Das Ende der Erreichbarkeit

Momarter FeldUnter dem Motto „Das Ende der Erreichbarkeit” bietet der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius am Samstag, 29. April 2017 eine Spirituelle Wanderung von Bad König nach Michelstadt im Odenwald an. (Rückblick auf die Tour >>> hier.) Die Gruppe bildet sich für die Pilger-Tagestour der Reihe GangART ganz neu, geht zum ersten Mal. Ideal ist die Wanderung für all jene, die Aufbruchslust spüren und die Zwänge des Alltags zurücklassen wollen – und sei es nur für wenige Stunden.

Raumerweiterung im Odenwald

Weite bei MomartDie Tour bildet einen Kontrapunkt zum gegenwärtigen Lebensgefühl, das viele kaum noch zur Ruhe kommen lässt. Stetig scheint das Lebenstempo zuzunehmen. Hektik und eine kaum einzudämmende Flut an Reizen breiten sich aus. Dazu regiert die sich selbst oder von anderen auferlegte Regel, immerzu erreichbar sein und funktionieren zu müssen. All diese Gebote gegenwärtiger Aufgeregtheit – bei der spirituellen Tageswanderung im Odenwald gelten sie nicht, sie werden gleichsam im Tal gelassen.

Ganz gemächlich und allmählich

Stattdessen geht es allmählich und ganz gemächlich, nämlich Schritt für Schritt hinauf in eine Weite, die auf neue Weise Kühe bei Weiten-Gesäßzu Atem kommen lässt. Das freilich muss nicht mühsam trainiert oder mithilfe von Meditationskursen eingeübt werden. Denn es stellt sich ganz von selber ein. Die Funklöcher auf den Höhen rund um Momart und Weiten-Gesäß wirken wie Geschenke der Unerreichbarkeit. Und eine Freiheit lässt sich erfahren, die nicht bedrohlich ist, sondern eine starke Orientierung gibt. Denn klar zeigt sich der Weg. Einen Abschnitt lang wuchert er sogar mit einem besonderen Luxus der Einfachheit: Er wird schweigend gegangen.

Länge der Tour und weitere Informationen

Rathaus in Michelstadt Panorama„Das Ende der Erreichbarkeit”, Spirituelle Wanderung der Reihe GangART, 29. April 2017. Länge: 12 Kilometer, reine Gehzeit: ca. 3,5 Stunden. (Rückblick auf die Tour >>> hier.) Informationen bzw. Anmeldung direkt bei Georg Magirius: 0176-29402322, mail@georgmagirius.de. Eine weitere Tour am 20. Mai 2017 im Hochspessart >>> Informationen.

Auf und ab ins Glück

Nichts Geringeres als einen Weg ins Glück verspricht die Spirituelle Wanderung der Reihe GangART unter Leitung von Georg Magirius, Samstag, 17. Oktober 2015. (Rückblick mit Fotos auf die Tour >>> hier.) Unter dem Motto „Auf und ab ins Glück“ geht es im Hochspessart von Wiesthal nach Lohr. Die Gruppe bildet sich neu, geht zum ersten Mal. Für selige Dauerlächler ist die Wanderung allerdings kaum geeignet, weil diese sich längst am Ziel befinden und sich nicht mehr bewegen müssen. Ideal ist die Tour für Neugierige, Zweifler, Talerfahrene, Suchende und Aufbruchswillige, also für all jene, die einen Blick auf Glückszustände wagen wollen, die abseits der eingefahrenen Wege liegen.

Wilde Walderfahrung

Da ist etwa der fast urwaldartige Pfad durchs Krummental. Beim Aufstieg zur Weikertswiese stellt sich die Frage: Kann Erschöpfung euphorisieren? Die Hochebene lässt die Eleganz einer unbändigen Weite ahnen. Seit dem 14. Jahrhundert existiert die Rodungsinsel, wurde zunächst für die Pferdezucht genutzt und ist wegen botanischer Schätze von landesweiter Bedeutung. Erwähnenswert sind etwa die Orchideenwiesen und die selten gewordene Arnika.

