Fünf Tipps für Krisenzeiten

Optimismus in der Stadtkirche Groß-Gerau

Sich ein Taschentuch geben lassen, aber eins aus Stoff, nicht aus Papier. Ein neues Hemd anziehen, denn Kleinigkeiten sind entscheidend. Die schönste Himmelsrichtung wiederentdecken: den Blick nach oben. Sich vom Prinzip Hoffnung leiten lassen, dessen Arbeit ins Gelingen verliebt ist, nicht ins Scheitern. Und? Apfelkuchen backen und essen. Das sind Tipps der Hoffnungstour “Heute, da das Wünschen wieder hilft”, deren Erlöse zu hundert Prozent dem Optimismus zugute kommen. Nach dem Auftakt in Groß-Gerau gastieren der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius und die Harfenistin Bettina Linck am 23. März 2018, 21.30 Uhr, in der Evangelischen Kirche in Reinheim-Ueberau.

Wenn es Nacht wird, geht die Tür auf

Ev. Kirche Ueberau Foto (c) Tim Besserer

Dann liest Magirius aus “Gute Wünsche aus der Bibel”, Linck spielt die Sonate K. 198 von Domenico Scarlatti, Esquisse von Henriette Renié, Air von Johann Sebastian Bach, Scherzetto von Jaques Ibert, Chanson de mai und Petite valse von Alphonse Hasselmans. Die Konzertlesung ist Teil der Offenen Nacht der Kirche. Unter dem Motto „Die Kraft des Wünschens“ laden der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM) Reinheim und die Evangelische Kirchengemeinde Ueberau ein. Der Posaunenchor der Evangelischen Kirche gibt ein Konzert. Zu hören sind außerdem von Gerrit Langenbruch frei erzählte Märchen, es gibt ein Mitternachtsmahl und eine Taizé-Andacht, gestaltet von Pfarrer Simon Körber. Die Leitung hat Pfarrerin Meike Obermann. Foto (c): Tim Besserer.

Georg Magirius, Gute Wünsche aus der Bibel, 64 Seiten, Hardcover, Herder Verlag, mit zahlreichen Fotos, Lektorat: Dr. Dietrich Voorgang, ISBN 978-3-445132-871-8, 10.00 Euro. Achtung: Am 30. Juli 2018 gastieren Georg Magirius und die Harfenistin Clara Simarro Röll mit dem Programm in der Rutkirche in Dietzenbach, 19.00 Uhr >> Informationen. Am 19. August 2018 ist das Programm im BR, am 1. Januar 2019 im HR und mit der Harfenistin Miroslava Stareychinska am 28. 1. 2019 in Neuwied und 20.2. 2019 in Eisenberg in Thüringen zu hören.

Reformation – und keiner geht hin?

Was ist los? Es ist Reformationsjubiläum und kaum einer geht hin, stellt der Kulturredakteur Reiner Henn in der Rheinpfalz vom 13. Februar 2017 fest. Und er fragt: Ist das ein regionales Phänomen? Zum Auftakt des Reformationsjahrs in Kaiserslautern sei die Konzertlesung „Gerechtigkeit im Liegestuhl“ in der Stiftskirche schwach besucht gewesen. Theologen aus dem Dekanat, das Gros der Gemeindemitglieder, Choristen und Gläubige der Region hätten die Veranstaltung ignoriert. Dabei fänden Angebote mit der Harfenistin Bettina Linck und dem Theologen und Publizisten Georg Magirius an anderen Orten bis zu 600 Besucher, so sei gerade erst die Konzertlesung in der Kulturkirche St. Egidien in Nürnberg ausverkauft gewesen.

