“I have a dream” – alles nur ein Traum?

Am 28. August 2013 jährt sich die der Marsch auf Washingten zum 50. Mal. Die Redaktion von Magirius-aktuell.de veröffentlicht dazu exklusiv einen Kommentar des Theologen und Autors Dr. Reiner Andreas Neuschäfer.

„I have a dream – Ich habe einen Traum“ – Diese Formulierung hat sich fest ins kulturelle Gedächtnis eingeprägt: Fast jeder hat davon schon mal gehört. Dabei wurde diese Rede erst vor 50 Jahren gehalten. Von Martin Luther King jr. (1929-1968) bei einer der größten Demonstrationen der Geschichte, dem Marsch auf Washington am 28. August 1963. Dabei zeigte sich, dass der „schwarze Freiheitskampf“ sich auch auf grandiose Weise inszenieren konnte. Weltweit gewann er die Aufmerksamkeit der Medien. Die Krönung war der große Marsch auf Washington: 250.000 Menschen nahmen teil, darunter 60.000 sogenannte Weiße. Es war für viele ein Bild wie der Aufbruch der Israeliten von den Ufern des Nils. Eine Aufbruchsstimmung bestimmte die Menschen, die sich eine Welt vorstellten, in der Gleichberechtigung, Gerechtigkeit und Freiheit den Ton angeben. Doch bis dahin ist es offenbar noch ein langer Weg.

Hat Barak Obama den Traum erfüllt?

Viele dachten, mit Barak Obama als „erstem schwarzen Präsidenten“ wäre der Traum Martin Luther King jr. schon fast erreicht. Doch hätte dies selbst dem Bürgerrechtler nicht gereicht. Die Hautfarbe ist keine Auszeichnung. Und wer sie betont, hat Vieles nicht verstanden. Denn eben nicht die Hautfarbe sollte entscheidend sein – weder bei Weiß noch bei Schwarz (und dazwischen und daneben gibt es ohnehin noch viel mehr!). Vielmehr sollte die Aufrichtigkeit des Charakters, das Leben der eigenen Worte, die Würde des Anderen zählen. Und da hapert es eben auch bei Barak Obama, wie nicht zuletzt die letzten Enthüllungen über seinen  Umgang mit Geheimnissen und Geheimnisverrätern zeigen.

Freiheit braucht Geheimnisse

Vielleicht muss man sich nochmal auf den Weg machen und die eigentliche Vision Martin Luther King jr. wieder in Erinnerung rufen: die Freiheit. Diese gibt man auf, sobald man sie fangen und festhalten möchte. Diese Freiheit ist ohne Verantwortung und Liebe nicht zu haben. Diese Freiheit hat auch etwas mit Vertrauen, mit dem Glauben zu tun hat. Ansonsten bleibt sie eben auch die nächsten 50 Jahre – nur ein Traum!

Buchtipp: Reiner Andreas Neuäfer: Martin Luther King. Einer, dessen Traum die Welt veränderte, Berlin: Down to Earth 2013, 32 Seiten, ISBN 978-3-86270-750-8, 2,50 €

Einen Ausschnitt der vom Propheten Jesaja inspirierten Rede vom 28. August 1963 lässt sich hören über den Bildungsserver Hessen in dem Hörfunk-Beitrag von Georg Magirius: Weltbewegende Bücher: Die Bibel, Hessischer Rundfunk 2009.

About Buero Magirius

Über spirituelle Spaziergänge und andere Tritte des Schriftstellers Georg Magirius.
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