Unbändig weit

Besonders hervorzuheben aber ist die Orber Wicke, die nach ihrem ersten deutschen Fundort Bad Orb benannt ist. Dort ist die weiß-violett blühende Pflanze freilich nicht mehr zu finden. Bundesweit gibt es nur noch drei Ort, wo sie wächst: einen in Nordrhein-Westfalen, die Steigröderwiesen bei Lohr und die Weikertswiese, die mit etwa 800 Pflanzen das größte Vorkommen beinhaltet. Von der Weikerstwiese weg lockt eine Passage der LangeWeikertswiese bei Lohrweile, die womöglich aber nur ein anderer Name für das Glück des langen Atems ist.

Das Glas ist voll

Am Ende geht es schließlich stetig auf und ab, und zwar über mindestens sieben Buckel hinab in die Schneewittchenstadt Lohr, wo die Einkehr im Weinhaus Mehling wartet. Dort ist das Glas nicht halbleer, aber auch nicht halbvoll, sondern schlicht gefüllt. Und wenn es das ganz individuell zu verantwortende Glücksverständnis erlaubt, muss es noch nicht einmal bei einem Glas bleiben.

Auf und ab ins Glück: Die Fakten …

In der Reihe GangART bietet Georg Magirius seit 2009 spirituelle Touren an. Bei 35 Touren nahmen mehr als 750 Wanderer teil. Informationen: Hier.Rückblick mit Fotos auf die Tour >>> hier. Von ihm ist kürzlich im Echter-Verlag das Buch erschienen: “Frankenglück. 33 Orte zu Staunen und Verweilen.”

Aufbruch in die Stille

Tiefe Ruhe auf der Schnellstraße finden – das verspricht die spirituelle Wanderung „Aufbruch in die Stille“ am 9. Mai 2015 von Partenstein über die bei Frammersbach gelegene Kreuzkapelle nach Wiesthal im Spessart. (Rückblick mit Fotos >>> HIER.) Die Gruppe unter Leitung von Georg Magirius bildet sich für die Tour der Reihe GangART neu, geht zum ersten Mal. Magirius ist Autor des 2015 bei Herder veröffentlichten Pilger-Werkbuchs „Schritt für Schritt zum Horizont“. Beschritten wird an dem Frühlingstag die Wiesener Straße, die in der ersten deutschen Wiesener Straße zwischen Parteinstein und Kreuzkapelle (c) www.georgmagirius.deEntfernungskarte von 1690 eingezeichnet ist, eine Nord-Süd-Verbindung durch das waldreiche Mittelgebirge und wichtig für die Route Nürnberg-Antwerpen.

Der Weg führt in den Luxus

Oft mehrere Fahrspuren hat die Straße, sodass die zweiachsigen Pferdewagen der Fuhrmannsleute bei Gegenverkehr bequem ausweichen können. Speziell die Frammersbacher Fuhrleute galten als schnell. Sie hätten, heißt es einmal, 100 statt der üblichen 30 Kilometer pro Tag zurückgelegt. Unterdessen freilich verkehren keine Hochgeschwindigkeitgefährte mehr. Dank umgestürzter Bäume wird der Pilger auf ganz natürliche Weise nicht atemlos. Und er genießt den Luxus, keinen Laster oder Geländewagen zu hören. DAussicht vom Faustballfeld bei Frammersbach im Spessart - Foto von www.georgmagirius.deafür lässt die Schrittgeschwindigkeit ungewöhnliche Höhepunkte erfahren: Da ist der Frühlingsruf der Vögel.  Passiert wird ein Platz, an dem 1923 der Partensteiner Wilderer Hasenstab vom Förster Lutz erschossen wurde. Auch findet sich ein Sportgelände mit der vielleicht schönsten Aussicht aller Faustball-Felder nördlich der Alpen. Und? Da ist die Kreuzkapelle im Wald, auf die still zugepilgert wird. An einem einstigen Verkehrsknotenpunkt gelegen war sie vielleicht einmal das, was heute eine Autobahnkirche ist. Der “Aufbruch in die Stille” Blick aus Kreuzkapelle bei Frammersbach in Frühlingswald (c) www.georgmagirius.demündet in den Wiesthaler Hof, einem urtümlichen Gasthaus, in dem es dann gewiss schon nicht mehr ganz so still zugehen dürfte.

Rückblick mit Fotos >>> HIER. In der Reihe GangART bietet Georg Magirius seit 2009 regelmäßig spirituelle Wanderungen an. Bei 35 Touren nahmen mehr als 750 Wanderer teil. Von ihm kürzlich unter dem Lektorat von Dr. Esther Schulz und Clemens Carl im Herder Verlag erschienen: “Schritt für Schritt zum Horizont. Pilger-Werkbuch” – und im Echter Verlag unter dem Lektorat von Thomas Häußner das Buch “Frankenglück. 33 Orte zum Staunen und Verweilen.”

