Mit wenig Geld zum großen Ziel

Schloss Eisenberg - Foto von Georg MagiriusWenn alles weniger wird, wird alles besser. Zumindest muss es nicht zwangsläufig schlechter werden. Dieses Erkenntnis bestimmte den Dankabend für die Kirchenältesten der Gemeinden des Evangelischen Kirchenkreises Eisenberg am 20. Februar 2019 im Kaisersaal von Schloss Eisenberg in Thüringen. Der Kirche gehören weniger Menschen an. Das zur Verfügung stehende Geld für die Arbeit schwindet.  Deshalb hat sich der Kirchenkreis seit Beginn des Jahres 2019 eine neue Struktur gegeben.

Gewinn der anderen Art

Arnd Kuschmierz im Schloss Eisenberg - Foto von Rainer HoffmannEinsparungen waren nötig, Stellen sind weggefallen. „Danke. Danke. Danke!”, sagte Superintendent Arnd Kuschmierz. Denn den Gemeinden sei es in den zurückliegenden Monaten nicht darum gegangen, für sich das Meiste herauszuholen. Das müsse ohnehin nicht immer das Beste sein. Wie bislang noch niemand nachweisen konnte, dass die Lebendigkeit des Glaubens in einem direkten Zusammenhang mit der Höhe der zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln stehe. Worauf aber kommt es dann an? Auf Zusammenhalt. Und außerdem?

Sinn fürs Untergründige

Pfarrerin Ulrike Magirius-Kuchenbuch - Foto von Rainer HoffmannWichtig sei es, das Hoffen und Wünschen zu pflegen, sagte Pfarrerin Ulrike Magirius-Kuchenbuch. Dabei können Märchen helfen. In ihnen sucht die Fee oft gerade jene auf, die nicht zu den Reichsten, Schönsten und Schnellsten zählen. Sie haben mit einem Mal Wünsche frei. Das Erstbeste und Offensichtliche bringe dann allerdings selten Erfüllung. In die richtige Richtung wiesen eher jene Wünsche, die erst noch oder wieder zu entdecken seien, weil sie sich vielleicht untergründig regten.

Schön sind seine Namen

Gemeindepädagogin Gabi Träger - Kantor Philipp PoppSolche Wünsche entstammten einem starken Sehnsuchtsstrom, der unterwegs sei zu einem großen Ziel. “Wir strecken uns nach dir, in dir wohnt die Lebendigkeit”, sangen die Kirchenältesten im Kaisersaal: Worte von Friedrich Karl Barth, begleitet von Kantor Philipp Popp und Gemeindepädagogin Gabi Träger. „Wir trauen uns zu dir. In dir wohnt die Barmherzigkeit. Du bist, was du bist. Schön sind deine Namen, Halleluja. Amen.“

Ungewöhnliches Saatgut

Georg Magirius im Schloss Eisenberg - Foto von Pfarrer Rainer HoffmannAuch Niederlagen versperrten nicht den Weg zum großen Sehnsuchtsziel, sagte der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius. Er entwarf, angeregt von seinem Buch “Gute Wünsche aus der Bibel”, Hoffnungsperspektiven, die die Harfenistin Miroslava Stareychinska musikalisch interpretierte. Für erlittene Enttäuschungen und Verluste müsse sich niemand schämen. „Sie sind oft der Grund, dass die Sehnsucht stark wird.” Niemandem wünsche die Bibel Tränen. Doch seien diese keine Nichtsnutze, sondern taugten manches Mal als wertvolles Saatgut, das eine Verwandlung in Miroslava Stareychinska - Kaisersaal Schloss Eisenberg - Foto von Rainer HoffmannAussicht stellt: “Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten.” – Fotos: Pfarrer Rainer Hoffmann.

Georg Magirius, Gute Wünsche aus der Bibel, 64 Seiten, Hardcover, Herder Verlag, mit zahlreichen Fotos, Lektorat: Dr. Dietrich Voorgang, ISBN – 978-3-445132-871-8, 10.00 Euro.

About Buero Magirius

Über spirituelle Spaziergänge und andere Tritte des Schriftstellers Georg Magirius.
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