Das kurze Testament

Es ist die Bibel der Juden und der erste Teil der Bibel der Christen, ein Buch mit großem Umfang. Lässt sich das Alte Testament auf den Punkt bringen? Georg Magirius hat es getan – mit einer knapp halbstündigen Sendung für den Bayerischen Rundfunk, die im August 2018 auch im Hessischen Rundfunk und im Norddeutschen Rundfunk ausgestrahlt wird. Die Sendung ist bis Mai 2019 kostenfrei hörbar >> hier. Das Manuskript lesen lässt sich >> hier. Die Texte der hebräischen Bibel werden seit Anfang an niemals allein stumm gelesen, sondern immer auch gesprochen, gerufen und musiziert. Sie ist eine Schrift, die klingt. Die Harfenistin Bettina Linck hat die Sendung musikalisch interpretiert.

Der lange Weg zur Freude

Wie wird aus Verzweiflung Freude? Darum geht es in der Sendung von Georg Magirius über die Psalmen im Bayerischen Rundfunk, BR2, 10. Mai 2015, (Manuskript >> lesen). Die Psalmen gehören zu den großen spirituellen Schätzen der Menschheit. Obwohl mehr als 2000 Jahre alt, faszinierten die biblischen Lieder noch immer. “Allein schon das Finale! Von einem Happy End zu sprechen, wäre untertrieben. Denn das Psalmenbuch mündet in einen rauschhaften Jubel”, heißt es in der Ankündigung des Bayerischen Rundfunks. Überraschend sei das, weil der überwiegende Teil des Buches aus Enttäuschung, Schmerz und Klage bestehe. Dass dieser Umschwung möglich werde, habe damit zu tun,  dass diese GesängFunkhaus am Dornbusch: Moritz Stoepel und Birgitta Assheuer in der BR-Produktion "Die Stimme des Weinens wird man nicht mehr hören" - Foto (c) Büro Magiriuse nicht dem Anspruch folgen, möglichst ausgeglichen, souverän und sachlich sein zu müssen.

Wut und Glück

“Sie suchen nicht das kleine, sondern das große Glück. Es handelt sich um einen Sturmwind der Gefühle, um Lieder der Straße, womöglich gar das radikalste, rebellischste und menschlichste Buch der Bibel”, heißt es in der Sendung. “Es weist den Weg zur Freude, indem es die Wut auf Gegner, Ungerechtigkeit und Gott nicht übergeht.” Gesprochen wird das Essay von Birgitta Assheuer und Moritz Stoepel, mehrere Produktionen mit ihnen wurden mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet. Die Musik stammt aus “Alleluja! Lobet den Herren” von Heinrich Schütz, (SWV 38, Psalm 150, gesungen von The Choir of Trinity College Cambridge unter Leitung von Richard Marlow. Dazu ist Harfenmusik von Gabriel FauréGesänge der Leidenschaft - Cover des Buches von Georg Magirius über die Psalmen, Henriette Renié und Giovanni Battista Pescetti zu hören, interpretiert von der Konzertharfenistin Bettina Linck.

Der lange Weg zur Freude. Warum die Psalmen Wut und Klage nicht übergehen, Katholische Welt, BR2, 10. Mai 2015 >>> jetzt HÖREN, Manuskript >>> lesen. Ton: Stefan Tasler, Regie: Georg Magirius, Aufnahme Konzertharfe: Dipl.-Tonmeister Robert Foede, Redaktion: Wolfgang Küpper. Zum Thema der Sendung ist von Georg Magirius das Buch erschienen: Gesänge der Leidenschaft. Die befreiende Kraft der Psalmen, Claudius Verlag 2015.

Die befreiende Kraft der Emotionen

Die weit verbreitete Forderung nach innerer Ausgeglichenheit mache viele Menschen krank. Das hat der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius im Deutschlandfunk gesagt (“Lieder voller Leidenschaft”, 8. Februar 2015 – jetzt direkt  >>> HÖREN – Manuskript >> LESEN). Der Sendung über die Poesie der biblischen Psalmen zufolge seien heute ein kontrollierter Optimismus und eine Freundlichkeit akzeptiert, die das Ausgelassene abgelegt hat. Kennzeichen dafür sei ein kalkulierter Tonfall unter Verwendung formalhafter Textbausteine, verbunden mit der steten Beigabe von Informationen, Die Frankfurter Harfenistin Bettina LinckDaten, Fakten. Die Unterdrückung großer Gefühle jedoch könne Menschen deprimieren. Gerade das Eliminieren-Wollen angeblich negativer Emotionen wie Enttäuschung und Wut behindere innere Antriebskräfte.

Gegenkraft

Das religiös-ästhetische Essay stellt in Dialog mit der Harfenistin Bettina Linck die Psalmen als befreiende Gegenkraft vor. Das biblische Buch der Lieder führe in die Welt der Musik und einer außergewöhnlichen Bildersprache. Die Psalmen seien ein Sturmwind der Gefühle, ein fulkminantes Konzert der Stimmen. Auch im biblischen Buch der Lieder finde sich der Wunsch nach innerem Frieden. Aber dieser habe eine Chance, weil Emotionen nicht gefesselt würden. Stattdessen gebe es Verzweiflung, Klage und Enttäuschung, dazu Wut auf Lügner, Gegner und intrigante Menschen. 

