Heute, da das Hoffen wieder hilft

Ginster im Schnee Die Macht der guten WünscheWer Hoffnung und Wünsche hat, muss kein Phantast sein. Oft ist man dann besonders aufmerksam für Schmerz und Ungerechtigkeit. Davon handelt die Sendung “Die Macht der guten Wünsche” am 8. Januar 2017 auf Bayern2Radio von Georg Magirius. Manuskript >> lesen). Die Sendung wendet sich gegen die Meinung, dass das Wünschen etwas für Naivlinge sei. Der Glaube an die Kraft der Wünsche ist täglich anzutreffen, wenn es heißt: Guten Morgen! Guten Abend! Guten Appetit! Dennoch gilt das Wünschen oft als etwas Lächerliches oder sogar Gefährliches, weil es die Augen vor der Realität verschließen würde.

Das Prinzip Hoffnung

Für den Realitätssinn des Wünschens und Hoffens sprechen nicht wenige Stimmen aus dem Bereich der Philosophie. Harry Gordon Frankfurt sieht das Wünschen als ein Zeichen der Vernunft, an dem sich nichts Geringeres als die Freiheit des menschlichen Willens zeige. Auch der Philosoph Ernst Bloch, dessen Hauptwerk “Das Prinzip Hoffnung” in den alltäglichen Sprachgebrauch eingegangen ist, kann nicht als Märchenonkel abgetan werden, der die Realität schönredet. Für Bloch nämlich ist der Ausgangspunkt allen Hoffens der Mangel. So lehre der genaue Blick in den Alltag, das Noch-Nicht und das Mögliche zu entdecken. So könne man an einem besseren Leben arbeiten.

Trauer ist Optimismus

Gute Wünsche lassen sich auch als eine Grundausrichtung der Theologie verstehen. Nur handelt es sich um keinen naiven Optimismus. Anders als in vielen Glücks- und Erbauungsbüchern sind in der Bibel Schmerz und Unzufriedenheit der Ausgangspunkt dafür, dass es überhaupt zum Wünschen kommt und die Macht des Guten an Wirkung gewinnt. Wobei es sich beim Hoffen noch nicht einmal um etwas handeln muss, das den Schmerz hinter sich lässt. Denn Hoffnung und Trauer können sogar ineinanderfallen, sagt der Theologe Henning Luther: “Trauer ist nicht Pessimismus. Trauer, die die Erinnerung an den Schmerz und die Leiden der einzelnen wachhält und nicht verdrängt, ist Hoffnung, mehr Hoffnung als in der Propaganda des Optimismus steckt.”

>>> Sendung jetzt >> lesen.

“Die Macht der Guten Wünsche. Vom Realitätssinn einer märchenhaften Kraft”, Sendung von Georg Magirius,8. Januar 2017, Katholische Welt, Ton: Anette Eickholt. Gesprochen wird der Sendung vom Autor und von Birgitta Assheuer. Produktionen mit ihr wurden mehrfach mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet. Die Musik der Sendung stammt von Claude Debussy, Alphonse Hasselmans, Georg Friedrich Händel, Gabriel Fauré, Felix Godefroid und Johann Sebastian Bach. Sie wird interpretiert von der Konzertharfenistin Bettina Linck. Die Redaktion der Sendung hat Wolfgang Küpper.


Der Philosoph Harry Frankfurt sieht es sogar als ein Zeichen der Vernunft, an dem sich nichts Geringeres als die Freiheit des menschlichen Willens zeigt.

About Buero Magirius

Über spirituelle Spaziergänge und andere Tritte des Schriftstellers Georg Magirius.
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