Die Grundlage positiver Emotionen

Positive Emotion bricht auf - Foto von Georg MagiriusAusgerechnet Traurigkeit und Tränen können die Grundlage positiver Emotionen sein. Das schreibt Georg Magirius in Folge 49 seiner Kolumne für das Evangelische Frankfurt vom 28. September 2016. Gewöhnlich gelte es als Leistung, Tränen zu unterdrücken. “Dabei leiden viele unter ihrer Traurigkeit, weil sie permanent damit beschäftigt sind, nur ja nicht traurig zu wirken.” Laut Magirius werde nicht zu viel, sondern zu wenig geweint. Davon sei eins der spirituellsten Bücher der Menschheit überzeugt, nämlich das Buch der Psalmen. Es verherrliche nicht die Tränen, aber im Gegensatz zu heutigen Gepflogenheiten akzeptiere es, dass es Grund zur Traurigkeit gäbe. “Beim Buch des Psalmen handelt es sich überwiegend um Tränenlieder. Doch münden sie in eine kaum vorstellbar enthusiastischen Jubel”, schreibt Magirius. Entscheidend für diesen Prozess sei die Entkrampfung, die das einfache, aber heute in der Regel verpönte Eingeständnis “Es tut weh” hervorrufen könne. Pointiert lasse sich dieser emotionale Prozess mit der bildhaften Szenerie aus den Psalmen beschreiben: “Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. Sie gehen hin und streuen ihren Samen, und kommen und bringen ihre Garben.” Redaktion: Dr. Antje Schrupp. Den Beitrag nachlesen >>> hier.

Von Georg Magirius zum Thema erschienen: Gute Wünsche aus der Bibel, 64 Seiten, Hardcover, Herder Verlag 2016, mit zahlreichen Fotos, Lektorat: Dr. Dietrich Voorgang, ISBN 978-3-445132-871-8, 10.00 Euro.

Die wahren Global Player

Die Armen sind die wahren Player im Weltgeschehen. Das hat Georg Magirius in der Sendung „Der lange Weg zur Freude“ am 6. September 2015 im Hessischen Rundfunk gesagt, hr2-Kultur, Camino (Manuskript >> lesen.) Die Sendung handelt von dem mehr als 2000 Jahre alten Buch der Psalmen, das aus den heute vielfach zitierten Sachzwängen herausweisen kann. Nicht Gott, irgendwelche Institutionen, Experten oder geistiche Führer geben in diesem biblischen Buch Anweisungen, denen andere untertänigst zu folgen haben, sondern umgekehrt: Verzweifelte, Verletzte, Traurige und Gefangene gelten als die wahrhaft moralische Institution. Sie opponieren gegen die Selbstsüchtigen und fordern Gott dazu auf, sich zu bessern.

Rebellisch und alt

Das wohl rebellischste Buch der Bibel rechnet mit selbst ernannten Traditionalisten ab, die den Status quo als angeblich von Gott sanktionierten Idealzustand verteidigen und dabei ganz nebenbei von der von ihnen ausgerufenen Unabänderlichkeit profitieren. Dennoch sind die Psalmen traditionell, aber anders als die Traditionalisten. Inspiriert sind sie von der Urerfahrung der Bibel, dem Exodus, der laut Forschern ältesten Überlieferung der Heiligen Schrift. Diese Tradition erzählt von einer Änderung, der Befreiung eines ganzen Volkes aus der Sklaverei, einer Erfahrung aus der Vergangenheit, die sich laut Psalmen freilich jederzeit vergegenwärtigen kann.

Die Stimme der Schwachen

So verwundert es nicht, dass die Psalmen von Anfang an kein Buch des Adels waren – und auch nicht der Theologen. Viele der Gesänge sind Wallfahrtspsalmen, wurden auf dem Weg gesungen, es sind Lieder der Straße. Königlich ist anGesänge der Leidenschaft - Cover des Buches von Georg Magirius über die Psalmen ihnen: Die Verletzten werden geadelt. Es wird Partei für die Schwachen ergriffen – noch mehr! Die Psalmen sind die Stimmen der Schwachen, wie eine Stelle aus Psalm 10 belegt: “Steh auf, HERR! Gott, erhebe deine Hand! Vergiss die Elenden nicht! Du siehst es doch, denn du schaust das Elend und den Jammer; es steht in deinen Händen. Die Armen befehlen es dir.”

