Stiller als jeder Acker

Stille ist unverfügbar, aber man kann sie trotzdem finden.“ Das hat die Redakteurin Ute Heuser-Ludwig in der Sendung Lesezeichen vom 18. August 2018 im Radio ERF-Plus gesagt. Und verweist auf das von Georg Magirius herausgegebene Buch „Stille erfahren“. In ihm erzählen Arnold Stadler, Bernardin Schellenberger, Ann-Kristin Rink, Uwe Kolbe, Georg Magirius, Manuela Fuelle und Amet Bick, wo sich Oasen in einer lauten Welt zeigen. Das Buch biete keinen 10-Punkte-Plan, sondern helfe mit überraschenden Beobachtungen. So finde Magirius Stille im Freibad. Der Fund überzeuge, weil Magirius auf Details und Kleinigkeiten achte, die andere übersähen – etwa dass ein Freibad eine längere Ruhezeit habe als ein Acker. Die Erzählung „Freibadstille“ von Georg Magirius liest Heiko Brattig, zu hören am 18. August und 23. August 2019 auf ERF-Plus um 15.00, 19.30, 22.30, außerdem kostenfrei online >> hier.

Georg Magirius (Hg.), Stille erfahren, Lektorat: Jochen Fähndrich und Dr. Esther Schulz, Herder 2019

Stille Momente – ausgerechnet im Radio

“Georg Magirius ruft in 24 kurzen, persönlichen Geschichten die Rückkehr zur Besinnung aus. Und erzählt von Momenten, in denen die Zeit still zu stehen scheint. Und sich Freude und stille Erwartung von ganz allein einstellen.” So charakterisiert die Redakteurin Ute Heuser-Ludwig “Einfach  freuen“, das am 3. und 8. Dezember 2017 im Lesezeichen im Radio ERF-Plus zu hören ist, gelesen von Tobias Schuffenhauer. Die genauen Sendetermine >>> hier.

Ein Buch. Eine Stimme. Sonst nichts.

Nicht wenige Radiomacher rufen seit Jahren das Ende des Zuhörens aus. Gemeint ist: Der Mensch könne heutzutage ohnehin nicht länger als zum Beispiel 47 Sekunden am Stück am Stück zuhören. Deswegen müsse ständig ein neuer Geck kommen. So gibt es immer weniger Lesungen im Hörfunk. Stattdessen Musik, weil man da ja nicht zuhören müsse. Aber auch sie wird oft zerstückelt. Denn das Zerhackte sei Gegenwart und Zukunft des Radios, heißt es. So reibt man sich die Augen, dass in dem Hörfunksender ERF seit 20 Jahren eine Sendereihe existiert, in der es um Bücher geht. Nein, es wird über sie nicht diskutiert, sie sind auch nicht der Ausgangspunkt für ein Gespräch, sondern sie kommen selbst zu Wort. Einfach so. Die Sendereihe ist wider die Prognosen der Zerstückelungs-Anhänger offenbar so erfolgreich, dass sie mehrfach am Tag ausgestrahlt wird. Das Buch wird dabei nicht zum Steinbruch, der 13-Sekunden-Geröllbrocken mistamt eines hundertstimmigen Gegackers und Gequakes zu einen veritablen Steinschlag für den Hörer werden lässt, nein: Meist wird einfach nur gelesen. Eine Stimme. Eine Buch. Sonst nichts.

