Grillvergnügen in der Hochzeitsnacht

Georg Magirius Liebesgeschichten der Bibel Foto Matthias KeilholzDer Urlaub ist die Basis ihrer Partnerschaft. Dann jedoch wird diese Basis brüchig, weil Eva und Adam im FKK-Ferienclub eine so tiefe Ödnis überfällt, dass ihnen nur noch eines bleibt: Der Ausbruch aus dem Club, um sich clubfrei auf eine nie geahnte Weise aneinander zu begeistern. “Das klingt sehr modern”, urteilt die Supervisorin und Theologin Amet Bick in der Berliner Wochenzeitung “Die Kirche” über die von Georg Magirius erzählten Liebesgeschichten: “Doch dass es die Beziehungsprobleme der Neuzeit plötzlich auch im alten Israel gegeben haben soll, wirkt nicht psychologisierend oder mühsam, sondern spielerisch und kommt kunstvoll daher.”

Märchenhafte Lösungen

www.miro-harp.com 2019 Foto Matthias KeilholzInmitten ihrer Schwierigkeiten erleben die Paare märchenhafte Lösungen und Leichtigkeiten. Diese werden kurz vor Frühlingsbeginn am 17. März 2019 in der Erlöserkirche Gerolzhofen um 17 Uhr bei einer Klanglesung vorgestellt. Magirius liest aus “Traumhaft schlägt das Herz der Liebe”, die Harfenistin Miroslava Stareychinska interpretiert die Erzählungen musikalisch. Maria dringt dabei in ein heftig umkämpftes Männer-Meeting ein, wo sie für etwas sorgt, gegen das jegliche Erfahrung spricht. Denn es entsteht ein fantastisch stiller Augenblick, an dem ein luxuriöses Parfüm nicht ganz unschuldig ist. Außerdem wird an dem Abend die Frage geklärt, ob der Duft einer gebratenen Fischleber der Hochzeitsnacht von Sara und Tobias ihre dramatische Schwere nehmen kann. Tobias nämlich ist Saras achter Ehemann. Und alle bisherigen Ehemänner Saras starben immer in der Hochzeitsnacht. Die Leitung der Konzertlesung “Harfe, Hochzeitsnacht und 7 tote Ehemänner” hat Victoria Fleck, Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinden Krautheim und Zeilitzheim. Fotos: Matthias Keilholz.Liebesgeschichten und Bilder von Marc Chagall

Die Geschichte um das luxuriöse Parfüm in einer Aufnahme für den Deutschlandfunk von 2018 hier >> hören.

Georg Magirius, Traumhaft schlägt das Herz der Liebe – ein göttliches Geschenk, mit vielen farbigen Abbildungen von Marc Chagall, Lektorat: Heribert Handwerk, Echter Verlag Würzburg, 14,90 Euro. 978-3429035853.


Liebesgefahr an der Romantischen Straße

Solenn Grand - HarfenistinDer Valentinstag ist herrlich schokoladenrosensüß, sind sich viele einig. Aber was, wenn er ausgerechnet in Dinkelsbühl gefeiert wird, das an der Romantischen Straße liegt und dazu laut Nachrichtenmagazin Focus auch noch die schönste Altstadt in Deutschland hat? Dann droht vor romantischen Superlativen die Liebe ins Irreale davonschweben. Um das zu verhindern, erzählen die französische Konzertharfenistin Solenn Grand und der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius am Valentinstag 2019 in Dinkelsbühl Liebesgeschichten, die bei allem Zauber den Bodenkontakt wahren: „Harfe, Hochzeitsnacht und 7 tote Ehemänner“ ist der Abend in der St. Paulskirche in Dinkelsbühl überschrieben, zu dem das Evangelische Forum Westmittelfranken und die Volkshochschule Dinkelsbühl einladen.