Der richtige Weg

“Endlich! Der ersehnte Abzweig, das letzte Wegstück zum Gipfel, dem Hahnenkamm. Was nun folgt, ist nicht erklärbar: Wir steigen nicht mehr an, sondern gehen auf einem Höhenniveau, um dann sogar hinabzusteigen, erst sacht und schließlich rapide, sehr steil. Sind wir überhaupt noch richtig? Der Blick in die Karte: Ja, alles stimmt. Also weiter: Die schwitzend errungenen Höhenmeter gehen Schritt für Schritt verloren, bis eine Taleinkerbung den Wanderer halten lässt. Da stehen wir, am Tiefpunkt. Der Blick zurück: Steil führt der Weg bergauf, das ist keine Perspektive. Wir schauen nach vorn: Auch hier geht es bergauf. Und jetzt?” (aus: Frischer Wind auf alten Wegen, Echter Verlag Würzburg.)

Mount Everest des Rhein-Main-Gebietes

Die spirituelle Wanderung am 27. September 2014 bei Alzenau unter Leitung von Georg Magirius lässt Tiefpunkte nicht aus und verspricht nicht weniger als einen Gang in die Geborgenheit. (Zum >>> Rückblick auf die Tour mit Fotos). Sie steht unter dem Motto “Der richtige Weg”. Die Gruppe bildet sich für diesen Tag neu. Ausgangspunkt ist Hahnenkamm - Foto von Georg Magiriusdie Burg Alzenau (mit großem Parkplatz), am Rand des Rhein-Main-Gebietes, nahe Hanau. Der Startpunkt ist gut per Nahverkehr erreichbar. Das Ziel: Der Hahnenkamm, mit dem der Spessart einen ersten großen Anlauf nimmt, genannt auch: Mount Everest des Rhein-Main-Gebietes.

Kindheit und Café

Der Weg führt übers Feld nach Wasserlos, einem fränkischen Weinort, dann durch einen Schlund aus efeuumschlungenen Ahornbäumen hinauf zu Evas Ruh. Es folgen Waldanstieg und Schluchtgefühl. Aus dieser Tiefe heraus geht es zum Gipfel: Einkehr und Aussicht bis in den Taunus, in den Spessart hinein, zum Vogelsberg und zum Ziel der Tour, der Burg, dem Ausgangspunkt. Nach der Rast balanciert der spirituelle Vertrauende auf dem Kamm des Hahnes entlang zu einer Bildeiche, um von dort zur Wallfahrtskapelle “Maria zum Rauhen Wind” hinabzugleichten. Dann ein Kreuzweg, der in die umgekehrte Richtung beschritten wird: in Jesu Kindheit und in das an der Burg gelegene und für seine verzehrbaren Kunstwerke vielfach ausgzeichnete Café Central.

Zum >>> Rückblick auf die Tour mit Fotos. Georg Magirius bietet in der Reihe GangART seit 2009 spirituelle Wanderungen an. Bei 36 Touren nahmen mehr als 800 Wanderer teil.  Weitere Informationen dazu >>> hier. Von Georg Magirius dazu erschienen ist bei Echter “Frankenglück. 33 Orte zum Staunen und Verweilen” (Lektorat: Thomas Häußner) und im Herder-Verlag “Schritt für Schritt zum Horizont. Pilger-Werkbuch” (Lektorat: Dr. Esther Schulz).

“Absturz bei Vertrauenstour!”

Unter dem Motto „Jeder Schritt ein Original“ drangen mehr als ein Dutzend spirituell Suchende der Reihe GangART ins ungeheuerliche Wässernachtal bei Haßfurt ein. Ungeheuerlich? Ja, der Weg an dem sich windenden Bachlauf ist nicht so lieblich, wie die sprudelnde Wässernach klingt.

Geh nicht zu weit!

