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Sein Staubsauger heißt Franz Fridolin

Bei Mystik denken viele an Hochleistungsfrömmigkeit, an eine abgehobene Stufe des Glaubens. Aber was hat ein Staubsauger mit Mystik zu tun? Autor Lorenz Marti hat einen bodennahen Zugang zu dem Phänomen, das in vielen Religionen zu Hause ist. Auch für ihn ist Mystik mit Geheimnis, Staunen und der oft verwirrenden Wahrheit des Widerspruchs verbunden. Doch verknüpft er die großen Fragen des Lebens mit dem täglichen Kleinkram. Er verleiht seinen Erkundungen dadurch einen komischen Zug. So heißt sein Staubsauger Franz Fridolin, den er zu seinen geistlichen Lehrern zählt.

Lorenz Martis geistliche Lehrer? Staubsauger, Esel, Hund!
Marti erzählt von Kirschbonbons, Kaufhäusern und dem Spaziermeditieren. Das ist entstanden, weil er an der meditativen Übung des stillen Sitzens gescheitert ist. Für ihn können auch Esel und Hund zu geistlichen Lehrern werden. Und Gott – unter Berufung auf Theresa von Avila – zum Herrn der Töpfe und Pfannen. Lorenz Marti ist ein spiritueller Autor, der außerdem von sich selber schreibt – ungeschönt. So bekennt er sich zu nicht gerade angesagten Eigenschaften wie Schüchternheit und Einzelgängertum. Außerdem grenzt er das Scheitern nicht aus. Vielleicht weil Mystik ein Freiraum ist, in dem einengende Zuschreibungen hinterfragt werden und man sich aller Etiketten entledigen darf.
Die Sendung “Jenseits der Etiketten

Georg Magirius hat sich mit Lorenz Marti in Bern über seine Bücher und Streifzüge durch die Religionen unterhalten. Der Bayerische Rundfunk hat “Jenseits der Etiketten – Lorenz Martis befreiende Spaziergänge in das Land der Mystik” am 31. Juli 2011 gesendet. Das Manuskript ist hier. Die Redaktion hat Wolfgang Küpper. Für den Schnitt ist Peter Macheil, für den Ton Claudia Trojan verantwortlich. In der Rolle des Staubsaugers Franz Fridolin: Arvo Pärt. Die Zitate spricht Georg Magirius. Sprecherin der Sendung ist Birgitta Assheuer. Ihre Stimme gehört laut Hörkanon zu den 40 schönsten im deutschen Sprachraum. Produktionen mit ihr erhielten mehrfach den Deutschen Hörbuchpreis. Das Foto von ihr stammt von Thilo Körkel. Die Fotos von Lorenz Marti hat Georg Magirius aufgenommen.