Reformationsauftakt in Kaiserslautern 2017

Der Duft der Gegenwart

Der Rheinpfalz zufolge hat sich der Abend zum Reformationsauftakt in Kaiserslautern Luther nicht brav, sondern mit provokativen Fragen angenähert: „Findet sich die Gerechtigkeit aus Glauben heraus im Liegestuhl? Zeigt sich die gewonnene Freiheit des Christen nur im Sägen an Autoritäten? Und: Zeigt sich die Erfüllung etwa im Duft eines teuren Parfüms?“ Magirius gehe es also „nicht um eine historisch-authentische Retrospektive von biblischen Inhalten. Er aktualisiert biblische Themen, setzt sie in Bezug zur realen Wirklichkeit“. Das zeige sich an seinen bislang mehr als 20 veröffentlichten Büchern. So widme er sich im ‚Schmetterlingstango‘ dem Problem von Totgeburten oder gehe mit seiner ‚Fußball-Apotheke‘ mitten hinein ins turbulente Geschehen in Bundesliga Stadion.

Stadionjubel und französische Romantik

Valentinstag in Nürnberg Magirius‘ Interesse am Stadionjubel schließe indessen nicht die Neugier auf Komponisten wie Felix Godefroid, Gabriel Pernié und Alphonse Hasselmans aus, deren Stücke den Reformationsabend in der Citykirche auf ungewöhnliche Weise intensiviert hätten. „Die Harfenistin machte mit ihren ausgefeilten Interpretationen bewusst, dass die hoch entwickelte französische Harfenschule ihre eigenen Meisterwerke hervorbrachte, die sie passend zu den Lesungen in vollendeter Spielkultur einbrachte.“ Außergewöhnlich an dem Abend außerdem: Der Mut, auf Widersprüche im Werk Luthers hinzuweisen und „den Reformator einer kritischen Analyse seiner so zerrrissen wirkenden Persönlichkeit zu unterziehen.“

Rhythmen des Glücks

Auch zum Auftakt ins Reformationsjahr in der Evangelischen Stadtkirche in Groß-Gerau sei die menschliche Seite Luther „jenseits seiner bekannten Arbeit am Glauben“ deutlich geworden, schreibt Boris Halva von der Frankfurter Rundschau vom 4. Februar 2017. Von entscheidender Bedeutung sei der biblische Glücksrhythmus, also Textstellen, „die dem Reformator ganz persönlich Trost und Zufriedenheit spendeten.“ Das haben vor 100 Besuchern Magirius und Linck hörbar gemacht, die seit vielen Jahren zusammenarbeiten.

Die nächste Konzertlesung von Bettina Linck und Georg Magirius ist am 2. April 2017 in dem zwischen Bamberg und Würzburg gelegenen Kirchschönbach. >> Informationen <<

Heute, da das Hoffen wieder hilft

Ginster im Schnee Die Macht der guten WünscheWer Hoffnung und Wünsche hat, muss kein Phantast sein. Oft ist man dann besonders aufmerksam für Schmerz und Ungerechtigkeit. Davon handelt die Sendung “Die Macht der guten Wünsche” am 8. Januar 2017 auf Bayern2Radio von Georg Magirius. Manuskript >> lesen). Die Sendung wendet sich gegen die Meinung, dass das Wünschen etwas für Naivlinge sei. Der Glaube an die Kraft der Wünsche ist täglich anzutreffen, wenn es heißt: Guten Morgen! Guten Abend! Guten Appetit! Dennoch gilt das Wünschen oft als etwas Lächerliches oder sogar Gefährliches, weil es die Augen vor der Realität verschließen würde.

Das Prinzip Hoffnung

Für den Realitätssinn des Wünschens und Hoffens sprechen nicht wenige Stimmen aus dem Bereich der Philosophie. Harry Gordon Frankfurt sieht das Wünschen als ein Zeichen der Vernunft, an dem sich nichts Geringeres als die Freiheit des menschlichen Willens zeige. Auch der Philosoph Ernst Bloch, dessen Hauptwerk “Das Prinzip Hoffnung” in den alltäglichen Sprachgebrauch eingegangen ist, kann nicht als Märchenonkel abgetan werden, der die Realität schönredet. Für Bloch nämlich ist der Ausgangspunkt allen Hoffens der Mangel. So lehre der genaue Blick in den Alltag, das Noch-Nicht und das Mögliche zu entdecken. So könne man an einem besseren Leben arbeiten.