Die Umwege der Liebe

Die Liebeshelden, die direkt aus der Bibel in die Gegenwart springen, gucken also nicht dauerverträumt, sondern haben Umwege, Gefahren und Prüfungen zu bestehen. Adam und Eva etwa sind in ihrem endlos wirkenden FKK-Cluburlaub so sehr mit der Langeweile konfrontiert, dass sie großen Hunger spüren – nach der wilden Freiheit des alltäglichen Lebens. Tobias Dinkelsbühl mit Georgskircheüberlegt bereits am Tag der Hochzeit, ob die Ehe mit Sara nicht ein Fehler ist. Sieben Mal war seine Braut bereits verheiratet, und alle Ehemänner starben in der Hochzeitsnacht. Rahel und Jakob hingegen haben es noch immer nicht zum ersten Rendezvous gebracht. Dabei verbindet beide die Begeisterung fürs Wasser! Nur verfehlen sie sich angesichts der Fülle an idyllischen Badestellen rund um Dinkelsbühl. Wo also könnte es zwischen ihnen funken? Im Wörtnitzbad, einem der letzten Flussbäder Bayerns? An einem der vielen Badeweiher rund um Dinkelsbühl? Oder im Freibad von Mönchsroth oder dem in Feuchtwangen?

Unerwartete Effekte

Inspiriert ist der Abend von Magirius‘ Buch „Traumhaft schlägt das Herz der Liebe“, über das Gabriele Wohmann, die Königin der Kurzgeschichte, urteilt: „Das Buch ist eine sehr geniale Idee, aus der sich ganz unerwartete Effekte ergeben, spannend-amüsant-originell und dabei zugleich sehr lehrreich.“ Solenn Grand, die den Abend musikalisch interpretiert, hat in Nizza, London und Frankfurt studiert. Liebesgeschichten und Bilder von Marc ChagallDie Konzertharfenistin spielte im Brasilian Symphonic Orchestra in Rio de Janeiro, an der Oper in Paris und zuletzt am Musiktheater im fränkischen Hof. Für ihr Solospiel wurde sie mit mehreren internationalen Preisen ausgezeichnet. Die Leitung der Konzertlesung hat Pfarrer Dr. Gerhard Gronauer.

Georg Magirius, Traumhaft schlägt das Herz der Liebe – ein göttliches Geschenk, mit vielen farbigen Abbildungen von Marc Chagall, Lektorat: Heribert Handwerk, Echter Verlag Würzburg, 14,90 Euro. 978-3429035853.

Hemmungslos still

Die Stille ist oft mit einer Absonderung verbunden, fürchten viele. Mit Einsamkeit und Gefühlsimplosionen. Aber gerade das kann mitunter auch zu einer ungewöhnlichen Nähe führen – nimmt man als Maßstab die vom Buch “Traumhaft schlägt das Herz der Liebe” angeregte Sendung im Deutschlandfunk. Das Manuskript der Sendung von Georg Magirius vom 8. Juli 2018 findet sich hier. Die Sendung mit Harfenmusik von Bettina Linck hören > hier.

Zauberhafte Leseförderung

Biblische Liebesgeschichten mit Harfenklang im Haus am Dom - Foto von Monika ReuscherBüchereien werden immer mehr zu Pastoralen Räumen. Das hat Carola Güth, Leiterin der Fachstelle für Büchereiarbeit im Bistum Limburg, am 5. Mai 2018 im Frankfurter Haus am Dom gesagt. Anlass war die Dankeschönveranstaltung für ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zu der mehr als 70 Engagierte aus Taunus und Westerwald, vom Rhein, Main und von der Lahn nach Frankfurt gereist waren (Fotos  von Monika Reuscher. Zum Vergrößern Bilder anklicken).

Kapuzenfrei

Gespräch im Haus am Dom - Foto von Monika Reuscher Laut Güth ist eine Bücherei kein Ort, an dem sich Sozialphobiker in Kapuzen mit Medienstoff eindeckten, um dadurch einmal mehr ihren persönlichen Rekord in Sachen Weltabgewandtheit brechen zu wollen. Selbst als Klischee habe die Vorstellung der Bücherei als einem Ort, an dem allenfalls geflüstert werden dürfe, abgedankt. Katholische öffentliche Büchereien böten die Möglichkeit, mit Menschen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Konfessionen und Religionen in Kontakt zu kommen. Dazu seien sie ein Raum für außergewöhnliche Veranstaltungen, nicht selten die einzige Verbindung zur Kirche. Und es gebe eine Vielzahl an Projekten und Seminaren, die die Leselust förderten.

