Geborgenheit im Hochspessart

Mariengrotte Heigenbrücken - Foto von Georg MagiriusKann man Geborgenheit nur in festen Häusern finden? Eine Spirituelle Wanderung am Sonntag, 6. Mai 2018 spürt einer Sicherheit nach, die unter freiem Himmel zu finden ist. Die Tour führt von Wiesthal nach Heigenbrücken im Hochspessart und verläuft zu einem großen Teil auf dem Sieben-Grottenweg. Pfarrerin Regina Westphal leitet die Wanderung der Reihe GangART in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirchengemeinde Frankfurt-Unterliederbach. Westphal hat mehrere Bücher zum Thema Pilgern geschrieben. 9 Kilometer ist die Tour lang und führt großteils über den Sieben-Grottenweg. Treffpunkt ist um 10.30 Uhr am Bahnhof in Wiesthal. Eine gemeinsame Anreise per Zug ist möglich Buchcover Mystische Orteab Dettingen (Treffpunkt 9.50 Uhr), Frankfurt Hauptbahnhof (Treffpunkt 9.20 Uhr), (Frankfurt-Höchst Bahnhof 8.45 Uhr). Ein Teilnahmebeitrag wird nicht erhoben, Fahrtkosten und die Kosten für eine eventuelle Einkehr trägt jeder selbst. Informationen direkt bei Regina Westphal 069/302973, Email: Regina.Westphal.kgm.ffm-unterliederbach@ekhn-net.de. Inspiriert ist die Tour vom Buch “Mystische Orte”, das Westphal mit Georg Magirius unter dem Lektorat von Thomas Häußner im Echter Verlag veröffentlicht hat.

Erdrutsch bei Vertrauenstour

Grottenweg im Spessart Foto von Georg MagiriusWer könnte diesen Weg verstehen? Ruckartig ändert er die Richtung, führt Berge direkt hinauf. Wildschweine sind mit ihm vertrauter als Wanderer, zeigt der aufgewühlte Boden. Brennnesseln fühlen sich hier heimisch und kniehoch steht mitunter das Gras. Nein, es ist nicht verständlich: 25 Pilgerinnen und Wanderer unter Leitung des Theologen und Schriftstellers Georg Magirius wollen an diesem Maitag des Jahres 2017 ausgerechnet auf diesem Weg von Heigenbrücken nach Heinrichsthal im Hochspessart kommen. Es ist der sogenannte Grottenweg – sein Name klingt wie ein Programm.

Atemnot

EntwurzelungDoch, doch, ergibt eine Blitzumfrage, sie seien tatsächlich freiwillig zu der Spirituellen Wanderung der Reihe GangART aus Würzburg und Frankfurt angereist, aus Retzbach und Seligenstadt, aus Hainburg und Karlstadt, Arnstein und Mainhausen, Gemünden und Aschaffenburg, aus dem Jossgrund und Lohr. Aber dann? Kommt die Atemnot – und das unweit des Luftkurortes Heigenbrücken. Und? Ein Hang ist gerade abgerutscht, entwurzelte Bäume mitten auf dem Weg: Stillstand. Ein neuer Weg muss sich erst finden. Und schon wieder folgt ein Anstieg und mit ihm das nächste Schwitzen, obwohl es eher kühl an diesem Maitag ist. Und dann wieder der Refrain: Gestrüpp, immerzu Gestrüpp.

Matsch

Kniehohes GrasDieser Gang ist unvertraut. Niemand hat ihn zuvor trainieren können. Obwohl man doch nicht unerfahren ist, viele Wege schon gegangen. Aber eben nicht ihn, jetzt an diesem Tag im Monat Mai, der Boden, Bäume, Büsche auf eine Weise animiert, dass der Orientierungssinn zuzuwuchern droht. Und erneut sinken die Füße ein in Matsch. Auf erschütternde Weise wühlt der Weg auf, begeistert und erschöpft. Nein, das ist nicht zu verstehen. Es euphorisiert, macht wütend, schweigsam, dann fließen wieder Worte ungehemmt wie selten – und all das unkontrollierbar durcheinander.

Frühlingsgrün

Die Gewöhnlichkeit sieht anders aus, gibt es sie denn überhaupt? Es hätte doch auch anders gehen können, besinnungsnett und um einiges gemütlicher. Aber das Leben lacht den Konjunktiv aus. Nein, es ist nicht zu verstehen, wie kaum aushaltbar realistisch das ist. Und kraftvoll. Denn niemand wird erklären können, warum dieser Weg so freundlich, direkt und gnädig ist: frühlingsgrün vom ersten bis zum letzten Schritt.

Die Reihe GangART

Frisches GrünGeorg Magirius hat 2009 GangART begründet, eine fortlaufende Reihe Spiritueller Tageswanderungen durch Spessart, Odenwald, Haßberge, Rhön, Steigerwald, Fränkisches Weinland, Taunus und Schwarzwald. Bei 45 Touren nahmen fast 1000 Wanderer teil. Von Georg Magririus erscheint zum Thema im Frühjahr 2020: “Frankenliebe. 33 Orte zum Staunen und Genießen” im Würzburger Echter Verlag. Die nächsten Touren im Frühjahr 2020 >> Informationen <<.

