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Die Enthüllungsjournalistin

Doris Weber ist eine Enthüllungsjournalistin. Nur spricht sie nicht von den Fehltritten der Schönen, Reichen und Mächtigen. Sie legt stattdessen frei, wofür due Medienwelt sonst kaum Blicke übrig hat. Erkundet wird, was Menschen Nähe wagen lässt. Sie findet Antworten, indem sie die für Journalisten übliche Distanz gegenüber dem sogenannten Thema immer wieder einmal bewusst aufhebt. Sie will nicht krampfhaft unerkannt bleiben. So urteilt der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius in der Zeitschrift Junge Kirche über ihr im Echter Verlag veröffentlichtes Buch “Du und ich. Menschen brauchen einander”.
Die große Frage des 21. Jahrhunderts
Die Autorin arbeitet arbeitet als freiberufliche Autorin für ARD-Rundfunkanstalten vor allem über soziale und ethische Fragen. Außerdem ist sie verantwortliche Redakteurin für das Journal, die Extra-Themenhefte und die Junge Zeitung Provo der Zeitrschrift Publik-Forum. Die große Frage des 21. Jahrhunderts sei, schreibt sie in ihrem Buch: Was hält uns Menschen zusammen? Ihre These illustriert die Autorin mit essayistischen Reportagen. Eine ist dem
Mitleid gewidmet, eine andere dem Vertrauen. Wieder eine andere berichtet von der Sehnsucht nach Vorbildern, die überhaupt nicht wissen, dass sie welche sind, weil sie verletzlich, berührbar und sehr menschlich sind.
Was Menschen verbindet
Doris Webers Reportagen gleichen immer neuen Anläufen, etwas von dem ahnen zu lassen, was Menschen verbindet,
letztlich aber unaussprechlich ist, weil es sich nicht in Regeln und Statistiken erfassen lässt. „Es ist da, aber es ist unsichtbar – und wenn es fehlt, wird es schrecklich.“ (Hannah Arendt) Doris Weber schreibt gegen diesen Schrecken an und ist, meint Magirius, “vorsichtig genug, die Gefahren eines angeordneten Miteinanders nicht auszublenden: Mitgefühl dürfe nie respektlos, ein Mensch nie zum Mittel für andere werden.” Ein guter Zugang zu einem respektvollen Miteinander, sagt sie in ihrem Essay für die Reihe Glaubenssachen des NDR, ist eine oft unterschätzte Sprachform: “Menschen, junge und alte, wollen einander sehen und gesehen werden, sie wollen dazugehören. Darum brauchen wir viele gute Geschichten, die davon erzählen, wie Menschen einander die Türen öffnen und rufen: Herein.”
Die Besprechung über das Buch “Du und ich. Menschen brauchen einander” findet sich hier Das Foto stammt von (c) Ahmet Yuksek (Pixabay).