets entspannte Kirchen-Rebell” >> lesen.

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Neue Räume und Wege: 1 Million Besucher

Neue Wege - Foto von Georg MagiriusEs geht einfach nur um Worte. Sie aber sind offenbar überraschend zusammengestellt, sodass sie Interesse finden und sich neue Räume und Wege ergeben. Am 23. Februar 2019 hat der millionste Besucher die Internetpräsenz der freien Erzählers und Theologen Georg Magirius besucht. 150 Interessenten pro Tag klickten Blog und Website im Jahr 2011 an, als die Zählung begann. Inzwischen ist die Besucherzahl auf 600 täglich gewachsen. Zu den Favoriten in den zurückliegenden Jahre gehörten etwa der BR-Kommentar „Wie man das Leben in den Griff bekommt” (Redaktion. Tilmann Kleinjung), die Pilgerreportage “Absturz bei Vertrauenstour” und jüngst die mp3 “Hemmungslos still“, eine im Deutschlandfunk gesendete Liebesgeschichte (Redaktion Frank-Michael Theuer).

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Vom Grüßen zum Küssen

Wie kommt es vom Grüßen zum Küssen? Wieso macht das Durchwursteln die Ehe schön? Und warum ist die Ofenkachel ein Zeichen der Liebe? Die Theologin und Buchhändlerin Karin Schatzmann beantwortet diese Fragen im Pfarrblatt 4, der Zeitung der römisch-katholischen Pfarreien des Kantons Bern vom 6. Februar 2019, indem sie Bücher über die Liebe von Jürg Schubiger, Barbara Lukesch und Joachim Ringelnatz vorstellt.

Der leichte Humor des Orients

Auch das Buch “Traumhaft schlägt das Herz der Liebe” von Georg Magirius mit Illustrationen von Marc Chagall empfiehlt sie: “Wie Adam und Eva, Simson und Delila, Salomo und der Königin von Saba, Jesus und dem Jünger, der ihn liebte, ergeht es auch liebenden Menschen in der heutigen Zeit: Leicht und mit Humor erzählt der Autor von der Liebe heute und verknüpft sie mit der orientalischen Erzählkunst der Bibel.” Die nächsten Lesungen von Georg Magirius aus dem Buch im Dialog mit dem Klang der Harfe: 14. Februar 2019 in Dinkelsbühl, 22.2. in Zeitz, 17. 3. 2019 Gerolzhofen, 26. 5. Ludwigshafen. Alle Liebes-Buchtipps von Karin Schatzmann von der Ökumenischen Buchhandlung voirol in Bern >> hier. Informationen zum Buch “Traumhaft schlägt das Herz der Liebe” >> hier.

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Das Brüllen der Psalmen

Uwe Kolbe PsalmenUwe Kolbes Psalmen wollen oftmals eher brüllen statt singen, urteilt Georg Magirius in seiner Sendung “Fromme Lieder eines Atheisten” in der Reihe “Am Sonntagmorgen” im Deutschlandfunk vom 10. Febuar 2019. Die Gebete aus dem aktuellen Band des Lyrikers könnten trösten, weil in ihnen das Gestöber der Nacht eingefügt sei. “Sie sind streng gefügt, nüchtern. Und doch voller Sinnlichkeit, denn immer ist da die Lust am Klang der Sprache zu hören.” Die nächste Lesung von Uwe Kolbe aus “Psalmen”: 12. Februar 2019, 19.30, Offenbach, Stadtbibliothek, in der Reihe “Vom Rühmen, Klagen und Bitten”. Die Leitung der Lesung hat Helma Fischer.

Das Manuskript der Sendung >>> lesen. Die Sendung jetzt kostenfrei hören. Redaktion: Frank-Michael Theuer. Ton: Juliane Stahnke. Harfe: Bettina Linck.

