Sich orientieren auf neuen Wegen

Auf neuen Wegen sind Geduld und Großzügigkeit mit sich selbst guter Begleiter. Das hat Georg Magirius im Gespräch mit Dagmar Peters im Domradio vom 22. März 2020 gesagt. Der Theologe und Schriftsteller Magirius, der mehrere Spirituelle Wanderbücher veröffentlicht hat, begleitet in der Reihe GangART Pilgerinnen und Wanderer. Wenn man unbekannten Wegen unterwegs sei oder das Gefühl habe, sich verlaufen zu haben, bleibe man am besten erst mal stehen. „Ich vergewissere mich dann: Aha, der Boden ist ja noch immer da.“ Dann gelte es von Schritt zu Schritt zu denken, bei einer langen Reise von Tag zu Tag. Phasen der Müdigkeit gehörten dazu. Auf unbekannten Wegen ließen sich aber auch beglückende Entdeckungen machen, die man zuvor nicht für möglich gehalten habe.

Das Wichtige ist einfach

Auf neuen Wegen klinge die Welt anders. Geräusche der Natur träten in den Vordergrund, das aufgeregt Geschäftige wirke nicht mehr überzeugend, trete in den Hintergrund. Ängste und Sehnsüchte, die sich in einem regten und sonst überhört würden, erhielten Raum. So bemerke man zum Beispiel, dass der Tod nicht nur ein Thema für andere sei. „Das lässt fragen, was mir im Leben wichtig ist.“ Das seien häufig elementare Dinge: ein Schluck bei Durst, eine Geste oder ein Bild aus der Natur, das den Weg weiter gehen lässt. So habe ein Baum vom Herbst zum Frühling eine lange Zeit vor sich. „Da sind keine Blätter, keine Knospen. Der Baum aber wirkt nicht panisch, sondern auf würdevolle Weise ruhig.“ Das Gespräch im Domradio Köln > hier nachhören.

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