Vorlesen im XXL-Format

Vorlesen schule laut Studien schließlich die soziale Kompetenz von Kindern, sagt Formatleiterin Ute Heuser-Ludwig. Man lerne, die Gefühle anderer besser zu verstehen. Nur sollten nicht auch  Erwachsene das lernen dürfen, wenigstens einmal probieren: Die Gefühle anderer verstehen? Bücher könnten einen prägen, sagt Heuser-Ludwig, die mit Sabine Bohn, Simone Nickel und Lucia Ewald die Reihe gestaltet: “Ich kann mein ganzes Leben anhand von Büchern erzählen, die mir in bestimmten Phasen etwas bedeutet haben.” Aktuell sei da etwa “Schritt für Schritt Horizont“, ein Buch nicht nur für sportive Pilger, sondern überhaupt für jeden, der innerlich in Bewegung bleiben wolle. Vielleicht am Schönsten am Vorlesen sei es, die Schönheit der Sprache zum Klingen zu bringen. So gebe es neuerdings das Lesezeichen XXL. Schließlich dürfe man ruhig auch einmal länger als 30 Minuten ununterbrochen zuhören. Bücher, auf die sich Hörer 2016 besonders freuen dürfen, seien neue Titel von Susanne Niemyer, Georg Magirius und Martin Schleske. Weitere Informationen zum Lesezeichen >>> Hier.

Forschungsreise zum Weihnachtsfrieden

Bettina Linck und Georg Magirius während der Nacht der Kirchen in der Auferstehungskirche in Bad VilbelIn einer Zeit, die für viele mit Unruhe und Hektik verbunden ist, zeigt die Konzertlesung in der Evangelischen Friedensgemeinde in Darmstadt einen Weg zum Weihnachtsfrieden, Freitag, 12.12.2014, 19.30 (als Radiofassung in ERF-Plus, 14./15.12., Lesezeichen). Die Konzertharfenistin Bettina Linck und der Schriftsteller Georg Magirius lassen sich von den Nebenfiguren der biblischen Weihnachtsgeschichte leiten, den Hirten. Erzählt wird von einem Taxifahrer, der fast das ganze Jahr im Dunkeln arbeitet. Wie heutige Hirten können auch jene wirken, die Lampenfieber haben, das grelle Licht der Prüfung scheuen, die also keine Menschen für die Bühne sind. Andere haben sich in eine Krankheit wie in ein Labyrinth hinein verirrt, sie suchen den Weg nach draußen.

Der Sprint der vermeintlich Erstarrten

Außerdem ist da eine Frau, die mit einer kaum vorstellbaren Eleganz und Leichtigkeit glänzt. Im Training auf der Laufbahn. Vor Wettkämpfen freilich fällt die Laufästhetin aus. Und dann? Die Menschen des Hintergrunds, mit Licht Sprint auf Weide im Vogelsberg (c) Georg Magiriusüberflutet. Sie hören ein fantastisches Konzert, ein vieltausendstimmiges Singen, ein himmlisches Klangstück, das den Nomaden der Nacht eine Gefühlsexplosion beschert, sie in nicht voneinander zu trennende Zustände von Euphorie und Erschrecken versetzt. Das aber ist nicht der Friede, es kündigt ihn nur an. Die Hirten machen sich auf den Weg, geraten in einen Bewegungsrausch, obwohl ihnen eben noch kaum jemand einen Funken Leidenschaft zugetraut hatte. Das Ziel: Die Freude, jener Ort, wo sie sich ihrer Eigenarten nicht schämen müssen. – Bettina Linck spielt Ausschnitte aus der Legende von Henriette Renié, Air aus der 3. Suite für Orchester BWV 1068 von Johann Sebastian Bach, das Lento der Sonate pour harpe von Germaine Tailleferre und das Impromptu op. 86 von Gabriel Fauré.

Forschungsreise zum Weihnachtsfrieden, Konzertlesung, Freitag, 12.12.2014, 19.30, Ev. Friedensgemeinde, Landgraf-Philipps-Anlage 63, 64283 Darmstadt, Eintritt: 10 Euro. Georg Magirius liest aus seinem neuen Buch „Dies soll euch ein Zeichen sein. Einstimmung auf Weihnachten“ (Illustrationen: Ulrike Vetter, Lektorat: Dr. Esther Schulz), Harfe: Bettina Linck. Die Konzertlesung lässt sich auch in der Reihe Lesezeichen des ERF-Radios am 14. und 15. Dezember 2014 hören, jeweils 15.00/19.30/22.30/1.30/3.30, Tonmeister: Robert Foede, Redaktion: Ute Heuser-Ludwig.


