Hund von Pilgern entführt

Wer der Erneuerung nachgeht, hat eine über menschliche Grenzen hinausreichende Anziehungskraft. Das erleben im Oktober 2019 die Pilgerinnen und Wanderer der spirituellen Tagestour „Der Weg der Veränderung“ im Fränkischen Odenwald. Die Tour der Reihe GangART leitet der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius zusammen mit Dr. Kilian Distler von der Pfarreiengemeinschaft Würzburg Ost. Der Weg führt von Miltenberg nach Amorbach durch Reuenthal, wo ein Hund die Heimat verlässt. Er schließt sich den Pilgern an. Offenbar strahlt die Gruppe eine attraktive Frische aus, die sie sich im Laufe des Wegs erwandert hat.

In die Ruhe geschlüpft

Idyllisch, eben und belebt zeigt sich der Weg durch die Fachwerkgassen Miltenbergs. Augenblicklich wechselt die Stimmung, als es durchs Schnatterloch geht. In tiefe Ruhe ist man hineingeschlüpft, befindet sich in kühlem, feuchtem Wald. Eine Stunde steigt der Waldweg an, steigert sich dann ins Steile. Kaum mehr erkennbar schlängelt sich der Pfad durch uriges Felsgestein. Kann bei so viel Hindernissen überhaupt noch Neues kommen?

Charakterwechsel

Wie durch ein Tor geht es ins Helle, hinaus auf die himmelweite Ebene von Monbrunn. Blumen wachsen auf einer Bank vor dem Gasthaus Jägerruh.  Auf einer Bank im Gasthaus wachsen Zuversicht und Gelassenheit, indem die von Anneliese Sieg komponierten Zuwendungen schrumpfen: Kürbiscremsuppe, Rührei, Rotweinkuchen und Apfelstreuselkuchen.

Frisch wie Seppl

Und wieder wandelt sich der Weg. An einem konzertierenden Bach entlang geht es durch Reuenthal. Und genau da gesellt sich der Hund zur Pilgergruppe. „Das hat er noch nie gemacht“, staunt sein Frauchen, nachdem sie ihn mit Rufen und Pfeifen mehrere Minuten lang zur Rückkehr bewegen wollte. Doch Seppl, der ganz alt sei, strebt noch immer in junger Neugier mit den Pilgern talaufwärts. Erst auf dem Arm von Frauchen lässt er die Gruppe weiterziehen. Wohin? Dorthin, wo noch etwas wartet: das Gute, das sich nicht zu schade ist, sich schon auf dem Weg immer wieder einmal mitzuteilen.

Die Reihe GangART

Bei GangART handelt es sich um eine von Georg Magirius begründete fortlaufende Reihe Spiritueller Tagestouren durch Spessart, Odenwald, Rhön, Haßberge, Steigerwald, Fränkisches Weinland, Taunus und Schwarzwald. Bei bislang 45 Touren nahmen knapp 1000 Wanderer teil. Resonanz erfährt die Reihe in der FAZ, in Publik-Forum-Extra, Ev. Sonntags-Zeitung, BR, dem Genussmagazin Tiepolo und im Würzburger Sonntagsblatt. Zusammenarbeit u.a. mit Herder Reisen, Ev. Propstei Rhein-Main (Pröpstin Gabriele Scherle),  Ev. Kirche von Kurhessen-Waldeck (Dr. Jochen Gerlach), Goethe-Universität Frankfurt, Christen in der Wirtschaft, Erwachsenenbildung in Stadt Offenbach, Verein Andere Zeiten Hamburg. Die nächsten Touren: 25. April 2020: Die Feier der Gemächlichkeit. Und am 09. Mai 2020: “Das Geheimnis des Hexenbaums”. Angeregt sind die Touren von Georg Magirius’ Buch “Frankenliebe”, das im Frühjahr 2020 unter dem Lektorat von Thomas Häußner im Würzburger Echter Verlag erscheint.

