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Die Gnade der Unsicherheit

Die Gnade der Unsicherheit - Foto (c) Georg Magirius

Ohne den ersten Schritt lässt sich nichts entdecken. Deswegen ist die Unsicherheit, die oft mit ihm verbunden ist, fast so etwas wie Gnade. Das hat der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius am 10. Juli 2026 in der Reihe “Gedanken zum Tag” im Bayerischen Rundfunk gesagt. Die Redaktion hat Sabine Winter, die Regie hat Sabine Kienhöfer und den Weg zur Aufnahme hat Ingrid Schillinger gebahnt.

Der wahre Pilger ist ein Amateur

Wegen dieser Unsicherheit sei der wahre Pilger auch niemand, der auftrumpft, sondern von jeher ein Amateur. Also kein Profi, von denen es viele zu geben scheint. Sie kennen sich in fernen Ländern so gut wie in ihrem Rucksack aus. Mit ihren Abenteuerm wandern sie an die Öffentlichkeit, geben ihr Wissen bei Multivisionsevents oder in Vorträgen an angehende Pilger weiter, von denen bald auch schon wieder welche zu Pilgerexperten werden. Im Grunde allerdings ist derjenige, der wenig bis gar nichts weiß, eher ein Pilger. Jemand, die nicht nach vorne stürmt, sondern schon mal Angst und Sorgen hat. Die womöglich aufgeregt dem ersten Schritt engegensieht, mit Beklemmung, aber auch mit einer tiefen Sehnsucht. Pilger übersetzt heißt nämlich: “Fremdling”. Ein Pilger ist damit kein Sich-in-der-Welt-ständig-Zuhause-Fühler, kein Alleswisser, Allesgeher oder Pilgerstempel-Millionär, sondern ein Mensch, der den Mut hat, den festen Standpunkt zu wechseln. – Die Gedanken zum Tag lassen sich vollständig hier lesen. Das Foto stammt von der Wanderschule GangART.