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Tatort Garten

Foto: Georg Magirius

Der Garten ist eine Idylle, die über ein enormes Talent zur Abgründigkeit verfügt. Tatort Garten – so lasse er sich daher in Erzählungen von Gabriele Wohmann bezeichnen. Das schreibt Georg Magirius im Nachwort zu dem von Dr. Angela Drescher lektorierten Band “Eine souveräne Frau”. Das Buch enthält Wohmanns schönste Erzählungen. Der Garten ist laut Magirius beispielhaft für Wohmanns Kunst, die als Königin der Kurzgeschichte gerühmt wird. Denn sie lasse in Alltäglichkeiten die großen Fragen des Lebens anklingen.

Die Welt der Zwangsneurotiker und Genehmigungserotiker

So erzähle sie beispielsweise von Bodenplatten, die – so Magirius – “die Zwangsneurotiker und Genehmigungsserotiker” in zentimetergenauen Abstand in den Rasen eingefügt haben. Nur auf diesen Platten dürften die Besucher treten. So saollen sie der feinen Trimmung des Rasens huldigen. Eine Anbetung, die bei Besuchern manchmal Depressionsattacke auslöst. Umgekehrt kann eine vom Ehemann beim Mähen stehengelassene Grasinsel bei der Protagonistin einer anderen Erzählung eine Euphorie initiieren. Deren Intensität reicht selbst an die Elite unter den Aufputschmittel nicht heran. Die Insel wirkt nämlich wie ein Versprechen, dass ein Leben möglich sei, das nicht im Wochenrhythmus zurechtgestutzt werde.

Im Irrgarten

Der doppelbödige Charakter der Gartenlandschaft findet sich auch in der von Michou Friesz interpretierten Erzählung “Der Irrgarten. Sie stammt aus Gabriele Wohmanns Band “Sieg über die Dämmerung”. Der Österreiche Rundfunk strahtl sie aus im Schwerpunkt Gartentage. Und zwar in der Reihe Radiogeschichten am 14. Mai 2020. Gudrun Hamböck hat sie bearbeitet und stellt sie vor. Die Schauspielerin Michou Friesz ist im Tatort zu sehen, aber auch in vielen anderen Serien und Filmen. Die Erzählung lässt sich im Internet hören > hier.