Der lange Weg zur Freude. HR 2, Camino, 6. September 2015 (Manuskript lesen.) Ton: Stefan Tasler, Regie: Georg Magirius, Sprecherin: Birgitta Assheuer, Sprecher: Moritz Stoepel. Harfe: Bettina Linck, Aufnahme Konzertharfe: Dipl.-Tonmeister Robert Foede, Redaktion: Dr. Lothar Baucherochse. Zum Thema der Sendung ist von Georg Magirius erschienen: Gesänge der Leidenschaft. Die befreiende Kraft der Psalmen, Lektorat: Heide Warkentin, Claudius Verlag 2015.

In einer anderen Welt

Die alten Texte der Psalmen können heute Menschen aus der selbst gewählten, engen Welt der Sachen heraus in eine neue Lebendigkeit führen. Das hat Ute Heuser-Ludwig im Gespräch mit Angelika Fries in der Sendung “Das Weite suchen” gesagt, ERF-Plus, Calando vom 3. August 2015. Dabei hat sie auf das Buch “Gesänge der Leidenschaft” von Georg Magirius verwiesen: “Ich saß in einem kleinen Café und wartete auf meine Tochter, die hatte Führerscheinprüfung. Und ich vertiefte mich in diese Texte und dachte: Ich bin in einer ganz anderen Welt und fühlte mich gleichzeitig lebendig, weil Magirius so intensiv sprechen kann von Gott, wie er ist – und dass das nichts Sachliches ist. Und er weckt wirklich so etwas: ‘Sprich mit Gott, red’ den doch an. Such’ den doch. Und lass dir von solchen Texten auch helfen. Es gibt also Spuren, die man wieder aufnehmen kann.’ Es hat mich mitgenommen.” Die Lesetipps für Ferientage jetzt kostenfrei >> hören. Am 9. August wird “Gesänge der Leidenschaft” in der Reihe “Lesezeichen” auf ERF-Plus vorgestellt, 15.00 Uhr (Wdh. 19.30 / 22.30 // 1.30. 3.30)

Das indirekte Geständnis der Liebe

Was Hollywood kann, kann das biblische Psalmenbuch schon lange – ein Happy End liefern, das sich gewaschen hat. Aber ganz sicher nicht in Unschuld. Wie ein blutroter Faden ziehen sich Kampfgesänge durch die gesamte Schrift, bis sie sich schließlich in Hallelujalieder verwandeln. Bis dahin ist es jedoch ein weiter Weg, der laut Georg Margirius in Andachten zu oft ausgeklammert wird. Der Schriftsteller >>> erklärt, warum auch die aggressiven Passagen von Wut und Hass von Bedeutung sind und warum man Gott auch belästigen darf, in: Die Kirche, Evangelische Wochenzeitung für Berlin und Brandenburg, 17. Mai 2015. Redaktion: Amet Bick.  Beitrag kostenfrei lesen.

Der lange Weg zur Freude

Wie wird aus Verzweiflung Freude? Darum geht es in der Sendung von Georg Magirius über die Psalmen im Bayerischen Rundfunk, BR2, 10. Mai 2015, (Manuskript >> lesen). Die Psalmen gehören zu den großen spirituellen Schätzen der Menschheit. Obwohl mehr als 2000 Jahre alt, faszinierten die biblischen Lieder noch immer. “Allein schon das Finale! Von einem Happy End zu sprechen, wäre untertrieben. Denn das Psalmenbuch mündet in einen rauschhaften Jubel”, heißt es in der Ankündigung des Bayerischen Rundfunks. Überraschend sei das, weil der überwiegende Teil des Buches aus Enttäuschung, Schmerz und Klage bestehe. Dass dieser Umschwung möglich werde, habe damit zu tun,  dass diese GesängFunkhaus am Dornbusch: Moritz Stoepel und Birgitta Assheuer in der BR-Produktion "Die Stimme des Weinens wird man nicht mehr hören" - Foto (c) Büro Magiriuse nicht dem Anspruch folgen, möglichst ausgeglichen, souverän und sachlich sein zu müssen.