„Absturz bei Vertrauenstour!“, hatte ein Teilnehmer bereits die Presse-Schlagzeile vor Augen. Die Idee war nicht aus der Luft gegriffen, sondern vom Blick in die Tiefe inspiriert: Ein kleiner Schritt zur Seite kann zu einem alpinistisch steilen Niedergang führen. Dafür aber war die spirituelle Seilschaft zu gut aufeinander abgestimmt. Man war aufmerksam, weil die Teilnehmer sich eigens für diese Tour zusammengefunden hatten: aus Bad Vilbel, Sommerhausen bei Würzburg, Frankfurt, Mainhausen, Seligenstadt und Groß-Gerau. Außerdem war bei Eintritt ins Gefahrengebiet ein Warnruf in Richtung Himmel abgesetzt worden: „Begleite mich auch in die Leere. Wenn nichts mehr geht, sich nichts mehr regt, geh mir voraus. Geh nicht zu weit, zieh nicht weg von mir. Warte doch auf mich, erwarte mich in meinem Gehen Schritt für Schritt zum Horizont.“ (Aus: “Schritt für Schritt zum Horizont”). 

Python, Löwe, Kathedrale

Zwischen pythonschlangendicken Baumwurzeln wurden die Füße gesetzt, man wanderte durch löwenmähnenhohes Waldgras, das der wild durch die Gegend treibende Mai ungekämmt gelassen hatte. So gut wie nie ging es flach voraus, sondern in einem fast unaufhörlichen Auf und Ab, das dann schließlich doch noch mündete – aber in kein Flachstück. Sondern steil und still bergauf zog sich der Weg durch das Längsschiff einer Kathedrale, die aus Buchen gewachsen war. Und dann? Kein Orgelklang, sondern ein vielfaches Schlagen auf weichem Trommelfell.

Gefahrvoll fränkisch

Was waren das für Instrumente? Blätter, die den Schlegelschlag der Regentropfen im Resonanzraum Laubwald Baumstockwerk um Baumstockwerk nach unten weitergaben. Endlich. Samstag, 24. Mai 2014, 13.07 Uhr und 34 Sekunden: Die spirituellen Wanderer erreichen die Grenze zur Zivilisation. 26 Sekunden später: Der letzte Bus des Tages nimmt die Wildgänger auf. Er rast nicht zum Horizont, aber bis nach Schweinfurt, wo nicht mehr die Wässernach im Mittelpunkt des Interesses steht, auch kein Regenwasser. Sondern? Flüssigkeiten, die die liebenswerte, auf Dauer allerdings auch nicht vollkommen ungefährliche Brauereigaststätte ausschenkt.

Georg Magirius leitet in der Reihe GangART seit 2009 spirituelle Wanderungen. Bei 45 Touren nahmen fast 1000 Wanderer teil.  Aktuelle Termine >> hier. Zum Thema von Georg Magirius erscheint im Echter Verlag 2020 “Frankenliebe. 33 Orte zum Staunen und Verweilen”.

Jeder Schritt ein Original

Wässernach Reihe GangART www.georgmagirius.deEinen Ausweg aus Trott und Hektik zeigt die Spirituelle Wanderung der Reihe GangART am 24. Mai 2014 im Wässernachtal bei Würzburg. (Rückblick mit Fotos >>> hier <<<). Wer eingefahrene Wege also mal verlassen will, ist bei der Tour unter Leitung des Theologen und Schriftstellers Georg Magirius richtig. Erreichbar ist der Ausgangspunkt per Nahverkehr etwa von Bamberg, Nürnberg, Meiningen, Aschaffenburg, Hanau, Frankfurt. Der Weg führt durch ein romantisch verschlungenes Flusstal, direkt an der rauschenden Wässernach entlang. Grotten, Bildeichen, Kiosk, Kreuze oder Kapellen? Das findet man nicht, dafür aber Wald und Wiesen. An den Talhängen findet sich Waldmeister-Buchenwald. Seltene Planzen wachsen hier: Sonnenröschen, Bergklee und das raukenblättigre Geiskraut.

Sonnenröschen & Blauflügelige Prachtlibelle

In der Wässernach ist die Groppe heimisch, ein kleiner Süßwasserfisch, der hohe Ansprüche an die Wasserqualität stellt. Auch die seltene Bechsteinfledermaus, Neuntöter und die Blauflügelige Pracht-Libelle gehören zu den Talbewohnern. Prachtvoll kann sich auch der Wanderer fühlen, weil er auf keiner Straße geht. Der Pfad am Bachufer hebt und senkt sich, windet sich, ist von Baumwurzeln durchzogen. Gleichschritt ist unmöglich. Wer ins Wässernachtal eindringt, erlebt ein Gehen, als wäre es das erste Mal: jeder Schritt ein Original. Man drängt der Landschaft seinen Weg nicht auf. Stattdessen zwingt einen die Landschaft auf befreiende Weise, die Füße der Landschaft anzuschmiegen. Das Gehtempo ist ruhig. Gezielt werden Impulse gegeben. Ein Abschnitt wird still gelaufen. “Religiöse Vorkenntnisse sind nicht nötig”, sagt Magirius. “Wer wenig zu wissen meint, findet oft am leichtesten freien Atem.”

