Pommes im Tal der Ahnungslosen

Evangelische Jugendliche begaben sich auf dem Weg zum katholischen Wallfahrtsort Mariabuchen im Spessart. Und landeten im Tal der Ahnungslosen, was allerdings die Sinne schärfen kann für eine andere, ungreifbare Welt. Die spirituelle Wanderung der Evangelischen Kirchengemeinde Seligenstadt und Mainhausen am 7. Mai 2011 stand unter dem Motto “Auf dem Weg zur Quelle”. Pfarrerin Regina Westphal, Jennifer Stolz, Andrea Eubel und Georg Magirius stellten den Konfirmanden Aufgaben, etwa nach Wasserstellen wie Hallen- und Freibad, Main oder Gartenschlauch Ausschau zu halten. Dann ging es auf einem schmalem Waldpfad, der an einem steilen Abgrund entlang balancierte, zum Buchenbach. Der Bach wurde mit bloßen Füßen durchquert. Niemand rutschte bei der spirituellen Mutprobe aus, niemand fing zu schwimmen an, stattdessen tauchten alle ein ins Schweigen, was die vielleicht schwerste Aufgabe des Tages war. Mehr als eine halbe Stunde lang ging es schweigend am rauschenden und quirlenden Buchenbach entlang – das Ziel: Die Kirche Mariabuchen. “Hier gibt es keinen Handyempfang”, sagte der Wirt des Buchenstüble. “Ihr seid im Tal der Ahnungslosen!” Der Schock war rasch verdaut, gelassen bestellten die Teilnehmer gleich mehrere Portionen Pommes. Oder sie zündeten eine Kerze an, staunten über die Votivtafeln “Maria hat geholfen” und sahen sich ahnungsvoll in Regionen ein, in der das Unsichtbare Gestalt gewinnen kann.

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