Große und kleine Helden

Letizia D'Amico Haus am Dom Foto von Monika ReuscherSo weckten Engagierte der Büchereiarbeit im Bistum Limburg die Lesefreude etwa innerhalb der Initiative „Wir sind LeseHelden“. Das Projekt ist gedacht für Kinder von vier bis zehn Jahren, die aus bildungsbenachteiligten Familien kommen. Die meist männlichen, mitunter jugendlichen Vorleser (die großen Helden) tauchen mit den Kindern (den kleinen Helden) in eine fantastische Geschichte ein. Nach dem Wiederauftauchen ist der Zauber nicht zu Ende. Die Geschichte wird gespielt, Gehörtes wird gemalt oder Gegenstände, die in der Erzälung vorkommen, werden durch Basteln begreifbar.

Bezaubernd und verzaubernd

Letizia D'Amico Georg Magirius Haus am Dom Foto von Monika ReuscherBei der Dankeschön-Veranstaltung im Haus am Dom wurden 17 Ehrenamtliche für insgesamt 340 Jahre Mitarbeit ausgzeichnet. Bei dem alljährlichen Dank kommt es stets zu einer Autorenlesung. So stellte 2017 Maja Nielson ihr Buch „Glaube versetzt Berge“ über Martin Luther vor. 2018 las Georg Magirius aus seinem Buch “Traumhaft schlägt das Herz der Liebe – ein göttliches Geschenk”. Er wurde, urteilt die Website der Fachstelle für Büchereiarbeit im Bistum Limburg, “auf be- und verzaubernde Art und Weise von Letizia D’Amico an der Harfe begleitet.”

Georg Magirius, Traumhaft schlägt das Herz der Liebe – ein göttliches Geschenk, mit vielen farbigen Abbildungen von Marc Chagall, Lektorat: Heribert Handwerk, Echter Verlag Würzburg, 14,90 Euro. 978-3429035853.

Eine fast fanatisch zu nennende Frechheit

Letizia D'Amico HarfeSie war keine Verächterin der Kunst, das nicht! Aber was sie erschreckte, war das wohltemperiert Durchgestaltete, all dieses immerzu kultuviert Wirkende und stets Angemessene. Wenn jemand klug parlierend Angelegenheiten zur Darstellung brachte, um dadurch gekonnt aufzutreten. Oder wenn man aufhippte und permanent Knalleffekte losließ, aber kurioserweise gerade dadurch bemüht war, sich nur ja in sicherer Entfernung zum tiefen Grund der Emotionen zu bewegen. Also niemals aufrührte oder berührte, sondern stets die Mitte des Angesagten traf. Nur: Mittig empfand Maria nie. Ihre Gefühle schwappten oftmals über, dann konnte sie in einen Rederausch geraten. Oder aber sie war stumm, tauchte in die Stille ab, war ganz für sich, wie in einer anderen Welt. Im Kino ließ sie sich gleich mehrere Filme hintereinander in Bilderfluten fallen. Und eines Nachts bei einem Sommer-Open-Air im Park auch in die Worte eines Künstlers, der die fast fanatisch zu nennende Frechheit besaß, anders als alle anderen keine tolle Show zu bieten. Denn dieser Mann mit Namen Jesus erzählte nur. Sonst nichts.

Das Thema aller Themen

Letizia D'Amico in FrankfurtGeorg Magirius liest diese und andere Liebesgeschichten aus seinem Buch “Traumhaft schlägt das Herz der Liebe – ein göttliches Geschenk” am 5. Mai 2018 im Haus am Dom in Frankfurt. Es ist das Dankeschön der Fachstelle für Büchereiarbeit im Bistum Limburg, die mehr als 700 Ehrenamtliche aus etwa 90 Katholischen öffentlichen Büchereien eingeladen hat. Magirius verknüpft die orientalische Erzähllust der Bibel dabei auf so überraschende Weise mit heutigen Situationen, dass es immer wieder lachen lässt. Musikalisch interpretiert werden die Erzählungen von Letizia D’Amico. Nach ihrem Studium mit Hauptfach Harfe in Italien an der Musikhochschule Turin und am Konservatorium Monopoli studierte sie von 2011-2015 in der renommierten Harfenklasse von Prof. Françoise Friedrich an der Musikhochschule Frankfurt am Main. Sie spielte im Orchester der Oper Frankfurt, dem Göttinger Symphonie Orchester, der Jungen Deutschen Philharmonie und im Orchestra Sao Carlo Lissabon. Während Ihres Studiums wurde sie durch die Stiftung „Yehudi Menuhin Live Music Now Frankfurt am Main e.V.“ gefördeLiebesgeschichten der Bibelrt. Auf Youtube lässt sich ihre Interpretation des Siciliana von Respighi hören und anschauen. Die Leitung der Veranstaltung im Haus am Dom hat Carola Güth, die Leiterin der Fachstelle für Büchereiarbeit im Bistum Limburg.

