Allgemein
Berührte Sinne geben Sinn

Es gibt eine Macht, die ohne Schreien, Waffen und Zerstören kraftvoll ist. Sie lebt davon, was das seltene, aber beim Hören sofort verständliche Wort „Lindigkeit“ ausdrückt. Diese linde Macht ist wirksam, weil sie selbst dann die Sinne berührt und ein sinnerfülltes Leben beschert, wenn die Haut keine Berührungen im engeren Sinn erfährt. Das hat Schriftsteller Georg Magirius in der Reihe „Gedanken zum Tag“ am 4. März 2026 im Bayerischen Rundfunk gesagt. Die Regie der Sendung hat Sabine Kienhöfer, das Produktionsmanagement liegt bei Ingrid Schillinger, die Redaktion hat Sabine Winter.
Regen
Selbst Regen kann sich wie ein Streicheln anfühlen. Ich erlebe das, wenn es mild ist und das Wasser sanft vom Himmel gleitet. Dann lasse ich die Kapuze bewusst unten und der Schirm bleibt in der Tasche. Denn ich werde berührt.
Georg Magiirus, Gedanken zum Tag, Bayerischer Rundfunk jetzt lesen
Riechen
Wohltaten lassen sich dank der Nase erfahren. Wenn sie zum Beispiel ein Gewürz entdeckt, das ihr zuvor unbekannt gewesen ist.
Bislang kannte ich Zimt nur als fertiges Pulver. Doch kürzlich habe ich erstmals eine Zimtstange gerieben. Ein unvergleichlich weicher Duft! Dieser frisch geriebene Staub ist ein Glück für meine Nase.
Georg Magirius im Bayerischen Rundfunk
Hören
Selbst eine Stimme könne machtvoll sein, ohne deswegen einen Lautstärkerekord anstreben zu müssen. Schwingungen des Klangs seien als als Zärtlichkeit spürbar. Es braucht nur jemand einen Namen auf eine ganz bestimmte Weise zu sagen. „Das sagt mir: Ich bin gemeint. Ich fühle mich berührt, aufgehoben und bin mir sicher: Ich bin richtig. Und will jetzt nirgendwo anders sein als hier, an diesem Ort.“

Wachsen
Die vollständigen Gedanken zum Tag über die Lindigkeit sind hier. Angeregt sind sie vom Buch „Leuchte. Wachse. Gehe deinen Weg“. Georg Magirius hat es im Coppenrath Verlag in Münster in Westfalen veröffentlicht. Für den Satz zuständig ist Helene Hillebrand, illustriert hat es Marie zu Dohna, und lektoriert Ursula Heeke. Weitere Informationen zum Buch, Pressestimmen und eine Leseprobe finden sich hier. Das Foto stammt von Efraimstochter (Pixabay).