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Ohne Kitsch kein Leben

Alles, was nicht durch die diamantharten Gesetze der Berechenbarkeit abgesichert ist, gilt vielen als verdächtig. Es sei unbrauchbar, nicht richtig dingfest zu machen. Lachhaft. Außerdem oft leise, manchmal auch kitschig. Am Ende sei es sogar – und jetzt kommt eine der denkbar schärfsten Abqualifzierungen überhaupt: zart. Doch ohne Kitsch kein Leben, behauptet Schriftsteller und Theologe Georg Magirius im Bayerischen Rundfunk am 29. August 2026 in der Reihe Gedanken zum Tag. Wenigstens gebe es ohne die Sphäre des Unbegreiflichen kein Leben, das mehr verspricht als das Absolvieren der Erdenschwere in gefühlter Endlosschleife. In das man, wie man so sagt, hautverdickend hineinzuwachsen habe. Und das doch ein ganz normaler, sachdienlicher Umgang mit anderen sei. Der allerdings wiederum nicht allzu selten in ein rabiat-robustes Befragen, Hinterfragen oder Eliminieren all dessen münden kann, was nicht sauber marschiert, sondern schon mal stolpert, tänzelt und hin und wieder sogar schweben will.
Sinnvoller Kitsch
Ohne Kitsch kein leben: Die Gedanken von Georg Magirius der Reihe „Gedanken zum Tag“ auf BR1 und BR2 sind kostenfrei hier hörbar, den Beitrag hier lesen. Die Regie hat Sabine Kienhöfer, die Redaktion Sabine Winter und den Weg von den Gedanken bis zur Aufnahme hat Ingrid Schillinger gebahnt. Angeregt sind die Überlegungen von Georg Magirius vom Buch „Gute Wünsche aus der Bibel“. Veröffentlicht ist es unter dem Lektorat von Dr. Dietrich Voorgang im Herder Verlag. Das Foto stammt von (c) Alexas_Fotos (Pixabay).