Georg Magirius, Traumhaft schlägt das Herz der Liebe – ein göttliches Geschenk, mit vielen farbigen Abbildungen von Marc Chagall, Lektorat: Heribert Handwerk, Echter Verlag Würzburg, 14,90 Euro. 978-3429035853.

Die Hohe und Niedere Liebe der Bibel

Die Liebe lebt nicht allein von äußerer, sondern auch innerer Berührung. Das schreibt Charlotte Martin im Rüsselsheimer Echo vom 16.  Februar 2016 über die Konzertlesung am Valentinstag in der Groß-Gerauer Stadtkirche. Zu Gast vor 165 Besuchern waren die Harfenistin Bettina Linck (Foto: Rüdiger Döls) und Autor Georg Magirius, die – so Martin – seit 2005 in Deutschland und der Schweiz unterwegs sind, „um hörbar zu machen, wie viel Liebe sich in der Bibel verbirgt. Nicht nur die allumfassende Liebe Jesu. Sondern auch Liebesgeschichten des Alten Testaments um Rahel und Jakob, Geschichten um das unterschiedliche Liebesverständnis von Martha und Maria oder auch um die Liebe des ungläubigen Thomas.“ Dass das oft so genannte Thema aller Themen in allen möglichen Schattierungen poetisch und musikalisch entfaltet wurde, gefiel den Besuchern „offensichtlich, sie applaudierten angeregt“, beobachtete Berichterstatterin Martin.

Feinfühlig und kraftvoll

Freilich gaben die Erzählungen aus Magirius’ Buch “Traumhaft schlägt das Herz der Liebe” die biblische Tradition nicht bloß wieder, sondern umkreisten sie “achtbar sinnsuchend” und sprachen sie übergangslos mit Gegenwärtigem zusammen. Außerdem: „Beflügelnd umrahmte das feinfühlige Harfenspiel der Musikerin Linck die Geschichten, horchte die Atmosphäre des Gelesenen aus und setzte mit Kompositionen alter Meister sowie selbst Komponiertem schöne Klangakzente zwischen den Worten”, urteilt Martin im Rüsselsheimer Echo. Und das Groß-Gerauer Echo berichtet in seiner Ausgabe vom 17. Februar 2016 über “tiefsinnige Anregungen” zum Thema – etwa zum Hohenlied der Liebe, die “Zugabe nach kräftigem Beifall des Publikums. Stadtkirchenpfarrer Helmut Bernhard dankte dem Künstlerpaar für den ‘beeindruckenden Auftritt’, der ihm sehr gefallen und ihn inspiriert habe.”

Traumhaft schlägt das Herz der Liebe – ein göttliches Geschenk, mit Farbbildern von Marc Chagall, Grafische Gestaltung: Stafan Weigand, Lektorat: Heribert Handwerk, 160 Seiten, Echter Verlag Würzburg, 14,90 Euro.

Die erotische, fast exotische Urkraft des Lebens

Bischof Valentin soll der Legende nach im 3. Jahrhundert Liebende getraut haben, darunter Soldaten, denen das HBettina Linck und Georg Magirius in Graubünden - Foto von (c) Rüdiger Dölseiraten verboten war. Das Liebesleben der Paare, denen er Blumen aus seinem Garten schenkte, soll unter einem guten Stern gestanden haben. Grund genug, am Valentinstag jene religiöse Urkraft zu feiern, deren expressive Farben freilich ausgerechnet in den Kirchen oft abhanden gekommen sind. Auf ein theologisches Abstraktum wurde die Liebe zurechtgestutzt. Ordentlich, überschaubar, steuerbar, vergeistigt, mit Zielführung in Richtung Nachkommenschaft oder als sanfte Form der Nächstenliebe war sie genehm. In der Heiligen Schrift allerdings ist sie nicht schamhaft versteckt, sondern blüht voller Leidenschaft auf.