Verborgene Kräfte

Grottenweg im SpessartEine Spirituelle Wanderung unter dem Motto „Verborgene Kräfte“ führt am 20. Mai 2017 im Spessart von Heigenbrücken nach Heinrichsthal (Bericht und Fotos der Tour >> hier). Die Gruppe unter Leitung des Theologen und Schriftstellers Georg Magirius bildet sich für die Pilger-Tagestour der Reihe GangART ganz neu.

Das Recht auf Pausen

Die Frühlings-Wanderung ist ideal für all jene, die Lust am Aufbruch spüren und nach neuen Kräften suchen. Damit wird eins der vielleicht extrem verteidigten Tabus der Gegenwart unterwandert. Gewöhnlich nämlich gilt es, sich am besten immerzu als fit und optimistisch darzustellen, also niemals schlapp, gelangweilt, traurig oder krank zu sein. Die Pilgerwanderung geht hingegen davon aus, dass der Mensch ein Recht auf Pausen hat. Gerade sie ermöglichen es, einmal fortzugehen, sich zurückzuziehen und sich seiner Lebensquellen zu vergewissern.

Überraschende Richtungswechsel

Gewandert wird im Spessart auf dem sogenannten Grottenweg. Der Weg passiert mehrere Mariengrotten. Der Name freilich könnte auch als Beschreibung für die Beschaffenheit des Weges verstanden werden: Hexenbaum auf dem Grottenweg bei HeigenbrückenBei ihm handelt es sich um einen Kontrast zum Ideal des rein gefegten Bürgersteigs. Selten verläuft der Weg eben.

Ohne roten Teppich

Er kennt wie das Leben selbst überraschende Richtungswechsel und ein nahezu unaufhörliches Auf und Ab. Wer sich auf den Grottenweg begibt, wird nicht wie auf einem roten Teppich beklatscht. Stattdessen warten Wurzeln, Moos und Steine. Und mit dem Hexenbaum weist er einen Höhepunkt auf, dessen Geäst gruselig in den Himmel ragt.

Auf dem grünen Teppich

Lohrbach am Grottenweg im SpessartWarum ausgerechnet hier nach neuen Kräften suchen? Weil einem im Rückzug eine beeindruckende Stärke erwarten kann. Außergewöhnlich lebendig wirkt der grüne Teppich auf dem urwaldähnlichen Weg, dazu die Aussicht in die Weiten des Spessarts und das unaufhörliche Sprudeln des Lohrbachs. Er ist besonders gut zu hören, weil mehrere Abschnitte der Tour schweigend gelaufen werden.

Länge der Tour und weitere Fakten

Verborgene Kräfte: Spirituelle Wanderung der Reihe GangART, Samstag, 20. Mai 2017. Länge: 10 Kilometer, reine Gehzeit: ca. 3,5 Stunden. (Bericht und Fotos dieser zurückliegenden Tour >> hier). Es wird auch bei Regen gegangen. Anfangs- und Endpunkt der Tour liegen direkt an der Regionalexpresstrecke Bamberg-Würzburg-Aschaffenburg-Hanau-Offenbach-Frankfurt. Gemeinsame Anreise nach Absprache von Frankfurt und Dettingen (Main) aus möglich. Zu essen und zu trinken mitnehmen. Möglichkeit zur Einkehr am Ende der Tour, nach derMarkierung Blaues M - Grottenweg im Spessart Rückkehr mit dem Bus von Heinrichsthal am Ausgangspunkt Heigenbrücken.

Die Reihe GangART

Georg Magirius hat 2009  GangART gegründet, eine fortlaufende Reihe Spiritueller Tagestouren in Rhön, Steigerwald, Schwarzwald, Spessart, Odenwald, Taunus, Fränkischen Weinland und in den Haßbergen. Bei 35 Touren nahmen fast 800 Wanderer teil. Inspiriert ist die Tour “Verborgene Kräfte” auf dem Grottenweg von Magirius’ 2016 im Echter-Verlag erschienenen Wander-Buch „Frankenglück. 33 Orte zum Staunen und Verweilen“.

Geborgenheit in der Grotte

30 spirituelle Tagewanderer verließen Wohnungen und Häuser, um im Spessart eine Geborgenheit der anderen Art zu suchen. Unter Leitung von Angela Ruland von der Ev. Erwachsenenbildung Offenbach, Pfarrerin Regina Westphal aus Seligenstadt und dem Schriftsteller Georg Magirius fanden sie Unterschlupf im Wald und rasteten an der mystisch gelegenen Großen Mariengrotte bei Heigenbrücken. „Hier ist etwas vom dem Glauben sichtbar geworden, dass sich mütterliche Zuwendung und Geborgenheit auch dann erfahren lassen, wenn sie nicht greifbar sind“, sagte Pfarrerin Regina Westphal. Bergende Bewirtung erfuhren die Wanderer im Gasthaus “Zur Frischen Quelle” in Heigenbrücken. Die Grotten-Tour im Spessart wird am 27. 10. noch einmal angeboten. Länge: 8km, Gehzeit ca. 2,5 Std. Weitere Informationen bzw. Anmeldung bei Georg Magirius oder buero@georgmagirius.de. Informationen im Internet hier.