Eine Antwort auf die “Brüller” dieser Zeit

“In Zeiten von Reizüberflutung, Massenmails und dem zigten Streaming-Sender und Social-Media-Kanals geht es in dem neuen Buch von Georg Magirius um dessen Antwort auf all das Getöse in der Welt: Stille erfahren. Abschalten.” Das schreibt der Theologe, PR-Berater und Lektor Otto Ziegelmeier auf der mehr als 8,5 Millionen Besucher zählende Internetplattform Theology.de im August 2019. Wer meine, dass es wegen des leisen Thema langweilige werde, werde enttäuscht, urteilt Ziegelmeier. “Es wird spannend, wenn Autorinnen und Autoren von ihren Stille-Erfahrungen erzählen: beim Rückenschwimmen im Regen, bei der (Nicht-)Besteigung des Kilimandscharo … mal zart, mal sachlich, mal verspielt. Ja, Stille erfahren kann sehr mit-nehmend sein.”

Ideal für die pädagogische Praxis

Das Buch könne man gut still für sich lesen, lasse sich aber auch gezielt in der pädagogischen und pastoralen Praxis einsetzen: “Die ganz unterschiedlichen Texte lassen dabei schon jene tiefe Ruhe ahnen, von der sie erzählen, in die sie einen hineinnehmen. Somit ist der Band ideal für Lesekreise, Meditationen, Gottesdienste, Schulunterricht und für jeden, der nicht allen ‘Brüllern’ dieser Zeit hinterherlaufen möchte. Die große Vielfalt der Stille beschreiben die Texte von Amet Bick, Manuela Fuelle, Uwe Kolbe, Georg Magirius, Ann-Kristin Rink, Bernardin Schellenberger und Arnold Stadler.

Georg Magirius (Hg.), Stille erfahren, 128 Seiten, gebunden, Lektorat: Dr. Esther Schulz und Jochen Fähndrich, ISBN: 978-3-451-34996-6, Herder Verlag 2019. 

Fünf Vorteile einer stillen Lebensweise

Miroslava Stareychinska Zeitz 2019 Foto Matthias KeilholzDas Konkurrieren um die krachendsten Töne überlässt sie anderen. Trotzdem hat die Stille ungewöhnliche Kräfte. Nähere man sich ihr mit Musik, könne sie zu einer Entschleunigung führen, schreibt René Weimer in der Mitteldeutschen Zeitung vom 23. Februar 2019 anlässlich “einer wunderbaren Klanglesung” in Zeitz, zu der “rund 80 Gäste in das Evangelische Gemeindezentrum Luckenau gekommen” waren. “Sie lauschten der Harfenmusik von Miroslava Stareychinska und den Worten von Schriftsteller Georg Magirius.”

Ein Lob auf die Schlaflosigkeit

Georg Magirius Zeitz 2019 Foto Matthias KeilholzDie Stille beruhige nicht nur das Lebenstempo, schreibt Matthias Keilholz auf noezz.de vom 23. Februar 2019 über den Abend zu Ehren einer oft vergessenen Lebenskraft. Sie führe auch zur Wachheit: “Sie kann so leise sein, dass man nicht schlafen kann.” Ohne Worte stimme die Stille zuweilen ein Loblied an, könne den Alltag verzaubern und Verborgenes offenbaren. Das also sind fünf Erkenntnisse einer stillen Lebensart: Das Langsame, das Erwachen, das Loben, die Verzauberung des Alltags und der Respekt vor dem Verborgenen. Fotos: Matthias Keilholz.

Am 28. Juni 2019 erscheint im Herder Verlag das von Georg Magirius herausgegebenen Buch “Stille erfahren” mit Beiträgen von Arnold Stadler, Bernardin Schellenberger, Ann-Kristin Rink, Georg Magirius, Uwe Kolbe, Manuela Fuelle und Amet Bick. Lektorat: Dr. Esther Schulz.

Das Ende der Erreichbarkeit

Momarter FeldUnter dem Motto „Das Ende der Erreichbarkeit” bietet der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius am Samstag, 29. April 2017 eine Spirituelle Wanderung von Bad König nach Michelstadt im Odenwald an. (Rückblick auf die Tour >>> hier.) Die Gruppe bildet sich für die Pilger-Tagestour der Reihe GangART ganz neu, geht zum ersten Mal. Ideal ist die Wanderung für all jene, die Aufbruchslust spüren und die Zwänge des Alltags zurücklassen wollen – und sei es nur für wenige Stunden.