Groß, nicht schwer …

“Schmetterlingstango ist eine Suche nach Trost, nach Hoffnung, der Möglichkeit zu leben mit einem großen Schmerz. Wobei Georg Magirius die Geburt seiner Tochter, auch wenn sie weder atmete noch schrie, als er sie erblickte, dennoch als Wunder erlebte.” So urteilt Ute Heuser-Ludwig am 10. April 2014 im ERF-Radio anlässlich der Lesung in der Reihe Lesezeichen aus dem Buch “Schmetterlingstango. Leben mit einem totgeborenen Kind”. Es liest der Sounddesigner, Produzent, Sprecher und Musiker Tobias Schuffenhauer. Der einminütige Ausschnitt “Groß, nicht schwer …” lässt sich hier >>> hören. (1MB)

Schmetterlingstango, Leben mit einem totgeborenen Kind, 142 Seiten, Claudius Verlag, Transparentumschlag, Claudius München 2013, EUR 14,90, ISBN 978-3-532-624494, Lektorat: Dr. Dietrich Voorgang. >>> Zu Pressestimmen und Leseprobe

Geheimnisvoller Tango

Foto: (c) LesBAR - ERF
Foto: (c) LesBAR - ERF

Das Buch “Schmetterlingstango. Leben mit einem totgeborenen Kind” von Georg Magirius gehöre zu den kostbaren Büchern, die anregen, sich in schwierigen Situationen an kein Schema zu halten, sondern einen eigenen Weg zu gehen. Das hat die Autorin Tamara Hinz in der TV-Sendung ERF-LesBAR vom 5. 4. 2014 gesagt. Das Buch sei geheimnisvoll, meint Ute Heuser-Ludwig, die Gastgeberein der Sendung: Der Tango stecke voll schöner und bewegender Sätze. Er sei gerade auch für jene geeignet, die sich unsicher sein, wie man sich gegenüber Eltern still geborener Kinder verhalten solle. „Der Autor macht unheimlich viel Mut dazu, unbeholfen und aufrichtig zu reagieren.” Am 10. 11. und 12. April 2014 wird aus “Schmetterlingstango” im Lesezeichen im ERF-Radio gelesen.

Schmetterlingstango, Leben mit einem totgeborenen Kind, 142 Seiten, Claudius Verlag, Transparentumschlag, Claudius München 2013, EUR 14,90, ISBN 978-3-532-624494, Lektorat: Dr. Dietrich Voorgang. >>> Zu Pressestimmen und Leseprobe

Künstlerisch, frei, tabulos

Einen Bruch mit jahrhundertealten Konventionen der Theologen hat Dr. Antje Schrupp in Georg Magirius’ neuem Buch “Traumhaft schlägt das Herz der Liebe” entdeckt,  Besprechung im Evangelisches Frankfurt vom 6. August 2013. Auch Magirius sei Theologe, auch er kümmere sich um Adam und Eva etc. All das – völlig normal. Der Unterschied: “Seit Jahrhunderten legen Theologinnen und Theologen diese Geschichten aus, stellen sie in einen zeithistorischen Kontext, leiten daraus Maßstäbe für die heutige Zeit ab.” Magirius jedoch “lässt sich von diesen Geschichten inspirieren und erzählt sie neu, indem er sie in die heutige Zeit verlegt. Mit künstlerischer Freiheit tut er dabei das, was für die historisch-kritische Bibelforschung ein völliges Tabu ist: Er überträgt Fragen und Probleme, die sich heutigen Menschen stellen, einfach auf die alten Texte und schaut, was sich dort an Antworten finden lässt.” Ist das, wie die Politikwissenschaftlerin, Bloggerin und Redakteurin Antje Schrupp urteilt, tatsächlich “gleichermaßen amüsant, lehrreich und inspirierend”? Das lässt sich in einer Konzertlesung von Georg Magirius in Dialog mit der Harfenistin Bettina Linck überprüfen. Gesendet wird sie in “Lesezeichen”, ERF-Plus, Samstag/Sonntag, 10./11. August 2013, jeweils 15.00 (Wdh. 19.30/22.30) Redaktion: Ute Heuser-Ludwig.