Frankfurt, Religion und Poesie

Unverkrampft und heiter – Friedrich Karl Barth wird 75

Unverkrampft und heiter - Friedrich Karl Barth wird 75 - Hier tanzt und spielt er in Bad Wildungen

Er gilt als Klassiker des Neuen Geistlichen Lieds. Sein Ausdrucksweise des Glaubens ist unverkrampft und heiter – Friedrich Karl Barth wird 75. Und zwar heute, am 7. Februar. Der Poet und Pfarrer hat die Gabe, in eine Welt der Festlichkeit zu locken. Sie ist nicht erarbeitet, sondern erträumt. Und dennoch real. Das merkt jeder, der von dieser Freude mitgerissen wird. Barth hat seine festlichen Spiele viele Jahre lang von Frankfurt aus ersonnen. Inzwischen wird der Klassiker des Neuen Geistlichen Liedes manchmal neben Größen wie Luther, Paul Gerhardt oder Johann Sebastian Bach als „Meister der Kirchenmusik“ (Mitteldeutsche Kirchenzeitungen / Forum Kirchenmusik) bezeichnet. Was aber ist das Meisterhafte? Die Einfachheit, die seine Worte merk- und singbar macht. Sie sättigen, ohne dass man ihrer überdrüssig würde. Schließlich machen Mangel und Sehnsucht im Leben immer von Neuem hungrig. Worauf? Ncht zuletzt auf Barths Verse.

Dem Glauben ein heiteres Gesicht verliehen

„Brich mit den Hungrigen dein Brot“ ist dafür ein treffendes Beispiel. Bei-Spiel – das kann wörtlich genommen werden: Barths Worte begleitet, selbst wenn sie nicht gesungen werden, stets etwas Spielerisches, nämlich Rhythmus. Da ist auch das Musikalische und Tänzerische zu hören: eine Poesie, die schmackhaft ist. So hat Barth dem Glauben ein unverkrampftes, ein heiteres Gesicht verliehen. Das mag daran liegen, dass seine Worte sich nicht in Form von Verlautbarungen, Arbeitsthesen oder in den Bahnen einer konfessionell kontrollierten Partikularität bewegen. Darin dürfte der Klassiker des Neuen Geistlichen Liedes moderner denn je sein.

Erfahren und jugendlich

Erfahren und zugleich jugendlich wirkt, was er kürzlich in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk gesagt hat: „Das Leben ist doch schon immer dem voraus, was die Kirche formatiert, programmiert und in Resolutionen, Enzykliken oder Glaubenskatechismen fasst. Ich berufe mich gern auf Lessing, dessen berühmte Ringparabel nun auch schon ein paar Jahre alt ist. Wie lange ist sie dieser manchmal beknackten Kirchenreglementierung voraus: Hunderte von Jahren! Und wie viel mehr der Jesus uns voraus ist!“

Unverkrampft und heiter – Friedrich Karl Barth wird 75 und ist im Deutschlandradio zu hören

Ein zehnminütiges Porträt über Friedrich Karl Barth von Georg Magirius hat das Deutschlandradio Kultur gesendet. Es ist kostenfrei hörbar hier.