Abschied, Neues Leben

Am stärksten wirkt die Kraft im Unsichtbaren

Am stärksten wirkt das Leben im Unsichtbaren - Foto (c) Georg Magirius

Am stärksten wirkt die Kraft der Verwandlung womöglich, wenn nichts von ihr zu sehen ist. Wenn es Winter ist, das Theater zu, der Vorhang unten, das Leben unter der Erde. Das hat der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius im Bayerischen Rundfunk am 19. Feburar 2026 gesagt. Seine Überlegungen über die Macht der Verwandlung hat der Bayerische Rundfunk in der Reihe “Gedanken zum Tag” auf BR1 und BR2 gesendet. Zu lesen sind sie hier. Die Redaktion hat Sabine Winter, die Regie Sabine Kienhöfer und den Weg zur Produktion hat Ingrid Schillinger geebnet.

Blütenrausch

Natürlich wirkt die Kraft des Lebens auch, wenn sie deutlich erkennbar ist, räumt Magirius ein. Eindrucksvoll ist es etwa, wenn sich aus einer kleinen Knospe Großes entfaltet.

Blüte eins bleibt nicht allein. Immer mehr und weiter geht es. Es ist ein Blütenrausch. Das Schönste aber ist: Es hört nicht auf. Denn ein Verblühen gibt es nicht!

Georg Magirius, Gedanken zum Tag, BR1 und BR2 lesen

Verblühen gibt es nicht

Verblühen gibt es nicht? Im naturwissenschaftlich-exakten Sinn ist das falsch. Allerdings führt genaues Beobachten zu der Erkenntnis, dass mit dem Ende des Blühens nicht die Kraft des Wachsens endet, des Werdens und des Weges zu einem erneuten Blühen.

Blüten verwandeln sich zu Knoten. Auch sie sind winzig. Aus Knoten werden Früchte. Nicht immer wird aus Kleinem Großes. Dann trügt das Versprechen. Mal blüht ein Baum kaum. Oder er blüht wunderbar, dann aber erledigt der Nachtfrost das neue Leben. Allerdings ist ein Baum, der ein Jahr keine Früchte bringt, im Jahr darauf oft umso stärker.

Bayerischer Rundfunk, Gedanken zum Tag jetzt lesen

Am stärksten wirkt die Kraft, wenn nichts von ihr zu sehen ist

Trotzdem scheint vieles Weitere die Kraft des Wachsens zu lähmen. Denn Bäume werden älter, sie sterben. Doch selbst dann scheint die Kraft des Aufbruchs nicht am Ende, sagt Magirius. Womöglich wirkt sie sogar am stärksten in Zeiten, wo man von ihr nichts sieht.

Durchbruch

Denn im Boden sind schon wieder Kerne, Samen, Körner. Sie wollen nicht für immer ungesehen bleiben. Sie strecken sich, durchbrechen die Grenze. Es treibt sie das Versprechen an: Draußen wartet das Licht.

Georg Magirius, Gedanken zum Tag, Bayerischer Rundfunk lesen

Hoffnungspflanze

Ist auch der Mensch eine Hoffnungspflanze? Antwort gibt “Blütenrausch”, die Gedanken zum Tag im Bayerischen Rundfunk, die sich vollständig hier lesen lassen. Angeregt sind sie vom Buch “Leuchte.Wachse. Gehe deinen Weg”, das Georg Magirius im Coppenrath Verlag veröffentlicht hat. Der Einband und die Illustrationen stammen von Marie zu Dohna. Lektoriert hat es Ursula Heeke, für den Satz verantworlich ist Helene Hillebrand. Weitere Informationen und Pressestimmen zum Buch sind hier. Die Fotos stammen vom Berger Hang und sind dem Buch “Stilles Frankfurt. 13 Orte zum Staunen und Verweilen entnommen”.