Drei Tipps für eine bessere Kommunikation

Die Fähigkeit, manchmal überhaupt gar nichts zu sagen, kann zu einer besseren Kommunikation führen. Das behauptet der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius im Logo Deutschlandfunk Deutschlandfunk in der Sendung “Am Sonntagmorgen” am 8. Juli 2018, 8.35-8.50 Uhr. Damit stellt er die oft als Allheilmittel gehandelte Empfehlung für eine bessere Verständigung in Frage, die lautet: “Reden, reden, reden. Wir müssen endlich reden!”

Kommunikationsmuster aufbrechen

In seinem Radioessay “Hemmungslos still” argumentiert Magirius stattdessen mit einer Geschichte, in der die Lautlosigkeit zu einer tiefen Verständigung führt. Erzählt wird von einer Frau, die als schweigsam gilt. Als maßvoll oder zurückhaltend lässt sie sich jedoch nicht gerade charakterisieren. Denn im Kino schaut sie oft gleich mehrere Filme hintereinander.Bettina Linck Deutsche Philharmonie Merck Konzertharfe Foto von Rüdiger Döls Bei einem Sommer-Open-Air-Festival begegnet sie nun einem Mann, der viele Worte von sich gibt, mit dem sie aber nicht ein einziges Wort tauscht. Laut Magirius kann gerade solch eine vermeintliche Einbahnstraßen-Kommunikation festgefahrene Verständigungsmuster aufbrechen.

Bis zu 40 Tage Schweigen

Bei dem Festival bieten Bands und Künstler eine effektgeladene Show, dieser Mann aber tritt auf die Bühne, setzt sich, erzählt nur, sonst nichts. Mehreren Berichten zufolge begrenzt sich dieser Mann zwischen seinen Auftritten enorm, legt Schweigephasen von bis zu 40 Tagen ein. Womöglich deshalb trifft sein Erzählen die Kinoliebhaberin tief. Kurz darauf kommt es nämlich zu einer fantastischen Entgrenzung: Zwischen den beiden entsteht ein von ihr ausgehender Kommunikationsfluss, der sich fast schon als Verständigungsekstase bezeichnen lässt. Die Stille und ein über alle Maßen teures Parfüm spielen dabei eine wichtige Rolle.

Die drei Tipps auf einen Blick

Grenzenloses Erzählen, Stille und ein von einem kostbaren Geruch erfüllter Kommunikationsraum – das sind die drei Tipps für eine bessere Verständigung aus Magirius’ Radioessay. Seine Sendung ist angeregt von dem Buch “Traumhaft schlägt das Herz der Liebe – ein göttliches Geschenk.” Musikalisch interpretiert werden die Reflexionen zum Thema Kommunikation von der Harfenistin Bettina Liebesgeschichten der BibelLinck, Soloharfenistin der Deutschen Philharmonie Merck in Darmstadt (Foto: Rüdiger Döls). Sie kommentiert die Argumentation insbesondere mit dem Impromptu Nr. 86 von Gabriele Fauré. Die Redaktion der Sendung hat Frank-Michael Theuer.

Georg Magirius, Traumhaft schlägt das Herz der Liebe – ein göttliches Geschenk, mit vielen farbigen Abbildungen von Marc Chagall, Lektorat: Heribert Handwerk, Echter Verlag Würzburg, 14,90 Euro. 978-3429035853.

About Buero Magirius

Über spirituelle Spaziergänge und andere Tritte des Schriftstellers Georg Magirius.
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