Des Protestanten Gespür für Katholische Welten

Stille im Radio? Das klingt unmöglich. Doch Georg Magirius habe gezeigt, dass sich das Thema radiophon umsetzen lasse. So urteilt Wolfgang Küpper im Bayerischen Rundfunk in der Sendung Ökumenische Perspektiven auf Bayern2 über das von Magirius bei Herder herausgegebene Buch “Stille erfahren”. Wieso jetzt Buch? Antwort: Ohne die Arbeit des in Hessen lebenden Protestanten Magirius für die Sendereihe Katholische Welt des Bayerischen Rundfunks wäre das Buch nicht entstanden. Die Besprechung > lesen und > hören.

Die Sendung

Die halbstündige Sendung “Aufgehoben in der Stille” jetzt kostenfrei in der BR-Mediathek hören >> hier.

Das Buch

Stille erfahren - Georg Magirius

Georg Magirius (Hg.), Stille erfahren, mit Beirägen von Amet Bick, Manuela Fuelle, Uwe Kolbe, Georg Magirius, Ann-Kristin Rink, Bernardin Schellenberger, Arnold Stadler, 128 Seiten, gebunden, Lektorat: Dr. Esther Schulz und Jochen Fähndrich, ISBN: 978-3-451-34996-6, Herder Verlag 2019

Die Erotik des Glaubens

Christoph Quarch Foto von Nomi BaumgartlDie Kirchen in Deutschland sind erkaltet, weil sie nur noch moralische Appelle von sich geben und keinen Eros haben, keine Leidenschaft und Hingabe. Das hat der Philosoph Christoph Quarch im Bayerischen Rundfunk in der Sendung “Die Erotik des Glaubens” von Georg Magirius vom 3. Juli 2016 gesagt. Ausgangspunkt der Sendung ist der oft geäußerte Eindruck, die Kirchen in Deutschland seien müde geworden. Geachtet aber werden sie noch immer als moralische Instanz, als Institution der Nächstenliebe. Das aber sei der Grund ihrer Ermüdung, behauptet Quarch, der viele Jahre Programmmacher des Deutschen Evangelischen Kirchentags war: Mit moralischen Appellen erreiche man nicht das Herz. Verloren gegangen sei das Verständnis für das, wofür die Kirchen Spezialisten sein müssten: Für eine Liebe, die umfassender ist als der Aufruf zur guten Tat und die Menschen entzünden kann.

Schmackhafte Berührungen

Nach Meinung des Philosophen ist den Kirchen ihre erotische Verwurzelung abhandengekommen, eine Kraft, wie sie in der griechischen Mythologie der Gott Eros verkörpere und wie sie auch im Neuen Testament anzutreffen sei. Gemeint ist eine den ganzen Menschen umfassende Leidenschaft, die sich nicht machen oder fordern lässt, sondern Menschen packt, ergreift und begeistert. Quarch hat sich vor einigen Jahren als Philosoph selbstständig gemacht. Seinen Beruf versteht er als Einladung zu einer Konversation mit dem Göttlichen. Viele Bücher hat er veröffentlicht. Er bietet Reisen, Wanderungen und Seminare an, die Räume eröffnen, in denen eine schmackhafte Berührung mit dem Heiligen möglich werden kann.

Die Erotik des Glaubens. Wie der Philosoph Christoph Quarch müde Kirchen wecken will, Sendung von Georg Magirius vom 3. Juli 2016, Bayern 2. Manuskript >> lesenTon: Natalie Truchseß, Sprecher: Georg Magirius, Redaktion: Wolfgang Küpper. Foto: Nomi Baumgartl.

Wie sehen Engel aus?

Wie sprechen Engel, wie sehen sie aus? Kommen sie einzeln oder in Scharen? Wie sind sie organisiert? Kann man sich von ihnen beschützen lassen? Begegnet man Engeln in Menschen? Und kann man anderen ein Engel sein? Auf diese Fragen antwortet der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius am 1. Weihnachtsfeiertag im Bayerischen Rundfunk, 25. Dezember 2014, Katholische Welt auf >>>> Bayern2Radio (Sendung jetzt über die ARD-Mediathek direkt >>> hören >>>> Manuskript). Zu hören ist außerdem Harfenmusik von Bettina Linck, Aufnahme: Robert Foede, Ganzton.de. Die Redaktion der Sendung hat Wolfgang Küpper, Ton der Gesamtaufnahme: Reiner Heils, Regie: Birgitta Assheuer.