Wut und Glück

“Sie suchen nicht das kleine, sondern das große Glück. Es handelt sich um einen Sturmwind der Gefühle, um Lieder der Straße, womöglich gar das radikalste, rebellischste und menschlichste Buch der Bibel”, heißt es in der Sendung. “Es weist den Weg zur Freude, indem es die Wut auf Gegner, Ungerechtigkeit und Gott nicht übergeht.” Gesprochen wird das Essay von Birgitta Assheuer und Moritz Stoepel, mehrere Produktionen mit ihnen wurden mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet. Die Musik stammt aus “Alleluja! Lobet den Herren” von Heinrich Schütz, (SWV 38, Psalm 150, gesungen von The Choir of Trinity College Cambridge unter Leitung von Richard Marlow. Dazu ist Harfenmusik von Gabriel FauréGesänge der Leidenschaft - Cover des Buches von Georg Magirius über die Psalmen, Henriette Renié und Giovanni Battista Pescetti zu hören, interpretiert von der Konzertharfenistin Bettina Linck.

Der lange Weg zur Freude. Warum die Psalmen Wut und Klage nicht übergehen, Katholische Welt, BR2, 10. Mai 2015 >>> jetzt HÖREN, Manuskript >>> lesen. Ton: Stefan Tasler, Regie: Georg Magirius, Aufnahme Konzertharfe: Dipl.-Tonmeister Robert Foede, Redaktion: Wolfgang Küpper. Zum Thema der Sendung ist von Georg Magirius das Buch erschienen: Gesänge der Leidenschaft. Die befreiende Kraft der Psalmen, Claudius Verlag 2015.

10 Jahre 7 tote Ehemänner

“7 tote Ehemänner”: das sind seit 2005 unterhaltsame und seriöse Bibelauslegungen der Harfenistin Bettina Linck und des Schriftstellers Georg Magirius. 2015 / 2016 geht das Duo auf Jubiläumstournee (>>> TERMINE). Stationen sind etwa Nürnberg, Bielefeld, Kaiserslautern, Graubünden. Aber auch HR, BR und Deutschlandfunk senden ihre musikalisch-poetischen Dialoge, über die die Frankfurter "Kulturgenuss vom Feinsten", urteilt die Frankfurter Neue Presse. Foto (c) von Nicole Jost Allgemeine Zeitung schreibt: „Traditionell und überraschend modern, musikalisch furios und anrührend komisch“.

Orientalische Erfrischung bei 40 Grad in Köln

Schon bei der Geburt der Formation kommen biblisch fundiert 7 Ehemänner zu Tode, und zwar jeweils in der Hochzeitsnacht mit Sara. Trotz der Kurzatmigkeit ihrer Männer hofft sie weiterhin auf eine freundliche Zukunft. Die Idee, Erzählstimme und Harfe zu kombinieren, hatte Wulf Bonin, Initiator und Leiter von Kultur-Extra-Mainhausen. Am 1. Oktober 2005 im Mainflinger Kilianushaus ist das von orientalischer Erzähllust angeregte Musizieren zu hören. Es folgen Konzertlesungen vor jeweils etwa 500 Zuhörern in der Nürnberger Klarakirche und der Bad Homburger Erlöserkirche. Aber nicht nur im Taunusbadeort, sondern auch an den Quellorten Badenweiler, Bad Ev. Kirche Loßburg-Schömberg im Schnee - Foto (c) Bettina LinckKönig, Bad Vilbel und auf dem Kirchentag in Köln bei 40 Grad absolvieren Jakob und Rahel ein rauschhaftes Rendezvouz – am Brunnen unter den Arpeggien von „La source“ von Alphonse Hasselmans.