Trauer ist Optimismus

Gute Wünsche lassen sich auch als eine Grundausrichtung der Theologie verstehen. Nur handelt es sich um keinen naiven Optimismus. Anders als in vielen Glücks- und Erbauungsbüchern sind in der Bibel Schmerz und Unzufriedenheit der Ausgangspunkt dafür, dass es überhaupt zum Wünschen kommt und die Macht des Guten an Wirkung gewinnt. Wobei es sich beim Hoffen noch nicht einmal um etwas handeln muss, das den Schmerz hinter sich lässt. Denn Hoffnung und Trauer können sogar ineinanderfallen, sagt der Theologe Henning Luther: “Trauer ist nicht Pessimismus. Trauer, die die Erinnerung an den Schmerz und die Leiden der einzelnen wachhält und nicht verdrängt, ist Hoffnung, mehr Hoffnung als in der Propaganda des Optimismus steckt.”

>>> Sendung jetzt >> lesen.

“Die Macht der Guten Wünsche. Vom Realitätssinn einer märchenhaften Kraft”, Sendung von Georg Magirius,8. Januar 2017, Katholische Welt, Ton: Anette Eickholt. Gesprochen wird der Sendung vom Autor und von Birgitta Assheuer. Produktionen mit ihr wurden mehrfach mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet. Die Musik der Sendung stammt von Claude Debussy, Alphonse Hasselmans, Georg Friedrich Händel, Gabriel Fauré, Felix Godefroid und Johann Sebastian Bach. Sie wird interpretiert von der Konzertharfenistin Bettina Linck. Die Redaktion der Sendung hat Wolfgang Küpper.


Der Philosoph Harry Frankfurt sieht es sogar als ein Zeichen der Vernunft, an dem sich nichts Geringeres als die Freiheit des menschlichen Willens zeigt.

Die erotische, fast exotische Urkraft des Lebens

Bischof Valentin soll der Legende nach im 3. Jahrhundert Liebende getraut haben, darunter Soldaten, denen das HBettina Linck und Georg Magirius in Graubünden - Foto von (c) Rüdiger Dölseiraten verboten war. Das Liebesleben der Paare, denen er Blumen aus seinem Garten schenkte, soll unter einem guten Stern gestanden haben. Grund genug, am Valentinstag jene religiöse Urkraft zu feiern, deren expressive Farben freilich ausgerechnet in den Kirchen oft abhanden gekommen sind. Auf ein theologisches Abstraktum wurde die Liebe zurechtgestutzt. Ordentlich, überschaubar, steuerbar, vergeistigt, mit Zielführung in Richtung Nachkommenschaft oder als sanfte Form der Nächstenliebe war sie genehm. In der Heiligen Schrift allerdings ist sie nicht schamhaft versteckt, sondern blüht voller Leidenschaft auf.

Die erste Liebesgeschichte der Welt

So interpretieren am 14. Februar 2016 in der Groß-Gerauer Stadtkirche um 17 Uhr die Frankfurter Konzertharfenistin Bettina Linck und der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius mit Wortwitz musikalischer Furiosität biblische Liebesgeschichten für heute, die dem Buch „Traumhaft schlägt das Herz der Liebe“ entnommen sind. Adam und Eva, die sich hinlänglich zu kennen glaubten, entdecken sich neu, seit sie ihre Körper bedecken. Geheimnisvoll, fantastisch ungewohnt und fremd klingt “Aquatintes Trois” von Bernard Andrès an der Harfe: Indem Eva und Adam sich kleiden, ist die Zeit geboren, dass sie sich auch entkleiden können. Sara und Tobias wiederum werden in ihrer Hochzeitnacht von einer ungeheuerlichen, fast exotisch wirkenden erotischen Lust befallen, schildert “Tema con variazioni” von Georg Friedrich Händel.

