Nachhaltiger Advent

Nachhaltiger Advent – ist das ein Slogan, der den Advent besser konsumieren lässt? Weil die Weihnachtsbeleuchtung teilweise aus Solarstrom stammt, man den Weihnachtsmarkt mit dem Hybridauto erreicht und statt der Installation von Wärmestrahlern hochprozentiger Glühwein ausgeschenkt wird? Nein, der nachhaltige Advent ist der Hinweis auf den religiösen Grund der Wochen vor Weihnachten. Dieser stammt aus einer Welt, in der es das Wort Nachhaltigkeit noch nicht gebräuchlich war. Freilich war sie von einer Weisheit gesegnet, die heutige Bemühungen um Nachhaltigkeit alt aussehen lässt, behauptet der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius.

Das Sitzen als Urform des Advents

Der Urgrund des Advents ist zukunftsweisend, hoffnungsvoll und erschütternd klimaneutral. Denn er ist einfach, schreibt Magirius in seinem Adventsbegleiter “Einfach freuen”. Die Urform des Advents nämlich ist das Sitzen: “Der Advent erlaubt mir, mich nicht bewegen zu müssen.” Aber warum? Es habe damit zu tun, dass Gott, wie die alten Quellen überliefern, aufgebrochen sei, um den Menschen zu suchen, zu besuchen und bei ihm zu wohnen. “Wieso es ihm schwermachen, indem ich meinen Aufenthaltsort unablässig veschiebe?”, fragt Magirius. Und folgert: “Also steuere ich den nächsten Sessel an.”

Georg Magirius, Einfach freuen. 24 Momente gegen die Rastlosigkeit, mit zahlreichen Abbildungen, Lektorat: Thomas Häußner, Echter Verlag Würzburg, ISBN 978-3-429043889, 12,90 Euro. Den Begleiter beim Echter Verlag > bestellen.

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