Raumerweiterung im Odenwald

Weite bei MomartDie Tour bildet einen Kontrapunkt zum gegenwärtigen Lebensgefühl, das viele kaum noch zur Ruhe kommen lässt. Stetig scheint das Lebenstempo zuzunehmen. Hektik und eine kaum einzudämmende Flut an Reizen breiten sich aus. Dazu regiert die sich selbst oder von anderen auferlegte Regel, immerzu erreichbar sein und funktionieren zu müssen. All diese Gebote gegenwärtiger Aufgeregtheit – bei der spirituellen Tageswanderung im Odenwald gelten sie nicht, sie werden gleichsam im Tal gelassen.

Ganz gemächlich und allmählich

Stattdessen geht es allmählich und ganz gemächlich, nämlich Schritt für Schritt hinauf in eine Weite, die auf neue Weise Kühe bei Weiten-Gesäßzu Atem kommen lässt. Das freilich muss nicht mühsam trainiert oder mithilfe von Meditationskursen eingeübt werden. Denn es stellt sich ganz von selber ein. Die Funklöcher auf den Höhen rund um Momart und Weiten-Gesäß wirken wie Geschenke der Unerreichbarkeit. Und eine Freiheit lässt sich erfahren, die nicht bedrohlich ist, sondern eine starke Orientierung gibt. Denn klar zeigt sich der Weg. Einen Abschnitt lang wuchert er sogar mit einem besonderen Luxus der Einfachheit: Er wird schweigend gegangen.

Länge der Tour und weitere Informationen

Rathaus in Michelstadt Panorama„Das Ende der Erreichbarkeit”, Spirituelle Wanderung der Reihe GangART, 29. April 2017. Länge: 12 Kilometer, reine Gehzeit: ca. 3,5 Stunden. (Rückblick auf die Tour >>> hier.) Informationen bzw. Anmeldung direkt bei Georg Magirius: 0176-29402322, mail@georgmagirius.de. Eine weitere Tour am 20. Mai 2017 im Hochspessart >>> Informationen.

Ausstieg aus der Weihnachtshektik

Dank Fahrradfahren in Frankfurt und dem Entsorgen einer vollen Mülltüte findet man ein beruhigendes Lebenstempo. Das schreibt die Redakteurin Julia Lorenz in dem Beitrag “Zurück zur Besinnung”, Frankfurter Neuen Presse vom 9. Dezember 2016. Dabei verweist sie auf den Theologen und Autor Georg Magirius, der nach den Prinzipien lebe: Langsamkeit finden, nur keine Hektik aufkommen lassen. Gerade habe er in dem von Nina Sträter veröffentlichtem Buch “Zeit für das Wesentliche” einen Beitrag veröffentlicht, der zeige: Mit langsamem Faharradfahren komme man genauso schnell voran wie mit einem panisch wirkenden Pedaletreten.

Beruhigendes Lebenstempo

“Und diesen Gedanken, den will der studierte und zum Pfarrer ausgebildete Theologe nun auch in die Adventszeit projizieren – mit einem Buch, das der 48-Jährige gerade zu schreiben angefangen hat. ‘Einfach freuen’ soll es heißen und zur Adventszeit im kommenden Jahr erscheinen”, schreibt Lorenz. Gegen die Dauerhektik vor Weihnachten solle das Buch für jeden Tag einen Text enthalten, der animiere, die ursprüngliche Freude von Weihnachten in sehr alltäglichen Dingen zu finden. Dazu zähle etwa das Öffnen der ersten Tür des Adventskalenders, aber “auch das Entsorgen der vollen Mülltüte in der Küche. ‘Mein Buch soll kein Totalausstieg aus dem ganz normalen und damit eben oft auch hektischen Leben sein’, sagt er. ‘Es geht darum, Augenblicke zu finden, in denen die Zeit beruhigend still steht.’ Den vollständigen Beitrag kostenfrei lesen >>> hier.

Wie finde ich endlich wieder Zeit?

