Stille

Friedenstage im akustischen Vakuum

Bärbel Bähr-Kruljac - Am Lutherplatz Ludwigshafen
Pfarrerin Susanne Schramm - Am Lutharplatz Ludwigshafen

“Vielleicht ist Stille mehr als die Abwesenheit von Lärm, nämlich die Anwesenheit von etwas ganz Anderem.” Das sagen die Religionspädagogin Bärbel Bähr-Krujac und die Pfarrerin Susanne Schramm über das Projekt “Stille in der Stadt” vom 13. bis 26. Mai in Ludwigshafen. Zum Beispiel bieten sie Friedenstage im akustischen Vakuum an. Die Ideengeberinnen und Organisatorinnen von der evangelischen Stadtkirchenarbeit öffnen, kündigen sie außerdem an, “Inseln der Stille mitten in der Stadt und im eigenen Leben”. Sie verhelfen auf experimentelle Weise “unserer Stadt und uns selbst zu mehr Tiefe”.

Das Salz der Stille

Klanglesung mit Miroslava Stareychinska und Georg Magirius

Mitten in der Fußgängerzone warten in einem Zelt Liegestühle, dank denen sich ins Bunte und Laute des Lebens bewusst Momente der Leere enflechten lassen. In der Melanchthonkirche wird in “lustvoll-konzentriertem Schweigen” ein mehrgängiges Menü eingenommen, sodass “Salziges und Süßes sich in einem akustischen Vakuum entfalten” kann. Außerdem gibt es Filme, Straßenexerzitien, Kirchenführungen, Qigong am Rhein, Taizégebete, Bilderschreiben und Schriftmalen, Klangreisen, Museumsführungen zur Farbe und Lesungen aus dem “Geschenk des Judentums an die Weltliteratur”, den Psalmen.

Frappierend friedvoll

Zum Abschluss von “Stille in der Stadt” am 26. Mai 2019 gastieren Miroslava Stareychinska und Geog Magirius in der Melanchthonkirche. Und zwar mit dem “Klang der Stille”. Ausgerechnet Worte und Klänge werden es dann sein, die die Tür öffnen zu einem frappierend friedvollen Zustand. Zu einer stillen Geborgenheit.

Das Buch zum Thema Stille

Die Besprechung der Klanglesung durch die Rheinpfalz ist hier. Das Programm von “Stille in der Stadt” hier. Zum Thema hat Georg Magirius im Herder Verlag das Buch “Stille erfahren” veröffentlicht. Und zwar mit Beiträgen von Arnold Stadler, Bernardin Schellenberger, Ann-Kristin Rink. Aber auch von Georg Magirius, Uwe Kolbe, Manuela Fuelle und Amet Bick. Dr. Esther Schulz und Jochen Fähndrich haben das Buch lektoriert.