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Vom Verlieren und Genießen

Ulrich Dönnges Porträt Copyright Ulrich DönngesDas Geläufige ist nicht sein Gebiet. Ulrich Dönnges hat Anderes im Blick: das Seltene. Genau genommen ist es nicht nur selten, sondern sogar einzig, bislang noch nie erforscht – zumindest nicht in dieser Intensität.

Musik und Wort verschmelzen

Der promovierte Germanist und musikwissenschaftlich Kundige aus Tübingen widmet sich dem Dazwischen. In einer Welt, in der alles schon da gewesen zu sein scheint, ist er ein Pionier. Sein Werk „Musik in der Dichtung“ handelt davon, wie Musik in literarischen Texten dargestellt wird. Seine dreibändige Untersuchung sei damit keine Literaturgeschichte, schreibt Dönnges. Genauso wenig eine Musikgeschichte. Stattdessen gehe es darum, dass sich zwei Schwesterkünste treffen, „verschmelzen, sich befruchten und ein Neues bilden.“ Das Neue entdeckt der Autor etwa bei E.T.A. Hoffmann, bei Arthur Schnitzler, Hermann Hesse und Elfriede Jelinek. Eine Sternstunde dieser ganz eigenen Kunstform finde sich bei Thomas Mann. Das Verwandte, aber eben nicht Identische, werde dank Manns „Wortgewalt so zusammengeschweißt, dass Leser und Hörer nicht mehr eine Mischung disparater Teile wahrnimmt, sondern es entsteht ein gewaltiger Gesamteindruck“.

Ein vielfaches Vergnügen

Ulrich DönngesDie Dichtung werde – und das gelte nicht nur für Thomas Mann – durch die Musik bereichert, was beim Lesen zu einem vielfachen Vergnügen führe. Doch Dönnges‘ Verdienst ist es nicht allein, den Genuss zu fördern. Das würde seine Arbeit nicht so bemerkenswert machen. Schließlich finden Musik und Dichtung auch noch vielfach anders zusammen, direkter, zum Beispiel bei einem Chanson, in einer Oper, im Oratorium, einem Kunstlied oder Popsong. Also immer dann, wenn Musik und Dichtung gemeinsame Sache machen.

Das stets Fehlende

Doch für das Miteinander der beiden Geschwister, wie Dönnges sie vorstellt, ist das Fehlende konstitutiv – selbst in der beglückendsten Verschmelzung. Denn nie wird man in seiner Perspektive die Musik, die in die Literatur eingeht, in einem realen Sinne hören können. Zwar entsteht Neues, etwas Drittes. Aber doch bleibt die Dichtung stets Wort, mag sie sich durch ihr Darstellen von Musik auch verwandeln. Dichtung kann Rhythmus haben, kann klingen, man kann Wörter singen. Aber niemals ist das Beschreiben von Musik selbst Musik. Gerade durch diese Leerstelle aber gewinnt die staunenswerte Akribie, mit der Dönnges die zur Literatur gewordene Musik darstellt, etwas eigentümlich Poetisches. Denn selbst im höchsten Genuss des neu Entstandenen wird immer etwas fehlen. Das lässt Ulrich Dönnges’ Werk wahrhaftig werden. Es geht ihm um eine Schönheit, die erst gar nicht so tut, Musik in der Dichtung Buchcover Ulrich Dönnges Band zweials ob sie den Verlust kaschieren wollte.

Ulrich Dönnges, Musik in der Dichtung. I. Teil: Das lange 19. Jahrhundert, ISBN: 978-3-927091-90-0; 24,80 Euro / Musik in der Dichtung. II. Teil: 1. Hälfte 20. Jahrhundert, 978-3-927091-92-4; 24, 80 Euro / Musik in der Dichtung. III. Teil: 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts, ISBN: 978-3-752868-66-1; 39.90 Euro – Ehemalig Knirsch Verlag Kirchentellinsfurt heute BoD Verlag Norderstedt Herausgeber Frank Johnen.

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