Georg Magirius bietet in der Reihe GangART seit 2009 spirituelle Wanderungen an. Bei 35 Touren nahmen mehr als 750 Wanderer teil.  Zum Thema von Georg Magirius erschienen ist bei Echter “Frankenglück. 33 Orte zum Staunen und Verweilen”, “Mystische Orte. Wanderungen durch Unterfranken” und im Herder-Verlag “Schritt für Schritt zum Horizont. Pilger-Werkbuch”.

Ewige Jugend und noch viel mehr

Ewige Jugend verspricht die Spirituelle Wanderung m 19. Oktober 2013 zu den Heunesäulen im Odenwald nicht direkt, dafür aber noch Besseres: Eine Staumauer im Fluss der Zeit. Wer also schon einmal das Gefühl gehabt haben sollte, nicht jede Beschleunigung und Hysterie der Gegenwart mitmachen zu müssen, ist bei dieser Tour richtig. Gewandert wird unter Leitung des Theologen und Schriftstellers Georg Magirius in eine sagenhafte Zeitlosigkeit hinein.

>>> Kraftzuwachs für wilde Wanderer: Ein Rückblick auf die Tour mit Fotos >> hier

Das Wissen der guten alten Ingenieure

Zwischen den am Bergabhang liegenden Säulen geraten selbst findigste iPhone/iPad/iPod-Spezialisten ins Staunen. Dort kann einem die Ahnung widerfahren, die von einer unvergänglichen Urkraft erzählt. Bis heute weiß niemand, wie viele hundert oder tausend Jahre bereits die mehr als hüfthohen Säulen im Wald liegen. Und wie hat man sie überhaupt dorthin gebracht? Das Ingenieurwissen jedenfalls scheint so groß gewesen zu sein, dass ihm wohl nur Sagen nahe kommen können: Urzeitriesen sollen sie beim Spiel im Wald vergessen haben. Nach 1,5 Stunden, noch bevor es zur Begegnung mit den Riesen kommt, erreicht man allerdings erst einmal Rüdenau. Um sich dafür fit zu machen, ist es gewiss nicht verkehrt, im Landgasthaus “Zum Stern” gut und einfach zu vespern.

Raffiniert, gefährlich, lieblich

Man kann aber auch Raffinessen wie das Parfait vom Odenwälder Apfelwein anbeten – und es sich darüberhinaus auch noch auf die Zunge legen. (Foto: Ansgar Nöth, BR – weitere Fotos). Das nächste Wegstück zwischen Apfelbäumen mit Ausblick zum Kloster Engelberg verstärkt den Eindruck der Lieblichkeit, doch DAS ist eine Finte. Denn durch dichten Wald geht es in Serpentinen hinauf zu den bemoosten Heunesäulen. Dort erwartet den spirituell Suchenden eine Belohnung, die noch genüsslicher als das Parfait vom Apfelwein sein dürfte: Gelassenheit.

Kraftzuwachs für wilde Wanderer: Ein Rückblick auf die Tour findet sich hier

Die Fakten

Innerhalb der Reihe GangART bieten die Pfarrerin Regina Westphal und Georg Magirius seit 2009 spirituelle Tagestouren in Steigerwald, Rhön, Spessart, Odenwald und Fränkischem Weinland an. Bei bislang 23 Touren nahmen mehr als 550 Wanderer teil. Die Tour am Samstag, 19. Oktober 2013 ist 9 km lang, die reine Gehzeit beträgt knapp 3 Stunden, eine Strecke wird still gelaufen. Start ist am Bahnhof in Kleinheubach (an der Bahnstrecke Aschaffenburg-Miltenberg mit Anschluss-Möglichkeiten nach Mainz, Darmstadt, Hanau, Offenbach Frankfurt, Würzburg.) Die Einkehr liegt auf der Hälfte der Strecke im Landgasthaus Zum Stern in Rüdenau. Der Weg verläuft nahezu eben – bis auf die 15-20minütige Steigung zu den Heunesäulen. Sie darf jeder jenseits der Beschleunigungsexzesse, also im ureigenen Tempo bewältigen. Das Ende liegt in Kleinheubach, wo man noch im Schlossgarten lustwandeln kann. Kosten für die frei wählbare Einkehr und Anreise trägt jeder selbst. Nach Absprache ist auch eine gemeinsame Anreise per Zug möglich. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Der Anmeldebeitrag von 10 Euro ist vorher zu überweisen.

