Stille

Lebensquell im Hinterland

Eingang ins Schloss Kirchschönbach - ein Lebensquell im Hinterland

Wo findet man Inspiration? Und wo lassen sich schöpferischen Kräfte besonders gut erfahren? Dort, wo eine Fülle an Reizen zusammenkommt, sagen viele. Wo das Leben pulsiert, es rauscht und rattert, in den großen Städten. Denn dort stoßen Ideen und Menschen auf immer neue Weise aneinander. Eine ganz andere Antwort lässt sich im Schloss Kirchschönbach finden. Die Einrichtung der Oberzeller Franziskanerinnen ist ein Kleinod der schöpferischen Ruhe, gelegen in der weiten, herrlich unverkrampften Landschaft Frankens, am Fuße des Steigerwalds zwischen Würzburg und Bamberg. Ein Lebensquell im Hinterland.

Inspiration

Steg zum Teich Schloss Kirchschönbach

Weil dieser Ort nicht umtost ist, wird der innere Brunnen nicht verstopft, mitunter sogar von Abdeckungen befreit. Seit einigen Jahren wird dort unter der Leitung des Künstlermanagers Herbert Löw und des Schauspielers Markus Grimm den Künsten freier Raum gelassen, mit aller Frechheit und Freiheit Fragen gestellt. Und das geschieht außerdem noch auf eine Weise, die sonst häufig als Zeichen der Schwäche gilt: nämlich ohne gleich schon wieder Antworten einzufordern. Was sind das für Fragen? Sie wirken nicht gerade klein: „Was ist das Leben? Was macht es wertvoll und lebenswert?“, heißt es in der Vorstellung derer, die diesen Ort als kulturellen Lebensquell entdeckt haben.

Reduktion

Reduktion im Schloss Kirchschönbach

Antworten auf die Fragen des Lebens also werden nicht herbeigeschrien. Vielleicht wirken sie deshalb, wenn sie sich dann bisweilen wie von selbst einstellen, überragend individuell und auf unverstellte Weise stark. Schon das Suche nach ihnen zeigt sich jedenfalls alles andere als lebensfern, sondern praktisch und handfest, inspiriert von der  Ruhe der Natur. Ganz in der Tradition der Franzsikanerinnen steht das Schloss damit nicht für einen Zwang zum Immer-Mehr, sondern für den fremd wirkenden Reichtum der Schlichtheit. Die äußeren Reize sind reduziert.

Konzentration

Schloss Kirchschönbach mit Teich und Weidenbaum - Lebensquell im Hinterland

Das fördert die Konzentration. Und mit einem Mal nimmt Gestalt, was jetzt gerade schmerzt oder lachend lebendig werden will. So begegnen sich an diesem Ort Kunstschaffende aus allen Bereichen der bildenden, schreibenden, musizierenden und darstellenden Kunst. Festivals werden gefeiert, Konzerte sind zu erleben, Theater, Ausstellungen und Lesungen. Am 2. April 2017 begegnen sich etwa Vertreter aus zwei unterschiedlichen Bereichen im Kaminsaal von Schloss Kirchschönbach: Harfe trifft auf Literatur. Bettina Linck spielt Stücke von Hasselmans, Godefroid, Glinka, Chertok, Debussy und Parry. Und Georg Magirius liest aus „Traumhaft schlägt das Herz der Liebe“. Alle Fotos (c): www.schloss-kirchschoenbach.de