Ehebruch? Und Jesus macht nichts

Für viele war Jesus wohl fast so etwas wie ein Manager, schließlich war er unterwegs und tätig, half Kranken, hielt Reden, weckte Tote auf, arbeitete unentwegt für das Reich Gottes. Für den Schriftsteller und Büchnerpreisträger Arnold Stadler (“Ein hinreissender Schrotthändler”) hat Jesus etwas Befreiendes, weil er in einer ganz bestimmten Situation überhaupt nichts tat. Für den Autor ist die Geschichte von Jesus und der Ehebrecherin “die Perle der Perlen der Heiligen Schrift. Wenn ich die Worte nicht gehört hätte, wäre mein Leben anders verlaufen”, sagt Stadler – gesendet im Hessischen Rundfunk, aufgezeichnet von Georg Magirius. Beitrag hören (mp3 – ca. 3 min, 3,5 MB).

Lautloses Musical

„Es ist ein wenig schizophren, man fühlt sich wie zwei in eins. Man kann nicht mal so eben improvisieren“, sagt Schauspielerin Claudia Viehmann. Und auch Sabine Voss, die die Gebärdendolmetischerin, muss präzise sein: „Das Dolmetschen geschieht gleichzeitig, also nicht wie sonst üblich leicht zeitversetzt.“ Dieses doppelte Spiel sei mehr als nur eine Kopie: „Gerade in Szenen, wo man emotional giftig wird, lädt man sich gegenseitig auf, treibt sich an, das Spiel wird intensiver.“ Die Gebärden sind also mehr als ein Übersetzen von hörbarer Sprache in Gebärde. „Es ist Gebärdenpoesie, wirkt wie Malerei“, sagt Burkhard Jungcurt, der die Aufführung des Musicals mit Uwe Hausy aus Frankfurt leitet. (Foto: Jule Kühn)

“Simon” ist ein Musical für Gehörlose und Hörende – und wird von Gehörlosen und Hörenden auf die Bühne gebracht. Die Reportage über das still ekstatische Musical für den Jahresbericht der EKHN hat  Georg Magirius verfasst. Der vollständige Beitrag mit Fotos von Jule Kühn findet sich hier.

Wie man das Studium überlebt

Nicht nur bei Partys und Filmabenden, auch im normalen Unibetrieb sind Getränke wichtig. „Der Koffeinkonsum steigt rapide“, sagt an der Cafétheke des ökumenischen Wohnheims Frankfurt Max Daege, der vor seinen juristischen Examensprüfungen steht. Sein mittäglicher Cappuccino kommt, in dessen cremigen Schaum mit Latteart ein feingliedriges Blatt gezeichnet ist. Ein Cafébesuch öffne wie nebenbei die Augen für kirchliche Angebote, erzählt Daege. Diese seien nicht alle “speziell gläubig”, es habe auch schon einen Abend über “Simpsons und die Philosophie” gegeben. „Oder etwas über gesundes Schlafen – ein in der Examensvorbereitung nicht ganz unwichtiges Thema“, sagt Daege.

Vom Leben und Überleben auf dem Campus der Uni Frankfurt berichtet für den Jahresbericht der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau Georg Magirius.

Die Fotos für die Reportage stammen von der Fotografin und Designerin Jule Kühn aus Wiesbaden. Redaktion: Matthias Pape.

Theater – das heißt frei zu sein

Auf dem Marktiplatz von Alsfeld wurden schon “Bierkriege” und “Hochzeitsfeste” als mittelalterliches Theaterspektakel aufgeführt. Die Laien-Schaupieler haben Stunden, Tage und manchmal sogar Wochen mit Proben und den Aufführungen verbracht: Warum macht das jemand? Georg Magirius hat eine Probe besucht und sich in seiner Reportage auf die Suche nach der Fasziniation des Theaters begeben.

Warum es Kalender gibt

Wieso unterteilt man die Zeit in Jahre, Tage, Monate? Warum also gibt es Kalender? Und wie können sich Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Religionen so verabreden, dass sie sich nicht verfehlen? Antworten finden sich unter dem Stichwort “Sonne, Mond und nicht nur ein Kalender” hier. Redaktion dieses Hörfunkbeitrags: Nora Enns.

Wie Kinder schöne Töne finden

„Geh nach Ninive!“ Ein Junge lässt den Ruf Gottes an den Propheten Jona durch ein Megaphon hallen. Die Kinder verwandeln den Spruch  in ein Lied, lassen die Arme nach vorne schnellen. Wie bei Fans auf Stadiontribünen sieht das aus, ähnlich stark sind auch die Stimmen, nur klingen sie nicht bierstimmentief, sondern kindlich hell. Die Probe leitet Musikpädagogin Gaby Joest. Die Teamerinnen Katja Lubotta, Penolope  Schneider und Dorothee Stoppel unterstützen sie, regen die Kinder zum Mitmachen an, ermutigen sie – allein schon deshalb, weil niemand falsche Töne sucht. Stattdessen singen alle zu Beginn: „Singen macht stark, singen macht Spaß.“

“Singen macht stark” ist ein von Ursula Starke initiiertes Projekt. Es vermittelt Fähigkeiten, einen Kinderchor musikalisch zu unterstützen. Die Reportage über die Kinder-Musicalprobe im Odenwald für den Jahresbericht der EKHN hat Georg Magirius verfasst, die Fotos stammen von der Fotografin und Designerin Eva Giovannini.

Wozu Musik imstande ist

Sie kann Unmut in Sympathie oder gar in Liebe verwandeln, dazu vermag sie Wasser auf eine Weise hörbar zu machen, dass man ahnt: Zwei einander eigentlich Unbekannte starten rauschhaft in ein Liebesleben. So kündigt Kai-Uwe Woytschak im ERF die biblischen Liebesgeschichten aus “… denn die Liebe ist von Gott” von Georg Magirius an. Bettina Linck spielt Harfe, Stefanie Hoppe liest die musikalische Buchbesprechung. Und Tonmeister Robert Foede ist für Musikaufnahme verantwortlich. Beitrag hören.