Gefährliche Demut

Demut ist lebensgefährlich, wenn sie als völlige Ergebenheit verstanden wird. Darauf weist der der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius in der Evangelischen Sonntags-Zeitung vom 4. August 2019 hin. Hilfreich sei dagegen Demut als Hingabe ans Leben zu verstehen – verbunden mit der Überzeug, kein Nichts zu sein. Das zeige sich beispielhaft beim Schwimmen. Dort gebe es zuweilen die Erfahrung von Momenten, die an an ein Schweben erinnerten. Und dabei komme es tatsächlich darauf an, sich ergeben auf dem Wasser auszustrecken. Das gelte aber nur für einen Augenblick! Und auch dieser entstehe nur, wenn man davor und danach die hingebungsvolle Lust an der Bewegung nicht leugne. Denn sonst lasse sich “die erhebende Kraft des Wassers nicht spüren”. Man würde “sinken oder sich am Wasser verschlucken”. Den vollständigen Beitrag lesen >> hier. Redaktion: Martin Vorländer.

Die Kunst des Selbstverständlichen

Das Einfachste und Selbstverständlichste im Leben drohe vielen abhanden zu kommen, schreibt die Redakteurin Stefanie Bock in der Evangelischen Sonntags-Zeitung vom 18. September 2016. “Terrorwarnungen, die Angst vor sozialem Absteig, Konkurrenzdruck. Das Tempo des Lebens lässt nicht viel Zeit zum Atehmholen.” Wenn aber mit dem Atmen das Grundlegendste zum Leben in Frage gestellt sei, bedürfe es womöglich einer Fertigkeit, die ebenfalls einfach und grundlegend sei, um wieder in den Rhythmus des Elementaren einsteimmen zu können. Weil diese fast therapeutisch zu nennende Fertigkeit aber so einfach sei, handle es sich womöglich fast schon wieder um eine Kunst, nämlich die Kunst des Selbstverständlichen. Sie bestehe darin, sich selbst oder anderen Gutes zu wünschen – wie sie etwa in dem Buch “Gute Wünsche aus der Bibel” von Georg Magirius entfaltet werde. “Seine Botschafti ist klar: ‘Nichts anderes wollen die Wünsche dieses Buches: von der Macht des Guten erzählen – in leichten wie in bösen Tagen'”.

Georg Magirius, Gute Wünsche aus der Bibel. Herder-Verlag 2016, Lektorat: Dr. Dietrich Voorgang, Gebunden, 64 Seiten, zahlreiche Abbildungen, 10 Euro.

Singen als Therapie

Das Singen ist nicht nur etwas für sonnige Gemüter, sondern kann in schweren Momenten des Lebens Kraft verleihen und eine therapeutische Wirkung haben. Das schreibt die Redakteurin Stefanie Bock in ihrem Beitrag “Aus dem tiefsten Punkt ein Schrei” in der Evangelischen Sonntagszeitung vom 8. November 2015. Die umfassende Bedeutung des Singens zeige sich daran, dass Umkehr und Buße ein wichtiges Thema in vielen Kirchenliedern seien – nicht zuletzt in Liedern des vielleicht bekanntesten deutschsprachigen evangelischen Liederdichters Paul Gerhardt. Anders sieht dies Clemens Bittlinger: “Reue ist ein sehr persönliches Thema. Wenn man Fehler eingesteht, dann macht man weit auf”, sagt der bekannte Liedermacher. Den meisten sei das Thema zu privat. In einem Konzert sei dafür jedenfalls kaum Raum. Zwar gehe es in seinen Liedern schon einmal um Scham, aber dabei handle es sich nicht um wirkliche Buße, also um Reue mit echten Komsequenzen, eine wahrhafte Umkehr.

