Biblisches
Verbindungs-Faktor Flüssigkeit

Was ist es, das Menschen zusammenbringt? Sind es ähnliche Interessen, Sympathie, Verlässlichkeit, Zufall, Idealismus? In der Christuskirche Dietzenbach spielt am 23. August 2024 der Verbindungsfaktor Flüssigkeit eine Rolle. – Ein Rückblick auf den Abend ist hier. – Bei der Premiere der von Pfarrerin Andrea Schwarze ins Leben gerufenen Reihe „Kultur in der Christuskirche“ singt Anja Jünger unter Berufung auf Johann Strauss, dass „jeder mit mir durstig sein“ müsse, „sonst werde grob ich sehr. Und schenke Glas um Glas ich ein, duld’ ich nicht Widerspruch.“ Zu dem von Thomas Grewe am Piano begleiteten Gesang berichtet Theologe und Schriftsteller Georg Magirius von einem cholerischen Gastgeber. Ihn versetzt die Feierunlust der Gäste in Wut, die dann allerdings dazu führt, dass das Fest doch noch fröhlich wird. Vor und nach der Klanglesung lädt der Kirchgarten ein, dank Schorle oder Sekt eigene Erfahrungen mit dem Verbindungsfaktor Flüssigkeit zu machen.

Nicht nur Flüssigkeiten
Die Lesung ist angeregt vom aktuellen Welt-Bestseller. In Deutschland jedoch stößt das aktuell meistverkaufte Buch eher auf Abwehr oder Achselzucken. Magirius fragt deshalb, was uns die Bibel heute noch zu sagen hat. “Angst vor frömmelnder Abgehobenheit ist fehl am Platz”, kündigt die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 18. August 2024 an. Denn in seiner von Ursula Heeke lektorierten Veröffentlichung “Meine Bibel – Impulse fürs Hier und Jetzt” verknüpft Magirius Biblisches mit den allzu menschlichen Alltäglichkeiten. Dabei geht es nicht nur um Flüssigkeiten! Sondern? Auch um Tomaten mit und ohne Salz, die Lieblingseissorte und trockenes Brot, das nach Freiheit schmeckt. Auf Hauptrollen an dem Sommerabend dürfen sich auch Berggänger, Berggipfelbetrachter und Hochspringer freuen – außerdem Schnecken, die ein nicht ganz artspezifisches Tempo anschlagen.

Wie Opa, Oma, Mama, Papa
Anja Jünger stand bereits mit vier Jahren auf der Bühne. Nicht anders als vor ihr Großmutter, Großvater, Vater und Mutter singt sie im TGS-Chor Dietzenbach. Sie war Gründungsmitglied des Kinderchors und hat über Jahre zeitgleich im Kinderchor und im Erwachsenenchor gesungen. Unterdessen ist sie, die seit 1999 in Bad Vilbel Gesangsunterricht ehält, als Solistin an vielen Orten im Rhein-Main-Gebiet zu hören. Jünger favorisiert Älteres, Klassisches, ohne auf junges Liedgut herabzusehen. So interpetiert sie in der Christuskirche „Wohin?“ von Franz Schubert, „Domine Deus“ von Antonio Vivaldi, aber auch „Nella Phantasia“ von Ennio Morricone.
Lockerheit

Unabhängig von der Stilrichtung kommt es ihr darauf an, sagt sie, „die richtige Stimmung zu übermitteln, so dass ich das Publikum, auch wenn es den Text nicht versteht, auf die wunderbare Reise des Liedes mitnehmen kann.“ Ein Leben ohne Gesang will sie sich nicht vorstellen, gehört er doch zu ihr „wie meine Familie“. Neben aller Hingabe fällt an ihrem Musizieren eine gehörige Portion Lockerheit und die Fähigkeit auf, sich nicht zu wichtig zu nehmen. So sei ihr bevorzugter Übeort der Platz unter der Dusche – „zum Leidwesen meiner Familie, aber da klingt es so schön und die hohen Töne kommen praktisch wie von selbst.“
Kultur in der Christuskirche

Die Leitung der Premiere von “Kultur in der Christuskirche” in Dietzenbach am 23. August 2023 um 19 Uhr hat Pfarrerin Andrea Schwarze. Ein Rückblick auf den Abend ist hier. Georg Magirius liest aus “Meine Bibel – Impulse fürs Hier und Jetzt“, das er im Coppenrath Verlag veröffentlicht hat. Anja Jünger singt Lieder von Franz Schubert, Johann Sebastian Bach, Antonio Vivaldi, Johann Strauss und Ennio Morricone. Am Piano begleitet sie Thomas Grewe. Vor und nach der Kultureinheit gibt es im Kirchgarten Getränke. Der Eintritt ist frei. Dafür bittet die Gemeinde als um Förderung der Jugendarbeit und den Kauf des von Coppenrath verlegten Titels zur Bibel. Die Rechte an den Fotos liegen bei Roberto Sitzia (Pixabay), Anja Jünger und der Evangelischen Christus-Gemeinde Dietzenbach.