Beinahe tot und endlich glücklich

Amet Bick ist 42 Jahre alt, als in ihrem Herzen ein großer Tumor entdeckt wird. Sie wird operiert und überlebt. In der Sendung im BR vom 21. September 2014 (jetzt per >>> podcast hören) berichtet, wie sie nach der OP in ihr bisheriges Leben nicht zurückwill, wenigstens nicht sofort. Stattdessen gibt sie sich einAmet Bick - Schriftstellerin Jahr, um zwischen Berlin und den Alpen Glücksanbieter, Meditationslehrer, Reiki-Meister, Klöster, Psychologen und Kinesiologen aufzusuchen. Bescheiden ist sie nicht. Denn sie möchte nicht nur Glücksmomente finden, sondern Zufriedenheit, Weisheit, innere Ruhe. In ihrem Buch Mein starkes Herz erzählt sie von ihrer Forschungsreise durch die Welt der Heiler und Hilfsanbieter. Der Ton ist ernsthaft, doch auch heiter, weil Ironie und Skepsis stete Begleiterinnen sind. Amet Bick hat Literaturwissenschaft und Theologie studiert und arbeitet als Programmleiterin eines Verlages. Sie sei Rationalistin, sagt sie. Freilich eine narrative Rationalistin. Denn im Erzählen macht sie große Fragen wie die nach Gott so einfach wie möglich, wenn auch nicht einfacher. Alles, was sie über Theologie wusste, sei eine Theologie für gute Zeiten gewesen, konstatiert sie: Gott sei hübsch zusammenfaltbar gewesen, ins Leben einfügbar. Aber lässt sich, fragt sie jetzt, ein Orkan eigentlich in eine Puppenstube sperren? Georg Magirius hat mit Amet Bick gesprochen. (Foto: Heidi Scherm)

Beinahe tot und endlich glücklich. Ein Jahr suchte die Theologin Amet Bick nach dem Glück. Bayern 2, Katholische Welt, 2014, Das Feature als >>> Podcast hören. Sprecherin der Sendung: Birgitta Assheuer. Mit Lautenmusik von Francesco Canova da Milano, interpretiert von Christopher Wilson, und dem Moderato der Sonate in c-moll von Giovanni Battista Pescetti, gespielt von der Harfenistin Bettina Linck. Ton: Wolfgang Kinsel und Henning Schmidt, Redaktion: Wolfgang Küpper.

Kein Weinen mehr

Die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod ist kein christliches Privileg, sondern in vielen Religionen verbreitet, hat der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius am Ostersonntag 2014 im Bayerischen Rundfunk gesagt. Sein Essay “Die Stimme des Weinens wird man nicht mehr hören” handelt von Aufstehen und Auferstehung im Alten Testament. (Zum >>> Manuskript – Jetzt in der ARD-Mediathek hören.) Im Alten Testament finden sich viele Symbole und Geschichten wider den Tod, in der Bibel wird somit nicht allein von Christi Auferstehung berichtet. Stattdessen gebe es laut Magirius “einen wildwüchsigen Hoffnungsreichtum, der anregen kann, die eigenen Lebensträume nicht verarmen zu lassen.”

Slapstick im Grab?

Erzählt wird, wie Knochen zusammengesetzt und mit Fleisch umhüllt werden. Ein Totengeist wird aus der Erde gerufen.Versprochen wird, dass Kinder 100 Jahre alt werden und man die Stimme des Weinens nie mehr hören werde. Einer fällt slapstickartig ins Grab und fängt zu leben an. Ein anderer geht über den Jordan und wird von einem Wettersturm gen Himmel gerissen. Verbreitet sei im Alten Testament freilich auch die Vorstellung, dass Gott aus einem todesähnlichen Zustand befreit und zurück ins hiesige Leben ruft. Manche würden, so der Autor der Sendung, in alledem das Einzigartige der Auferstehung Jesu vermissen. Doch Christus selbst habe laut Neuem Testament sein Leiden und Auferstehen nicht ohne Rückgriff auf die Tora und die jüdischen Propheten erklärt.

Die Stimme des Alten Testaments

“Die Stimme des Weinens wird man nicht mehr hören. Aufstehen und Auferstehung im Alten Testament”, ein Feature von Georg Magirius mit Musik von Johannes Brahms und Arvo Pärt, Ostern 2014, zum >>> Manuskript – Wiederholung im Hessischen Rundfunk 2016 über ARD-Mediathek jetzt >> hören). Redaktion: Wolfgang Küpper. Ton: Armin Herzog (Funkhaus am Dornbusch). Birgitta  Assheuer, Erzählerin der Sendung, arbeitet als Sprecherin für Hörfunk und Fernsehen. Produktionen mit ihr wurden mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet. Moritz Stoepel, die Stimme des Alten Testaments, ist Schauspieler und Sprecher für Hörfunk und Fernsehen. Als Solokünstler agiert er in eigenen literarisch-musikalischen Theaterprojekten, mit denen er im In- und Ausland gastiert. Für herausragende künstlerische Arbeit wurde ihm der Harlekin-Preis der Stadt Frankfurt verliehen. Foto: (c) Büro Georg Magirius.