Beten und Schießen

Theater, Tanz, Malerei, Sex und Fußball können auf Gott verweisen, sogar einen Teil von ihm in sich tragen. Das hat Georg Magirius in der Evangelischen Wochenzeitung für Berlin und Brandenburg zum Auftakt der Fußball-WM am 12. Juni 2014 gesagt. “Millionen Augenpaare werden sehen, wie Spieler auf beiden Seiten rennen, kämpfen, kombinieren, springen, schießen – und manchmal auch beten. Aber wofür? Nicht um den Sieg allein. Es ist eine Geste, die den Glauben daran sichtbar macht, dass das Leben allen Verwundungen zum Trotz eine Zusammenballung größten Glücks bescheren kann.” Der Beitrag >>> hier.  Redaktion: Uwe Baumann. Von Georg Magirius erschienen: Die Fußball-Apotheke, Echter Verlag Würzburg (auch auf Polnisch).

Für mich ist es eine Glaubensschule – nicht anders als die Psalmen, von denen der große Psalmeninterpret Erich Zenger sagte: Sie helfen, das eigene Ergehen nicht absolut zu setzen. Im Glück lassen sie klagen und in der Trauer jubeln. So lässt mich im Erfolg ein Fußballspiel demütig werden, weil es den Absturz vor Augen stellt. Und aus Tiefenregionen heraus katapultiert es in die Freude, weil das unausdenkbare Schöne realistisch wird: Die unbegrenzte Trauer kann das Beiwort „unbegrenzt“ verlieren, sonst wäre ein längst vergessener Verein wie Darmstadt 98 dieses Jahr niemals in die zweite Liga aufgestiegen. Und das unter den abenteuerlichsten Umständen.

About Buero Magirius

Über spirituelle Spaziergänge und andere Tritte des Schriftstellers Georg Magirius.
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