Zeit für das WesentlicheEs wirkt hochmodern, stöhnend und doch stolz darauf zu verweisen, im Moment gerade ungeheuer wenig Zeit zu haben. Womöglich gab es das aber zu allen Zeiten. Kurt Tucholsky fiel jedenfalls vor bald hundert Jahren auf: “Jeder hat vierundfünfzig Ämter. ‘Sie glauben nicht, was ich alles zu tun habe!’ – Ich glaubs auch nicht. Weil das, was sie da formell verrichten, kein Mensch wirklich tun kann. Es ist alles Fassade und dummes Zeug”. Das gerade erschienene und von Nina Sträter herausgegebene Buch “Zeit für das Wesentliche” wirft mit konzentrierten Texten einen Blick hinter die Fassade der Hochtourigkeit und damit auf das, was im Leben wirklich tragen kann: Sich etwa nicht überfordern, sondern mit Johannes XXIII. den Geboten der Gelassenheit folgen: “Nur für heute werde ich zehn Minuten meiner Zeit einer guten Lektüre widmen”. Joachim Ringelnatz wiederum rät, überhaupt nichts zu lesen: “Verstecke dich faul in der Fülle der Gräser (…) Und lass deine Melodien lenken von dem freigegebenen Wolkengezupf. Vergiss dich. Es soll dein Denken nicht weiter reichen als ein Grashupferhupf.”

Wer stoppt, kommt früher an

In dem Buch finden sich Gedichte, Gedanken, Weisheiten, freche Ermunterungen und ermutigende Widerständigkeiten von Horaz, Edith Stein, Bonhoeffer, Augustinus, Mutter Teresa, Hildegard von Bingen und Dorothee Sölle. Mascha Kaléko rühmt den sanften Zwang des Krankenbetts. Georg Magirius wiederum tritt inmitten der brausenden Großstadt in die Fahrradpedalen, um mitzurasen, was aber bald in eine Trödelei umkippt, die sich wiederum als eine Beschleunigung der anderen Art entpuppt, nämlich: “Wer stoppt, kommt früher an.” Der bei der Inquisition angzeigte Johann Michael Sailer, Bischof von Regensburg, sieht ausgerechnet in dem, wovor sich nicht wenige fürchten, einen tragenden Grund: der Begegnung mit sich selbst.

Heilung in der Einsamkeit

So suche – und auch diese Worte aus dem 19. Jahrhundert klingen aktuell und zeitlos zugleich – der durch geschellschaftliche und geschäftliche Verpflichtungen beschwerte Mensch “Einsamkeit, um sich vor Missmut zu bewahren, um die abgelaufene Uhr wieder aufzuziehen; er sucht Einsamkeit, um das Gemüt vom Überdruss zu heilen, der im Gewirr der Gesellschaft kaum zu vermeiden ist; er sucht Einsamkeit, um seinem Charakter die Eigentümlichkeit wiederzugeben, die ihm die fremden Gestalten und die Nachahmung geraubt haben”. Aber womöglich ist es noch einfacher, sich vor der Augescheuchtheit zu schützen und das Gefühl für Ruhe, Gelassenheit und das Wesentliche zu finden. Antoine de Saint-Exupéry formuliert es ist in der Kunst der kleinen Schritte. Es ist ein Gebet, die Bitte um Nüchternheit: “Bewahre mich vor dem naiven Glauben, es müsste im Leben alles glattgehen.”

Zeit für das Wesentliche. Was wirklich trägt, hg. von Nina Sträter, 160 Seiten, Design: Daniela Lengers, Satz  und grafische Gestaltung: Beate Karahmanlar, Coppenrath Verlag Münster 2016, 12,95 Euro, ISBN 978-3649671305. Mehr Informationen zum Buch >>> hier.

Die Gabe des Weglassens

Reuenthal im Odenwald

Nichts für funktionsbeschichtete Kampfwanderer oder die allradfahrende Landlustschickeria: Das Buch „Frankenglück“ von Georg Magirius lebt nach Urteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 18. August 2016 stattdessen von der Freude am bedächtigen Herumstromern und von eher zufälligen Streifzügen zu verborgenen Orten zwischen Rhön und Steigerwald, Aschaffenburg und den Haßbergen. Das Taschenbuch sei allerdings kein Führer zu Kraftorten, Hexentanzplätzen und keltischen Fruchtbarkeitsquellen. “Mit esoterischem Mumpitz hat der Autor nichts am Hut.“ Auch effektiv oder exzessiv agierende Landschaftserkunder würden enttäuscht sein, weil es ausschließlich um genussvolle Spaziergänge abseits des touristischen Mainstreams gehe, um „Orte, an denen das Wesentliche möglicherweise im Verborgenen blüht.“