Die erste Liebesgeschichte der Welt

So interpretieren am 14. Februar 2016 in der Groß-Gerauer Stadtkirche um 17 Uhr die Frankfurter Konzertharfenistin Bettina Linck und der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius mit Wortwitz musikalischer Furiosität biblische Liebesgeschichten für heute, die dem Buch „Traumhaft schlägt das Herz der Liebe“ entnommen sind. Adam und Eva, die sich hinlänglich zu kennen glaubten, entdecken sich neu, seit sie ihre Körper bedecken. Geheimnisvoll, fantastisch ungewohnt und fremd klingt “Aquatintes Trois” von Bernard Andrès an der Harfe: Indem Eva und Adam sich kleiden, ist die Zeit geboren, dass sie sich auch entkleiden können. Sara und Tobias wiederum werden in ihrer Hochzeitnacht von einer ungeheuerlichen, fast exotisch wirkenden erotischen Lust befallen, schildert “Tema con variazioni” von Georg Friedrich Händel.

Das Ende der Lähmung

Das Brautpaar legt sich nicht nieder, sondern stürzt sich – ausgerechnet in der Hochzeitsnacht! – mit Inbrunst ins Gebet, das – so wenigstens der fromme Plan – mehrere Tage und Nächte währen soll. Maria von Magdala Bettina Linck in Malans Graubünden 2015 - Foto (c) Rüdiger Dölshingegen befindet sich in einer kaum fassbaren Gemengelage von Bewegungsunfähigkeit und einer Kraft, die sich den vernünftelnden Beziehungslogikern widersetzt. So beginnt sie, mit ihrer unerreichbar fernen und doch wieder nah wirkenden Liebe zu tanzen – ohne Berührung. Ihre Lähmung aber wird mit Zartheit abgestreift. So erzählt die Harfenballade von Alphonse Hasselmans. Und Thomas? Das Fragegenie, dieser Künstler des Zweifelns, gibt keine Ruhe, bis er die Einladung zu einer Berührung erhält, die göttliche Leidenschaft und menschliches Sehnen auf beruhigende Weise zusammenfallen lässt, weiß die “Etude de concert” von Felix Godefroid.

Valentinstag, 14. Februar 2016: Harfe, Hochzeitsnacht und 7 tote Ehemänner, Lesung aus “Traumhaft schlägt das Herz der Liebe”, Konzertharfe. Bettina Linck, 17 Uhr, Evangelische Stadtkirche Groß-Gerau, Kirchstraße 11, 64521 Groß-Gerau, Leitung: Pfarrer Helmut Bernhard, Eintritt frei – Spenden am Ausgang. Foto Stadtkirche: (c) Armin Kübelbeck CC-By-SA, Wikmedia Commons, Fotos Linck und Magirius: (c) Rüdiger Döls

Alles Große findet sich

Es ist nicht so, als ob das bei Darmstadt gelegene Ober-Ramstadt keine Besonderheiten aufzuweisen hätte: Es ist die Geburtststadt des Mathematikers Georg Christoph Lichtenberg, der als Erfinder des Aphorismus gilt. Die TSG Ober-Ramstadt wurde 1983 Deutscher Meister im Rollhockey und mit der Formation “Skate Attack” im Rollkunstlauf sogar mehrfacher Welt- und Europameister. Am 8. November ab 17 Uhr im Prälat-Diehl-Haus allerdings dürften erstmals in der Historie des Ortes innerhalb weniger Minuten sieben Ehemänner zu Tode kommen. Sie sterben jeweils in einer Hochzeitsnacht mit Sara, die in der Bibel als fromme (sic!) Frau gilt. 

Nicht ohne Gefahr

Künder dieser biblisch inspirierten Lebensgefahr ist der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius. Begleitet wird er von der Harfenistin Bettina Linck, die sich neben dem Harfenspiel zwar nicht dem Rollkunstlauf, dafür aber dem Eiskunstlauf widmet. Es werden konkrete Informationen gegeben, wie Ehemänner den Weg ins Leben finden. Überdies gibt es weitere nützliche Hinweise zur Aktivierung von Liebeskräften im November, angeregt von Magirius’ Buch “Traumhaft schlägt das Herz der Liebe”. Leitmotiv des Abends ist Lichtenbergs Aphorismus: “Die großen Begebenheiten der Welt werden nicht gemacht, sondern sie finden sich.”