Radikal ehrlich

Auch Wut auf Gott sei anzutreffen: “Es wird der offene Konflikt gesucht, die Aggression in Musik gelegt und im Gebet ausgelebt. Deswegen handelt es sich bei den Psalmen um keinen spirituellen Kauderwelsch, sondern um Weltliteratur. In ihnen haben sich radikal ehrliche, menschliche und rebellische Klänge vereinigt.  Die Psalmen wollen dazu ermutigen, die Sehnsucht nach dem großen Glück nicht aufzugeben.“ – Die Frankfurter Konzertharfenistin Bettina Linck spielt aus Gesänge der Leidenschaft - Cover des Buches von Georg Magirius über die PsalmenChanson de mai von Alphonse Hasselman,  der Sonate c-moll von Giovanni Battista Pescetti und dem Impromptu op.86 von Gabriel Fauré. Von Georg Magirius erscheint im März 2015 im Claudius Verlag das Buch „Gesänge der Leidenschaft. Die befreiende Kraft der Psalmen“.

Lieder voller Leidenschaft. Die Poesie der Psalmen, Deutschlandfunk, Am Sonntagmorgen, 8. Februar 2015, Musikaufnahme: Robert Foede. Gesamtaufnahme: Wolfgang Kinsel (Funkhaus am Dornbusch), Redaktion: Pfr. Frank-Michal Theuer. Jetzt direkt >>> HÖREN >>> Manuskript

Beinahe tot und endlich glücklich

Amet Bick ist 42 Jahre alt, als in ihrem Herzen ein großer Tumor entdeckt wird. Sie wird operiert und überlebt. In der Sendung im BR vom 21. September 2014 (jetzt per >>> podcast hören) berichtet, wie sie nach der OP in ihr bisheriges Leben nicht zurückwill, wenigstens nicht sofort. Stattdessen gibt sie sich einAmet Bick - Schriftstellerin Jahr, um zwischen Berlin und den Alpen Glücksanbieter, Meditationslehrer, Reiki-Meister, Klöster, Psychologen und Kinesiologen aufzusuchen. Bescheiden ist sie nicht. Denn sie möchte nicht nur Glücksmomente finden, sondern Zufriedenheit, Weisheit, innere Ruhe. In ihrem Buch Mein starkes Herz erzählt sie von ihrer Forschungsreise durch die Welt der Heiler und Hilfsanbieter. Der Ton ist ernsthaft, doch auch heiter, weil Ironie und Skepsis stete Begleiterinnen sind. Amet Bick hat Literaturwissenschaft und Theologie studiert und arbeitet als Programmleiterin eines Verlages. Sie sei Rationalistin, sagt sie. Freilich eine narrative Rationalistin. Denn im Erzählen macht sie große Fragen wie die nach Gott so einfach wie möglich, wenn auch nicht einfacher. Alles, was sie über Theologie wusste, sei eine Theologie für gute Zeiten gewesen, konstatiert sie: Gott sei hübsch zusammenfaltbar gewesen, ins Leben einfügbar. Aber lässt sich, fragt sie jetzt, ein Orkan eigentlich in eine Puppenstube sperren? Georg Magirius hat mit Amet Bick gesprochen. (Foto: Heidi Scherm)

Beinahe tot und endlich glücklich. Ein Jahr suchte die Theologin Amet Bick nach dem Glück. Bayern 2, Katholische Welt, 2014, Das Feature als >>> Podcast hören. Sprecherin der Sendung: Birgitta Assheuer. Mit Lautenmusik von Francesco Canova da Milano, interpretiert von Christopher Wilson, und dem Moderato der Sonate in c-moll von Giovanni Battista Pescetti, gespielt von der Harfenistin Bettina Linck. Ton: Wolfgang Kinsel und Henning Schmidt, Redaktion: Wolfgang Küpper.

Gefunden: Der Weihnachtsfrieden

An Weihnachten wird Friede versprochen. Nur wo ist er denn? Georg Magirius gibt sachdienliche Hinweise, wie sich der gesuchte Wohltäter finden lässt, 25.12.2013 im BR (einen Ausschnitt jetzt hören). Indem Magirius auf den streng gefügten Wortlaut der Weihnachtsgeschichte achtet, findet er überraschende Wege, wie sich Weihnachten erfahren lässt. Neben ihm zu hören ist das Frankfurter Vokalensemble unter Leitung von Ralf Otto, der Thomanerchor unter Leitung von Hans Rotzsch. Das Rennen der Hirten bringt Musiqua antiqua Köln mit Michael Schneider (Blockflöte) und Wilbert Hazelzet (Traversflöte) unter Leitung von Reinhard Goebel zu Gehör. Die Frankfurter Konzertharfenistin Bettina Linck spielt Nacht,  Traumwiderstand und Licht,  “Chanson de Mai“ von Alphonse Hasselmans und das Moderato der Sonate c-moll von Givoanni Battista Pescetti (Harfenaufnahme: Robert Foede). Sprecher der Sendung: Georg Magirius, Ton der Gesamtaufnahme (Funkhaus am Dornbusch): Anette Eickholt und Antonia Reinecke, Regie: Birgitta Assheuer, Redaktion: Wolfgang Küpper. einen Ausschnitt der Sendung JETZT hören