Informationen und Anmeldung: buero@georgmagirius.de , 0176-29402322. – Den unheimlichen Zauber der Heunesäulen hören in einer BR-Kurz-Reportage >>> lesen >>> hier. (3,5 MB) – Rückblicke auf frühere Touren hier.

Spirituelle Wanderung zur Quelle

Zu einer Quelle, die auf tiefe Weise erfrischt, führt eine Spirituelle Tages-Wanderung am 7. September 2013 im Spessart unter Leitung des Theologen und Schriftstellers Georg Magirius. Vorkenntnisse, Wissen oder gar Glaubens-Gewissheit sind nicht nötig, eher gilt umgekehrt: Wer schon einmal Trauer, Trockenheit, Durst oder Sehnsucht erfahren hat, ist für den Weg besonders geeignet. Rückblick auf die Tour

Mit dem Zug hinter die 7 Berge

Ausgangspunkt ist die Schneewittchenstadt Lohr im Spessart, direkter Haltepunkt des stündlich zwischen Frankfurt, Offenbach, Hanau, Aschaffenburg und Würzburg verkehrenden Regionalexpresses. Die Tour führt am Buchenbach entlang, der sich seinen Weg mit märchenhaft überraschenden, kuriosen und rätselhaften Windungen bahnt. Der Wanderer folgt dem Bach auf der Suche nach dem Ursprung, mit dem Ohr stets der Wassermusik entlang, die einem vielstimmigen Erfrischungsorchester ähnelt.

Rauschhaft still: das Ziel

Ziel ist die Wallfahrtskirche Mariabuchen, die auf einer großen Lichtung liegt. Rauschhaft still kann es dort sein, was nicht heißt, dass es nicht auch sehr konkrete Adressen für Durstige geben würde. Zwischen drei Einkehrstätten kann der spirituell Suchende wählen. Niemand muss alleine essen, kann sich sein Brot aber auch ganz für sich und unter freiem Himmel auf die Zunge legen.

Anmeldung & Fakten:

Die reine Gehzeit beträgt ca. 3,5 Stunden, eine Passage wird still gelaufen. Mariabuchen wird nach zwei Stunden erreicht. Zwei erkennbare Anstiege von etwa fünf und zehn Minuten zieren die Tour. Anreise ist individuell möglich, nach Absprache auch gemeinsam per Zug. Kosten für Fahrt und die frei wählbare Einkehr trägt jeder selbst. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. —– Unter Leitung von Georg Magirius gibt es seit 2009 Spirituelle Wanderungen, bei denen insgesamt etwa 500 Wanderer teilnahmen. Informationen zu weiteren Wanderungen in der Reihe GangART.


Unterschlupf im Spessart

Mitten im Alltag Atem holen und neue Kräfte finden. Das ist möglich bei einer Tages-Wanderung am 1. September zu einem Mystischen Ort im Spessart. Die Tour steht unter dem Motto “Unterschlupf im Wald” und wird von Pfarrerin Regina Westphal, Angela Ruland von der Ev. Erwachsenbildung Offenbach und Georg Magirius geleitet. Startpunkt ist der Bahnhof Wiesthal, Haltepunkt der Regionalexpress-Strecke Würzburg-Aschaffenburg-Hanau-Frankfurt. Auf dem waldweichen Mariengrottenweg geht es zur Grotte bei Heigenbrücken. Sie ist wie eine Höhle in der Höhle, denn der Wald wirkt an der Stelle selbst fast wie ein Unterschlupf, in dem man beruhigende Rast erfahren kann. Länge der Tour: 8 Kilometer, Gehzeit: 2,5 Stunden, am Ende der Tour wird in dem Gasthof “Zur frischen Quelle” eingekehrt. Teilnahme-Beitrag pro Tour: 5 Euro. Informationen & Anmeldung bei Regina Westphal und Georg Magirius: 06182-829805 / www.georgmagirius.de. Von Regina Westphal und Georg Magirius ist das Buch “Mystische Orte. Wanderungen durch Unterfranken” erschienen. Seit 2009 bieten sie spirituelle Wanderungen in Spessart, Odenwald, Rhön und Fränkischem Weinland an.