Das Ende der Lähmung

Das Brautpaar legt sich nicht nieder, sondern stürzt sich – ausgerechnet in der Hochzeitsnacht! – mit Inbrunst ins Gebet, das – so wenigstens der fromme Plan – mehrere Tage und Nächte währen soll. Maria von Magdala Bettina Linck in Malans Graubünden 2015 - Foto (c) Rüdiger Dölshingegen befindet sich in einer kaum fassbaren Gemengelage von Bewegungsunfähigkeit und einer Kraft, die sich den vernünftelnden Beziehungslogikern widersetzt. So beginnt sie, mit ihrer unerreichbar fernen und doch wieder nah wirkenden Liebe zu tanzen – ohne Berührung. Ihre Lähmung aber wird mit Zartheit abgestreift. So erzählt die Harfenballade von Alphonse Hasselmans. Und Thomas? Das Fragegenie, dieser Künstler des Zweifelns, gibt keine Ruhe, bis er die Einladung zu einer Berührung erhält, die göttliche Leidenschaft und menschliches Sehnen auf beruhigende Weise zusammenfallen lässt, weiß die “Etude de concert” von Felix Godefroid.

Valentinstag, 14. Februar 2016: Harfe, Hochzeitsnacht und 7 tote Ehemänner, Lesung aus “Traumhaft schlägt das Herz der Liebe”, Konzertharfe. Bettina Linck, 17 Uhr, Evangelische Stadtkirche Groß-Gerau, Kirchstraße 11, 64521 Groß-Gerau, Leitung: Pfarrer Helmut Bernhard, Eintritt frei – Spenden am Ausgang. Foto Stadtkirche: (c) Armin Kübelbeck CC-By-SA, Wikmedia Commons, Fotos Linck und Magirius: (c) Rüdiger Döls

Kühle Kicks für heiße Zeiten

Bettina Linck - Foto von Petra WinkelhardtWie kühles Seewasser, heftiger Wellengang und ein philosophisch gestimmter Bademeister in Kombination mit heißem Kaffee in Euphorie versetzt, beantwortet die Reihe Lesezeichen vom 17. bis 19. August 2015 im ERF-Radio, jeweils 15.00-15.30 Uhr (Wdh. 19.30 / 22.30 // 1.30 / 3.30). Georg Magirius liest aus “Erleuchtung in der Kaffeetasse”, die Harfenistin Bettina Linck (Foto: Petra Winkelhardt) spielt Première Arabesque von Claude Debussy, Passacaglia in g-moll von Georg Friedrich Händel, Chansons de mai von Alphonse Haselmans, Piece Symphonique von Henriette Renié und “Pack die Badehose ein”. Außerdem zu hören sein wird eine Etude de concert von Felix Godefroid, in der sich Linck laut Stefanie Steinert vom Darmstädter Echo vom 15. Juni 2015 “mit brillantem, feinfühligem Spiel als Meisterin ihres Faches” erweist. – Ton: Robert Foede, Redaktion und Moderation: Angelika Fries. Den Ausschnitt “Flirten in der Bibel” kostenfrei vorab hören >>> hier.

10 Jahre 7 tote Ehemänner

“7 tote Ehemänner”: das sind seit 2005 unterhaltsame und seriöse Bibelauslegungen der Harfenistin Bettina Linck und des Schriftstellers Georg Magirius. 2015 / 2016 geht das Duo auf Jubiläumstournee (>>> TERMINE). Stationen sind etwa Nürnberg, Bielefeld, Kaiserslautern, Graubünden. Aber auch HR, BR und Deutschlandfunk senden ihre musikalisch-poetischen Dialoge, über die die Frankfurter "Kulturgenuss vom Feinsten", urteilt die Frankfurter Neue Presse. Foto (c) von Nicole Jost Allgemeine Zeitung schreibt: „Traditionell und überraschend modern, musikalisch furios und anrührend komisch“.