Pilgermarter für Führungskräfte

Vorsicht! Nur Nervenstarke sollten an dieser Stelle weiterlesen oder sich gar für diesen Pilgertag anmelden. Am Samstag, 11. Juli 2015, können Menschen in Führungspositionen, die fast immer Verantwortung tragen, sich einmal auf sich besinnen, mit anderen ins Gespräch kommen und Fragen des Glaubens nachgehen. Führungskräfte wären aber keineKlostertreppe nach Mariabuchen im Spessart - Foto: GangART Führungskräfte, wenn sie auf dem Weg nach Mariabuchen im Spessart nicht auch noch die Chance hätten, eine Extrem-Erfahrung zu machen. Unter Leitung der Theologen und Pilgerhardliner Ralf Weidner und Georg Magirius werden 13 Kilometer absolviert. Begleitet wird die Tour von Dr. Jochen Gerlach vom Referat Arbeit-Wirschaft-Soziales aus Kassel und dem Hanauer Propst Bernd Böttner.

Marter-Stationen I bis III

13 Kilometer – das klingt für manche vielleicht lächerlich, aber das Motto “Sehnsucht nach der Quelle” wird eine ungeheuerlich konkrete Bedeutung gewinnen. Bei vermutlich hochsommerlichen Temperaturen wird die Wasserstraße Main überquert: nur Blickkontakt ist erlaubt. Auch das Lohrer Freibad wird links liegen gelassen: Das ist Marterstufe II, die aufgrund des erfrischungsfrohen Kindergeschreis einen Schmerz-Bonus in sich trägt. Es folgt Stufe III: der bergan führende Brunnenrainpfad. Er heißt aber nur so! Nirgendwo ist kühles Brunnenwasser zu finden. Aber selbst Pilgerextremisten wie Weidner und Magirius wären keine Theologen, würden sie bei allem Anspruch den Zuspruch vergessen. Kilometermarke 4! Ein Moment der Gnade.

Glaube und Getränk

Der Buchenbach darf barfuß durchquert werden. Am anderen Ufer wartet freilich Pilger-Marter IV: Während der Bach abwärts springt, hat die Führungskraft am Wasser entlang bergauf zu gehen. Das geschieht still (allenfalls Schnaufen ist erlaubt), sodass das vergnügte Wasserhüpfen umso besser zu hören ist: Die Sehnsucht nach der Quelle, von der Mittagshitze angefeuert, wächst. Und erlebt bei Marterstation V ihren schmerzhaft-schönen Höhepunkt: Beschritten wird die – selbstverständlich steile – Treppe zur Wallfahrtskirche Mariabuchen. Spätestens jetzt ist klar: Wahre Spiritualität hat etwas mit den Bedürfnissen des Köpers zu tun. Ohne Beachtung von Magen, Zunge oder Gaumen ist der Glaube tot. Das wussten bereits die alten Pilger und Wallfahrerinnen: Direkt neben der kühlenden Kirche ist der Gasthof Waldrast platziert.

Sehnsucht nach der Quelle. Pilgertour für Menschen in Führungspositionen, Samstag, 11. Juli 2015 Route: Lohr-Steinbach-Mariabuchen-Lohr. Dauer: 13km, reine Gehzeit: 3,5 Stunden (die Tour findet übrigens auch bei Regen statt),  Kosten: 30 €. Für Apfelschorlen im Gasthof Waldrast in MariabuchenProviant und die Einkehr im Waldgasthof Waldrast ist jeder selbst verantwortlich.  Treffpunkt: Bahnhof Lohr im Spessart, Haltepunkt der stündlich befahrenen RE-Strecke Frankfurt-Offenbach-Hanau-Aschaffenburg-Gemünden-Würzburg Rückfragen: Mail ralfweidner@ekkw.de – Telefon 0173 – 269 2176.  Möglichkeit zur Anmeldung: Evangelische Kirche von Kurhessen–Waldeck, Referat Wirtschaft – Arbeit – Soziales, Telefon 0561 9378-354, Mail arbeitswelt@ekkw.de (gegebenenfalls ist auch eine kurzfristige Teilnahme möglich nach telefonischer Absprache mit Ralf Weidner).