Ewiger Heidelbeerkuchen in Goethestadt Weimar

“Harfe trifft auf Literatur. Sie ergänzen sich perfekt”, meint die Mainzer Allgemeine Zeitung. Und das nicht allein in Kirchen, sondern auch in Wirtshäusern, Büchereien, Parks, dazu gibt es biblische Weinproben beim Deutschen Rotweinpreisträger oder direkt im Schiff der Citykirche Kaiserslautern. Zu Weihnachten finden Randfiguren ins Rampenlicht. In Lohr, der Schneewittchenstadt im Spessart, wird die schönste Frau der Bibel gekürt. In Nordhorn hingegen trifft Josef der Blitz der Eifersucht, weil er nicht fassen kann, was seine Verlobte Maria am Heiligen Geist so reizvoll findet. Beim Literaturfest in der Goethestadt Weimar serviert das Duo “Heidelbeerkuchen forever“ in der Jakobskirche, ist aber auch mehrfach in Goethes Taufkirche St. Katharinen an der Frankfurter Hauptwache zu hören. Über 60 Mal werden sie vom Hörfunk ausgestrahlt. So verschieden die Programme sind: Die Ehemänner können ihnen offenbar nicht untreu werden. Immer neu verlieren sie in Saras Beisein entscheidend an Lebensenergie, um an anderem Ort mit frischen Ambitionen in die Hochzeitsnacht zu starten.

Ev.-luth. Kirche St. Jobst in Nürnberg bei Nacht - Foto (c) von Georg Magirius

Zwei Tage lang biblisch abgesichert Wein in Graubünden trinken

Ebenso langlebig ist Geist Aschmodai: Unter jazzigen Rhythmusexplosionen von „Ten past two“ ist er es, der für den siebenfachen Ehemänner-Abgang sorgt: “Kulturgenuss vom Feinsten”, urteilt Nicole Jost von der Frankfurter Neuen Presse zu Beginn der Jubiläumstournee. Auf ihr wird die Antwort gegeben, wie lange Tobias, Saras Ehemann Nr. 8, die Hochzeitsnacht durchsteht. Erwähnenswert ist auch das schneeüberschüttete Schömberg im Schwarzwald, wo die Tour startete. Außerdem ist da der Auftritt beim Weinfest in Malans in Graubünden: Zwei Tage hintereinander wird dort biblisch abgesichert Wein getrunken. Und schließlich: Nach Auftritten im BR, HR und im Deutschlandfunk feiert im Jubiläumsjahr ein Programm auch live Premiere, mit dem das Duo sich dem gewiss musikalischsten und poetischsten Buch der Bibel widmet: “Gesänge der Leidenschaft. Die befreiende Kraft der Psalmen“.

10 Jahre 7 tote Ehemänner >>> Zu den Tourneeterminen



Unfasslich unfromm

Das Klagen sei die große Kunst der Psalmen, schreibt Georg Magirius in Publik-Forum vom 13. März 2015. Das sei bereits Hoffnung, weil man nicht bereit sei, die Sehnsucht nacGesänge der Leidenschaft - Cover des Buches von Georg Magirius über die Psalmenh dem großen Glück aufzugeben. Die alten jüdischen Lieder widersetzten sich dem heutigen Anspruch, möglichst nie zu klagen. Sie könnten eine innere Ruhe bescheren, indem sie Freiraum für “unfasslich unfromme” Gedanken lassen. Das sog. Spiritprotokoll >>>> lesen. Redaktion: Eva Baumann-Lerch und Andrea Teupke.

Von Georg Magirius erschienen: Gesänge der Leidenschaft. Die befreiende Kraft der Psalmen, Lektorat: Heide Warkentin, Dr. Dietrich Voorgang, 160 Seiten, 12.90 Euro, ISBN 978-3-532-62467-8, Claudius  2015 >>  Leseprobe & Hörprobe (mit der Harfenistin Bettina Linck, Deutschlandfunk) <