Orientalische Erfrischung bei 40 Grad in Köln

Schon bei der Geburt der Formation kommen biblisch fundiert 7 Ehemänner zu Tode, und zwar jeweils in der Hochzeitsnacht mit Sara. Trotz der Kurzatmigkeit ihrer Männer hofft sie weiterhin auf eine freundliche Zukunft. Die Idee, Erzählstimme und Harfe zu kombinieren, hatte Wulf Bonin, Initiator und Leiter von Kultur-Extra-Mainhausen. Am 1. Oktober 2005 im Mainflinger Kilianushaus ist das von orientalischer Erzähllust angeregte Musizieren zu hören. Es folgen Konzertlesungen vor jeweils etwa 500 Zuhörern in der Nürnberger Klarakirche und der Bad Homburger Erlöserkirche. Aber nicht nur im Taunusbadeort, sondern auch an den Quellorten Badenweiler, Bad Ev. Kirche Loßburg-Schömberg im Schnee - Foto (c) Bettina LinckKönig, Bad Vilbel und auf dem Kirchentag in Köln bei 40 Grad absolvieren Jakob und Rahel ein rauschhaftes Rendezvouz – am Brunnen unter den Arpeggien von „La source“ von Alphonse Hasselmans.

Ewiger Heidelbeerkuchen in Goethestadt Weimar

“Harfe trifft auf Literatur. Sie ergänzen sich perfekt”, meint die Mainzer Allgemeine Zeitung. Und das nicht allein in Kirchen, sondern auch in Wirtshäusern, Büchereien, Parks, dazu gibt es biblische Weinproben beim Deutschen Rotweinpreisträger oder direkt im Schiff der Citykirche Kaiserslautern. Zu Weihnachten finden Randfiguren ins Rampenlicht. In Lohr, der Schneewittchenstadt im Spessart, wird die schönste Frau der Bibel gekürt. In Nordhorn hingegen trifft Josef der Blitz der Eifersucht, weil er nicht fassen kann, was seine Verlobte Maria am Heiligen Geist so reizvoll findet. Beim Literaturfest in der Goethestadt Weimar serviert das Duo “Heidelbeerkuchen forever“ in der Jakobskirche, ist aber auch mehrfach in Goethes Taufkirche St. Katharinen an der Frankfurter Hauptwache zu hören. Über 60 Mal werden sie vom Hörfunk ausgestrahlt. So verschieden die Programme sind: Die Ehemänner können ihnen offenbar nicht untreu werden. Immer neu verlieren sie in Saras Beisein entscheidend an Lebensenergie, um an anderem Ort mit frischen Ambitionen in die Hochzeitsnacht zu starten.

Ev.-luth. Kirche St. Jobst in Nürnberg bei Nacht - Foto (c) von Georg Magirius

Zwei Tage lang biblisch abgesichert Wein in Graubünden trinken

Ebenso langlebig ist Geist Aschmodai: Unter jazzigen Rhythmusexplosionen von „Ten past two“ ist er es, der für den siebenfachen Ehemänner-Abgang sorgt: “Kulturgenuss vom Feinsten”, urteilt Nicole Jost von der Frankfurter Neuen Presse zu Beginn der Jubiläumstournee. Auf ihr wird die Antwort gegeben, wie lange Tobias, Saras Ehemann Nr. 8, die Hochzeitsnacht durchsteht. Erwähnenswert ist auch das schneeüberschüttete Schömberg im Schwarzwald, wo die Tour startete. Außerdem ist da der Auftritt beim Weinfest in Malans in Graubünden: Zwei Tage hintereinander wird dort biblisch abgesichert Wein getrunken. Und schließlich: Nach Auftritten im BR, HR und im Deutschlandfunk feiert im Jubiläumsjahr ein Programm auch live Premiere, mit dem das Duo sich dem gewiss musikalischsten und poetischsten Buch der Bibel widmet: “Gesänge der Leidenschaft. Die befreiende Kraft der Psalmen“.