Wanderers Tanz

Es war ein Gang ins Unerwartete hinein. 35 Wanderer wagten sich an einen Platz, der wirklich nicht intakt zu nennen ist, gerade dadurch aber einen außerordentlichen Zauber entfaltete. Unter dem Motto „Geheimnis der Leere“ war die Ruine auf dem Gotthardsberg bei Amorbach im Odenwald das Ziel. Geleitet wurde die Tour von Diplompädagogin Angela Ruland von der Evangelischen Erwachsenenbildung in Stadt und Kreis Offenbach, Pfarrerin Regina Westphal von der Evangelischen Kirchengemeinde in Seligenstadt und Mainhausen und dem Theologen und Schriftsteller Georg Magirius. Die Mai-Tour eröffnete eine Reihe von sechs Tages-Wanderungen, bei denen man stets einem geheimnisvollen Ort näher kommt. Am Anfang der Tour zum Gotthardsberg legte sich ein Labyrinth vor Augen, jenes religionenübergreifende Symbol, das auch in manchen Kirchen wie etwa der Kathedrale in Chartres zu finden ist.

Labyrinthisch duch Waldmeisterduft

In Amorbach zeigte es sich auf einer Wiese, und der verschlungene Pfad zur Mitte war von bemoosten Steinen markiert. „Zur zentralen Kraft des Lebens kommt man kaum auf einem Weg, der stur geradeaus verläuft, sondern auch Kurven und Kehren kennt“, sagte Magirius. Labyrinthisch ging es den Sommerberg hinauf, in vielen Wendungen, schwitzend und zuweilen schmerzhaft schnaufend, bestäubt von idyllischen Augenblicken: „Ich rieche Waldmeister“, sagte eine Teilnehmerin. „Da ist ein Feld von Vergissmeinnicht!“, freute sich eine andere. Auf dem Sommerberg lockte Angela Ruland Windung um Windung tiefer ins Geheimnis der Leere hinein.

Sie las aus Marlen Haushofers Roman „Die Wand“. Eine Frau wird schockartig von ihrem alten Leben abgeschnitten – infolge einer unsichtbaren Wand. Auf die andere Seite kann sie schauen, nicht aber dorthin zurück. Aber seltsam: Eines Tages fühlt sie sich in der Leere wie angekommen, jenseits sei sie sich ohnehin stets „wie ein Rosenzüchter auf einem Kongress von Automechanikern“ vorgekommen. Nun flaniert sie auf waldigen Wegen. Und die Menschen auf der anderen Seite scheinen ihr wie versteinert oder auf aufgedreht-gehetzte Weise tot.

Kirchgang & Knirschgang

Lebenslustig, schweigend und im Stil von Rosenzüchtern gingen die Wanderer durch den maigrünen Wald hinab, an uralten Eichen vorbei und wieder nach oben – auf den Gotthardsberg. Seit 300 Jahren ist die dortige Basilika zerstört. Wo Fenster oder Türen waren, ist nichts. Auch gibt es weder Kirchenbänke noch Altar. Das Ruinöse aber hat man erhalten, es mit einem Dach gesichert. Wispernd gibt das Gebäude seine zarte Botschaft preis: Dass an diesem Ort selbst wirres Gehen ein Wohnrecht hat. So zogen die Wanderer in die Ruine ein. Kein gewöhnlicher Kirchgang war das, sondern ein Knirschgang über Kies: Wanderers Tanz am mystischen Ort, ein vielfüßiges Drehen, Suchen, Wenden, Warten, Kreisen und stilles Schauen. „Dieser Ort ist gar keine Ruine“, sagte Pfarrerin Regina Westphal. „Sie ist lebendiger als viele Kirchen, die vielleicht intakt und schön, dafür aber oft auch sehr verschlossen sind.“

Die Wanderung ist inspiriert von dem im Echter Verlag erschienenen Buch “Mystische Orte. Wanderungen durch Unterfranken” von Georg Magirius  und Regina Westphal.  Mehr zu Spirituellen Wanderungen der Reihe GangART und aktuelle Termine hier.