Das Ende des Unabänderlichen

Wer sich in der Welt behaupten will, geht zum Kampfsport oder in den Selbstverteidigungskurs. Noch wirkungsvoller können Träume, gute Wünsche und Märchen sein. Das hat der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius in seinem Essay „Die Kraft der guten Wünsche“ im Deutschlandfunk am 8. Mai 2016 gesagtBettina Linck Foto von Ernst Huber (Sendung lesen oder jetzt kostenfrei >> hören), Redaktion: Frank-Michael Theuer. Dem Traumhaften werde vielfach unterstellt, in der Welt der Kämpfe und Debatten nichts auszurichten.

Nachweisbare Wirkung

Dabei können gute Wünsche die Welt verändern, zumindest einen Menschen, heißt es in der Sendung, die von der Frankfurter Harfenistin Bettina Linck musikalisch gestaltet wird. „Denn wer einem anderen Gutes sagt, malt damit ein Bild, in das dieser hineinspazieren kann, in dem er Atem findet, sich erproben und ausstrecken kann.“ Die Macht des Wünschens und Fabulierens habe nachweisbare Wirkungen in der oft so genannten harten Realität. „Wenn dir jemand Gutes will, wächst du in das Gute hinein. Das vermeintlich Unabänderliche wird aufgebrochen.“

Das Dunkle wird nicht ausgesperrt

Sich an der Kraft guter Wünsche zu orientieren, bedeute nicht, alles nett zu finden: „Wer Wünsche hat, verschließt die Augen nicht vor Kurven, Brüchen und Schieflagen. Sie sind gerade der Grund dafür, dass man auf Gutes hofft. In der Bibel jedenfalls wird das Dunkle nicht ausgesperrt.“ Deswegen sei die Bibel ein realitätsnahes Buch und eine bemerkenswerte Quelle des Wünschens. Um sie frei fließen zu lassen, komme es darauf an, „sie nicht allein mit Vernunft und distanziert zu betrachten.“ So gebe es unter Theologen „einen akademischen Übereifer, der alles Zauberhafte, Märchenhafte und erschütternd Schöne der Bibel erstickt.“

Friede für die Unzufriedenen

Biblische Worte entfalteten ihre Potenzialität jedoch, wenn man sie eher als Poesie denn als Diskussionsgegenstand verstehe. „Sie stimmen friedlich, gerade wenn man mit der Welt nicht immer zufrieden ist.“ – Bettina Linck spielt aus Première Arabesque von ClaudeGeorg Magirius Gute Wünsche aus der Bibel - Das biblische Land bei Tübingen Debussy, der Pssacaglia g-moll von Georg Friedrich Händel, der Etude de concert von Felix Godefroid, Feuilles d’attemps von Alphonse Hasselmans. Im Zentrum steht die Air aus der Orchestersuite No.3 von Johann Sebastian Bach.

„Die Kraft der guten Wünsche“, Deutschlandfunk, 8. Mai 2016, Sendung >> lesenjetzt >> hören, Ton: Natalie Truchseß, Musikaufnahme: Tonmeister Robert Foede. Die Sendung ist inspiriert vom Buch: Gute Wünsche aus der Bibel, Herder Verlag 2016, mit zahlreichen Fotos, Lektorat: Dr. Dietrich Voorgang.

About Buero Magirius

Über spirituelle Spaziergänge und andere Tritte des Schriftstellers Georg Magirius.
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One Response to Das Ende des Unabänderlichen

  1. Martina Auer says:

    Lieber Herr Magirius,

    ich habe gestern durch Zufall die Sendung im Deutschlandfunkt gehört. Ihre Worte haben mich sehr berührt. Nun werde ich mir das Buch “Gute Wünsche aus der Bibel” besorgen. Ich suche nämlich etwas in der Richtung, um morgens einen Impuls für den Tag zu haben. Ihre Lesungen, die Pilger-Angebote,- all das interessiert mich sehr.
    Herzliche Grüße aus dem momentan sonnigen München!
    M.A.

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