Erfrischung an der Quelle

Wer andere anleitet, begleitet und Verantwortung trägt, gilt als starke Persönlichkeit. Ein Indikator solcher Stärke ist es, sich immer wieder einmal gezielt um sich selbst zu kümmern. Das ist möglich bei der Pilgerwanderung im Spessart für Menschen in Führungspositionen am 13. September 2014. Veranstalter sind das Referat Wirtschaft-Arbeit-Soziales der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und die Propstei Hanau in Zusammenarbeit mit dem Theologen und Schriftsteller Georg Magirius.

Wallfahrtskirche Mariabuchen im Spessart

Pointiert und still

Geleitet wird die Wanderung von den Theologen Ralf Weidner und Georg Magirius, begleitet von Dr. Jochen Gerlach vom Referat Arbeit-Wirschaft-Soziales aus Kassel und dem Hanauer Propst Bernd Böttner. Die Tour bietet Gelegenheit zum Austausch mit anderen, dazu die Möglichkeit, Fragen des Glaubens nachzugehen. Unter dem Motto „Bei dir ist die Quelle des Lebens“ führt der Weg von Lohr im Spessart zur Wallfahrtskirche Mariabuchen, die in einem ungewöhnlich stillen Tal gelegen ist. Die Länge der Tour beträgt 13 km, die reine Gehzeit 3,5 Stunden. Pointiert werden spirituelle Impulse gegeben. Eine Passage wird still gelaufen – am sich windenden, quirlenden Buchenbach entlang.

Georg Magirius bietet in der Reihe GangART seit 2009 spirituelle Wanderungen an. Bei 35 Touren nahmen mehr als 750 Wanderer teil.  Weitere Informationen dazu >>> hier.Von ihm erschienen ist bei Echter gerade “Frankenglück. 33 Orte zum Staunen und Verweilen” (Lektorat: Thomas Häußner) und im Herder-Verlag “Schritt für Schritt zum Horizont. Pilger-Werkbuch” (Lektorat: Dr. Esther Schulz).

Die Größe der Unvollendeten

Menschen in Führungspositionen trotten nicht wie Schafe in Reihe. Das zeigte die Wanderung  der Reihe GangART unter Leitung von Georg Magirius zur Gotthardsruine bei Amorbach im Odenwald. Die 12 Wanderer und Tagespilgerinnen nahmen sich während einer Schweigepassage viel Raum: “Das war eine großartige Erfahrung”, resümierte ein Frankfurter Investmentmakler das Gehen auf dem verschlungenden Waldpfad: “Ich konnte ganz für mich gehen und trotzdem auf andere verlassen: An den Abzweigen winkte mir immer jemand in der Ferne den Weg.” Das Ziel der Tour war die Kirchenruine auf dem Gotthardberg, der zu römischen Zeiten als Signalstation zwischen zwei Limeslinien fungierte. Die Kapelle könne Sinn vermitteln, gerade weil sie eine Ruine sei, sagte Magirius. Paulus, eine der kraftvollsten Führungsfiguren des Christentums, habe sich selbst als Stückwerk und ruinös betrachtet, was eine ungewöhnliche Form von Souveränität sei: Zugeben können, Risse zu haben. Das Unvollendete gebe Freiheit. Man bleibe neugierig, bekomme Luft und könne aufbrechen: “Das Lückenhafte zeigt eine unabschließbar große Kraft.”

Initiiert werden die Tages-Pilger-Angebote für Führungskräfte von dem Theologen und Bildungsreferenten Ralf Weidner mit Georg Magirius, dem Hanauer Propst Bernd Böttner und Dr. Jochen Gerlach, Leiter des Referats “Arbeit-Wirtschaft-Soziales” der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Magirius bietet in der Reihe GangART seit 2009 spirituelle Pilgertouren in Schwarzwald, Hessen und Franken an. Bei 45 Touren nahmen mehr als 1000 Pilgerinnen und Pilger teil. >> MEHR <<