10 Jahre 7 tote Ehemänner >>> Zu den Tourneeterminen



Die befreiende Kraft der Emotionen

Die weit verbreitete Forderung nach innerer Ausgeglichenheit mache viele Menschen krank. Das hat der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius im Deutschlandfunk gesagt (“Lieder voller Leidenschaft”, 8. Februar 2015 – jetzt direkt  >>> HÖREN – Manuskript >> LESEN). Der Sendung über die Poesie der biblischen Psalmen zufolge seien heute ein kontrollierter Optimismus und eine Freundlichkeit akzeptiert, die das Ausgelassene abgelegt hat. Kennzeichen dafür sei ein kalkulierter Tonfall unter Verwendung formalhafter Textbausteine, verbunden mit der steten Beigabe von Informationen, Die Frankfurter Harfenistin Bettina LinckDaten, Fakten. Die Unterdrückung großer Gefühle jedoch könne Menschen deprimieren. Gerade das Eliminieren-Wollen angeblich negativer Emotionen wie Enttäuschung und Wut behindere innere Antriebskräfte.

Gegenkraft

Das religiös-ästhetische Essay stellt in Dialog mit der Harfenistin Bettina Linck die Psalmen als befreiende Gegenkraft vor. Das biblische Buch der Lieder führe in die Welt der Musik und einer außergewöhnlichen Bildersprache. Die Psalmen seien ein Sturmwind der Gefühle, ein fulkminantes Konzert der Stimmen. Auch im biblischen Buch der Lieder finde sich der Wunsch nach innerem Frieden. Aber dieser habe eine Chance, weil Emotionen nicht gefesselt würden. Stattdessen gebe es Verzweiflung, Klage und Enttäuschung, dazu Wut auf Lügner, Gegner und intrigante Menschen. 

Radikal ehrlich

Auch Wut auf Gott sei anzutreffen: “Es wird der offene Konflikt gesucht, die Aggression in Musik gelegt und im Gebet ausgelebt. Deswegen handelt es sich bei den Psalmen um keinen spirituellen Kauderwelsch, sondern um Weltliteratur. In ihnen haben sich radikal ehrliche, menschliche und rebellische Klänge vereinigt.  Die Psalmen wollen dazu ermutigen, die Sehnsucht nach dem großen Glück nicht aufzugeben.“ – Die Frankfurter Konzertharfenistin Bettina Linck spielt aus Gesänge der Leidenschaft - Cover des Buches von Georg Magirius über die PsalmenChanson de mai von Alphonse Hasselman,  der Sonate c-moll von Giovanni Battista Pescetti und dem Impromptu op.86 von Gabriel Fauré. Von Georg Magirius erscheint im März 2015 im Claudius Verlag das Buch „Gesänge der Leidenschaft. Die befreiende Kraft der Psalmen“.

Lieder voller Leidenschaft. Die Poesie der Psalmen, Deutschlandfunk, Am Sonntagmorgen, 8. Februar 2015, Musikaufnahme: Robert Foede. Gesamtaufnahme: Wolfgang Kinsel (Funkhaus am Dornbusch), Redaktion: Pfr. Frank-Michal Theuer. Jetzt direkt >>> HÖREN >>> Manuskript