Der stille Luxus der Abwesenheit von Spektakulärem

So könne das Odenwälder Reuenthal das wiederkehrende Maiengrün in unendlichen Schattierungen genießen lassen. Im Hochspessart lade eine Blumenwiese vielleicht zum Schmökern ein, in Arnstein wiederum ein lauschiger See zum Baden. „Jedenfalls sind derart entspannte Exkursionen ein Garant dafür, dass es keiner Lektüre von Bestsellern über Entschleunigung oder Darmsanierung bedarf.“ Alle vorgestellten Täler, Schlösser, Ruinen, Moore, Höhlen, Klöster, Kapellen, Alleen, Skigebiete, Weinberge hätten eines gemeinsam: „Sie umweht der stille Luxus einer Abwesenheit von Spektakulärem.“

Kein pastoral aufgeschäumtes Slowfood-Getue

Statt ausführlicher Beschreibungen würde der Autor es bei knappen Anregungen belassen – ganz im Geist Wilhelm von Humboldts: „Man genießt die Natur auf keine andere Weise so schön, als beim langsamen Frankenglück Buchcoverzwecklosen Gehen.“ Solche Mußestunden könnten sich freilich auch in einem der angeführten Cafés oder Gasthäuser einstellen:  „Da auch zum Gehen und Einkehren die Gabe des Weglassens gehört, sind es durchweg grundsolide Oasen ohne Sterne und Hauben, wo weder Teller-Ikebana zelebriert wird noch pastoral aufgeschäumtes Slowfood-Getue.“

Georg Magirius, Frankenglück, 33 Orte zum Staunen und Verweilen, 144 Seiten mit zahlreichen farbigen Abbildungen, Lektorat: Thomas Häußner, Gestaltung: Peter Hellmund, ISBN: 978-3-429-03912-7 – 12 Euro. >>> Weitere Informationen <<<

Die vollständige Rezension von Rudolf Maria Bergmann in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung nachlesen bei >>> Buecher.de.

Daneben benehmen!

Das Wissen um Stressgefahren hat in den letzten Jahrzehnten zugenommen, sagen Forscher. Aber nicht das Wissen, wie man dem praktisch entgegenwirken könne. Die Klage über Zeitnot, Belastungen und Überforderung nimmt eher zu. Womöglich kann helfen, nicht immer alles richtig machen zu wollen, sondern sich daneben zu benehmen. Das schreibt Georg Magirius in der 47. Folge seiner Kolumne im Evangelischen Frankfurt vom 3. August 2016, Redaktion: Dr. Antje Schrupp. Für den Frankfurter Pfarrer Thomas W. handle es sich laut seinem Kommentar bei Magrius’ Hinweis auf Jesus um Zynismus: “Was für ein Schwachsinn!” Sich wie Jesus daneben benehmen zu wollen – das seien naiv-romantische Schwärmereien, denen er inhaltlich vielleicht zustimme, aber in der Kirche keinen Platz hätten. Dort komme es nämlich nach seiner Erfahrung darauf an, in einem gnadenlosen Wettbewerb bestehen zu können. Sich als Pfarrer auf die Evangelien und Jesus zu berufen, könne einem Stellung und Auskommen kosten. Johanna Helen Schier weist in ihrer an Reaktion auf den Beitrag darauf hin, dass die Kolumne nicht hilfreich sei. Denn man könne sich nur daneben benehmen, wenn das auch erlaubt sei, es mti Wohlwollen gesehen werde. Die umstrittene Kolumne >>> lesen.

Dem Tempozwang entkommen

Heigenbrücken - Foto von Georg MagiriusManche investieren ihre Zeit in Seminare, um sich dort diskursiv diversen zur Disposition gestellten Potenzialen anzunähern, wie sich die Theorie einer schrittweise sich steigernden Entschleunigung in die Praxis transformieren lassen könnte. Und andere? Die gehen spazieren. Von der Einfachheit des Einfachen handelt die 36. Folge der Kolumne von Georg Magirius im Evangelischen Frankfurt vom 18. Januar 2016: Titel: “Dem Tempozwang entkommen”, Redaktion: Dr. Antje Schrupp. Den Beitrag >>> lesen.