Harfe, Hochzeitsnacht und 7 tote Ehemänner, Sonntag, 8. November 2015, 17.00, Prälat-Diehl-Haus, Grabengasse 20, Kulturraum Kirche, Eintritt frei, Spenden zugunsten der Renovierung der Evangelischen Kirche, Leitung: Claudia Schlaak, Pfarrerin Nicola Bültermann-Bieber.

Die Etablierung des Lächelns

Die Pfarrerin Anne Rudolph aus Hasselroth-Niedermittlau hat den Main-Kinzig-Kreis mit einem bislang völlig unbekannten Angebot vertraut gemacht, schreibt HePfarrerin Anne Rudolphrbert Huth in der Gelnhäuser Neuen Zeitung vom 23. Juni 2015. Sie überraschte die Besucher, indem sie für ein Benefizkonzert zugunsten der Laurentiuskirche eine – wie die GNZ urteilt – „einmalige Verbindung zwischen Lesung und Musik“ einlud. „Pfarrerin Anne Rudolph hatte jedenfalls nicht zu viel versprochen, als sie bei ihrer Begrüßung einen unvergesslichen und nachwirkenden Abend versprach.“ Sie sei noch nie bei einer Konzertlesung von Bettina Linck und Georg Magirius gewesen, wisse aber, dass die musikalisch durchflochtene Lesung aus “Traumhaft schlägt das Herz der Liebe” etwas Besonderes werde.

Traumwandlerisch

In der Tat seien die Ausführungen zum Thema „Hochzeitnacht und sieben tote Ehemänner“ nicht alltäglich: „Anschaulich, gedanklich nachvollziehbar und mit dem entsprechenden Wortwitz versehen, lässt sich Magirius bei seinen Lesungen von der orientalischen Erzählkunst aus der Bibel inBettina Linck Georg Magirius in Niedermittlau Foto (c) Herbert Huth, Gelnhäuser Neue Zeitungspirieren. Erstaunlich, dass diese Erzählungen mit den heutigen Alltagssituationen vergleichen werden und sich während der Vorträge fast dauerhaft ein Lächeln in den Gesichtern der Zuhörer etabliert und verfestigt.“ Entscheidend sei das Zusammenspiel von Wort und Musik: „Das Gehörte wurde durch die ebenso einfühlsame wie passende Musik unterstützt und nachhaltig gemacht. Die traumwandlerische Sicherheit der Harfenistin, die ruhige, fast weiche Stimme des Erzählers ergänzen sich so kongenial, dass es sich für die Besucher schon nach wenigen Passagen fast so darstellt, als gebe es keine andere und schon immer gehörte Verbindung zwischen Harfe und Lesung.“

Den vollständige Besprechung in der Neuen Gelnhäuser Zeitung kostenfrei lesen >>> hier. Die GNZ im Internet. Foto vom Konzert: Herbert Huth, GNZ (c)

Liebesverschwörung in Bielefeld

Bielefeld - fotografiert von der Sparrenburg Foto Wikipedia

Es gibt kaum einen besseren Ort  für die Aufführung des Unbeweisbaren als Bielefeld. In der Reformierten Süsterkirche geht es am 29. April 2015, 19.30 um das Thema aller Themen, dem sich die Harfenistin Bettina Linck und der Schriftsteller Georg Magirius widmen. Dabei lassen sie sich von der orientalischen Erzähllust der Bibel inspirieren. „Das gibt’s nicht!“, wenden Rationalisten ein, die allein an das glauben, was greifbar ist. Und meinen damit nicht nur die Liebe, sondern auch Bielefeld. 

Bielefeld: ein Phantom?

Seit den 1990er Jahren ist eine Aufklärungsinitiative am Werk, die am Beispiel einer angeblich weit über 300.000 Einwohner zählenden Stadt in Ostwestfalen belegen will, wie leicht Verschwörungstheorien funktionieren. Ihren Recherchen zufolge ist das Gerücht der Existenz Bielefelds von der CIA in Umlauf gebracht worden. Vermutlich weil sich dort, wo Leichtgläubige die Stadt vermuten, in Wahrheit der Eingang zum sagenumwobenen Reich Atlantis befinde. So lautet wenigstens eine These. Aber wenn es nur allein um Bielefeld ginge! Da ist nämlich auch noch die Lage Bielefelds am Teutoburger Wald, dessen Gehölz ebenfalls ein verwirrendes Gemisch aus Realität und Phantastik wachsen lässt. Inklusive der Varusschlacht ist das Mittelgebirge zwar von niemand Geringerem als dem römischen Historiker Tacitus bezeugt. Doch die Existenz des genauen Ortes, an dem Hermann die Römer geschlagen haben soll, ist bis heute nicht nachgewiesen.

