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An Gott glauben – auch ohne Jesus?

Viele glauben an Gott, ohne sich dabei streng auf den hochoffiziellen Glaubens-Bahnen der jeweiligen Religionsgemeinschaft zu bewegen. So gibt es etwa viele Mitglieder christlicher Kirchen, für die die Jungfrauengeburt, die Auferstehung und auch Jesus Christus selbst keine große oder überhaupt keine Bedeutung hat. Können das dann noch Christen sein? Eine Antwort von Georg Magirius ist hier. Seinen Beitrag “An Gott glauben – auch ohne Jesus?” hat er veröffentlicht in der Evangelischen Zeitung im Norden vom 5. April 2012. Die Redaktion hat Sven Kriszio.

Der Beitrag “An Gott glauben – auch ohne Jesus?”

Eigentlich ist alles ganz einfach: Ein Christ benötigt für seinen Glauben exakt ein Drittel Jesus. Warum? Wegen der Dreieinigkeit. Falsch!, sagen die, die in dogmatischen Angelegenheiten kundig sind: Jeder Teil der Dreieinigkeit für sich genommen ist bereits zu 100 Prozent göttlich. Kann dann aber ein glühender Christ vielleicht sogar auf 300 Prozent Glaubenskraft kommen?

Mit mathematischer Logik kommt man bei der Frage nach der Relevanz Jesu Christi nicht weiter. Statt sich ins Zählen zu vertiefen, kann das Erzählen helfen. Die Bibel zeigt: Jesus ist in Geschichten verstrickt, war selbst ein glänzender Erzähler. Und wenn es doch einmal ums Rechnen ging, fand Jesus Lösungen, die selbst Jugend-forscht-Gewinner staunen lassen können. Einmal drängten ihn seine Berater, er solle das Publikum nicht zu lange mit Worten berauschen. All die Sehnsüchtigen müssten jetzt heim: Abendessenszeit! Und Jesus? Der zählte nicht die wenigen Fische und Brote – oder vielleicht doch, aber es geschah auf eine Weise, dass es plötzlich unzählbar viele waren. Weiterlesen