Die glücklichen Bewohner der Sackgasse

Es war ein Tagesanbruch, der das Versprechen des Unbegrenzten in sich trug.  Mit Minimalismus jedenfalls gab man sich beim Jubiläum des Literaturcafés am 13. Juni 2013 im Franz Polak Haus in Höchst im Odenwald nicht zufrieden. 15 Engagierte verantworten das Angebot, das der Erwachsenenbildung der katholischen Kirchengemeinde Höchst sowie dem Katholischen Bildungswerk Bergstraße/Odenwald angeschlossen ist. „Und jeder von uns hat eine eigene Aufgabe“, sagt Rachel Mundiyanapurath, die das Café mit einer kleinen Gruppe vor 15 Jahren ins Leben rief. Manchmal ist es sogar mehr als eine Aufgabe, ließ sich beobachten, als sie – von Gerda Treu aufgefordert – noch rasch eine Rose von nebenan holte. „Hier ist alles live“, erklärte Treu, ehe sie die Rose aus der Hand der Gründermutter entgegennahm, um sie dieser sodann gleich wieder gratulierend zurückzugeben: „Du bist der Motor des Literaturcafés.“

Virtuos, verzaubernd

Das freilich war nicht das einzige Präsent des Tages:  „Auf literarisch wie musikalisch hohem Niveau feierte das Literatur-Café am Donnerstag sein 15-jähriges Bestehen. Über 100 Gäste drängten sich im katholischen Pfarrheim. Zum Geburtstag machte das Team sich und den Gästen ein besonderes Geschenk: Georg Magirius, Autor, Theologe und Journalist las aus seinem jüngsten Werk ‚Traumhaft schlägt das Herz der Liebe‘, begleitet an der Konzertharfe von Bettina Linck.“ (Main Echo, 18. Juni 2013) Linck gab dem Geburtstagsfest einen Rahmen, der weniger der Ideologie des rechten Winkels folgte, sondern das immer neu zu Tage Tretende zum Thema hatte: „La source“ (Die Quelle) von Alphonse Hasselmans eröffnete das Fest. Und als es gegen Mittag zu Ende ging, ließ sich erneut ein Beginnen vernehmen, indem sie „mit virtuosem, nahezu verzauberndem Harfenspiel“ (Main Echo) „La source“ interpretierte – diesmal komponiert von Albert Zabel. So nahm die Musik dem Schluss den Charakter des Endgültigen und ließ die Feiernden noch einmal an der Quelle Platz nehmen.

Sushi kommt auf keinen Frühstücksteller

Zuvor allerdings galt es aufzustehen. Aber nein, gerannt wurde nicht zum Buffet, auch nicht um das Buffet herum, weil die hemmungslos variantenreiche Tafel keine Verlustängste aufkommen ließ. Die Qualität der Tischbedeckung habe sich im Lauf der Jahre immerfort gesteigert, es nun nochmals zu superlativieren sei nicht das Ziel, bilanzierte Gerda Treu den kulinarischen Aspekt des Kulturfrühstücks. „Deswegen kann man auch einfach nur ein Brötchen mit Marmelade essen“, bestätigte Diakon Willi Hartmann die Absicht, die Kraft des Elementaren nicht aus dem Blick zu verlieren. Sushi jedenfalls kam auf keinen Frühstücksteller, auch wenn die Gäste nicht befremdet, sondern mit Applaus darauf reagierten, dass die Harfenistin Konzerte in Japan gegeben hat.

Würde des Fragens

Bei der 124. Veranstaltung des Literaturcafés Höchst wurde zwischen Frankfurter Kranz, Harfenmusik, Krabbensalat und Marmeladenbrötchen selbstverständlich auch Literarisches eingenommen. „Magirius spannt in seinen Kurzgeschichten den Bogen von der Erzählung aus Liebe, die gewissen Humor nicht missen darf, zu einer tieferen, spirituellen Botschaft“ (Gabriele Lermann, Darmstädter Echo, 15. Juni 2013) Zu ihr gehöre es laut Magirius, das Fragzeichen nicht auszumerzen, was ein Charakterzug von moderner Literatur und biblischen Erzählens gleichermaßen sei. So widmete er die Erzählung über einen Vielfrager der Arbeit des Literaturcafés. Denn: „Fragen zu stellen, gerade wenn es keine Antworten gibt, ist ein Zeichen von Würde.“

