Spirituelle Wanderungen

Ohne Schuhe nach Mariabuchen

Ohne Schuhe nach Mariabuchen - Pilgerinnen der Reihe GangART auf dem Weg nach Mariabuchen

Im Spessart begaben sich 20 Gehfreudige im September 2013 unter Leitung des Theologen und Schriftstellers Georg Magirius nach Mariabuchen. Die Tour der Reihe GangART begab sich auf die Suche nach der Quelle des Lebens. Die Wanderer passierten dabei einen durstendes – weil leeres- Hallenbadbecken, ein mit Wasser gefülltes Freibad und gingen über den Main in den Brunnenrainpfad. „Gefunden!“, rief ein Quellsucher. Denn Wasser fiel herab, ohne dass es in den Schuhen zu Überschwemmungen gekommen wäre, die Füße blieben trocken. Der Regen berührte nämlich nur sanft, weil man unter dem Blätterdach von Deutschlands größtem zusammenhängenden Laub- und Mischwaldgebiets spazierte. Der aber auch Lücken kennt. Zum Beispiel das Tal, durch das der Buchenbach gurgelt, lächelt, flüstert und kichert.  Dort wurden die Füße doch noch nass, obwohl der Regen von der Bühne getreten war. Denn die Pilger gingen barfuß durch den Bach. So ging es also einen Teil der Strecke ohne Schuhe nach Mariabuchen.

Ohne Schuhe nach Mariabuchen: Das Bachballet

Kirche Mariabuchen

Das Wandern im Bach war ein Balanceakt, die Spirituelle Mutprobe, das uraufgeführte Buchenbachbodenballet zu Steinbach vom 7. September Anno Domini 2013. Und dann? Still ging es auf die Wallfahrtskirche zu, eine Treppe mit unregelmäßig gesetzten Stufen hinauf.

Stramme Berta im Freilufttheater

Auf der Terrasse des Buchenstübles in Mariabuchen im Spessart

Da saßen die spirituellen Wanderer in der nicht zu prallen Sonne. Über ihnen Baldachine, bei ihnen Getränke. Die Rede ist von der Terrasse des Buchenstübles, eines Theaters, das neben Quellflüssigkeiten auch noch Snacks zur Aufführung gewährt. Aber was heißt Snacks? Veritable Gerichte wie den Strammen Max oder die Stramme Berta wurden aufgetischt.

Farbenwasserfall

So musste niemand fürchten, mit dem Rascheln eines Bonbonpapiers aufzufallen. Dabei ist im Freiluftheater nichts zu sehen. Der Vorhang zu, nur zu hören ist etwas, nämlich: Musik, Gesang, Klatschen, Lachen. Und dann? Die Kirchentür geht auf. Und aus dem Gotteshaus kommt heraus: Nicht Mahnung, Lehre, Wissen, Regeln oder religiös verbrämte Organisationsanweisungen. Stattdessen tröpfelt es Blütenblätter, die mit einem Mal überquellen. Wasserfallartig rauschen Farben zu Boden. Also genau dorthin, wo gerade eben noch die spirituellen Wanderer ihre Füße hingesetzt hatten. Und schon war die Bühne wieder leergefegt. Und alles schien ein Märchen gewesen zu sein. Aber wenn sie nicht gestorben ist, dann lebt die Ahnung noch heute: Zärtlich werden die Spuren derer berührt, die durstig sind.

Die Reihe GangART

In der Reihe GangART bietet Georg Magirius regelmäßige Spirituelle Tagestouren an. Informationen dazu sind hier.