Geist Aschmodai – eine Ausrede?

Jene, die nun trotz Unbeweisbarkeit an der Realität Bielefelds festhalten, können vermutlich nachfühlen, was Sara dem biblischen Buch Tobit zufolge erlebt: „Das gibt’s nicht!“, sagen Freundinnen und Verwandte, als diese einmal mehr aus der Hochzeitsnacht als Witwe hervorgeht. „Das war Geist Aschmodai!“, beharrt sie, was ihre Umgebung lachen lässt. Doch Sara bleibt dabei, es ist ein Gebet, ein hoffungsvoll-verzweifelter Schwur, dass die Liebe eines Tages oder Nachts einen guten Anfang nehmen wird. An ihr liege es jedenfalls nicht, dass die Männer kurzatmig seien und stets in einer von ihr bislang erlebten sieben Hochzeitsnächten verendeten.

Süsterkirche Bielefeld Foto Wikipedia

Musik: ein Gerücht?

Das poetisch durchflochtene Harfenkonzert wird vom Evangelischen Stadtkantorat unter Leitung der Kirchenmusikdirektorin Ruth M. Seiler veranstaltet. Und gleich wieder ist sie da, die Frage: Gibt’s das überhaupt? Musik!? Prosaisch Veranlagte sammeln CDs, messen die Länge von Notenhälsen oder führen Buch über die von ihnen verinnerlichten Mozartkugeln pro Jahr. Aber dass bereits ein Melodiefetzen einen Menschen von Grund auf verwandeln kann, das ist für sie ein Hirngespinst. „In und durch Musik, gesungen und gespielt, vermittelt sich das Evangelium“, heißt es hingegen in den Linien der Evangelischen Kirchenkreises Bielefeld, von denen sich der Veranstalter leiten lässt. Zudem stifte Musik Beziehungen. Doch auch das, was Beziehungen zugrunde liegt, ist ein umstrittenes Phänomen, womit wir wieder im Anfang wäre. Denn was Menschen zusammenhält, lässt sich kaum dingfest machen.

Die Liebe: eine Realität?

Cover des Buches von Georg Magirius "Traumhaft schlägt das Herz der Liebe"  - Motiv von Marc Chagall

Fassen wir also zusammen: Die Liebe, Bielefeld, Geist Aschmodai, das Evangelium, der Teutoburger Wald, Musik – und dann auch noch ein über die Maßen vergnügter 8. Ehemann nach einer Hochzeitsnacht mit Sara? Ist das wirklich möglich – Realität oder gelogen, da nicht nachweisbar? Das Fragen ist am 29. April in der Reformierten Süsterkirche erlaubt. Reformiert bedeutet nämlich: ein kühler Kopf ist nicht das Verkehrteste im Leben und beim Glauben, Hoffen, Lieben. So wird die Konzertlesung in B., ob es nun auf welche Weise auch immer existiert oder auch nicht, in ein Finale münden, das Charismatiker und Zweifler, Skeptiker und Gefühlsmenschen miteinander versöhnt. Denn ausgerechnet das unablässige Nachfragen des Thomas, wird der Abend zeigen,  führt zum wohl rauschhaftesten Liebesbekenntnis, dass die Bibel kennt.

Harfe, Hochzeitsnacht und 7 tote Ehemänner, Georg Magirius liest aus „Traumhaft schlägt das Herz der Liebe“, Konzertharfe: Bettina Linck, Reformierte Süsterkirche, 19.30, Süsterplatz 2, 33602 Bielefeld, 8 EUR / 6 EUR ermäßigt – Veranstalter: Evangeliches Stadtkantorat: Kirchenmusikdirektorin Ruth M. SeilerFoto: Bielefeld (c) Wikipedia – Süsterkirche (c) Ev.-reformierte Kirchengemeinde Bielefeld – Foto Harfe (c) Annika Schulz