Gott wohnt in Sackgassen

Es könne paradoxerweise sogar Trost vermitteln, weil mit dem Recht aufs Fragen nämlich nicht krampfhaft die Momente der Trostlosigkeit unterdrückt würden, meinte Magirius. Erbauung im herkömmlichen Sinn könne man von moderner Literatur kaum erwarten, sagte Frank Meessen vom Katholischen Bildungswerk in seiner Betrachtung “15 Jahre Literaturcafé”. Womöglich aber eine andere Art von Glück? Nämlich eine Verbeugung vor dem Unbegrenzten, dessen Kraft selbst dann nicht verloren ist, wenn das Leben an Grenzen stößt. Im Roman „Der Tod in Rom“ von Wolfang Koeppen werde überlegt, ob Gott noch sei, wenn man selbst am Ende sei. Dort heißt es: „Wenn er ist, wohnt Gott auch in Sackgassen”.

Georg Magirius, Traumhaft schlägt das Herz der Liebe – ein göttliches Geschenk, mit Bildern von Marc Chagall, Würzburz 2013 >>> Mehr

Fotos: Gabriele Lermann (1), Sebatian Mundiyanapurath (1), Büro Georg Magirius (2)

Auferstehungs-Picknick in Mainz

Am 3.11.2012, 20 Uhr, wird in Mainz jene Realität gefeiert, die die evangelische Auferstehungsgemeinde im Namen trägt. Die Gemeinde wird 50 Jahre alt. Eingeladen wird zu einem musikalisch-poetischen Fest, an dem die Harfenistin Bettina Linck und der Schriftsteller Georg Magirius von der Überwindung der Lähmung erzählen. Zauberhaft und zart, gewitterlaut und wolkenleicht präsentieren sie biblisch inspirierte Geschichten vom Aufstehen und Auferstehen. Ausgerechnet in Trauer, Trott und Vergeblichkeit kann neues Leben wachsen. Da können zart gebaute Männer schon mal riesenhafte Steine stemmen. Und Frauen tanzen die Todesstarre hinweg. Zwei Freunde gehen über den Jordan. Nur einer kehrt zurück, nichts bleibt dem Zurückgelassenen von seinem Freund – außer einem Mantel, der später allerdings auf wundersame Weise dafür sorgt, dass der erkaltete Körper eines Kindes Wärme findet. Ein Grund zum Feiern! Nur was ist mit denen, die nicht jubeln können, die zweifeln und manchmal zu verzweifeln drohen? Gerade für sie ist laut biblischem Zeugnis ein Platz bei jenem himmlischen Picknick reserviert, bei dem der Auferstandene gegrillten Fisch serviert.

Bettina Linck spielt unter anderem Stücke von Michail Glinka, André Caplet, Felix Godefroid und Alphonse Hasselmans. Georg Magirius liest aus “Sein wie die Träumenden” und “…. denn die Liebe ist von Gott”.

Von Flirtkursen und Kugelrubinien

Was Kugelrubinien, Teekannen, Bademeister, biblisch inspirierte Flirtkurse, Liegestühle und Verkehrskreisel mit den großen Fragen der Menschheit zu tun haben, ist vom 10. bis 12. September in der Reihe Leser im ERF zu hören. Georg Magirius liest aus seinem aktuellen Buch “Erleuchtung in der Kaffeetasse”, die Harfenistin Bettina Linck spielt u. a. Première Arabesque von Claude Debussy, Passacaglia in G-Moll von Georg Friedrich Händel, Chansons de mai von Alphonse Haselmans, Etude de concert von Felix Godefroid und “Pack die Badehose ein”. Redaktion und Moderation: Angelika Fries. Einen Ausschnitt aus der Lesung hören >>> hier. (1.30 min)