Befreiend krumme Töne

In Gottesdiensten indessen gebe es feste Momente, Sünden nicht nur privat vor Gott zu bringen, schreibt Stefanie Bock: gesprochen in den Fürbitten, gesungen im Sündenbekenntnis “Herr erbarme dich”. Ein Reigen unzähliger Psalmen und Kirchenlieder greife dies auf. Allen voran die Bußpsalmen, eine Sammlung von sieben Psalmen, die das Bekenntnis von Schuld zum Thema haben. Der Theologe und Schrifsteller Georg Magirius, der vielfach zu den Psalmen veröffentlicht hat, hebt ein Vers aus dem 51. Psalm hervor: “Ein geängstet und zerschlagen Herz wirst du, Gott, nicht verachten”. Diesen Seelenzustand kenne vermutlich jeder, nur werde es so gut wie nirgendwo laut eingestanden: “Wann darf man schon mal sagen, dass etwas nicht stimmt?” Stattdessen müsse man sich immerzu glänzend präsentieren, Schwächen in Stärken umdeuten. Beim Singen von Psalmen aber werde das vermeintlich Unmögliche möglich, nämlich seine Schwäche benennen zu dürfen – und das sogar laut und heftig. “Es ist befreiend, mal selbst einzugestehen: ich habe ein zerschlagen Herz. Das verleiht Größe”, sagt Georg Magirius.

Stärker als Worte sind Melodien

Eine Wandlung sei durch das Singen immer möglich, sagt Eugen Eckert, Liederdichter und Sänger der Band Habakuk. “Ich weiß als Christ, dass ich Fehler habe, mehr Schatten als Licht verbreite.”Aber gleichzeitig wisse ein Christ, dass Gott verzeiht. Ein gutes Kirchenlied bietet für den Theologen immer einen Ausweg an. Der therapeutische Ansatz, wie er dies nennt. “Es geht ganz klar darum, den Strohhalm zu packen, den Dreh zu bekommen, Mut zu machen”. Wenn ich umkehre, dann verzeiht mir Gott. Für die therapeutische Wirkung von Liedern sei die Melodie gar nicht hoch genug einzuschätzen, denn Gesagtes wirke allenfalls  buchstückhaft nach. “Lieder sind aber da, ich kann sie immer wieder hören. Die Melodie ist sogar oft in mir, ich kann sie abrufen, wann immer ich sie brauche.”

Georg Magiruis, Gesänge der Leidenschaft. Die befreiende Kraft der Psalmen, Lektorat: Heide Warkentin, 160 Seiten, 12.90 Euro, ISBN 978-3-532-62467-8, Claudius Verlag München.

Himmelfahrt im Sommerrodelschlitten

Sie keuchen, rennen, biken sich den Weg hinauf: Was ist das eigentlich, was Menschen nach oben treibt? Das Bier ließe sich doch genauso gut auch unten trinken, überlegt die Theologin und Autorin Regina Westphal in ihrer Bergmeditation für die Evangelische Sonntagszeitung vom 12. Mai 2013. Auch sie ziehe es immer wieder hinauf auf ihren Hausberg – mit oder ohne Sommerrodelschlitten. Den Weg zum Gipfel >>>>> lesen Regina Westphal lebt als Pfarrerin in Seligenstadt am Main, zuletzt von ihr erschienen: Mystische Orte. Wanderungen durch Unterfranken (mit Georg Magirius), im September 2013 erscheint u.a. von ihr im Claudius Verlag das Buch Gipfelgebete, herausgegeben von Heide Warkentin. Redaktion: Christian König, Theologischen Redakteur der Evangelischen Sonntagszeitung. Foto: (c) Büro Georg Magirius.

Ende der Geschenkequal

Wunderschöne Fotografien und meditative Texte! Wer ein Geburtstagsgeschenk sucht, müsse sich nicht mehr quälen, schreibt Stefanie Bock in der Sonderbeilage Bücherherbst der Evangelischen Sonntagszeitung vom 2. Oktober. Sie empfiehlt das Buch “Gute Aussichten” von Georg Magirius. Mehr zum Buch und ihren Tipp lesen hier.

Entlockt: Himmelsgedanken

“Georg Magirius hat Gabriele Wohmann Gedanken zum Leben nach dem Tod entlockt.” So sieht die Redakteurin Stefanie Bock in der Evangelischen Sonntagszeitung vom 27. 2. 2011 das Buch “Sterben ist Mist, der Tod aber schön”, ihre Besprechung nachlesen.